Quitte: die richtige Sorte wählen?

Quitte: die richtige Sorte wählen?

Unser Kaufratgeber

Inhaltsverzeichnis

Quitte (Cydonia oblonga): pflegeleichter, winterharter Obstbaum mit Blüte und Herbstfarbe. Sorten nach Geschmack, Ertrag, Winterhärte und Lagerfähigkeit.

Schwierigkeit

Je nach Form, Größe und Geschmack der Früchte

Roh ist die Quitte sehr hart und hat einen herben, äußerst unangenehmen Geschmack. Doch sobald sie gekocht ist, entfaltet sie ein außergewöhnliches Aroma, das in Konfitüren, Gelees und Fruchtpasten besonders gut zur Geltung kommt … Einige Quitten zu einem einfachen Apfelkompott zu geben, ist ein kulinarischer Hochgenuss, denn das Fruchtfleisch der Quitte ist ausgesprochen aromatisch. Außerdem ist sie reich an Gerbstoffen, Ballaststoffen und Pektin (mit stark gelierender Wirkung), die ihr zahlreiche gesundheitliche Vorteile verleihen. Je nach Sorte haben die Früchte des Quittenbaums zwei unterschiedliche Formen: Entweder sind sie maliform, also apfelförmig und eher rund, oder piriform, also birnenförmig und länglicher.

Wenn Sie einen Quittenbaum mit besonders aromatischen und duftenden Früchten suchen, ist der Quittenbaum ‘Champion’ eine ausgezeichnete Wahl. Er trägt sehr große, birnenförmige Quitten, die 500 bis 600 Gramm schwer werden können. Die Früchte dieser Sorte haben eine sehr regelmäßige Form und eine dunkelgelbe Epidermis auf der Sonnenseite, während die Schattenseite heller gelb ist. Diese gerippten und unbehaarten Früchte zeichnen sich durch ihr sehr aromatisches Fruchtfleisch aus, das sich hervorragend für köstliche Quittenpasten eignet. ‘Champion’ ist eine alte, aus New Jersey stammende Sorte, die sich bei uns bestens eingewöhnt hat und für die geschmackliche Qualität ihrer Früchte einhellig geschätzt wird.

Quittenbaumsorte

Die Sorte ‘Champion’ trägt gerippte, große Früchte von hervorragender Geschmacksqualität

Ein weiterer Quittenbaum ist wegen seines Geschmacks empfehlenswert: die Sorte ‘Portugal’. Sie bildet mittelgroße, eher runde als längliche und ziemlich unregelmäßig geformte Früchte. Ihre gerippte Frucht hat ein sehr aromatisches Fruchtfleisch, das weniger herb als bei anderen Sorten, äußerst saftig, fein und zart ist. Das Fruchtfleisch besitzt eine schöne gelborange Farbe.

Schließlich zeichnet sich auch eine weitere Sorte durch ihren Geschmack aus: der Quittenbaum ‘Leskovacz’. Diese Sorte trägt sehr unregelmäßig geformte Früchte mit einer gelbgrünen, behaarten Epidermis. Ihr Fruchtfleisch ist ziemlich hellgelb, sehr saftig und vor allem besonders aromatisch und süß. Die Früchte beeindrucken zudem durch ihre außergewöhnliche Größe: Sie können bis zu 1,5 kg wiegen.

Je nach Produktivität

Obwohl die Sorte ‘Champion’ für den hervorragenden Geschmack ihrer Früchte bekannt ist, zeichnet sich die Sorte ‘Vranja’, auch ‘Géant de Vranja’ oder ‘Monstrueux de Vranja’ genannt, durch die Größe ihrer Früchte und ihren hohen Ertrag aus. Ab Oktober trägt diese Sorte sehr große Quitten mit eher länglicher, birnenähnlicher und oft unregelmäßiger Form. Die aus Serbien stammende Sorte ist an ihren großen, hängenden Blättern leicht zu erkennen und gilt als sehr ertragreich. Ihre am Baum stark duftenden Quitten haben zudem gelblich weißes, aromatisches Fruchtfleisch und eine relativ dünne Schale, die das Schälen erleichtert. Der Ertrag ist außerdem sehr regelmäßig, fällt jedoch manchmal etwas uneinheitlich aus, da die Früchte zwischen 200 und 800 g wiegen.

cognassier variétés

Die Sorte ‘Vranja’ ist für ihren hervorragenden Ertrag bekannt

Beim Ertrag ist auch ‘Rea’s Mammoth’ hervorzuheben, eine alte, um 1900 in den USA entstandene Sorte. Sie bringt Anfang November sehr große, runde, gerippte und an der Basis leicht abgeflachte, gelbe und aromatische Früchte hervor, die fast 600 g wiegen und einen Durchmesser von 8 bis 10 cm erreichen. Ihre relativ dicke Schale hat eine hübsche goldgelbe Färbung und ist von einem feinen Flaum bedeckt. Das Fruchtfleisch ist eher hellgelb.

Auch die Sorte ‘Champion’ zählt zu den ertragreichsten Sorten, vor allem dank der Größe ihrer Früchte.

Je nach Wuchsform und Rückschnitt der Quitte

Aus dem Nahen Osten sowie den gemäßigten Regionen des Kaukasus und Irans stammend, bildet die Quitte einen aufrechten, buschigen und recht knorrigen Baum. Im Alter erreicht sie 4 bis 6 m Höhe und 2 bis 2,50 m Breite. Daher kann sie im Obstgarten mit einem Abstand von mindestens 4 bis 7 m zu anderen Obstbäumen gepflanzt werden. Sie eignet sich auch als frei wachsende Hecke, in der ihre farbenprächtige, duftende Blüte im April und Mai wunderbar zur Geltung kommt.

Quitte

Die Quitte hat eine eher aufrechte, buschige Wuchsform

Die Sorte ‘Vranja’ zeichnet sich durch ihre sehr aufrechte Wuchsform aus. Im Alter erreicht sie je nach Kulturbedingungen eine Höhe von 4 m und eine Breite von 2 m. Zudem lässt sie sich leicht formen und eignet sich ideal für die Erziehung als Hochstamm. ‘Champion’ erreicht im Alter etwa dieselben Maße, hat jedoch eine deutlich ausgebreitetere Wuchsform mit einer rundlichen Krone. Die Sorte ‘Rea’s Mammoth’ hat eine deutlich ausgebreitetere Wuchsform und kleinere Blätter. ‘Portugal’ bildet dagegen einen buschigen Baum, der sich ideal für eine Hecke eignet.

Die meisten Quitten lassen sich als Palmette an einer Mauer erziehen.

Je nach Wuchsstärke und Krankheitsresistenz

Für einen kräftigen, gesunden und sehr krankheitsresistenten Quittenbaum sind zwei Sorten besonders empfehlenswert: ‚Portugal‘ und ‚Vranja. ‚Vranja‘ bildet einen kräftigen Baum mit langen, von hängenden Blättern besetzten Zweigen. ‚Portugal‘ wächst buschig und ist ebenfalls sehr kräftig: Der Baum kann 7 m hoch werden.

‚Leskovacz‘ wächst ebenfalls kräftig und bildet mehrere Stämme. Die Sorte erreicht 4,50 m Höhe und 2,50 m Breite. Zudem ist sie besonders widerstandsfähig gegen Schorf, eine häufige Pilzkrankheit bei Obstbäumen, vor allem bei Kultur-Äpfeln, Birnbäumen und Quittenbäumen. Sie zeigt sich durch braune oder schwarze Flecken an Knospen, Blättern und Früchten. Schorf beeinträchtigt den Ertrag stark, da sich die Früchte verformen und abfallen.

Wie ihr Name vermuten lässt, zeichnet sich ‚Robusta‘ durch kräftigen Wuchs und gute Widerstandsfähigkeit gegen Krankheiten wie Feuerbrand oder Entomosporiose aus. Außerdem trägt sie große Quitten. Auch ‚Aromatnaya‘ ist sehr robust.

Dagegen wachsen ‚Champion‘ und ‚Rea’s Mammoth‘ eher mittelstark.

Mehr dazu: Krankheiten und Schädlinge des Quittenbaums

Je nach Winterhärte

Quittenbaum: winterhart bis -25 °C, gedeiht sonnig und windgeschützt in ganz Frankreich. Späte Blüte schützt vor Frost; ‘Portugal’ früh, ‘Champion’ spät.

Nach Haltbarkeit der Früchte

Quitten sind Herbstfrüchte wie Äpfel und Birnen. Je nach Sorte und Region erfolgt die Ernte zwischen Ende September und November, meist vor dem ersten Frost. Quitten werden vollreif geerntet. Oft gibt das Herabfallen der ersten Früchte den Startschuss. Konkret erkennt man eine reife Quitte an ihrer hübschen, mehr oder weniger goldgelben Farbe. Auch die bereifte Schale, die die Frucht vor Kälte schützt, lässt sich durch Reiben leicht entfernen.

Anders als Äpfel und Birnen lassen sich Quitten höchstens zwei Monate lagern. Für eine längere Haltbarkeit erntet man sie besser vor der Reife. Überreife Früchte verderben schnell. Außerdem sollten sie auf Lattenrosten in einem belüfteten, dunklen Raum bei 12 bis 14 °C lagern. Auch die Lagerung auf Zeitungspapier in einer Obstkiste ist möglich.

Unter diesen Bedingungen sind alle Sorten gut lagerfähig, doch ‘Rea’s Mammoth’ ist besonders lange haltbar.

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