Winterharte Orchideen für den Garten
Im Topf oder im Beet
Inhaltsverzeichnis
Wussten Sie, dass Frankreich das Land Europas mit den meisten Orchideenarten ist?
Diese spektakulären Stauden sind bei uns gar nicht so schwer zu kultivieren. Japanorchidee naturalisiert sich leicht in kalkfreiem Boden, Kalanthe gedeiht an Standorten, an denen Farne wachsen, das in unseren Regionen spontan vorkommende Fingerwurz stellt geringe Ansprüche an das Substrat und ist sehr winterhart, während Tibetorchidee im Winter unbedingt frostfrei überwintert werden muss, sich aber problemlos im Topf halten lässt. Auch prächtige Frauenschuhe können in den Garten gepflanzt werden, wenn der Boden passt. Erdorchideen benötigen im Gegensatz zu Epiphyten meist ein drainierendes Substrat, vertragen keinen Dünger und begnügen sich mit eher mageren Böden.
Wie wäre es mit winterharten Orchideen im Garten? Hier ein Überblick über wichtige botanische Gattungen winterharter Orchideen für den Garten.
Tibetorchidee
Tibetorchideen sind halbwinterharte Gartenorchideen, die sich in unseren Breiten im Freien kultivieren lassen, wenn man sie vor starkem Frost und winterlicher Nässe schützt. Es gibt etwa 20 Arten, doch Pleione formosana ist am winterhärtesten und verträgt Temperaturen bis -5 °C.
Die Farbe der großen Solitärblüten variiert je nach Art und Sorte von Reinweiß bis Purpurrosa, manchmal auch in Gelbtönen. Jeden Frühling treiben aus einer Pseudobulbe ein Blatt und eine einzelne Blüte, die nach der Blüte eine neue Pseudobulbe hervorbringt und so die Art erhält.
Tibetorchideen bevorzugen gut durchlässige, eher saure Böden und einen halbschattigen Standort. Sie können wahlweise im Steingarten, im Unterholz, im Minigarten oder einfach im Topf kultiviert werden. In Regionen mit strengen Wintern stellt man sie bei den ersten Frösten in ein Kalthaus.
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Pleione formosana
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Tibetorchidee: Pflanzen, Pflege & KulturBlütengraslilien oder Gelbe Japanorchideen
Unter den deutschen Namen Gelbe Japanorchidee (oder Japanorchidee) ist Bletilla striata eine Staude, die im Frühsommer blüht. Die terrestrische Orchidee bildet schöne Horste aus gefalteten Blättern und bezaubert meist mit zart rosavioletten Blüten. Es gibt aber auch weiß blühende Sorten wie Bletilla ‚Alba‘, blau blühende wie Bletilla ‚Blue Dragon‘ oder rosafarbene mit weißem Rand wie ‚Kuchibeni‘.
Diese wüchsige Pflanze kann sich dank ihrer Pseudobulben über die Jahre einbürgern. Die Bletilla blüht im späten Frühjahr oder Frühsommer und geht anschließend in die Winterruhe, bevor sie im folgenden Frühjahr wieder austreibt.
Die Bletilla gehört zu den pflegeleichtesten Orchideen für den Garten! Sie benötigt nur wenig Pflege. Im Sommer bevorzugt sie einen Boden, der frisch bleibt … im Winter verträgt sie jedoch keine Staunässe! Daher braucht sie unbedingt gut durchlässige Erde. Bletilla findet im Mixed-Border zwischen anderen farbenfrohen Blüten und dekorativem Laub einen schönen Platz. Sie lässt sich mit Großblütigem Schleierkraut, Rosen oder Storchschnabel kombinieren …
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Bletilla striata, rosa und weiß
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Calanthe-Prunkorchidee
Kalanthe sind leicht zu kultivierende Orchideen. Doch Vorsicht: Einige gedeihen nur im Haus oder Gewächshaus, während andere winterhart genug für die Pflanzung als Staude im Garten sind, etwa Calanthe discolor, Calanthe tricarinata oder Calanthe sieboldii.
Diese Orchideen gedeihen im Schatten und bilden dort oder zwischen anderen Schattenstauden wunderschöne Blütenteppiche. Bei winterharten Kalanthe ist das Laub immergrün oder halbimmergrün, und die Blüte reicht vom Frühjahr bis zum Sommer (je nach Art).
Diese Erdorchideen benötigen einen halbschattigen Standort, frischen, aber gut durchlässigen Boden und humusreiche Erde. Kurz gesagt: Eine Ecke im Unterholz Ihres Gartens ist ideal. Auch im Topf oder Balkonkasten lassen sie sich kultivieren.
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Calanthe discolor und Calanthe sieboldii
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Pflanzen Sie seltene Zwiebeln!Die Fingerwurzides
Die Fingerwurz sind terrestrische Orchideen aus den gemäßigten Regionen Eurasiens. Ihre Knollen sind gegliedert und fingerförmig. Daher stammt der Name der botanischen Gattung. Vollkommen winterhart, aber manchmal anspruchsvoll, sind diese Staudenorchideen eine prachtvolle Bereicherung für den Garten: Dazu gehören die Dactylorhiza maculata, die Gefleckte Fingerwurz, Dactylorhiza praetermissa, die Übersehene Fingerwurz, und die Dactylorhiza majalis, die Breitblättrige Fingerwurz.
Die Blüte der Fingerwurz reicht je nach Art von April bis Juli und umfasst Farbtöne von Weiß über Mauve und Rosa bis Purpur. Die Blüten stehen am Ende der Stängel in einer dichten, zylindrischen Ähre.
Die Fingerwurz bevorzugt meist kühle bis feuchte Standorte sowie leichte, frische, saure Erde, doch jede Art hat besondere Ansprüche an die Kultur.
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Dactylorhiza maculata und Dactylorhiza majalis
Frauenschuh (Cypripedium)
Frauenschuhe, besser bekannt als „Frauenschuh“, sind mehrjährige Gartenorchideen. Sie blühen im Frühjahr mit ein bis zwei Blüten pro Pflanze, deren Farben je nach Art und Sorte variieren. Typisch für die Gattung Cypripedium ist die Blüte mit ihrer großen Lippe, die an einen Pantoffel oder Schuh erinnert.
Die Blätter dieser Orchideen treiben im März und April aus. Sie blühen im Mai und Juni, anschließend vertrocknen die Blätter im August und September. Im Winter verschwindet die Orchidee dann vollständig.
Unter den botanischen Arten ist der Cypripedium reginae wohl der am leichtesten zu kultivierende Königin-Frauenschuh. Frauenschuhe pflanzt man an einen schattigen Standort, in einen frischen Steingarten, zwischen Felsen oder an den Rand eines frischen Unterholzes. Als Begleiter eignen sich einige Schattenstauden für frisches Unterholz, die einen drainierenden, nährstoffarmen und leicht kalkhaltigen Boden bevorzugen.
Diese Orchideen sind sehr winterhart, stellen jedoch hohe Ansprüche an die Kulturbedingungen. Nicht zu vergessen: Sie benötigen besondere Bedingungen, nämlich einen nährstoffarmen, frischen, aber gut drainierten Boden und einen halbschattigen Standort.
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Cypripedium reginae
Sumpfwurz
Sumpfwurz sind Orchideen, von denen einige Arten in unserer Flora heimisch sind: Sumpf-Ständelwurz, Breitblättrige Ständelwurz, Purpurrote Ständelwurz …
Amerikanische Ständelwurz ist eine große, mehrjährige Orchidee (70 cm hoch!) mit Blütenschäften in Braun, Orangegelb und Rot von Mai bis Juli. Die Amerikanische Ständelwurz ‘Night Serpentine’ ist ein prächtiger Kultivar mit purpurfarbenem Laub dieser Art.
Sumpfwurz sind sehr winterhart und relativ einfach zu kultivieren: Sie gedeihen auf einem felsigen Untergrund in torfigem, porösem, frischem bis feuchtem, eher saurem Boden. Diese Orchideen vertragen keine staunassen, undurchlässigen und zu schweren Böden. Man kultiviert sie in der Sonne (wenn der Boden feucht bleibt) oder im Halbschatten. Sumpfwurz lässt sich gut im Topf kultivieren, ohne besonderen Schutz.
Sumpfwurz sind außergewöhnliche, aber natürlich wirkende Pflanzen. Sie lassen sich leicht in feuchte Beete oder am Rand von Gewässern integrieren.

Breitblättrige Ständelwurz, Amerikanische Ständelwurz
Drehwurz
Wenig bekannt ist Spiranthes cernua, eine aus den USA stammende Orchidee. Im Spätsommer oder Frühherbst scheinen sich die nach Vanille duftenden Blüten wie Zöpfe um die Spitzen der aufrechten Blütenstängel zu winden. Die Sorte Spiranthes cernua ‘Chadd’s Ford’ bildet reinweiße Blüten.
Die sehr winterharte Drehwurz gedeiht nur in leichter, durchlässiger, saurer bis neutraler, humusreicher oder leicht torfiger Erde, die auch im Sommer frisch bleibt. Sie wächst bevorzugt im Halbschatten oder in der Sonne, sofern der Boden feucht bleibt.
Spiranthes kann sowohl in ein feuchtes, sonniges Beet und an das Ufer eines Naturteichs als auch in einen Topf für Balkon oder Terrasse gepflanzt werden.

Spiranthes
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