Immergrüner Baum und Strauch: Was ist das?
Welchen Nutzen im Garten?
Inhaltsverzeichnis
Immergrüne Gehölze schmücken den Garten ganzjährig, bieten Sichtschutz und vielfältiges Laub. Erfahren Sie mehr über ihre Vorteile und Verwendung.
Woran sind sie erkennbar?
Alle Pflanzen müssen ihr Laub erneuern. Auch immergrüne Bäume und Sträucher bilden keine Ausnahme. Wie sommergrüne Pflanzen verlieren auch sie ihre Blätter und ersetzen sie nach und nach das ganze Jahr über durch neue, vor allem im Frühjahr. Dadurch entsteht optisch der Eindruck, dass sie ihr Laub behalten!
Im Winter sind sie leicht zu erkennen, da sie „immergrün“ bleiben. Auch zu jeder anderen Jahreszeit lassen sie sich an einem weiteren typischen Merkmal erkennen:
Ein dickes oder ledriges Blattwerk
Ihr Blattwerk ist oft lederig oder glänzend, manchmal sogar schimmernd und dicker als das eines sommergrünen Baums oder Strauchs. Diese Besonderheit ermöglicht es ihnen, Hitze oder Kälte zu widerstehen. Die dicke Kutikula des Blattes macht es weniger empfindlich gegenüber Temperaturschwankungen.

Ledriges und dorniges immergrünes Blattwerk: Rhododendron und Stechpalme
Mediterrane Sträucher und Halbsträucher besitzen ebenfalls meist kleine Blätter und sind häufig immergrün (Zistrose, Rosmarin, Ölbaum, Säckelblume …). In ihrem Fall geht es darum, große Hitze zu überstehen. Die kleinere Blattfläche ermöglicht es allen immergrünen Pflanzen, die Verdunstung zu verringern.
Stechende oder dornige Blätter
Unter diesen ledrigen Blättern sind stechende oder dornige Blätter oft ein Hinweis auf immergrünes Laub, etwa bei Stechpalme, Beales Mahonie, Ginster und verschiedenen Wacholdern.
Kleine Blätter oder Nadeln
Viele immergrüne Pflanzen besitzen außerdem feines oder kleinblättriges Blattwerk: Nadelgehölze mit ihren sehr schmalen, spitz zulaufenden Blättern in Form von Nadeln oder Schuppen sind das bekannteste Beispiel für immergrünes Laub und ein deutliches Beispiel für die Anpassung von Bäumen an ein raues Klima durch die Größe ihres Blattwerks.

Japanischer Spindelstrauch, Orangenblume ‘Aztec Pearl’, Sicheltanne.
Im Herbst kann die Photosynthese aufgrund der deutlich geringeren Lichtmenge bei den meisten Pflanzen nicht mehr stattfinden. Bei vielen sommergrünen Arten beobachtet man eine Verfärbung der Blätter im Herbst, wenn die Tageslänge abnimmt und der Blattfall ausgelöst wird. Pflanzen mit immergrünem Blattwerk behalten ihr Laub dagegen. Sie verlieren es im Laufe ihres Lebens nach und nach, doch dies fällt deutlich weniger auf, etwa bei Nadelgehölzen, bei denen sich dieser Vorgang über einen längeren Zyklus erstreckt. Die auf den Boden gefallenen Nadeln und Blätter von Kiefern und Bambus sprechen jedoch eine deutliche Sprache!
Halbimmergrünes Blattwerk
Von halbimmergrünem Blattwerk spricht man, wenn die Pflanze im Winter einen Teil ihrer Blätter behält. Dies ist oft bei einem zu milden Winter der Fall. Dennoch wird das Laub schließlich abfallen und im Frühjahr erneuert werden. Es handelt sich um immergrüne Pflanzen, die je nach Region und Winterhärte mehr oder weniger Blätter verlieren. Ein Beispiel ist der Liguster (Ligustrum japonicum).
Marzeszentes Blattwerk
Marzeszentes Blattwerk zeichnet sich dadurch aus, dass das Laub am Baum bleibt und im Herbst vertrocknet, wodurch die Bäume eine typische Karamellfärbung erhalten. Mit dem Ende der Winterruhe und dem Austrieb im Frühjahr fallen die trockenen Blätter ab. Die Hainbuche ist das bekannteste Beispiel, auch wenn manche Gärtner sie nicht als marzeszent einstufen. Sie entblättert sich nämlich häufig schon früh im Winter. Im Dezember sieht man nicht selten eine völlig kahle Hainbuchenhecke. Die Blätter der Rotbuche fallen dagegen erst beim Erwachen im Frühjahr ab. Auch einige Eichen, etwa die Stein-Eiche (Quercus ilex), sind marzeszent.

Rotbuchenhecke mit marzeszentem Blattwerk
Sehen Sie sich unser Video an: Sommergrün, immergrün, marzeszent?
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Perfekter Sichtschutz
Das immergrüne Laub prädestiniert sie dazu, Sichtschutz zu bilden und vor neugierigen Blicken zu schützen: etwa blickdichte Hecken entlang der Straße oder eines Weges oder Grundstücksgrenzen sowie Abgrenzungen innerhalb eines großen Gartens oder zwischen Nutzgarten und übriger Gartenfläche. Für diese beiden Zwecke wählt man sie in unterschiedlicher Höhe. Auch als Windschutz sind sie in wenig geschützten Lagen oder am Meer sehr nützlich, wo sie einen Zaun vorteilhaft ersetzen.
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Nach Wunsch formbar
Immergrüne Gehölze lassen sich leicht formen! Sie vertragen den Rückschnitt gut, und man kann ihnen spielerisch eine besondere Form geben.
Für Formschnittgehölze
Kleinblättrige Sorten wie Buchsbaum (Buxus sempervirens), Strauch-Geißblatt (Lonicera nitida), Eibe (Taxus baccata) oder auch Stechpalmen (Ilex) eignen sich ideal für Formschnittgehölze: Dabei handelt es sich um Sträucher, die beispielsweise in geometrische Formen (Kegel, Kugeln …) oder Tierformen geschnitten werden. Sie passen perfekt in sehr klassische oder ausgesprochen moderne Gärten.
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Für einen Niwaki oder Wolkenbaum
Immergrüne Sträucher sind außerdem die einzigen, die sich für den berühmten Wolkenschnitt oder „Niwaki“ eignen. Dabei werden die Hauptäste freigestellt und an den Enden kleine Blattpolster belassen, um den Baum oder Strauch zu formen. Dieser Schnitt stammt aus Japan und ist in Zen- oder japanisch inspirierten Gärten sehr beliebt, erfordert jedoch besondere Fachkenntnisse.
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Formschnitt als Labyrinth, Formschnittgehölze und Wolkenschnitt.
Große Pflanzenauswahl
Immergrüne Gehölze bieten vielfältige Farben, Formen, Texturen, Blüten und Düfte. Sie passen zu vielen Gärten und sind pflegeleicht mit wenig Rückschnitt.
Ökologischer Wert
Schließlich bieten immergrüne Blätter nicht nur Schutz, sondern oft auch Nahrung für Wildtiere im Winter: Sie schützen Vögel, Insekten und kleine Säugetiere mit Blättern und Zweigen vor der Kälte, liefern Äste zum Bau von Nestern, Unterschlüpfen und Bauen sowie Beeren als Nahrung für viele Sträucher. Eine wahre Quelle der Biodiversität, die im Garten nicht fehlen sollte!

Beeren der Gewöhnlichen Mahonie und der Späten Zwergmispel erfreuen im Winter Amseln und Drosseln
Weitere Informationen finden Sie in unserem Ratgeber: Eine natürliche Hecke zur Förderung der Biodiversität.
Ihre Nachteile
Wie alles haben auch sie Vor- und Nachteile. Ihre Nachteile sind überschaubar:
- meist langsames Wachstum,
- oft höherer Kaufpreis,
- langsamere Entwicklung,
- weniger spektakuläre Blüte als bei sommergrünem Laub,
- keine herbstliche Laubfärbung – daher mit sommergrünen Arten kombinieren!
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