Marmorierte Baumwanze: Pflanzen schützen?

Marmorierte Baumwanze: Pflanzen schützen?

Schädling erkennen: Vorbeugen und natürlich bekämpfen

Inhaltsverzeichnis

Die Marmorierte Baumwanze befällt Obst, Gemüse und Zierpflanzen. So erkennen Sie sie, beugen vor und setzen bei Befall natürliche Mittel ein.

Schwierigkeit

Marmorierte Baumwanze: Wer ist sie?

Die Marmorierte Baumwanze, wissenschaftlich Halyomorpha halys, ist auch unter dem Namen Marmorierte Stinkwanze bekannt. Sie gehört zu den Wanzen und besitzt kurze Vorderflügel (Deckflügel), die ihren Körper bedecken, ebenso wie bei Blattlaus, Zikade oder Schildlaus. Dieses stechend-saugende Insekt nutzt einen gegliederten Stechrüssel, um verschiedene Pflanzenteile anzustechen und sich von Pflanzensaft zu ernähren.

Mit einer Länge von 12 bis 17 mm und einer Breite von 7 bis 10 mm ist sie recht groß. Ihr eher flacher Körper erinnert in seiner Form an einen Schild. Ihre Färbung ist meist gräulich, kann aber auch bräunliche oder rötliche, leicht marmorierte oder gesprenkelte Nuancen zeigen. Rund um den Hinterleib sind weiße und schwarze Bänder sichtbar. Tatsächlich ähnelt sie anderen Wanzen wie der Grauen Gartenwanze (Rhaphigaster nebulosa), der in Europa am häufigsten verbreiteten Art. Auch diese weist eine von Grau bis Braun reichende Färbung mit undeutlichen Mustern auf. Allerdings besitzt sie eine abdominale Nadel, die ihrer Verwandten fehlt. Dieses Merkmal ist jedoch nicht immer leicht zu erkennen. Die Marmorierte Baumwanze hat dagegen weiße Zeichnungen an ihren Fühlern. Beide können bei Bedrohung dank Drüsen an den Seiten ihres Hinterleibs einen unangenehmen Geruch absondern.

Halyomorpha halys

Halyomorpha halys

Die Marmorierte Baumwanze stammt aus Ostasien. Sie hat sich weltweit ausgebreitet und kommt heute sowohl in Nordamerika, wo sie zunächst versehentlich eingeschleppt wurde, als auch in Europa vor. Grund dafür ist ihre große Anpassungsfähigkeit an unterschiedliche Lebensräume. Außerdem hat sie in diesen Regionen nur wenige natürliche Feinde, was ihre schnelle Ausbreitung begünstigt. In Frankreich ist sie seit 2012 verbreitet; erstmals wurde sie im Elsass beobachtet.

Die Marmorierte Baumwanze kommt in unterschiedlichen Lebensräumen vor, vor allem in Wäldern, Hecken und Gärten, wo sie Nahrung und Unterschlupf findet. Sie breitet sich aber auch in landwirtschaftlich genutzten Gebieten aus. Im Spätherbst suchen die erwachsenen Tiere die Wärme unserer Wohnungen und manchmal auch unserer Fahrzeuge. Sie überwintern jedoch auch im Freien, etwa in Totholz. Im Frühjahr nimmt ihre Aktivität wieder zu und hält bis zum Ende des Sommers an.

Zur Fortpflanzung legt die Wanze weiße, runde und zugespitzte Eier in Gruppen direkt auf Wirtspflanzen ab. Die Nachkommen durchlaufen mehrere Larvenstadien, bevor sie erwachsen sind. In der Regel gibt es eine Generation pro Jahr.

Fortpflanzung der Marmorierten Baumwanze

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Wanzen im Garten

Schäden durch die Marmorierte Baumwanze

Die Marmorierte Baumwanze schädigt Obst, Gemüse und Zierpflanzen, verbreitet Pathogene und mindert Ernten. Für Menschen und Haustiere ist sie harmlos.

Auftreten der Marmorierten Baumwanze verhindern

Im Garten das natürliche Gleichgewicht zu fördern und Schädlingen wie ihren natürlichen Feinden ein Zusammenleben zu ermöglichen, ist ein wichtiger Schlüssel zum Schutz der Ernte. Marienkäfer, Ohrwürmer, Spinnen und die winzigen Schlupfwespen Anastatus bifasciatus zählen zu den möglichen Gegenspielern der Marmorierten Baumwanze. Damit sie dauerhaft im Garten bleiben, können Sie einige einfache Maßnahmen ergreifen.

  1. Verzichten Sie vollständig auf chemische Produkte, die umweltschädlich sind und der Biodiversität schaden (Insektizide, Fungizide, Herbizide …).
  2. Stellen Sie Insektenhotels auf und/oder bieten Sie verschiedene Unterschlüpfe an (Holzstapel, Steinhaufen, angebohrte Wurzelstöcke …).
  3. Stellen Sie der Tierwelt, besonders im Sommer und Winter, Trinkstellen bereit. Wechseln Sie das Wasser regelmäßig und legen Sie einen Kieselstein in die Gefäße, damit kein Lebewesen darin ertrinkt.
  4. Pflanzen Sie bienenfreundliche und wild wachsende Pflanzen sowie indigene Arten. Setzen Sie außerdem auf Mischkultur, also den Anbau verschiedener Pflanzenarten.
  5. Lassen Sie Brachlandbereiche stehen oder mähen Sie abschnittsweise.
  6. Legen Sie einen Teich an: Feuchtgebiete sind für viele Lebewesen wertvoll.

Zum Schutz Ihrer Kulturen können Sie vorbeugend auch physische Barrieren einsetzen und ab Beginn des Frühjahrs feinmaschige Netze anbringen. Das ist zwar nicht die ästhetischste Lösung, hat aber den Vorteil, dass keine speziellen Produkte benötigt werden.

Probieren Sie auch Pflanzen mit abschreckender Wirkung aus, etwa Nepeta oder Katzenminze, deren intensiver Duft Baumwanzen fernhalten soll. Pflanzen Sie sie in der Nähe gefährdeter Kulturen. Auch Knoblauchbrühen sollen eine natürliche abschreckende Wirkung haben.

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Einige Holzstapel im Garten bieten zahlreichen natürlichen Gegenspielern Unterschlupf

Natürliche Mittel gegen die Marmorierte Baumwanze

Keine chemischen Insektizide: Pheromonfallen, Absammeln und Fangpflanzen helfen gegen die Marmorierte Baumwanze; auch Sorghum, Sonnenblume und Hirse

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Halyomorpha halys