Krankheiten und Schädlinge der Eiche

Krankheiten und Schädlinge der Eiche

Alles für Pflege und Vorbeugung

Inhaltsverzeichnis

Eichen sind Sinnbilder für Kraft und Langlebigkeit. Doch auch diese Giganten bleiben von Krankheiten und Parasiten nicht verschont. Von Mehltau und Welke bis zu Raupen und Milben bedrohen zahlreiche Probleme ihre Gesundheit.

Entdecken Sie in diesem Ratgeber die Symptome sowie Maßnahmen zur Vorbeugung und Bekämpfung von Krankheiten und Parasiten, damit Ihre Eichen gesund bleiben.

Schwierigkeit

Eichenmehltau

Mehltau ist eine Pilzkrankheit, die zahlreiche Pflanzenarten befällt, darunter Eichen. Verursacht wird sie durch verschiedene Pilzarten aus der Familie der Erysiphales. Mehltau zeigt sich meist als weißer oder grauer Belag auf den Blättern und Zweigen des Baumes. Dieser weiß-graue „Belag“ besteht in Wirklichkeit aus einer Ansammlung von Pilzsporen. Im weiteren Krankheitsverlauf können sich die Blätter verfärben, verdrehen, welken und schließlich vom Baum fallen.

Mehltau wird gewöhnlich durch den Wind verbreitet, der die Pilzsporen von einer Pflanze zur nächsten trägt. Warme, trockene Bedingungen begünstigen die Ausbreitung von Mehltau, obwohl der Pilz unter unterschiedlichsten Bedingungen überleben kann.

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Behandlung und Vorbeugung

Es gibt mehrere Möglichkeiten, Mehltau an Eichen zu behandeln. Befallene Zweige und Blätter können entfernt und entsorgt werden, um die Ausbreitung des Pilzes zu verhindern. Es gibt spezielle Fungizide zur Bekämpfung von Mehltau. Allerdings ist das Leben des Baumes kaum gefährdet und das Wachstum nur wenig beeinträchtigt. Mehltau ist vor allem unansehnlich. Behandeln Sie ihn daher nicht, sondern sorgen Sie für eine gute Luftzirkulation um Ihre Bäume.

Um Mehltau vorzubeugen, sollten Sie Ihre Eichen regelmäßig auf Anzeichen eines Befalls kontrollieren. Eine gute allgemeine Pflege des Baumes, etwa ein Baumschnitt für eine bessere Luftzirkulation, kann ebenfalls helfen, der Krankheit vorzubeugen. Es gibt außerdem mehltauresistente Eichensorten, die Sie pflanzen könnten, etwa die Roteiche oder immergrüne Eichen im Allgemeinen, zum Beispiel die Stein-Eiche.

→ Entdecken Sie in diesem Ratgeber alles Wissenswerte über Mehltau.

Tintenkrankheit der Eiche

Die Tintenkrankheit, auch Wurzelfäule genannt, ist eine schwere Pilzerkrankung, die verschiedene Bäume befällt, darunter Eichen. Sie wird hauptsächlich durch Pilze der Gattung Phytophthora verursacht, insbesondere Phytophthora cinnamomi, Phytophtora cambivora und Phytophthora quercina. Die Tintenkrankheit befällt vor allem Roteiche, Stein-Eiche und Kork-Eiche.

Die Tintenkrankheit zeigt sich zuerst durch eine Gelbfärbung und Welke der Blätter. Außerdem kann der Baum ein vermindertes Wachstum und vorzeitigen Blattfall zeigen. Im weiteren Krankheitsverlauf kann der Baum Zweige verlieren und allgemeine Anzeichen des Niedergangs zeigen. Unterirdisch können die Wurzeln des Baumes Fäulniserscheinungen aufweisen und in schweren Fällen schwarz werden und wie Tinte aussehen – daher der Name der Krankheit.

Behandlung und Vorbeugung

Die Sporen des für die Tintenkrankheit verantwortlichen Pilzes können durch Wasser verbreitet werden, besonders in schlecht drainierten Böden. Phytophthora-Pilze bevorzugen feuchte Böden, weshalb Bäume unter diesen Bedingungen besonders gefährdet sind. Die beste Vorbeugung gegen die Tintenkrankheit ist eine gute Bodenpflege, insbesondere das Vermeiden schlecht drainierter Böden und eine ausreichende Bewässerung. Außerdem ist es wichtig, Bäume regelmäßig auf Krankheitszeichen zu kontrollieren.

Ist ein Baum infiziert, gibt es keine endgültige Heilung für die Tintenkrankheit. Schwer erkrankte Bäume müssen in der Regel gefällt werden, um eine Ausbreitung der Krankheit zu verhindern.

Amerikanische Eichenwelke

Das Eichenwelkesyndrom ist eine schwere Pilzkrankheit, die Eichen befällt, insbesondere Roteichen und andere amerikanische Eichenarten. Verursacht wird sie durch den Pilz Bretziella fagacearum (früher bekannt als Ceratocystis fagacearum). In Europa sind bislang zwar noch relativ wenige Bäume betroffen, doch die zuständigen Forstbehörden nehmen das Thema sehr ernst und überwachen die Lage, um eine Ausbreitung dieser aus Nordamerika stammenden Krankheit in unseren Wäldern zu verhindern.

Die Eichenwelke zeigt sich durch fortschreitende Welke sowie eine Gelb- oder Braunfärbung der Blätter, die oft an der Baumkrone oder an den Spitzen der Zweige beginnt und sich nach unten ausbreitet. Die Blätter können außerdem braune Ränder oder abgestorbene Bereiche zwischen den Blattadern aufweisen. Im fortgeschrittenen Stadium fallen sie möglicherweise vorzeitig ab, bleiben jedoch oft selbst nach dem Absterben am Baum hängen. Wird die Rinde des Baumes entfernt, sind im Holz manchmal dunkle Streifen oder Flecken zu erkennen. Der Pilz, der die Eichenwelke verursacht, kann sich auf mehrere Arten ausbreiten. Häufig wird er durch Käfer übertragen, bei uns vor allem durch den Eichenborkenkäfer, der sich vom Holz infizierter Bäume ernährt und die Pilzsporen anschließend zu anderen Bäumen trägt. Der Pilz kann sich auch über die Wurzeln von einem infizierten auf einen gesunden Baum ausbreiten.

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Behandlung und Vorbeugung

Die beste Vorbeugung gegen die Eichenwelke besteht darin, Bäume regelmäßig auf Krankheitszeichen zu kontrollieren und Maßnahmen zu vermeiden, die eine Ausbreitung des Pilzes begünstigen können, etwa den Baumschnitt während der aktiven Zeit der Käfer. Außerdem sollte das Holz infizierter Bäume vernichtet werden, um eine weitere Ausbreitung der Krankheit zu verhindern. Eine heilende Behandlung gegen die Eichenwelke gibt es nicht. Schwer befallene Bäume müssen in der Regel gefällt werden, um eine Ausbreitung der Krankheit zu verhindern. In manchen Fällen lassen sich benachbarte Bäume schützen, indem die Wurzeln durchtrennt und so die Ausbreitung des Pilzes unterbrochen wird.

Farbiger Rindenkrebs der Eiche

Der Rindenkrebs, auch als Brauneichenkrankheit bekannt, ist eine tödliche Pilzkrankheit, die Eichen und andere Baumarten befällt. Sie wird durch mehrere Pilzarten verursacht, darunter Ceratocystis fagacearum in Nordamerika und Ceratocystis platani in Europa. Das erste Anzeichen von Rindenkrebs ist meist das Auftreten von Rindenkrebsen oder Wunden an der Rinde des Baumes. Diese Rindenkrebse können sich in konzentrischen Kreisen ausbreiten und eine Verfärbung von Braun bis Schwarz verursachen. Im weiteren Krankheitsverlauf kann der Baum Anzeichen von Welke, Blattfall und allgemeinem Rückgang zeigen. Wird die Rinde um die befallenen Stellen entfernt, sind im Holz bräunliche oder violette Streifen zu erkennen. Die Pilzsporen können durch Wind oder Wasser verbreitet oder von Insekten von einem Baum zum anderen übertragen werden. Der Pilz kann auch durch verunreinigtes Baumschnittwerkzeug übertragen werden.

Behandlung und Vorbeugung

Zur Vorbeugung gegen Rindenkrebs sollten Bäume regelmäßig auf Krankheitsanzeichen kontrolliert und auf eine gute Hygiene beim Baumschnitt geachtet werden. Außerdem ist es wichtig, Stress für die Bäume zu vermeiden, etwa durch Trockenheit oder Verletzungen, da diese sie anfälliger für eine Infektion machen können.

Gegen Rindenkrebs gibt es keine heilende Behandlung. Schwer befallene Bäume müssen meist gefällt werden, um eine Ausbreitung der Krankheit zu verhindern.

Wurzelfäule

Wurzelfäule, auch als Wurzelstockfäule bekannt, ist eine Pilzkrankheit, die häufig durch verschiedene Pilzarten der Gattung Armillaria, darunter der Honiggelbe Hallimasch, verursacht wird.

Die Symptome der Wurzelfäule können variieren. Dazu gehören ein allmähliches Absterben des Baumes, vorzeitiger Blattfall, vermindertes Wachstum und in schweren Fällen das Absterben des Baumes. Unterirdisch können die Wurzeln Fäulniszeichen aufweisen. Manchmal sind auch Rhizomorphen zu sehen, pilzliche Strukturen, die wie schwarze Fäden aussehen. In einigen Fällen bilden sich an der Basis des Baumes Büschel von Pilzen.

Die Pilze der Gattung Armillaria verbreiten sich hauptsächlich über ihre Rhizomorphen, die durch den Boden wachsen und die Wurzeln anderer Bäume infizieren können. Der Pilz kann jedoch auch in Totholz überleben. Dadurch kann sich die Krankheit von Wurzelstöcken abgestorbener Bäume oder infiziertem Brennholz ausbreiten.

Behandlung und Vorbeugung

Die beste Vorbeugung gegen Wurzelfäule ist, Bäume gesund zu halten, da gestresste oder geschwächte Bäume anfälliger für eine Infektion sind. Dazu gehören eine angemessene Bewässerung, Düngung, Baumschnitt und eine Verbesserung der Bodenentwässerung. Außerdem sollte Totholz oder befallenes Holz entfernt werden, da es dem Pilz als Unterschlupf dienen kann.

Gegen Wurzelfäule gibt es kein endgültiges Heilmittel. Die Behandlung besteht meist darin, infizierte Bäume zu fällen und zu entfernen, um eine Ausbreitung der Krankheit zu verhindern.

Eichenprozessionsspinner

Der Eichenprozessionsspinner (Thaumetopoea processionea) ist eine Schmetterlingsart, deren Larve (die Raupe) als bedeutender Schädling für Eichen gilt, aber auch für andere Baumarten in vielen Regionen Europas. Eichenprozessionsraupen sind an ihrem charakteristischen Verhalten leicht zu erkennen: Sie bewegen sich in einer „Prozession“ hintereinander fort, daher ihr Name. Sie sind gräulich gefärbt und mit langen brennenden Haaren bedeckt.

Eichenprozessionsraupen ernähren sich von den Blättern der Eichen, was zu einer Schwächung des Baumes und in extremen Fällen zu seinem Absterben führen kann. Starker Befall kann einen Baum vollständig entlauben.

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Bekämpfung und Vorbeugung

Zur Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners gibt es mehrere Methoden. Dazu gehören das Entfernen und Vernichten der Raupennester, der Einsatz von Pheromonfallen zum Fangen erwachsener Falter sowie die Anwendung biologischer oder chemischer Mittel.

Achtung! Eichenprozessionsraupen stellen auch eine Gefahr für die Gesundheit von Menschen und Tieren dar. Die brennenden Haare der Raupen können in die Luft gelangen und bei Menschen und Tieren, die damit in Kontakt kommen, Haut, Augen und Atemwege reizen. Seien Sie daher vorsichtig!

Weitere blattfressende Raupen an Eichen

Auch andere Raupen fressen Eichenblätter, meist ohne großen Schaden. Vögel halten den Befall an Ihren Bäumen zudem in Grenzen. Die wichtigsten Arten: Eichenspinner (Lasiocampa quercus), Grüner Eichenwickler (Tortrix viridana) und Schwammspinner (Lymantria dispar).

Eichengalle

Die Eichengalle ist genau genommen keine Krankheit. Sie ist eine Reaktion der Pflanze, die durch winzige Milben aus der Familie der Eriophyidae verursacht wird. Diese Milben dringen in das Gewebe des Baumes ein und lösen Verformungen aus, die als „Gallen“ bezeichnet werden. Diese Gallen können viele verschiedene Formen annehmen: von kleinen runden Beulen bis hin zu komplexen, verzweigten Auswüchsen. Ihre Farbe kann variieren: Anfangs sind sie oft grün oder rot, später werden sie braun. Gallen treten meist an den Blättern auf, können sich aber auch an Knospen, Zweigen und manchmal sogar an den Wurzeln bilden.

Eichengallen sind eher ein ästhetisches Problem (wenn auch nicht immer …) als eine echte Gefahr für die Gesundheit des Baumes. Eichen vertragen eine gewisse Menge an Gallen meist problemlos, ohne größere Schäden davonzutragen. Bei sehr starkem Befall kann der Baum jedoch in seltenen Fällen einen großen Teil seiner Blätter verlieren. Dadurch kann er geschwächt und anfälliger für weitere Belastungen werden.

→ Sie möchten mehr über Gallen im Allgemeinen erfahren? Lesen Sie: Pflanzengallen: Was ist das?

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