Stachelbeeren anbauen: wann, wo und wie?

Stachelbeeren anbauen: wann, wo und wie?

Alles über Pflanzung und Pflege dieses kleinen Obststrauchs

Inhaltsverzeichnis

Milder als Johannisbeeren: Stachelbeeren schmecken süß-säuerlich. Der dornige Strauch ist leicht zu pflanzen und zu pflegen.

Schwierigkeit

Was genau ist eine Stachelbeere?

Die Stachelbeere (Ribes uva-crispa) ist eine fruchttragende Strauchart, die mit Johannisbeere und Schwarzer Johannisbeere verwandt ist. Wirklich dekorativ ist dieser Strauch mit seiner sehr dezenten grünlich-weißen Blüte zwischen März und April nicht. Dennoch ist er ein wertvoller Fruchtstrauch aus der Familie der Stachelbeergewächse, denn er trägt runde, durchscheinende Früchte mit sehr hohem Vitamingehalt und deutlich milderem Geschmack als Johannisbeeren. Die leicht süßen, einzeln stehenden Beeren haben eine angenehm geringe Säure.

Es gibt unzählige Sorten, die sich auf den ersten Blick vor allem durch die Farbe ihrer Früchte unterscheiden: von grünlich-gelb über Rosa bis Rot. Die Stachelbeere ist selbstfruchtbar und kann auch als Solitär Früchte tragen. Dennoch fördert die Pflanzung weiterer Sträucher stets den Fruchtansatz. groseilles à maquereaux

Der einzige Nachteil dieser Stachelbeere ist ihr dorniger Wuchs. Dieses Merkmal erschwert zwar die Ernte, wird angesichts des köstlichen Geschmacks der Früchte jedoch leicht verziehen. Das sommergrüne Laub ist mehr oder weniger dunkelgrün. Die fein behaarten Blätter sind gezähnt und dreilappig und tragen vor allem am Grund des Blattstiels einen Dorn. Dieser leicht abgeflacht wachsende Strauch neigt zu waagerechtem Wuchs und wird selten höher als 1 m. Unter dem Gewicht der Früchte spreizen sich seine Zweige häufig auseinander. Die Früchte bilden sich sowohl am einjährigen Holz als auch an älteren Zweigen.

Die winterharte Stachelbeere verträgt Temperaturen unter -20 °C und gedeiht besonders gut in den Regionen im Norden und Osten sowie in Gärten in Berglagen. Die Hitze im Süden bekommt ihr dagegen nicht immer. Stachelbeeren brauchen zudem winterliche Kälte, um reich zu fruchten. Sind die Sommer leicht feucht, ist das umso besser!

Wo und wann diesen Obststrauch pflanzen?

Die Stachelbeere ist ein robuster, leicht zu kultivierender und sehr winterharter Fruchtstrauch. Sie findet rund um Gemüsegarten oder Obstgarten sowie in einem Beet oder einer Hecke Platz.

Wann pflanzen?

Grundsätzlich pflanzt man Stachelbeeren von Oktober bis März, selbstverständlich in frostfreien Perioden. Vermeiden Sie außerdem nasse Böden. Im Herbst pflanzen Sie daher am besten zwischen Oktober und November, besonders wenn der Strauch wurzelnackt angeboten wird. So kann er sich im Winter gut einwurzeln und treibt im Frühjahr wieder aus. Im Frühjahr ist die Pflanzung zwischen Februar und März möglich.

Wo pflanzen?

Die Stachelbeere bevorzugt normale, tiefgründige Lehmböden. Auch einen sandigen Boden verträgt sie, sofern sie gut bewässert wird. Schwere, nasse oder kalkhaltige Böden sind dagegen völlig ungeeignet. Insgesamt sollte der Boden nährstoffreich, aber locker, gut drainiert und vor allem ausreichend frisch sein – besonders im Sommer.

Beim Standort bevorzugt die Stachelbeere in Regionen mit gemäßigten Sommern einen sonnigen Platz. In Regionen mit sehr heißer Sommersonne pflanzen Sie sie dagegen besser im Halbschatten. Denn wegen ihres flachen Wurzelsystems ist die Stachelbeere sehr trockenheitsempfindlich.

Dank ihrer geringen Größe findet die Stachelbeere leicht in jeder Ecke des Gemüsegartens oder Beets Platz. Auch als fruchttragende Naschhecke fühlt sie sich wohl, mit einem Abstand von 80 cm bis 1 m, zusammen mit Johannisbeeren, Jostabeeren oder Schwarzen Johannisbeeren. Sie lässt sich auch in eine wehrhafte Hecke integrieren.

Die Stachelbeere kann als Spalier oder Fächerbaum kultiviert werden.

Stachelbeere pflanzen?

Im Freiland lassen sich Stachelbeeren im Container oder wurzelnackt problemlos pflanzen. Die wurzelnackte Variante ist günstiger, besonders wenn Sie eine lange Naschhecke anlegen möchten.

Pflanzung im Freiland

  • Ein Loch ausheben, das doppelt so groß wie der Wurzelballen ist. Den Boden zuvor gut lockern und von Unkraut befreien.
  • Steht Ihr Strauch im Container, den Wurzelballen zum Befeuchten und leichteren Austopfen in einen Eimer Wasser stellen. Bei wurzelnackten Sträuchern empfiehlt es sich, die Wurzelspitzen um etwa 1 cm zu kürzen und die Wurzeln in einen Brei aus je 1/3 Gartenerde, 1/3 Mist und 1/3 Regenwasser zu tauchen.
  • Die ausgehobene Erde mit Kompost und einer Handvoll Hornspänen mischen. Dieser organische Dünger ist reich an Stickstoff und wirkt langsam.
  • Die Stachelbeere ins Pflanzloch setzen. Der Hals sollte leicht unterhalb des Bodenniveaus liegen. Die Pflanzen nicht zu oberflächlich setzen, damit sie gut anwurzeln und sich die Triebe besser erneuern.
  • Das Pflanzloch mit dem Erde-Kompost-Gemisch auffüllen.
  • Die Erde andrücken, um Luftblasen zu entfernen.
  • Reichlich gießen.Stachelbeere pflanzen

Pflanzung am Spalier

Einige Stachelbeersorten eignen sich sehr gut für das Spalier. Setzen Sie zwischen die Stachelbeersträucher 1,5 m hohe Pfosten und spannen Sie Drähte auf 0,5, 0,9, 1,3 und 1,7 m Höhe. Befestigen Sie anschließend 4 bis 5 Zweige locker an den Drähten.

Pflanzung im Topf

Stachelbeeren lassen sich auf Balkon oder Terrasse im Topf kultivieren. Wachstum und Fruchtbildung bleiben jedoch eingeschränkt. Pflanzen Sie den Strauch in ein Substrat aus Gartenerde, Blumenerde und etwas Sand. Der Topfboden wird mit Tongranulat bedeckt.

Wie pflegt man Stachelbeeren richtig?

Die Pflege von Stachelbeeren ist relativ einfach. Einige wenige Handgriffe genügen, damit Sie eine reiche Ernte erzielen:

  • Regelmäßig gießen, damit der Boden frisch bleibt. Im Sommer, bei großer Hitze oder während Trockenperioden sollte häufiger gegossen werden. Unbedingt direkt am Fuß gießen, ohne die Blätter zu benetzen.
  • Eine gute Mulchschicht ausbringen, damit der Boden rund um die Stachelbeere frisch bleibt. Zum Mulchen eignen sich Laub, BRF oder Kiefernrinde.
  • Wenn Sie nicht mulchen, muss der Boden unbedingt sauber gehalten werden, um die Ausbreitung von Pilzkrankheiten zu verhindern.
  • Im Frühjahr zum Austrieb wird eine Gabe Spezialdünger für Beerenobst empfohlen. Zusätzlich können Sie etwas Kompost oder gut verrotteten Mist rund um den Strauch ausbringen.

    Stachelbeeren

    Durch ein Netz geschützte Stachelbeere

  • Im ersten Jahr im Februar die 4 bis 6 bodennahen Zweige um die Hälfte einkürzen, damit sie kräftiger werden. Danach wird der Strauch jedes Jahr zur gleichen Zeit durch den Schnitt der Zweige ausgeglichen, sodass sie gleich lang sind. Entfernen Sie außerdem überzählige Wurzelschösslinge und lichten Sie die Mitte des Strauchs aus. Auch das Entspitzen der Zweigenden fördert einen buschigen Wuchs und die Verzweigung. Alle 5 Jahre sollten Sie die Hauptzweige verjüngen, indem Sie sie bodennah oder knapp über einer nach außen gerichteten Knospe abschneiden.
  • Vor der Fruchtreife ein Vogelschutznetz anbringen
  • Den Strauch regelmäßig auf Krankheiten kontrollieren, etwa auf Falschen Mehltau oder Mehltau. Vorbeugend kann ein Ackerschachtelhalm-Auszug gespritzt werden. Außerdem kann die Stachelbeere von Blattwespen befallen werden. Wie Sie dagegen vorgehen, erfahren Sie in meinem Artikel: Blattwespen: Alles über diese falschen Raupen.

Ernte: wann und wie?

Früchte zum Kochen werden ab Mitte Mai meist noch grün geerntet. Sie werden im Reifestadium geerntet. Dann enthalten sie nur wenige Säuren und müssen nicht so süß sein wie bei der Ernte zur vollen Reife. Diese Früchte lassen sich zu Kompott, Gelee oder Konfitüre verarbeiten.

Stachelbeere Ernte

Stachelbeerkonfitüre

Vollreife Früchte werden zwischen Juli und August geerntet, sobald sie gut gefärbt und leicht weich sind. Sie werden wegen der gefährlichen Dornen einzeln von Hand und mit Handschuhen gepflückt. Beim Kochen zerfallen sie sofort und entfalten ein köstliches Aroma. Diese Stachelbeeren können frisch oder als Beilage zu Fisch oder Fleisch verzehrt werden.

Wenn Sie sich die Ernte erleichtern möchten, pflanzen Sie dornenlose Sorten wie ‘Captivator’ mit großen roten Früchten oder weniger dornige Sorten wie ‘Freedonia’.

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