Wüstenrose kultivieren?
Tipps zur erfolgreichen Pflanzung und Pflege dieser schönen Sukkulente
Inhaltsverzeichnis
Adenium obesum, auch unter dem hübschen Namen „Wüstenrose“ bekannt, ist eine Sukkulente mit außergewöhnlichem Erscheinungsbild. Sie stammt aus mehreren semiariden Regionen Afrikas, insbesondere aus dem Senegal. Diese Sukkulente besitzt einen verdickten, fleischigen Stamm (Caudex) in Flaschenform, der ihr das Aussehen eines kleinen Affenbrotbaums verleiht. Diese Silhouette brachte ihr auch die Namen „falscher Affenbrotbaum“ oder „Schakal-Affenbrotbaum“ ein. Das immergrüne Laub sitzt an kleinen, kurzen und aufrechten Zweigen. Ab der Mitte des Frühjahrs kann sich der Adenium mit bezaubernden rosa, roten oder weißen Blüten mit kontrastierendem Blütenzentrum bedecken.
In unseren Regionen wird diese langsam wachsende Sukkulente im Topf kultiviert, häufig als Zimmerpflanze. Aufgrund ihrer Herkunft verträgt sie Kälte überhaupt nicht. In ihrer natürlichen Umgebung kann sie zwar in alle Richtungen über 2 Meter groß werden, unter unseren klimatischen Bedingungen bleibt sie jedoch deutlich kompakter. Eine Kultur im Freiland ist nur in unseren wenigen frostfreien Regionen und in den Überseegebieten möglich: Dort benötigt sie einen vollständig vor Wind und Witterung geschützten Standort.
Hier finden Sie alle unsere Tipps zum richtigen Pflanzen und Pflegen eines Adeniums im Topf.

Das Adenium in seinem natürlichen Lebensraum
Wann Adenium pflanzen?
Topfpflanzen können theoretisch ganzjährig gepflanzt werden (außer bei Frost oder Trockenheit). Am besten im Frühjahr, idealerweise von März bis Mai.

Wüstenrose im Topf, die vielleicht blüht
Lesen Sie auch
Zimmerkakteen und Sukkulenten: Kultur und PflegeWüstenrose im Topf pflanzen
Der Topf
Achten Sie bei der Wahl des Topfes unbedingt auf ein Modell mit Loch im Boden, damit überschüssiges Wasser ablaufen kann.
Wir empfehlen grundsätzlich Gefäße aus Terrakotta statt aus Kunststoff. Dank ihrer natürlichen Porosität lassen sie das Substrat besser atmen.
Die Größe des Gefäßes hängt von der Größe des Wurzelballens ab: Für ein junges Adenium genügt ein Durchmesser von etwa 20 cm.
Das Substrat
Wie die meisten Sukkulenten braucht die Wüstenrose einen gut drainierten Boden, in dem Wasser leicht abläuft und sich nicht staut. Sie bevorzugt leichte, auch sandige und steinige Böden.
Wählen Sie eine spezielle Blumenerde für Kakteen und Sukkulenten oder mischen Sie selbst:
- zur Hälfte Blumenerde für Gartenpflanzen, Blumenerde für Blumenkästen und Töpfe oder kalkhaltige Gartenerde, jedoch keine lehmige Erde;
- zur Hälfte groben Sand oder Kies;
- eine Handvoll Blähton oder Lava, um die Drainage zu verbessern (optional).
Das Pflanzen
- Legen Sie eine etwa 3 bis 5 cm dicke Drainageschicht auf den Boden des Gefäßes: Blähton, Kies oder Tonscherben.
- Füllen Sie das Gefäß bis zur Hälfte mit Substrat.
- Nehmen Sie Ihr Adenium aus dem Topf und setzen Sie den Wurzelballen mittig in das Gefäß.
- Füllen Sie erneut Substrat ein, bis die Wurzeln bedeckt sind.
- Drücken Sie die Erde leicht mit den Fingern an.
- Gießen Sie Ihr Adenium direkt am Fuß.
- Geben Sie optional eine Schicht mineralischen Mulch auf die Oberfläche.

Adenium in ein drainierendes Substrat umtopfen
Der Standort
Das Adenium braucht täglich mehrere Stunden Sonne, um sich gut zu entwickeln. Geben Sie ihm daher einen sehr hellen Standort, idealerweise nach Süden oder Südwesten. Hinter einem Fenster sollten Sie die Pflanze jedoch etwas zurückstellen, um Verbrennungen zu vermeiden. Das Adenium ist eine perfekte Zimmer- und Wohnungspflanze.
Während der warmen Jahreszeit können Sie Ihr Adenium im Topf schrittweise nach draußen stellen. Warten Sie, bis die Umgebungstemperatur etwa 15 °C erreicht, und gehen Sie stufenweise vor: zunächst Halbschatten, dann einige Stunden Sonne, bevor die Pflanze den ganzen Tag draußen bleibt. So fühlt sich die Wüstenrose im Garten, auf der Terrasse oder dem Balkon an einem windgeschützten Standort wohl – idealerweise an einer Wand, die Wärme und Licht reflektiert.
Wüstenrose pflegen
Gießen
Wie alle Sukkulenten ist die Wüstenrose keine besonders durstige Pflanze. Sie kann Saftreserven in ihrem Stamm speichern und so lange Trockenperioden überstehen.
Gießen Sie daher sparsam und lassen Sie das Substrat nie längere Zeit feucht. Lassen Sie die Erde zwischen zwei Wassergaben an der Oberfläche mehrere Zentimeter tief abtrocknen. Bei diesen Wüstenpflanzen gilt: lieber zu wenig als zu viel Wasser!
Gießen Sie lieber seltener reichlich als regelmäßig in kleinen Mengen. Während der Wachstumsphase reicht in der Regel eine Wassergabe alle 15 Tage (Frühling und Sommer). Im Herbst und Winter reduzieren Sie das Gießen auf ein Minimum (etwa einmal monatlich, je nach Raumtemperatur). Manche Gärtner empfehlen sogar, im Winter gar nicht zu gießen.
Wenn Sie einen Untersetzer unter den Topf gestellt haben oder einen Übertopf verwenden, leeren Sie ihn unbedingt etwa 20 Minuten nach dem Gießen.
Vermeiden Sie, das Laub zu gießen.
Düngen
Sukkulenten sind daran gewöhnt, in kargen, nährstoffarmen Böden zu wachsen. Das Adenium ist daher keine besonders nährstoffbedürftige Pflanze. Sie können seine Blüte jedoch unterstützen, indem Sie während der Wachstumsphase Flüssigdünger über das Gießwasser verabreichen.
Sie können das Wachstum auch mit einem Flüssigdünger für Kakteen und Sukkulenten fördern oder gegebenenfalls einen Dünger für mediterrane Pflanzen verwenden.
Rückschnitt
Für die Pflege des Adeniums ist kein Rückschnitt nötig. Entfernen Sie einfach nach und nach die verblühten Blüten.
Beschädigte oder vertrocknete Blätter schneiden Sie mit einer zuvor desinfizierten Gartenschere ab. Tragen Sie dabei Handschuhe: Der von der Pflanze produzierte Latex wirkt reizend.
Wenn Sie möchten, eignet sich das Adenium gut für die Bonsaizucht.
Umtopfen und Wurzelschösslinge
Das Adenium wächst langsam. Je nach Entwicklung kann es im Frühjahr alle zwei Jahre umgetopft werden. Wählen Sie einfach ein Gefäß, das nur geringfügig größer ist als das bisherige, denn die Pflanze steht lieber etwas beengt, als zu viel Platz zu haben.
Krankheiten
Die Wüstenrose ist eine recht robuste Pflanze, die vor allem Staunässe und Kälte fürchtet.
Wird sie jedoch im Haus oder auf engem Raum in trockener Luft kultiviert, kann sie von Schildläusen befallen werden. Wischen Sie die Blätter in diesem Fall mit einer Lösung aus Wasser und Schmierseife ab (ein Esslöffel, verdünnt in 1 Liter lauwarmem Wasser). Bei einem Befall mit Blattläusen sprühen Sie dieselbe Mischung auf die betroffenen Pflanzenteile. Führen Sie die Behandlung morgens oder abends und vor direkter Sonne geschützt durch.
Weitere Informationen finden Sie in unseren Artikeln „Wüstenrose, Adenium: Krankheiten und Schädlinge“, „Schildläuse: Erkennen und Bekämpfen“ und „Blattläuse: Erkennen und Bekämpfen“.
Überwintern
Das Adenium ist frostempfindlich und bevorzugt Temperaturen von stets über 10 °C, besser noch 12 °C. Bei niedrigeren Temperaturen kann das Laub abfallen. Stellen Sie die Pflanze daher im Winter an einen zumindest leicht beheizten, geschützten Ort. Wählen Sie einen hellen Standort: Gewächshaus, Wintergarten oder einen gut belichteten Raum.
→ Lesen Sie auch unseren ausführlichen Artikel: „Adenium oder Wüstenrose: Pflege im Jahresverlauf“.

Lassen Sie das Adenium nicht das ganze Jahr über draußen, es benötigt Temperaturen über 10 bis 12 °C
- Abonnieren Sie
- Inhaltsverzeichnis
Dieses Formular ist durch reCAPTCHA geschützt – es gelten die Datenschutzbestimmungen und die Nutzungsbedingungen.
Kommentare