Rhabarber: pflanzen, anbauen, ernten
Inhaltsverzeichnis
Rhabarber kurz erklärt
- Rhabarber ist eine mehrjährige Gemüsepflanze, die wegen ihrer essbaren Stängel angebaut wird
- Ihr säuerlicher Geschmack eignet sich ideal für viele Rezepte; gekocht wird sie zu Marmelade, Kompott …
- Die Haupterntezeit für Rhabarber ist im Mai und Juni
- Sie bildet sehr große, dekorative, aber giftige Blätter
- Sehr winterhart und leicht zu kultivieren, gedeiht sie auf feuchten, fruchtbaren Böden
Wort unserer Expertin
Rhabarber ist ein mehrjähriges und sehr winterhartes Gemüse, das wegen seiner Stängel oder Blattstiele angebaut und verzehrt wird. Sein säuerlicher Geschmack ist beliebt. Geschält und gekocht eignet er sich für viele süße und herzhafte Rezepte und wird zu Marmelade, Kompott, Kuchen oder Chutney als Beilage zu Fleisch verarbeitet. Denn Rhabarber ist ein Stängelgemüse, das wie Obst genossen wird! Im Gegensatz zu den Blattstielen sind seine Blätter nicht essbar: Sie enthalten stark giftige Oxalsäure. Das imposante Laub setzt jedoch dekorative Akzente im Gemüsegarten oder auch im Ziergarten.
Man unterscheidet zwei Rhabarbertypen: grüne Sorten (auch grüne mit roter Färbung) wie Rhabarber ‘Géante Race Victoria’ und rote Sorten wie ‘Canada Red’.
Rhabarber wird im Frühjahr oder Herbst ausgesät oder gepflanzt und kann zwei Jahre später erstmals geerntet werden. Die Erntezeit beginnt meist ab Mai.
Im Garten gedeiht er am besten in feuchter, fruchtbarer und nährstoffreicher Erde an einem sonnigen bis halbschattigen Standort: Wegen seines kräftigen Wuchses braucht er ausreichend Platz. Unter guten Bedingungen wird er zur Blüte über 1,50 m hoch und ebenso breit!
Für den Anbau im Garten und Gemüsegarten bieten wir die schönsten Rhabarbersorten als Samen oder Jungpflanzen sowie Tipps zu Anbau und Verwendung!
Beschreibung und Botanik
Steckbrief
- Lateinischer Name Rheum
- Gebräuchlicher Name Rhabarber
- Blüte Mai–Juni
- Height 60 cm bis 2 m
- Exposition Sonne, Halbschatten
- Art des Bodens nährstoffreich und frisch
- Winterhärte -15 °C und darunter
Rhabarber (Rheum rhaponticum, Syn. rhabarbarum) ist ein mehrjähriges Gemüse aus der Familie der Polygonaceae. Die aus Asien, dem Russischen Reich der „Barbaren“ und den subtropischen oder gemäßigten Regionen Sibiriens bis Zentralchina stammende Pflanze wächst bis in 4000 m Höhe. Dort wurde sie bereits seit 5000 Jahren als Heilpflanze angebaut. Im 18. Jahrhundert führten portugiesische Seefahrer sie in Europa ein. Heute wird sie in ganz Frankreich kultiviert, vor allem nördlich der Loire.
Die Gattung umfasst rund 30 Arten mit grünen oder roten Stängeln. Unabhängig von der Farbe ist der Geschmack ähnlich. Am häufigsten findet man Rheum rhaponticum, den Garten-Rhabarber, der in verschiedenen Sorten wie ‘Victoria’ oder ‘Canada Red’ mit kirschroten Stängeln erhältlich ist.
Rhabarber ist eigentlich ein Stängelgemüse, das wegen seiner fleischigen Blattstiele angebaut wird (der lineare Teil, der die Blätter mit dem Rhizom verbindet): Nur die Stängel sind essbar.
Diese kräftige, rhizomatöse Pflanze verankert sich mit einer dicken, fleischigen Pfahlwurzel im Boden. Sie bildet eine aufrechte, üppige Horstform, die während der Blüte bis zu zwei Meter breit und ebenso hoch werden kann. Ein Rhabarberstock kann etwa zehn Jahre alt werden.
Im Frühjahr treiben aus diesem Wurzelstock lange, auch „Rippen“ genannte Blattstiele von 30 bis 40 cm Länge, 5 bis 8 cm Breite und großer Dicke aus, die bis zum Blattaustrieb wachsen. Diese fleischigen Rippen werden gekocht verzehrt. Ihr Gewicht liegt zwischen 500 g und 1 kg. Sie schmecken herb und sehr sauer. Rhabarbersorten mit roten Stängeln haben einen milderen Geschmack.

Rhabarber: Blüte und Laub
Die spektakulär großen Blätter mit einem Durchmesser von 30 bis 70 cm sind dick und weich, herzförmig, stark von Blattadern durchzogen und in fünf Lappen mit gewellten Rändern geteilt. Das handförmige Laub ist nicht essbar und sommergrün. Es ist mittel- bis dunkelgrün, seltener rot, und hat meist eine hellere, raue Unterseite mit stark hervorstehenden, behaarten Blattadern. Das üppige Laub ist sehr charakteristisch und dekorativ. Allerdings sind die Blätter beim Verzehr in größeren Mengen giftig, da sie stark mit Oxalsäure angereichert sind, die Muskelkrämpfe und Nierenprobleme verursachen kann.
Ab Juni und während des Sommers erhebt sich die Blüte aus dem Horst großer Blätter: große Rispen mit winzigen sternförmigen Blüten, die am Ende eines langen Stängels zusammenstehen. Meist cremeweiß bis grünlich-weiß, sind sie bei manchen Sorten besonders dekorativ (Rheum palmatum ‘Atrosanguineum’ oder ‘Tangiticum’), die einen prächtigen blutroten Blütenstand entwickeln.
Im Spätsommer machen die Blüten kleinen, geflügelten Früchten mit braunen Samen Platz. Um die Bildung neuer Stängel zu fördern, sollte man vermeiden, dass der Rhabarber blüht und Samen bildet, da dies die Pflanze unnötig schwächt.
Wichtige Arten und Sorten
Am beliebtesten
[produkt sku=” 2881″ blog_description=”Diese Rhabarber-Sorte wird meist ab dem 15. Mai geerntet. Reservieren Sie ihr im Garten eine Fläche von 1,2 m².” template=”listing1″ /]
[produkt sku=”2185″ blog_description=”Diese Sorte wird wegen ihrer zarten, fleischigen, roten Blattstiele angebaut.” template=”listing1″ /]
Unsere Favoriten
[produkt sku=”3351″ blog_description=”Eine starkwachsende, sehr ertragreiche Sorte mit dicken Blattstielen und grünem, geschmacklich hochwertigem Fruchtfleisch.” template=”listing1″ /]
[produkt sku=”84426″ blog_description=”Sorte mit roten Blattstielen, besonders süßem und wenig faserigem Geschmack. Das kirschrote Farbspiel verleiht Ihren Desserts zusätzlichen Reiz.” template=”listing1″ /]
[produkt sku=”3593″ blog_description=”Eine klassische, mehrjährige und sehr winterharte Sorte. Bereiten Sie ihre Blattstiele als Kompott, Konfitüre oder Marmelade zu.” template=”listing1″ /]
[produkt sku=”84427″ blog_description=”Eine kräftige, in England von der renommierten RHS, der Royal Horticultural Society, ausgezeichnete Sorte. Sehr ertragreich und ausgewogen säuerlich. Ziemlich kompakt, gedeiht sie im Beet wie im Topf.” template=”listing1″ /]
Weitere interessante Sorte
[produkt sku=”3352″ blog_description=”Eine traditionelle englische Sorte, die durch ihr schnelles Wachstum überzeugt. Sie bildet lange rote Stiele, die bereits im ersten Jahr geerntet werden können.” template=”listing1″ /]
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Rhabarber pflanzen und aussäen
Wo pflanzt und sät man Rhabarber?
Rhabarber ist sehr winterhart und verträgt Temperaturen von etwa -15 bis -20 °C. Die Pflanze zieht sich im Winter zurück und treibt im Frühjahr wieder aus. Sie wächst in allen unseren Regionen, bevorzugt jedoch eindeutig kühle Klimate, in denen sie sich am besten entwickelt. Rhabarber braucht einen nährstoffreichen, regelmäßig mit organischer Substanz verbesserten, tiefgründigen Boden, der stets frisch bis feucht bleibt, um gut zu gedeihen: Er darf niemals unter Wassermangel leiden. Zu kalkhaltige Böden verträgt er nicht. Er gedeiht in der Sonne, kommt aber auch mit einem halbschattigen Standort sehr gut zurecht.
Rhabarber braucht viel Platz! Reservieren Sie ihm einen Standort, der seinem beeindruckenden Ausmaß (bei voller Reife bis zu 1 m bis 1,50 m² in alle Richtungen) entspricht, denn er neigt dazu, benachbarte Gemüsepflanzen zu überwuchern: Am besten pflanzen Sie ihn einzeln am Rand oder in eine Ecke des Gemüsegartens. Mit seinem dekorativen Laub kann er sich auch in ein Staudenbeet einfügen, dem er viel Volumen verleiht. Kleinere Sorten lassen sich im Topf kultivieren.
Wann und wie pflanzt man Rhabarber?
Pflanzen Sie Rhabarber im Anzuchttopf vorzugsweise im Herbst in einen zuvor verbesserten (3 bis 4 kg Kompost pro m²) und gut vorbereiteten Boden. Halten Sie zwischen zwei Pflanzen in alle Richtungen einen Abstand von mindestens etwa 80 cm bis 1 m ein, damit sie sich gut entwickeln können: Zwei oder drei Pflanzen reichen aus, um den Bedarf einer Familie zu decken.
- Lockern Sie den Boden 50 cm tief
- Geben Sie gut gereiften Kompost hinzu
- Heben Sie ein Pflanzloch aus, das dem Dreifachen des Volumens des Wurzelballens entspricht
- Setzen Sie den Wurzelballen ein und füllen Sie das Pflanzloch wieder
- Drücken Sie die Erde gut an und gießen Sie reichlich, damit die Pflanze gut anwächst
- Mulchen Sie, damit der Boden im Sommer frisch bleibt
→ Lesen Sie auch Pascales Tipps: Wie pflanzt man Rhabarber?
Wann und wie sät man Rhabarber?
Rhabarber kann im April und Mai oder im August und September ausgesät werden, in Anzuchttöpfen oder einer Saatschale mit Samen, die Sie direkt von Ihrer Pflanze gewinnen oder aus unserem Sortiment auswählen können: Bis zur ersten Ernte vergehen nach der Aussaat in der Regel zwei Jahre.
- Säen Sie einige Samen in eine nährstoffreiche Mischung aus guter Aussaaterde, die mit gut gereiftem Kompost verbessert wurde
- Halten Sie das Substrat während der 10 bis 30 Tage dauernden Keimung feucht, aber nicht nass
- Vereinzeln Sie die Sämlinge auf 25 cm Abstand
- Wenn die Jungpflanzen 4 bis 5 Blätter haben, pikieren Sie sie in einzelne Anzuchttöpfe
- Überwintern Sie sie geschützt und pflanzen Sie sie im folgenden Frühjahr im März oder April aus
Lesen Sie auch
Die Aussaat von GemüsesamenRhabarber anbauen und pflegen
Rhabarber ist einfach anzubauen, benötigt aber viel Wasser und organische Substanz. Sie dankt es Ihnen mit reicher Ernte, wenn Sie ihr jeden Herbst Kompost geben. Rhabarber mag einen kühlen Wurzelbereich: Hacken Sie regelmäßig und bringen Sie eine Mulchschicht um die Pflanze aus, damit der Boden im Sommer feucht bleibt. Bei anhaltender Trockenheit oder großer Hitze gießen.
Schneiden Sie die Blütenstiele ab, sobald sie erscheinen, damit die Pflanze nicht unnötig geschwächt wird und ihre ganze Kraft behält.
Mögliche Krankheiten
Rhabarber kann an Pilzkrankheiten wie Rost mit braunen bis orangefarbenen Pusteln auf den Blättern leiden. Vorbeugung: Blätter beim Gießen nicht benetzen. Befallene Blätter entfernen, Schachtelhalm- oder Brennnesseljauche spritzen und unsere Lösungen gegen Rost entdecken.
Bei feuchtem Boden werden Rhabarberblätter von Schnecken und Nacktschnecken befallen: Entdecken Sie natürliche Lösungen und 7 wirksame, natürliche Methoden gegen Nacktschnecken.
Vermehrung
Rhabarber lässt sich durch Aussaat vermehren, doch die Teilung ist am einfachsten. Teilen Sie 3–4 Jahre alte, kräftige Pflanzen.
- Im März oder Herbst Wurzelstockstücke mit 1–2 Knospen mit einem Spatenstich abtrennen
- Sofort in gut vorbereitete Erde pflanzen, nicht zu tief
- Erde andrücken und gießen
→ Mehr Tipps von Pascale im Tutorial: Rhabarber teilen
Ernte und Lagerung
- Ernte: Die Blattstiele werden von Mai/Juni bis September/Oktober nach Bedarf geerntet. Wählen Sie feste Stiele aus. Schneiden Sie sie einfach mit einem Messer an der Basis ab. Lassen Sie etwa ein Drittel der Stiele an der Pflanze stehen.
- Aufbewahrung: Rhabarberstiele halten sich im Gemüsefach des Kühlschranks nur wenige Tage. Gewaschen und in Stücke geschnitten, können sie in einem Gefrierbeutel im Gefrierschrank mehrere Monate aufbewahrt werden.
Verwendung in der Küche und Nährwerte
Rhabarber ist eigentlich ein Gemüse, das wie Obst zubereitet wird. Er wird meist geschält und gekocht verzehrt. Schneiden Sie vor der Zubereitung Ihrer Rhabarberstangen die Enden ab. Schälen Sie sie anschließend mit einem kleinen Messer, indem Sie die Haut in Fäden abziehen. Rhabarber lässt sich zu Marmelade, Kompott, Konfitüre und Chutney verarbeiten, aber auch für Tarte, Kuchen und Crumble verwenden. Er passt als Beilage zu Fleisch oder Fisch. Sein säuerlicher Geschmack harmoniert perfekt mit Erdbeere, Banane und Apfel und lässt sich mit Gewürzen wie Vanille und Zimt verfeinern. Rhabarber wird auch zur Herstellung von Getränken verwendet.
In der Antike wurde Rhabarber von Chinesen und Russen ausschließlich als Heilpflanze angebaut. Seine Heilwirkung ist seit Jahrtausenden anerkannt. Rhabarber wirkt appetitanregend, adstringierend, abführend und erfrischend. Seine Stängel enthalten Ballaststoffe, Vitamine (B, C) und Mineralstoffe (Kalzium, Magnesium, Eisen).
Auch der Ölbaum erklärt Ihnen, wie ein Rhabarber-Auszug gelingt, den Sie im Gemüsegarten verwenden können!
Nützliche Ressourcen
- Unser Video: Rhabarber erfolgreich anbauen
- Unsere Anleitung: Wie stellt man Rhabarberjauche her?
- Mit Ingrid in der Küche: Rezept für Rhabarbermarmelade!
- Wann und wie lässt sich Rhabarber umpflanzen?
- Wie wählen Sie Rhabarber für Ihren Garten aus?
- Warum und wie schützt man Rhabarber im Winter?
- Unsere Auswahl an 15 Heilpflanzen mit vielen Vorzügen für den Anbau im eigenen Garten
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