Rhodocoma: Pflanzen, Pflege und Kultivierung

Rhodocoma: Pflanzen, Pflege und Kultivierung

Inhaltsverzeichnis

Geändert der 15. Juni 2025  durch Alexandra 10 min.

Rhodocoma kurz erklärt

  • Rhodokoma begeistert mit elegantem, ausladendem Wuchs
  • Bildet große, luftige Horste aus feinen, blattlosen Halmen
  • Hohe, architektonische Strukturstaude mit schilfähnlichem Wuchs
  • Für volle Sonne und neutralen bis sauren, eher armen, drainierenden Boden
  • Auch im Topf für die Terrasse kultivierbar
Schwierigkeit

Das Wort unserer Expertin

Rhodocoma sind majestätische, aus Südafrika stammende Stauden, deren Silhouette an Schilf erinnert. Sie bilden große, aufrechte Horste mit 1 bis 2,50 m langen, elegant überhängenden Halmen. Sie wirken sehr dekorativ. Diese wenig bekannten, originellen und überraschenden Pflanzen bringen Höhe und Struktur ins Beet. Sie passen hervorragend in exotische Beete, zusammen mit anderen Pflanzen aus dem südlichen Afrika, oder in dekorativ gestaltete Gärten. Rhodocoma gehören zu den Binsenrieden, ebenso wie Elegia capensis und Thamnocortus.

Rhodocoma bevorzugen volle Sonne und Wärme. Sie können ins Freiland gepflanzt werden, wenn die Winter nicht zu kalt sind (sie vertragen -8 bis -12 °C). Sie eignen sich gut für das Klima des Mittelmeerraums und der Atlantikküste und besonders für Gärten am Meer, da sie Wind und Gischt vertragen. In kühleren Regionen, etwa nördlich der Loire, lassen sich Rhodocoma problemlos in großen Töpfen oder Kübeln auf der Terrasse kultivieren. Im Winter genügt es, sie zum Schutz vor Kälte unterzustellen. Als Substrat bevorzugen sie gut drainierte, eher nährstoffarme, neutrale bis saure Böden. Einmal etabliert, benötigen Rhodocoma nur wenig Pflege. In diesem Ratgeber finden Sie alle Tipps für eine erfolgreiche Kultur im Freiland oder Topf!

Botanisch

Steckbrief

  • Lateinischer Name Rhodocoma sp.
  • Gebräuchlicher Name Restio
  • Blüte zwischen Mai und Juli
  • Height 1 bis 2,50 m, manchmal 3 m
  • Exposition volle Sonne
  • Art des Bodens drainierend, eher mager, neutral bis sauer
  • Winterhärte zwischen – 8 °C und – 12 °C.

Rhodocoma umfasst 8 Arten aus Südafrika, vor allem aus der Kapregion. Man findet sie insbesondere im Fynbos, einer charakteristischen Pflanzenformation mit mediterranem Klima und nährstoffarmen Böden, in der zahlreiche Proteaceae, Restionaceae und Ericaceae sowie Sukkulenten, Zwiebelpflanzen, Asteraceae und weitere Pflanzen wachsen. Rhodocoma ist in Gärten noch selten, obwohl die Pflanzen schöne dekorative Eigenschaften besitzen. In Kultur findet man hauptsächlich Rhodocoma capensis und Rhodocoma gigantea.

Rhodocoma gehört zu den Pflanzen, die allgemein Restio genannt werden, ebenso wie Elegia capensis oder Thamnocortus, da sie zur Familie der Restionaceae gehören. Es handelt sich um krautige Monokotyledonen, zu denen mehr als 400 Arten aus der Südhalbkugel zählen (Südafrika, Australien, Neuseeland, Madagaskar, Chile …). Entdecken Sie hier unser gesamtes Restio-Sortiment.

Der Name der Restios leitet sich vom lateinischen restis ab: „Seil“, da die sehr stabilen Halme mancher Arten zur Herstellung von Seilen verwendet werden konnten. Einige Restios wurden auch für Strohdächer oder Besen genutzt. Der Name Rhodocoma stammt dagegen aus dem Griechischen: rhodo bedeutet „rosa“ und kome „Haare“ – eine Anspielung auf die rosafarbenen, gefiederten Blüten der weiblichen Pflanzen. Rhodocoma capensis wurde so benannt, weil die Art aus der früheren Provinz Kap in Südafrika stammt, die heute ungefähr der Hälfte des Staatsgebiets von Südafrika entspricht.

Die Halme von Rhodocoma

Detailaufnahme der Halme von Rhodocoma capensis. Sie tragen keine echten Blätter: Diese sind an den Knoten zu braunen Schuppen reduziert. (Fotos: Krzysztof Golik / Krzysztof Ziarnek / Adobe Stock)

Rhodocoma sind große Stauden mit dichtem Wuchs, die Horste aus aufrechten Halmen bilden. Die Halme sind lang, stabil und attraktiv ausladend, was der Pflanze eine sehr elegante Erscheinung verleiht. Sie sind gebogen und bei jungen Pflanzen geneigt, werden mit der Zeit jedoch zunehmend gerade und aufrecht. Ihre Silhouette erinnert an Schilf oder große Gräser wie Chinaschilf. Rhodocoma capensis wird 1 bis 2 m hoch, während Rhodocoma gigantea eine Höhe von 2,50 bis 3 m erreicht. Die Halme sind stabil und weisen wie Bambus deutlich ausgeprägte Knoten auf. Aus diesen entspringen zahlreiche feine, gefiederte und sehr dichte Zweige. Dadurch wirkt Rhodocoma zugleich dekorativ und leicht. Wie Schachtelhalme besitzen Rhodocoma keine echten Blätter: Sie sind an den Knoten zu kleinen braunen Schuppen reduziert. Die grünen Halme übernehmen die Photosynthese. Der Blattmangel ist eine Anpassung an Trockenheit: Er begrenzt die Verdunstung und damit den Wasserverlust.

Rhodocoma blüht im späten Frühjahr oder frühen Sommer, je nach Klima und kultivierter Art zwischen Mai und Juli. Die Pflanzen sind entweder männlich oder weiblich und bilden daher unterschiedliche Blütenstände. Die weiblichen Blütenstände sind kurz und aufrecht; ihre Blüten tragen rosafarbene, gefiederte Griffel, während die männlichen Blütenstände lang und gebogen sind und braune, zum Boden hinabfallende Ährchen tragen.

Wie bei anderen Restionaceae erfolgt die Bestäubung durch den Wind, der den Pollen von den männlichen Pflanzen zu den Blüten der weiblichen Pflanzen trägt. Das erklärt auch, warum die Blüten der Restios unscheinbar und weder besonders farbenprächtig noch duftend sind: Blütenfarben und Düfte dienen einzig dazu, Insekten und andere Tiere anzulocken, die die Bestäubung übernehmen.

Rhodocoma bildet sehr kleine, ovale und braune Samen. Sobald sie reif sind, fallen sie zu Boden und warten dort, bis die Bedingungen für die Keimung günstig sind. In Südafrika kommt es im Fynbos häufig zu Bränden: Rhodocoma hat sich daran angepasst, und seine Samen benötigen daher den Durchgang des Feuers, um keimen zu können.

Die Wurzeln von Rhodocoma sind empfindlich, und die Pflanze verträgt ein Umpflanzen schlecht. Deshalb sollte der Standort vor der Pflanzung sorgfältig ausgewählt werden.

Die Blüten und Samen von Rhodocoma

Die männlichen Blütenstände von Rhodocoma gigantea und die Samen von Rhodocoma capensis. (Fotos: Krzysztof Ziarnek / Omar Hoftun)

Die wichtigsten Sorten

Beliebteste Sorten

In Kultur findet man vor allem die beiden Arten Rhodocoma capensis und Rhodocoma gigantea.

[produkt sku=”83458″ blog_description=”Dieser aus der südafrikanischen Kapprovinz stammende Rhodocoma bildet dichte Büschel aus aufrechten, hübsch überhängenden Halmen. Er ist relativ winterhart und verträgt eingewachsen bis zu – 12 °C. ” template=”listing1″ /]

[produkt sku=”83459″ blog_description=”Wie sein Name andeutet, ist dieser Rhodocoma monumental: Er wird bis zu 2,50 m, teils sogar 3 m hoch. Aufrechte Büschel aus hellgrünen Halmen mit sehr feinen Zweigen. Weniger winterhart als Rhodocoma capensis. ” template=”listing1″ /]

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Pflanzung

Wo pflanzen?

Der aus Südafrika stammende Rhodocoma liebt Wärme und Sonne. Er wächst im Fynbos, wo die Böden arm an organischer Substanz, eher sauer, lehmig oder sandig sind. Im Garten geben Sie ihm einen Platz in voller Sonne (er verträgt auch lichten Schatten). Pflanzen Sie ihn in einen gut drainierten, eher nährstoffarmen, neutralen oder sauren Boden. Schwere, verdichtete und staunasse Böden verträgt er nicht.

Rhodocoma bevorzugt milde Klimate ohne allzu kalte Winter. Die Pflanzen eignen sich ideal für Gärten am Meer, zumal sie Wind und salzhaltige Gischt problemlos vertragen. Gut eingewachsen halten sie in durchlässigem Boden dennoch Temperaturen von -8 bis -10 °C stand (Rhodocoma capensis sogar bis -12 °C).

Wählen Sie den Standort sorgfältig, denn eingewachsene Rhodocoma lassen sich nur ungern verpflanzen. Rhodocoma findet zum Beispiel in einem exotischen Beet seinen Platz, wo seine Silhouette für Höhe und Struktur sorgt, oder in einem Garten mit Pflanzen aus Australien und anderen südlichen Regionen. Es sind dekorative Pflanzen mit starkem Strukturwert.

Rhodocoma eignet sich auch für die Topfkultur: So können Sie ihn im Winter leicht geschützt unterbringen und den Rest des Jahres auf der Terrasse aufstellen, wo er schnell für eine exotische, dekorative Atmosphäre sorgt. Für die Pflanzung im Topf empfehlen wir Rhodocoma capensis, der kleiner bleibt als R. gigantea.

Wann pflanzen?

Wir empfehlen, Rhodocoma im Frühjahr, etwa im April, zu pflanzen. In Regionen mit geringem Frost­risiko, etwa rund ums Mittelmeer, kann Rhodocoma auch im Herbst gepflanzt werden.

Wie pflanzen?

Gehen Sie beim Pflanzen von Rhodocoma vorsichtig vor, damit Sie seine Wurzeln nicht zu sehr stören.

Im Freiland:

  1. Stellen Sie den Wurzelballen zunächst in eine Schale mit Wasser, damit er sich wieder mit Feuchtigkeit vollsaugt.
  2. Heben Sie währenddessen ein Pflanzloch aus, das etwa dreimal so groß wie der Wurzelballen ist.
  3. Geben Sie etwas mit grobem Sand vermischte Erde hinein, um die Drainage zu verbessern.
  4. Nehmen Sie Rhodocoma aus dem Topf und pflanzen Sie ihn ein.
  5. Füllen Sie rundum Substrat auf.
  6. Gießen Sie reichlich.

Im Topf:

  1. Nehmen Sie einen großen Topf mit Abzugslöchern.
  2. Geben Sie eine Drainageschicht hinein, etwa aus Kies oder Blähton.
  3. Füllen Sie anschließend eine Mischung aus Blumenerde, Gartenerde und Sand ein.
  4. Setzen Sie Rhodocoma mittig in den neuen Topf.
  5. Füllen Sie mit Substrat auf und drücken Sie es leicht an.
  6. Gießen Sie reichlich.
Rhodocoma capensis bildet schöne Horste aus aufrechten Trieben

Rhodocoma capensis

Pflege

Rhodocoma: pflegeleicht, kaum krankheits- und schädlingsanfällig. Sommer: gießen, mulchen. Winter: Wintervlies. Im Topf frostfrei halten und alle 2 Jahre umtopfen.

Vermehrung

Aussaat

Rhodocoma lässt sich aus Samen vermehren. Diese sind jedoch schwer zu ernten, da sie klein sind und bei der Reife schnell zu Boden fallen. Außerdem benötigen sie besondere Bedingungen zum Keimen.

In Südafrika kommt es im Fynbos regelmäßig zu Bränden, an die sich Rhodocoma angepasst hat. Erst das Feuer beendet die Dormanz der Samen und ermöglicht ihre Keimung. Sie müssen das Feuer daher nachahmen, etwa indem Sie Asche unter das Substrat mischen.

  1. Weichen Sie die Samen zur Förderung der Keimung 24 Stunden in Wasser ein, dem Sie einen Teelöffel Asche hinzufügen.
  2. Füllen Sie einen Topf mit spezieller Aussaaterde (oder einer Mischung aus Blumenerde und Sand) und geben Sie etwas Asche hinzu.
  3. Drücken Sie die Oberfläche leicht an und ebnen Sie sie ein.
  4. Säen Sie die Samen aus.
  5. Bedecken Sie sie mit einer dünnen Substratschicht.
  6. Gießen Sie.

Achten Sie bis zur Keimung darauf, dass das Substrat leicht feucht bleibt.

Horstteilung

Rhodocoma kann auch im Spätwinter oder zeitigen Frühjahr geteilt werden.

  1. Wählen Sie eine große, gut entwickelte Jungpflanze aus.
  2. Stechen Sie rundherum in den Boden, um sie auszugraben.
  3. Teilen Sie sie mit einem Spaten oder einer Gartenschere in mehrere Teilstücke. Jedes Teilstück muss ausreichend groß sein, da sich Rhodocoma nach einer Teilung nur langsam entwickelt.
  4. Pflanzen Sie die Teilstücke an einen neuen Standort oder in einen Topf.

Verbindung

Mit ihrer imposanten Wuchsform eignen sich Rhodocoma hervorragend für einen exotischen Garten. Kombinieren Sie sie mit üppig wachsenden Pflanzen wie Palmen und Bambus, der Banane Musa basjoo, Datisca cannabina, Fatsia japonica und Tetrapanax. So entsteht eine prachtvolle Pflanzenkulisse, die an einen tropischen Dschungel erinnert! Wählen Sie für die Blüte warme Farbtöne wie Gelb, Orange, Rot und Purpur: Denken Sie beispielsweise an Fackellilie, Montbretie, Canna und Taglilie.

In Regionen mit relativ kühlem Klima, etwa nördlich der Loire, können Sie Rhodocoma im Topf kultivieren und auf die Terrasse stellen, um eine prachtvolle sommerliche Dekoration zu schaffen. Wählen Sie Rhodocoma capensis und stellen Sie den Topf zusammen mit anderen Kübelpflanzen auf die Terrasse, die wie Gloriosa superba, Strelitzia reginae, Palmen, Passionsblumen, Wandelröschen, Schönmalven und Keulenlilien im Kübel kultiviert und überwintert werden. Im Herbst können Sie all diese Pflanzen in ein helles, frostfreies Quartier bringen und so während der kalten Jahreszeit vor Frost schützen.

Inspiration für die Kombination mit Rhodocoma

Rhodocoma eignet sich ideal für einen exotischen Garten mit weiteren australischen Pflanzen. Fackellilie ‘Fiery Fred’, Rhodocoma capensis, Anigozanthos, Dietes grandiflora, Leptospermum scoparium (Foto J. Tann) und Libertia ixioides ‘Taupo Blaze’ (Foto M. Hansen)

Rhodocoma eignet sich ideal für einen Garten mit australischen Pflanzen. Dazu zählen Pflanzen aus Australien, Neuseeland und Südafrika, die an warme, trockene Klimate und eher saure, nährstoffarme Böden angepasst sind. Denken Sie beispielsweise an Proteaceae wie Grevillea, Leucadendron und Protee. Genießen Sie das dekorative Laub von Rauhschopf, Cordyline australis, Libertia ixioides und Phormium tenax! Für die Blüte eignen sich beispielsweise Watsonie, Dietes grandiflora, Anigozanthos flavidus und Leptospermum. So erhalten Sie einen zugleich dekorativen und exotischen Garten!

Weitere Tipps und Informationen finden Sie in unserem Ratgeber „Australische Pflanzen pflanzen und kultivieren“.

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