Hügelbeet anlegen: Warum und wie?

Hügelbeet anlegen: Warum und wie?

Gemüsegarten optimieren!

Inhaltsverzeichnis

Die Hügelbeetkultur ist eine innovative Gartenmethode für Permakultur und umweltbewusste Gärtner. Durch mehrere Schichten organischer Materialien verbessert sie die Bodenbelüftung, schafft einen fruchtbaren Boden, spart Platz und speichert Wasser. So lassen sich Gemüse, Obst und andere Pflanzen nachhaltig und biodivers anbauen. Warum lohnt sich ein Hügelbeet und wie wird es angelegt?

Dieser Ratgeber erklärt Schritt für Schritt die Anlage dieser naturnahen Methode – ideal für einen ertragreichen, umweltfreundlichen Gemüsegarten.

Schwierigkeit

Anbau auf Hügelbeeten: Was ist das?

Hügelkultur ist eine Gartentechnik, bei der Pflanzen auf Erd- oder Hügelbeeten statt ebenerdig angebaut werden. Sie bietet mehrere Vorteile: bessere Entwässerung, größere Anbaufläche und eine höhere Bodenqualität durch die Zersetzung organischen Materials im Hügel.

Diese Methode zählt zu den ältesten Anbautechniken und entstand lange vor der Permakultur. Bei uns (die Hügelkultur ist weltweit verbreitet) gab es sie schon in der Antike und bis ins Mittelalter, vor allem dort, wo wenig Fläche verfügbar war, etwa innerhalb von Befestigungsanlagen. Später geriet diese Technik des Lebensmittelanbaus allmählich in Vergessenheit.*

In Frankreich wurde die Hügelkultur ab den 1970er-Jahren populär, unter anderem durch Pioniere wie Emilie Hazelip. Auch der österreichische Landwirt Sepp Holzer trug zur Verbreitung des Konzepts bei, das auf Deutsch „Hügelkultur“ heißt.

*Über die Hügelkultur im Laufe der Geschichte sind nur wenige Informationen zu finden. Falls ein Historiker, eine Archäologin oder einfach ein Geschichtsinteressierter mehr dazu weiß, schreiben Sie uns gern!

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Emilie Hazelip, Pionierin der Hügelkultur in Europa. Foto: Wikimedia Commons ©Anna C. Satta

Welche Vorteile bietet ein Hügelbeet?

Vorteile

  • Bodenaufbau: Der Anbau auf Hügelbeeten ermöglicht es, neuen Boden zu schaffen, insbesondere in Bereichen mit nährstoffarmem oder verdichtetem Boden.
  • Höheres Bodenniveau: Auf einem Hügelbeet liegt der Boden höher. Das erleichtert die Gartenarbeit und verringert die Notwendigkeit, sich ständig zu bücken.
  • Schnellere Bodenerwärmung: Die Form des Hügelbeets fängt die schräg einfallenden Sonnenstrahlen besser auf, sodass sich der Boden stärker erwärmt. Dadurch kann sich die Wachstumsperiode verlängern und die Keimung im Frühjahr früher einsetzen.
  • Verbesserte Drainage: Die erhöhte Struktur des Hügelbeets sorgt außerdem für einen besseren Wasserabfluss. So werden Staunässe und das Risiko von Wurzelfäule vermindert.
  • Besseres Wurzelwachstum: Die Wurzeln der Pflanzen entwickeln sich in einem Hügelbeet besser, da ihnen in gut belüftetem Boden mehr Raum zur Verfügung steht. Das fördert ein gesundes Pflanzenwachstum.
  • Mehr Anbaufläche: Beide Seiten des Hügelbeets können mit Gemüse bepflanzt werden. Zusammen bedecken sie eine größere Fläche als ein klassisches Gemüsebeet bei gleicher Grundfläche.
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Ein auf einem Hügelbeet angelegter Gemüsegarten profitiert von angereichertem Boden, wo die Erde zuvor nährstoffarm und für gute Ernten wenig geeignet war

Mögliche Nachteile

Die Anlage eines Hügelbeets erfordert eine beträchtliche Menge an Materialien, etwa Erde, Kompost und Stroh. Selbst wenn Sie die Wege ausheben, ist der zusätzliche Materialbedarf erheblich. Außerdem erfordert der Bau eines Hügelbeets körperliche Arbeit.

Nach der Anlage muss das Hügelbeet regelmäßig gepflegt werden, damit es ertragreich und gesund bleibt. Um die Fruchtbarkeit eines dauerhaften Hügelbeets zu erhalten, sind regelmäßige Bodenverbesserer und Abdeckungen zum Schutz und zur Versorgung des Bodens unerlässlich.

Ein Hügelbeet kann in manchen Fällen schneller austrocknen als ein traditioneller, ebener und gut gemulchter Gemüsegarten. Die erhöhte Struktur ist dem Wind stärker ausgesetzt und bietet der Sonne eine größere Angriffsfläche, wodurch das Wasser schneller verdunsten kann. Die gute Drainage des Bodens im Hügelbeet verhindert zwar Staunässe, bedeutet aber auch, dass es schneller austrocknen kann, besonders im Sommer. Bestimmte organische Bestandteile im Hügelbeet können jedoch wie Schwämme Wasser speichern: Dazu gehören Holz (Zweige, Rundhölzer …) und Kompost. Wenn Ihr Hügelbeet zu schnell austrocknet, fehlen diese Bestandteile vermutlich oder sind in zu geringer Menge vorhanden.

Hügelbeete können außerdem Nagetiere, Nacktschnecken und Schnecken anziehen.

Die wichtigsten Hügelbeet-Typen in der Permakultur

In der Permakultur und im ökologischen Landbau gibt es verschiedene Hügelbeettypen für unterschiedliche Bedürfnisse und Bedingungen. Die wichtigsten Hügelbeete in der Permakultur:

  • Lasagnebeete: Dabei werden verschiedene Schichten organischen Materials übereinandergelegt, etwa Kompost, Stroh, Heu und andere Grünabfälle. Diese Schichten zersetzen sich nach und nach und reichern den Boden mit Nährstoffen an.
  • Sandwichbeet: Es wird meist ein Graben ausgehoben und mit einer Mischung aus frischem und trockenem organischem Material gefüllt. Diese Technik ähnelt dem Lasagnebeet, doch beim „Sandwichbeet“ wechseln sich meist Bodenschichten und organisches Material ab, während beim „Lasagnebeet“ mehrere Schichten verschiedener organischer Materialien aufeinandergeschichtet werden.
  • Hügelkultur: Diese deutsche Technik besteht darin, Holzscheite und anderes grobes organisches Material mit einer Erdschicht zu bedecken. Mit der Zeit zersetzt sich das Holz, speichert Feuchtigkeit und gibt Nährstoffe an die Pflanzen ab. Der bekannte französische Permakultur-Experte Philip Forrer (Jardin du Graal) nutzt diese Technik, allerdings auf seine eigene Art. Zunächst hebt er einen Graben aus und legt darin Baumstämme ab (ja, wirklich!). Anschließend wird der Hohlraum mit Humus aufgefüllt, der Tannennadeln, Kompost und anderes organisches Material enthalten kann.
  • Biointensive Gemüsebeete: Diese Beete sind für den intensiven Gemüseanbau im ökologischen Landbau konzipiert. Spezielle Techniken ermöglichen dabei maximale Erträge auf kleiner Fläche. Ein biointensives Beet wird bis zur doppelten Spatentiefe, also etwa 50 cm, bearbeitet. Dadurch wird der Boden tiefgründig belüftet und die Bewurzelung der Kulturpflanzen erleichtert. Anschließend dürfen die verschiedenen Bodenschichten nicht vermischt werden. So bleibt die natürliche Bodenstruktur erhalten und das Pflanzenwachstum wird optimiert. Dauerbeete sind eigentlich rund 10 bis 15 cm über dem Bodenniveau erhöhte Erdhügel.
  • Klassische, abgerundete Beete: Diese traditionellen, abgerundeten Beete werden oft wegen ihrer ansprechenden Form und guten Zugänglichkeit angelegt. Sie bestehen ausschließlich aus Erde, die beim Ausheben der Wege anfällt. So lässt sich ein Beet anlegen, ohne zusätzliche Erde einzubringen. Die abgerundete Form sorgt für bessere Sonneneinstrahlung und Bodenbelüftung und erleichtert den Wasserabfluss.

Die ersten drei genannten Beettypen gelten als „selbstfruchtbare Beete“, da die Nährstoffe von Anfang an vorhanden sind und sich bei der Zersetzung des organischen Materials nach und nach zu den Wurzeln der Pflanzen ausbreiten. Beete mit einer Basis aus Holzscheiten oder sogar Baumstämmen werden manchmal als „Waldböden“ bezeichnet. Die beiden letzten Beettypen zählen einfach zu den „Erdbeeten“.

Hügelkultur mit Holzscheiten

Bei der deutschen Technik wird der Boden mit Holzscheiten und Ästen bedeckt, bevor das Erdbeet angelegt wird

Hügelbeete: Standort und wichtige Faktoren

In diesem Ratgeber geht es hauptsächlich um klassische Lasagnebeete oder Sandwichbeete. Wenn Sie ein Lasagnebeet anlegen möchten, sollten Sie bei der Wahl des Standorts Folgendes beachten:

  • Sonniger Standort: Wie bei jedem Gemüsebeet ist ein möglichst sonniger Standort entscheidend. Die meisten Gemüsesorten benötigen täglich mindestens 6 bis 8 Stunden direkte Sonne, um gut zu wachsen. Einige Gemüse wie Spinat, Mangold, Kohl und Erbse bevorzugen jedoch Halbschatten. Außerdem kann die südfranzösische Sonne im Sommer für manche Kulturen problematisch sein. Überlegen Sie sich den Standort also gut! Der Standort des Gemüsebeets ist komplexer, als es zunächst scheint.
  • Wasserzugang: Auch wenn Lasagnebeete Feuchtigkeit gut speichern, sollte eine Wasserquelle zum Gießen leicht erreichbar sein.
  • Windschutz: Wählen Sie möglichst einen vor starkem Wind geschützten Standort, da dieser das Beet austrocknen und die Pflanzen beschädigen kann.
  • Größe und Form: Berücksichtigen Sie Größe und Form Ihres Beets. Es muss genügend Platz für die Anlage vorhanden sein, außerdem sollte rundherum ausreichend Raum zum Gehen bleiben.
  • Nähe zu anderen Kulturen: Wenn Sie weitere Anbauflächen haben, denken Sie an die Fruchtfolge und daran, wie sich das Lasagnebeet in Ihr gesamtes Gartenkonzept einfügt.
  • Verfügbare Materialien: Stellen Sie sicher, dass genügend organisches Material für die verschiedenen Schichten vorhanden ist. Dazu gehören etwa Kompost, Stroh, Heu und Laub.

Zusammengefasst erfordern Standortwahl und Anlage eines Lasagnebeets eine sorgfältige Planung, damit es optimal liegt und die bestmöglichen Bedingungen für das Wachstum der Pflanzen bietet. Dies ist einer von vielen Aspekten bei der Gartengestaltung.

Zur Erinnerung: Permakultur-Design ist ein systemischer Ansatz zur Gestaltung menschlicher und landwirtschaftlicher Systeme, die Beziehungen aus natürlichen Ökosystemen nachahmen. Beim Permakultur-Design werden mithilfe des Zonierungskonzepts verschiedene Elemente wie Pflanzen, Tiere und Strukturen entsprechend ihrer Nutzungshäufigkeit und ihres Energiebedarfs optimal angeordnet. Statt die Elemente zu trennen, werden sie so miteinander verbunden, dass sie sich gegenseitig unterstützen. Vor der Planung eines Systems ist es daher wichtig, die Umgebung zu beobachten und mit ihr zu interagieren, um ihre Besonderheiten und Bedürfnisse zu verstehen.

Wann ein Hügelbeet anlegen?

Ein Lasagnebeet lässt sich das ganze Jahr anlegen, am besten jedoch im Spätwinter oder zeitigen Frühjahr. Dann ist es noch warm und die organischen Schichten zersetzen sich schneller.

Lasagnebeet anlegen?

Das Anlegen eines Lasagnebeets ist eine Permakulturtechnik, bei der verschiedene Schichten organischer Materialien übereinandergelegt werden, um den Boden anzureichern. So legen Sie ein Lasagnebeet an:

  • Grundschicht: Beginnen Sie mit einer Schicht brauner Pappe, die frei von Druckfarbe und Kunststoff ist. Pappe eignet sich hervorragend zur Bodenvorbereitung, da sie Unkraut unterdrückt und sich nach und nach zersetzt, um den Boden zu nähren. Diese Technik ist wirksam, allerdings bildet die Pappe in den ersten Monaten leicht eine undurchlässige Schicht für das Bodenleben. Um dies zu vermeiden, können Sie auch mit einer dicken Schicht Stroh oder Laub beginnen, die für die Bodenfauna besser geeignet ist. Hier finden Sie einen Artikel über die Verwendung von Pappe im Garten.
  • Grüne und trockene Materialien: Wechseln Sie Schichten aus grünem Material (etwa Rasenschnitt oder Küchenabfälle) mit Schichten aus trockenem Material ab (etwa Stroh, Heu oder Laub).
  • Kompost oder Blumenerde: Geben Sie eine Schicht Kompost oder Blumenerde hinzu, um die Pflanzen mit wichtigen, sofort verfügbaren Nährstoffen zu versorgen. Die übrigen Nährstoffe werden später durch die Zersetzung der organischen Materialien freigesetzt.
  • Wiederholung: Schichten Sie die Materialien weiter übereinander, wie bei einer Lasagne, bis das Beet die gewünschte Höhe erreicht hat, etwa 40 cm (bei ausreichend Material kann es auch höher werden). Beachten Sie, dass die Höhe des Beets mit der Zeit abnehmen kann, da sich die organischen Materialien zersetzen.
  • Obere Schicht: Schließen Sie mit einer Schicht Kompost oder Blumenerde ab, in die Sie Kulturen aussäen oder Jungpflanzen setzen können. Und natürlich mit einer dicken Mulchschicht aus Heu, Stroh, Laub oder BRF (zerkleinertes Zweigholz) … Lesen Sie auch: Welches Mulchmaterial fürs Gemüsebeet?
  • Bewässerung: Gießen Sie das Beet reichlich, damit sich die Schichten setzen und der Zersetzungsprozess beginnt.
  • Pflanzung: Sobald das Beet vorbereitet ist, können Sie Ihr Gemüse oder andere Pflanzen direkt in die obere Kompost- oder Blumenerdeschicht pflanzen.

Oli empfiehlt: Sie können direkt aussäen oder junge Gemüsepflanzen setzen. Einige Gärtner empfehlen jedoch, zunächst in Anzuchttöpfe zu säen und die Jungpflanzen anschließend ins Beet zu setzen, besonders bei Gemüse mit empfindlichen Samen (Salat, Möhren …) oder speziellen Keimbedingungen. Große Samen (Kürbis, Zucchini, Erbsen, Bohnen, Mais, Mangold …) kommen direkt im Beet meist sehr gut zurecht, während feine Samen dort manchmal schlechter keimen. Probieren Sie ruhig selbst aus: Kein Beet ist wie das andere.

Wichtig! Das Lasagneprinzip wird nicht nur zum Anlegen von Beeten genutzt. Sie können es auch bei einem sehr niedrigen Beet (mit wenigen Schichten) oder in einem Gemüse-Hochbeet anwenden. Mehr über den Anbau nach dem Lasagneprinzip und gute Tipps von Virginie erfahren Sie hier.

Sind Hügelbeete nur für Gemüse geeignet?

Nein, Hügelbeete eignen sich nicht nur für Gemüse. Auch Beerenobst wie Erdbeeren, Sträucher wie Johannisbeeren und Schwarze Johannisbeeren, einjährige Blumen, gern auch indigene Arten zur Förderung der Biodiversität, Kräuter sowie Gründüngung wie Rainfarn-Büschelschön, Brauner Senf und Luzerne können dort zwischen zwei Kulturen wachsen. Die einzige Grenze ist die Größe des Hügelbeets.

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