Kräuter im Winter drinnen anbauen?
Küchenkräuter im Winter anbauen: unsere Tipps
Inhaltsverzeichnis
Frische Kräuter schmecken am besten. Erfahren Sie, welche Kräuter im Winter drinnen wachsen und welche Pflege sie brauchen.
Warum Kräuter im Winter anbauen?
Natürlich ist der Anbau eigener Küchenkräuter im Winter in der Küche oder im Wintergarten die ideale Möglichkeit, Salate und gekochte Gerichte mit frischen Kräutern zu verfeinern. Küchenkräuter eignen sich nämlich meist gut für die Topfkultur im Haus. Sie müssen nur nach Bedarf geerntet werden, auch im Winter. So steht Ihnen jederzeit ein konstanter Vorrat an frischen Küchenkräutern zur Verfügung. Diese frischen Kräuter sind nicht nur aromatisch, sondern auch reich an Vitaminen, Mineralstoffen und Antioxidantien. Wer einen Garten, eine Terrasse oder einen Balkon besitzt, kann die Kräuter ab dem Frühjahr wieder draußen weiterkultivieren. Dafür genügt sogar ein einfacher Fensterplatz.
Im Winter haben frische Küchenkräuter außerdem den Vorteil, dass sie die Raumluft mit ihrem Duft erfüllen. Streichen Sie einfach mit der Hand darüber oder zerreiben Sie leicht die Blätter, schon werden die aromatischen Düfte wahrnehmbar. So holen Sie den Duft des Kräutergartens ins Haus.

Im Winter lassen sich Küchenkräuter einfach im Topf kultivieren und frisch griffbereit halten
Ein weiterer Vorteil des Anbaus von Küchenkräutern im Haus ist schließlich der finanzielle Aspekt. Er ist deutlich günstiger als der Kauf getrockneter oder tiefgefrorener Kräuter im Handel.
Praktisch alle Küchenkräuter überleben den Winter im Haus. Mehrjährige Küchenkräuter müssen lediglich ausgegraben und zum Überwintern in Töpfe im Haus gepflanzt werden. Einige Arten wie Minze, Thymian und Rosmarin sind dagegen vollkommen winterhart und können draußen bleiben.
Bei einjährigen Küchenkräutern wie Petersilie, Basilikum und Koriander sollten Sie dagegen vorsichtshalber im Spätsommer, etwa im September, einige Aussaaten vornehmen, um die Pflanzen im Laufe des Oktobers ins Haus zu holen.
Welche Kräuter im Winter zu Hause anbauen?
Alle Küchenkräuter lassen sich im Topf drinnen kultivieren. Auch im Winter! Manche sind jedoch einfacher anzubauen und zu pflegen, insbesondere mehrjährige Kräuter mit immergrünem Laub. Trotzdem brauchen sie optimale Kulturbedingungen und aufmerksame Pflege.
Im Winter können Sie folgende Kräuter im Haus kultivieren:
- Minze: Dank ihrer Ausbreitungsfreude ist sie ideal für die Topfkultur. Im Haus und im Topf bleibt ihr Laub erhalten. Alle Minzsorten können auf diese Weise kultiviert werden.
- Thymian: Er wird in einen 20 bis 25 cm breiten Topf gepflanzt. Wählen Sie eine Sorte wie den kompakten Winter-Thymian (Thymus vulgaris ‘Compactus’) mit attraktivem grünem Laub oder den Goldenen Zitronen-Thymian.
- Rosmarin: Er gedeiht sehr gut in einem 30 cm breiten Topf. Da er jedoch sehr winterhart ist (bis -15 °C), kann er im Winter auch draußen kultiviert werden.
- Schnittlauch: Pflanzen Sie ihn allein in einen Topf mit mindestens 15 cm Durchmesser. Er ist sehr winterhart (bis -20 °C) und kann ebenfalls draußen bleiben. Ein kurzer Aufenthalt im Freien und kräftiger Frost fördern sogar einen dichten Wuchs.
- Bohnenkraut: Es wächst in einem tiefen Topf bei eher warmen Temperaturen. Am besten wählen Sie mehrjähriges Bohnenkraut (Satureja montana).
- Estragon: Er ist eine sehr frostempfindliche Staude und muss im Winter unbedingt ins Haus geholt werden.
- Petersilie: Ob glatt oder kraus, Petersilie wird im September gesät und kann den ganzen Winter über geerntet werden. Sie braucht einen höheren als breiten Topf.
- Kerbel: Wie Petersilie wird Kerbel im Frühherbst gesät, damit er den Winter im Warmen verbringt.
- Koriander: Koriander ist frostempfindlich und einjährig. Er kann jedoch im September im Warmen gesät und im Winter geerntet werden.
- Basilikum: Basilikum-Jungpflanzen können im Winter ins Warme geholt und dort erhalten werden. Sie brauchen regelmäßige, aber sparsame Wassergaben und viel Licht.
- Dost: Er ist bis -15 °C winterhart und lässt sich im Topf im Haus sehr gut kultivieren.

Petersilie, Basilikum und Schnittlauch im Topf
Wie und wo kultivieren?
Um Küchenkräuter im Topf den ganzen Winter über zu kultivieren und zu erhalten, müssen sie im Frühherbst, in den ersten Oktobertagen, unbedingt umgepflanzt werden. Dazu entnimmt man einfach einen Wurzelballen aus dem Garten oder kauft eine Jungpflanze im Anzuchttopf. Einjährige Kräuter werden im September gesät, damit sie im Winter geerntet werden können. Denn Kräuter wie Petersilie oder Kerbel keimen relativ langsam.
Viel Licht erforderlich
Einige Kräuter können in denselben Topf oder Balkonkasten gepflanzt werden, sofern sie die gleichen Kulturbedingungen benötigen. So gedeiht Thymian gut mit Rosmarin, Dost und Bohnenkraut. Basilikum kann mit Schnittlauch und Estragon kombiniert werden, sollte wegen seiner Empfindlichkeit aber besser allein in einem Topf stehen. Auch Petersilie und Koriander können Sie gemeinsam aussäen. Andere Kräuter wie Minze oder Schnittlauch müssen allein gepflanzt werden.
In jedem Fall benötigen all diese Kräuter unbedingt viel Licht, besonders im Winter. Idealerweise stehen sie in Fensternähe, aber nicht in direkter Sonne (falls es mitten im Winter überhaupt Sonne gibt!). Daher werden Töpfe oder Balk kästen mit Kräutern am besten in der Küche und griffbereit aufgestellt; auch ein Wintergarten ist geeignet (sofern er nicht kalt ist). Für viele dieser Kräuter ist eine Temperatur von 18 bis 20 °C ideal. Sie dürfen jedoch niemals neben einer Wärmequelle wie einer Heizung oder einem Ofen stehen! Achten Sie außerdem darauf, dass keine Zugluft entsteht, da die Kräuter diese nicht vertragen.

Im Topf benötigen Kräuter im Winter möglichst viel Licht
Die Bedeutung von Gefäß und Substrat
Ob Topf oder Balkonkasten, spielt keine Rolle … Wichtig ist jedoch, dass das Gefäß breit und hoch genug für Ihre Kräuter ist. Ein Topf mit 25 bis 30 cm Durchmesser und etwa 20 cm Tiefe reicht jedoch aus. Das Material des Topfes wählen Sie nach Ihrem Geschmack und passend zur Einrichtung. Tontöpfe sind selbstverständlich immer vorzuziehen, aber auch Gefäße aus PVC sind völlig geeignet, da sie keinem Frost ausgesetzt sind. Entscheidend ist, dass sie Löcher für den Wasserabzug haben.
Das Substrat besteht zu gleichen Teilen aus Gartenerde und hochwertiger Universal-Blumenerde oder einer Spezialerde für Gemüse und Kräuter. Bei schwerem Gartenboden können Sie zusätzlich Sand untermischen, um das Substrat aufzulockern. Vergessen Sie keinesfalls eine Schicht aus Blähton oder Kies am Topfboden, damit überschüssiges Wasser ablaufen kann. Die meisten dieser Kräuter vertragen Staunässe überhaupt nicht, da sonst ihre Wurzeln faulen.
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Im Winter müssen Kräuter im Gegensatz zu den meisten anderen Zimmerpflanzen regelmäßig gegossen werden. Ausgenommen sind Thymian, Rosmarin und Bohnenkraut, die ein trockenes Substrat besser vertragen. Schnittlauch, Petersilie, Kerbel und Basilikum werden daher alle 3 bis 4 Tage in kleinen Mengen gegossen. Das Substrat sollte feucht, aber nicht nass sein. Wichtig ist außerdem, dass kein Wasser im Untersetzer oder Übertopf stehen bleibt. Die Blumenerde darf jedoch nie austrocknen.

Im Winter im Topf kultivierte Kräuter müssen regelmäßig gegossen werden
Eine Düngung ist bei diesen Kräutern nicht nötig.
Sobald im Frühjahr im April die warmen Tage zurückkehren, können Sie die Töpfe nach draußen stellen (natürlich nur bei ausreichend hohen Temperaturen). Vergessen Sie nicht, sie nachts wieder hereinzuholen, da auch im Frühjahr Nachtfröste möglich sind. Stellen Sie die Töpfe draußen zunächst an einen halbschattigen Standort, um Blattverbrennungen zu vermeiden.
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