Meisen in den Garten locken
So locken Sie charmante Federbällchen an
Inhaltsverzeichnis
In Europas Gärten leben 6 Meisenarten: Kohlmeise, Tannenmeise, Blaumeise, Sumpfmeise, Weidenmeise und Haubenmeise. Dazu kommt die Schwanzmeise. Als Insekten- und Körnerfresser sind sie ganzjährig zu sehen.
Die Kohlmeise
Die Kohlmeise (Parus major) ist ein spatzengroßer und sehr zutraulicher Vogel. Sie hat einen schwarz-weißen Kopf, eine gelbe Brust und einen olivgrünen Rücken. Das Männchen unterscheidet sich vom Weibchen durch einen breiteren schwarzen „Krawattenstreifen“ auf der Brust. Ihr Repertoire an Gesängen und Rufen ist recht umfangreich, sodass sie an ihrer Stimme manchmal schwer zu erkennen ist. Sie ist die häufigste Meise im Garten.
Man sieht sie das ganze Jahr über im Garten, auch im Winter, sowie in ganz Frankreich einschließlich Korsika und in Belgien. Im Winter bleiben einige Kohlmeisen hier und erhalten bald Gesellschaft von Wintergästen aus dem Norden. Die Bestände im Garten schwanken daher etwas.
Als überwiegend insektenfressender Vogel mit omnivorer Tendenz (wodurch sie auch im Winter Nahrung findet), frisst die Kohlmeise Unmengen an Spinnen, Insekten und Larven, im Winter am Futterhaus aber auch Sonnenblumenkerne. Die Kohlmeise brütet in Höhlen (in Baumhöhlen oder Mauern) sowie in Nistkästen.
So locken Sie sie in den Garten: Sie liebt Gärten mit Hecken aus sommergrünen Sträuchern, einer großen Auswahl an Bäumen und Sträuchern sowie einigen Obstbäumen. Sie braucht Vegetation, die Insekten anlockt, und einige Beerensträucher (bei Nahrungsknappheit!). Die Winterfütterung mit Sonnenblumenkernen hilft ihr, gut durch die kalte Jahreszeit zu kommen. Ein geeigneter Nistkasten ist ein Pluspunkt, da Kohlmeisenpaare dazu neigen, Jahr für Jahr denselben Nistkasten zu nutzen.

Kohlmeise
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Die Blaumeise (Cyanistes caeruleus) ist etwas kleiner als die Kohlmeise. Sie ist auch farbenprächtiger (und aufgeweckter!): Ihr Bauch ist leuchtend gelb, der Rücken eher olivgrün, während Schwanz, Flügel und Oberkopf in einem prächtigen Kobaltblau schimmern. Der übrige Kopf ist weiß, mit schwarzen Konturen und einer Zorro-Maske über dem Auge. Sie stößt unaufhörlich kleine Rufe aus, sodass man meinen könnte, sie sei etwas genervt (das ist nicht der Fall, ihr Ruf klingt einfach so!).
Sie ist die zweithäufigste Meise im Garten. In manchen Fällen kann man sogar mehr Blaumeisen als Kohlmeisen beobachten.
Die Blaumeise ist in ganz Frankreich und Belgien das ganze Jahr über im Garten anzutreffen. Ihre Ernährung und ihr Brutverhalten ähneln denen ihrer Verwandten, der Kohlmeise, sehr. Beide Arten leben übrigens problemlos in Gruppen zusammen.
Um sie in den Garten zu locken, gilt dasselbe wie für die Kohlmeise: Vielfältige Bepflanzung im Garten und Zufütterung im Winter sind ideal. Auch das Aufhängen eines speziellen Nistkastens ist eine gute Idee. Er unterscheidet sich vom Kohlmeisen-Nistkasten durch ein etwas kleineres Einflugloch.

Blaumeise
Tannenmeise
Die Tannenmeise (Periparus ater) ist etwa so groß wie die Blaumeise und ähnelt ein wenig einer sehr blassen oder schwarz-weiß fotografierten Kohlmeise. Tatsächlich unterscheidet sie sich von ihrer Verwandten durch den schwarzen Kopf mit einem weißen Nackenfleck und weißgrauen Wangen. Die Unterseite ist hellgrau, Rücken und Flügel sind eher blaugrau. Die Flügel weisen zwei auffällige weiße Binden auf, wodurch sie im Flug schnell zu erkennen ist. Beim Weibchen ist der „Kehlfleck“ unter dem Schnabel eher dunkelbraun als schwarz. Ansonsten sehen beide Geschlechter gleich aus. Ihr Gesang klingt etwa wie ein „pitchou-pitchou-pitchou“, ihr Ruf wie ein flötendes „tsi“.
Die Tannenmeise lebt in Nadelwäldern. Dort ernährt sie sich in der warmen Jahreszeit von Insekten. Mit ihrem kräftigen Schnabel öffnet sie Zapfen oder pickt zwischen den Nadeln. Im Spätsommer und Herbst legt diese Meise Samenvorräte in den Baumkronen an, die ihr helfen, den Winter zu überstehen. Sie brütet in Baumhöhlen oder Felsspalten.
In Frankreich und Belgien ist die Tannenmeise in Gebieten mit vielen Nadelbäumen das ganze Jahr über mehr oder weniger häufig. In manchen Jahren ziehen die nördlichen Populationen in großer Zahl bis ans Mittelmeer. Im Garten wird man sie eher im Winter antreffen.
So locken Sie sie in den Garten: Die Tannenmeise liebt Nadelbäume. Kiefernwälder, Tannenwälder, Fichtenmonokulturen … Ohne große Nadelbäume im Garten braucht man also kaum auf sie zu hoffen. Sind diese vorhanden, kann ihr im Winter ein Futterhaus mit Sonnenblumenkernen und ein Nistkasten mit einer Öffnung in der für die Blaumeise passenden Größe helfen.

Tannenmeise
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Sumpfmeise (Poecile palustris) und Weidenmeise (Poecile montanus) sind zwei Arten von der Größe einer Blaumeise, die sich zum Verwechseln ähnlich sehen. Bei näherem Hinsehen unterscheiden sich jedoch ihr Gesang und einige Details. Den Gesang zu Papier zu bringen, ist schwierig (Anmerkung: Es ist dennoch äußerst amüsant, wenn ornithologische Bestimmungsbücher manchmal mit so etwas aufwarten wie: „papapwik-tigudu-dzimboum“!). Körperlich unterscheiden sich Weiden- und Sumpfmeise folgendermaßen: Die Sumpfmeise hat einen zierlicheren Kopf, einen deutlich kleineren Kehlfleck und der schwarze Fleck auf dem Kopf reicht weniger weit in den Nacken.

Sumpfmeise und Weidenmeise
Im Frühjahr ernähren sich diese beiden Meisenarten ausschließlich von Insekten, im Winter wenden sie sich den Samen zu (Bucheckern, Beeren aller Art, Brennnessel-, Kletten- oder Distelsamen). Im Winter kann man sie am Futterhaus beobachten. Die Sumpfmeise legt wie die Tannenmeise überall Vorräte an Samen für den Winter an. Allerdings vergisst sie häufig, wo sie ihre Verstecke angelegt hat. Damit trägt sie aktiv zur Wiederbewaldung bei, indem sie Samen von Bäumen „aussät“.
Die Sumpfmeise liebt Laubwälder (Eichen und Rotbuchen), Parks und große, baumbestandene Gärten. Die Weidenmeise kommt in Frankreich in zwei Unterarten vor: Eine bevorzugt etwas feuchtere Lebensräume (Weiden- und Erlenbestände, Sümpfe, manchmal sogar Schilfgebiete), die andere ist deutlich montaner und bewohnt die Nadelwälder der Alpen und des Jura.
Die Sumpfmeise nutzt häufig eine alte Höhle für den Nestbau. Dabei muss sie manchmal den Eingang auf die passende Größe umgestalten. Die Weidenmeise hingegen gräbt ihre Höhle selbst in einen toten Baum. Der Rückgang von Totholz in der Natur ist eine der Ursachen für die Seltenheit dieser Vogelart.
Um sie in den Garten zu locken: Vergessen Sie die Weidenmeise, die die Nähe des Menschen meidet! Im Garten werden Sie sie nur sehr selten antreffen. Die Sumpfmeise hingegen ist weniger scheu. Wahrscheinlich sehen Sie sie eher im Winter am Futterhaus, zusammen mit anderen Meisen.
Haubenmeise
Die Haubenmeise (Lophophanes cristatus) ist dank ihrer schwarzen Haube auf dem Kopf leicht zu erkennen. Ihr Kopf zeigt schwarze Zeichnungen auf weißem Grund, ihr Rücken ist braungrau und ihre Unterseite eher beige.
Wie die Tannenmeise liebt sie Wälder mit großen Nadelbäumen. Sie brütet in morschem Holz, in das sie eine Höhle meißelt, oder übernimmt ein altes Eichhörnchennest. Manchmal „besetzt“ sie auch einen alten Greifvogelhorst oder ein Krähennest, das mitunter noch bewohnt ist. Wie die Weidenmeise leidet auch die Haubenmeise unter dem Rückgang von Totholz im Wald. Glücklicherweise lassen Forstverantwortliche seit einigen Jahren einen Teil des Totholzes am Boden und als stehendes Totholz liegen, um die Biodiversität unserer Wälder zu fördern.
Wie alle hier vorgestellten Meisen ist die Haubenmeise in der warmen Jahreszeit insektenfressend und im Winter ein Körnerfresser (Bucheckern, Samen von Nadelbäumen und Wacholderbeeren).
So locken Sie sie in den Garten: Die wenig scheue Haubenmeise ist im Winter am Futterhäuschen gar nicht so selten. Voraussetzung ist, dass Ihr Garten oder die Umgebung reich an Nadelbäumen ist.

Haubenmeise
Schwanzmeise
Ihr früherer Name Langschwanzmeise (oder, wie einige scherzhafte Ornithologen sagen, „Fliegender Lutscher“ oder „Pfannenschwanz“) hätte diesem sympathischen Vogel einen Platz in dieser Auswahl gesichert. Nach den jüngsten Klassifikationen gehört die Schwanzmeise (Aegithalos caudatus) jedoch nicht zu den Meisen (Paridae), sondern zur Familie der Schwanzmeisen (Aegithalidae).
Sie ist ein sehr kleiner Vogel mit einem auffallend langen Schwanz und kleinen, runden Flügeln. Ihre Unterseite ist weiß bis leicht rosafarben, der Kopf weiß und grau. Meist verläuft ein schwarzes Band von der Stirn bis zum Nacken oberhalb des Auges. Schwanzmeisen leben in kleinen Gruppen von etwa zehn bis dreißig Vögeln und flattern von Baum zu Baum. Anders als andere „echte Meisen“ kommen sie nicht auf den Boden.
In der warmen Jahreszeit ernährt sich die Schwanzmeise von Insekten, im Winter von kleinen Samen und Knospen. Im Winter ist sie daher häufig am Futterhaus zu beobachten.
Ihr Nest befindet sich nicht in einer Höhle, sondern ist ein vollständig geschlossenes, eiförmiges Nest mit nur einer seitlichen Öffnung, das in den Zweigen eines Baumes oder in einem Strauch angelegt wird. Außen besteht es aus Moos, Flechten, Pflanzenfasern und Rindenstücken, die durch Spinnweben zusammengehalten werden. Innen ist es mit Federn und Haaren ausgepolstert.
So locken Sie sie in den Garten: Sie liebt Laubwälder, Hecken und Gehölze. Haben Sie also Bäume, Sträucher und eine schöne freiwachsende oder naturnahe Hecke im Garten, sind die Voraussetzungen ideal! Ein im Winter mit Sonnenblumenkernen oder Niger gefülltes Futterhaus hilft ihr durch die kalte Jahreszeit. Lassen Sie Moos und Flechten im Garten liegen und legen Sie Tierhaare aus – das erleichtert ihr den Nestbau.

Schwanzmeise
Garten für Meisen gestalten
- Meisen sind mehr oder weniger Höhlenbrüter, das heißt, sie nisten in einer Höhle (in einem Baumloch, einer Maueröffnung …): Lassen Sie daher Löcher in alten Schuppen und einen abgestorbenen Baum stehen (sofern er keine Gefahr darstellt!) oder bringen Sie spezielle Nistkästen an;
- Meisen sind insektenfressend: Pflanzen Sie insektenfreundliche Pflanzen, die Insekten, Raupen, Larven, Spinnen … anziehen, und verzichten Sie vollständig auf Insektizide (auch auf vermeintlich natürliche!);
- Meisen bleiben im Winter bei uns und fressen dann Samen: Lassen Sie einige Pflanzen ausreifen (Klette, Wilde Karde …), pflanzen Sie beerentragende Sträucher (Liguster, Cornus sanguinea, Zwergmispel, Vogelbeere …) und stellen Sie eine oder mehrere Futterstellen auf, die Sie mit Sonnenblumensamen füllen (das beste Futter für Vögel im Winter);
- Nicht alle Meisen haben dieselben Vorlieben bei Bäumen und Sträuchern: Pflanzen Sie möglichst vielfältig. Eine ausgewogene Mischung bietet vielen Arten Lebensraum;
- Und natürlich: Gärtnern Sie naturnah!
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