Schwarzwurzel im Gemüsegarten anbauen
Oft mit Haferwurzel verwechselt: Schwarzwurzel verdient einen Platz im Garten
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Schwarzwurzel wird oft mit Haferwurzel verwechselt. Das winterharte Wurzelgemüse schmeckt zwischen Pastinake und Artischocke. Tipps von Aussaat bis Ernte.
Was ist Schwarzwurzel eigentlich?
Die Schwarzwurzel ist ein sehr altes Gemüse, dessen dicke, recht raue, tiefschwarze Wurzeln verzehrt werden! Zugegeben, diese Beschreibung klingt nicht gerade verlockend. Dennoch sollten wir diesen ersten Eindruck beiseitelassen und uns dieser Staude widmen, die vermutlich aus Südeuropa stammt. Lange Zeit wurde die Schwarzwurzel als Heilpflanze wild gesammelt, bevor sie im 17. Jahrhundert Einzug in die Gemüsegärten hielt.
Als Mitglied der großen Familie der Korbblütler ist die Schwarzwurzel eine krautige Staude mit aufrechten Blättern in Rosetten, die recht breit, lanzettlich und zur Spitze hin schmal zulaufend sind. Sie sitzen an kahlen oder leicht wollig behaarten Stängeln. Ihre Wurzeln sind dick und pfahlförmig, am Hals ohne Haarwurzeln, etwa 4 cm breit und 30 cm lang. Von Mai bis Juli trägt sie endständige gelbe Blütenkörbchen, die dank ihrer Bienenfreundlichkeit von bestäubenden Insekten geschätzt werden. (Zur Information: Die Blüte der Haferwurzel ist violett.)

Die Schwarzwurzel links, die Haferwurzel rechts
Die Schwarzwurzel ist auch unter den Namen Garten-Schwarzwurzel, Spanische Schwarzwurzel oder Winterspargel bekannt. Denn tatsächlich handelt es sich um ein Gemüse, das im Winter verzehrt wird. Die Schwarzwurzel ist nämlich sehr winterhart und verträgt Temperaturen unter -20 °C. In unseren Gemüsegärten wird sie als ein- oder zweijährige Pflanze angebaut.
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Die Schwarzwurzel ist eine äußerst robuste, sehr winterharte und anspruchslose Pflanze, was den Boden betrifft. Doch dieses Wurzelgemüse verlangt ein wenig Geduld … aber ist das nicht das Wesen des Gärtners?
Wann Schwarzwurzeln säen?
Schwarzwurzelsamen werden im Frühjahr ausgesät, idealerweise zwischen März und April, gegebenenfalls bis Mai. So kann ab Oktober (bei Aussaat im März) geerntet werden – den ganzen Winter hindurch bis März.
Für den Anbau der Schwarzwurzel als zweijährige Pflanze kann die Aussaat auch im August erfolgen, für eine Ernte im folgenden Herbst des zweiten Jahres. Die Wurzeln werden dann größer.
Wo Schwarzwurzeln säen?
Die Schwarzwurzel bevorzugt einen warmen, sonnigen Standort. Was den Boden betrifft, ist sie sehr anpassungsfähig. Sie wächst tatsächlich in jedem Boden, doch in guter, leichter und lockerer Gartenerde mit eher sandiger Struktur, die tiefgründig und nährstoffreich ist, werden die Wurzeln deutlich schmackhafter.
Da die Keimung der Samen recht heikel ist, muss der Boden ausreichend feucht sein. Ebenso ist es entscheidend, den Boden tiefgründig zu bearbeiten und zu lockern. Vor allem sollten Sie Steine entfernen, damit die Wurzeln nicht zu krumm und schwer zu schälen werden.
Die Schwarzwurzel wächst übrigens gern in der Nähe von Pastinaken und Möhren. Sie soll sogar die Möhrenfliege (Chamaepsila rosae) fernhalten.
Wie Schwarzwurzeln säen?
- Den im Herbst mit Stallmist oder Kompost angereicherten Boden mit der Grabegabel bearbeiten
- Steine und Unkraut sorgfältig entfernen
- Den Boden mit dem Rechen einebnen und letzte Steine sowie Pflanzenreste entfernen
- Furchen im Abstand von 25 bis 30 cm ziehen
- Schwarzwurzelsamen etwa 2 cm tief säen und mit Erde bedecken
- Den Boden mit der Rückseite des Rechens andrücken
- Fein beregnen, damit der Boden gleichmäßig feucht bleibt.

Sobald die Keimlinge 3 bis 5 Blätter entwickelt haben, sollten Sie ausdünnen und nur eine Jungpflanze alle 10 bis 15 cm stehen lassen.
Schwarzwurzel: die richtige Pflege
Schwarzwurzel ist sehr pflegeleicht. Dennoch sind einige Maßnahmen wichtig, um eine gute Ernte zu erzielen:
- Den Boden vor allem im Sommer feucht halten, regelmäßig ausreichend gießen und dabei das Laub nicht benetzen
- Regelmäßig hacken, da Schwarzwurzel unter der Konkurrenz durch Unkraut leidet
- Blütenstängel entfernen, sobald sie erscheinen
- In Regionen mit strengen Wintern empfiehlt sich eine Mulchschicht aus Laub oder Stroh, um die Ernte im Winter zu erleichtern
- Auf einen möglichen Befall mit Rost achten, der das Laub befallen kann, ohne die Ernte zu gefährden. Eine Spritzung mit Bordeauxbrühe sollte das Problem beheben
- Auch Wühlmäuse im Auge behalten, die gern an den Wurzeln nagen. Ich erkläre Ihnen wie Sie Schermäuse bekämpfen.

Eine Schwarzwurzelblüte
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Schwarzwurzeln werden den ganzen Winter über von Oktober bis März nach Bedarf geerntet. Bei einer Aussaat im August müssen Sie bis zum Herbst des Folgejahres warten, um die Wurzeln zu ernten. Sie sind dann deutlich größer, aber nicht holzig (anders als die Wurzeln der Haferwurzel). Für die Ernte empfiehlt sich eine Grabegabel, da die Wurzeln leicht brechen.
Nach der Ernte sollten die Wurzeln sehr schnell verzehrt werden, da sie rasch welken.
Schwarzwurzelwurzeln sind sehr frosthart und können den ganzen Winter im Boden bleiben. Bei einem Befall durch Wühlmäuse beispielsweise können die Wurzeln jedoch auch auf einmal geerntet werden. Legen Sie sie anschließend einfach in eine Kiste mit leicht angefeuchtetem Sand und stellen Sie diese ins Freie oder in einen Keller. In Regionen mit strengen Wintern, in denen der Boden gefriert, empfiehlt es sich außerdem, die Schwarzwurzeln einzusilieren.
Schwarzwurzel: vom Garten auf den Teller
Schwarzwurzel hat ein feines Aroma zwischen Pastinake und Artischocke. Sie lässt sich vielseitig zubereiten: als Suppe, Auflauf, gebraten oder im Ofen geröstet sowie kalt geraspelt mit Vinaigrette.
Damit Sie dieses unvergleichliche Aroma genießen können, sollten Sie sie richtig zubereiten:
- Schwarzwurzeln mit Handschuhen schälen, da dieses Gemüse die Finger stark verfärbt
- In Zitronenwasser legen, damit sie nicht schnell dunkel werden, und in Stücke schneiden
- 15 bis 20 Minuten über Dampf oder in gesalzenem Zitronenwasser garen, bis sie weich, aber nicht zerfallen sind. Anschließend können Sie die Schwarzwurzeln nach Belieben zubereiten.
Neben ihrem feinen Aroma sind Schwarzwurzeln kalorienarm und reich an Mineralstoffen und Spurenelementen, insbesondere Kalium. Außerdem enthalten sie viel Inulin, das die Verdauung fördert.
Welche Schwarzwurzelsorte wählen?
Auf dem Markt sind einige Schwarzwurzelsorten erhältlich:
- Die ‘Géante noire de Russie’: Sie bildet gleichmäßig zylindrische, lange Wurzeln von ausgezeichnetem Geschmack. Dies ist die häufigste Sorte
- Die ‘Hoffmanns Schwarze’: Sie bildet dicke, zylindrische Wurzeln mit festem, zartem Fruchtfleisch und einer dünnen, schwarzbraunen Epidermis
- Die ‘Géante Westlandia’: eine der ‘Géante de Russie’ ähnliche Sorte
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