Zapfenblume: Pflanzen, Kultivierung und Pflege

Zapfenblume: Pflanzen, Kultivierung und Pflege

Inhaltsverzeichnis

Geändert der 15. Juni 2025  durch Olivier 8 min.

Zapfenblume kurz erklärt

  • Die Gattung Zapfenblume umfasst fast 250 Arten von Stauden und Sträuchern
  • Einige sind winterhart genug für die Freilandkultur in Frankreich
  • Als Unterholzpflanzen lieben Zapfenblumen Halbschatten
  • Diese Stauden gedeihen in nährstoffreichem, frischem und gut durchlässigem Boden
Schwierigkeit

Das Wort unseres Experten

Eine so unbekannte, zugleich große und vielfältige Gattung lässt sich nur schwer allgemein beschreiben. Daher beschränke ich mich auf die winterharten Zapfenblumen.

Winterharte Zapfenblumen, insbesondere Strobilanthes penstemonoides, werden nur selten angeboten. Zu Unrecht! Denn diese Stauden sind pflegeleicht, vermehren sich leicht und gedeihen in normalem, eher frischem, gut drainiertem Boden. Dazu kommt, dass die sommerliche Blüte in zartem Blau scheinbar endlos anhält und bis zum Frost andauert. Ihr etwas wildes Wesen bringt viel Natürlichkeit ins Beet.

Dank ihrer Himalaya-Herkunft machen ihnen weder Kälte noch winterliche Feuchtigkeit in Belgien und Nordfrankreich etwas aus. Sie passen sich problemlos an jeden Standort an, solange es nicht zu trocken ist (und der Boden nicht zu kalkhaltig!) und bleiben stets gesund.

Kurz gesagt: Zapfenblumen sind Stauden, eher sogar Untersträucher, die häufiger gepflanzt werden sollten. Wenn Sie Unterholz-Atmosphäre und asiatische Pflanzen mögen: Greifen Sie zu! Sie werden nicht enttäuscht sein.

Botanik und Beschreibung

Steckbrief

  • Gebräuchlicher Name Strobilanthes, Zapfenblume
  • Blüte Juli bis Oktober, je nach Art
  • Height 30 bis 150 cm
  • Exposition Sonne, Halbschatten, Schatten
  • Art des Bodens nährstoffreich und frisch, aber gut durchlässig, kalkfrei
  • Winterhärte Strobilanthes für das Freiland sind sehr winterhart

Strobilanthes gehören zur Familie der Akanthusgewächse. Die aus Asien und Madagaskar stammende Gattung Strobilanthes umfasst fast 250 Arten von Stauden und Untersträuchern. Ihr natürlicher Lebensraum liegt am Waldrand oder im Unterholz. Die Gattung wurde 1826 erstmals vom Botaniker Carl Ludwig Blume beschrieben.

Die meisten sind nicht ausreichend winterhart, um unsere Winter zu überstehen, wie etwa Strobilanthes dyerianus, und werden im Topf oder als einjährige Pflanze kultiviert.

Allerdings stammen etwa 30 Arten aus den Bergen des Himalayas und sind daher ausreichend winterhart, um das ganze Jahr über in unseren Gärten zu wachsen. Dazu gehören unter anderem Strobilanthes attenuata, Strobilanthes yunnanensis, Strobilanthes atropurpureus, Stroblianthes nutans, Strobilanthes walichii und Strobilanthes penstemonoides (früher rankanensis).

Strobilanthes oder Zapfenblumen werden wegen ihres schönen, manchmal sehr farbenprächtigen Laubs und ihrer sommerlichen, bis in den Herbst andauernden Blüte kultiviert, die oft in einem schönen Blau erscheint. Die winterharten Arten sind eher Untersträucher und bilden manchmal bis zu einen Meter hohe und breite Büsche, wie im Fall von Strobilanthes penstemonoides.

Das Laub ist sommergrün. Die ovalen Blätter stehen gegenständig und sind fein gezähnt. Sie sind grün, gelegentlich purpurfarben (Strobilanthes brunetthy) oder violett-mauvefarben (Strobilanthes dyerianus).

Die Zweige sind charakteristisch: Sie weisen mehr oder weniger verdickte Knoten auf, aus denen häufig neue Wurzeln entstehen, sobald sie den Boden berühren. So breitet sich die Pflanze aus, die nur wenige Samen bildet.

Der Blütenstand besteht aus großen, röhrenförmigen Blüten in Blau bis Violett-Mauve, die bei Strobilanthes nutans manchmal weiß sind. Die Blüten stehen meist zu zweit am Ende eines zarten Blütenstiels. Die Blüte beginnt im Sommer und dauert monatelang bis zum ersten Frost.

Beachten Sie, dass die Pflanze im Frühjahr sehr spät, erst im Mai, wieder austreibt.

Strobilanthes

Einige blühende Arten: Strobilanthes penstemonoides, Strobilanthes nutans und Strobilanthes attenuata

Unsere Lieblingssorten

Strobilanthes attenuata - Zapfenblume

Strobilanthes attenuata - Zapfenblume

Strobilanthes attenuata ist eine hübsche, leicht zu kultivierende Bodendecker-Staude. Sie ist völlig winterhart und gedeiht auch in nährstoffarmem Boden unter Sträuchern. Von Spätsommer bis zum Frost bildet sie dichte, hohe Horste mit Ähren röhrenförmiger, blauvioletter Blüten.
  • Blütezeit September für November
  • Höhe bei Reife 1,50 m
Strobilanthes attenuata Blue Carpet - Zapfenblume

Strobilanthes attenuata Blue Carpet - Zapfenblume

Stroblianthes attenuata 'Blue Carpet' ist eine schöne Auswahl der Wildart Stroblianthes attenuata. Die Pflanze bleibt niedriger, ihre Blüten sind intensiver blauviolett.
  • Blütezeit September für November
  • Höhe bei Reife 80 cm
Strobilanthes nutans - Zapfenblume

Strobilanthes nutans - Zapfenblume

Strobilanthes nutans ist in kühl-ozeanischem Klima sehr winterhart und leicht zu kultivieren. Ihre großen, reinweißen Röhrenblüten erscheinen im Sommer an kurzen, dichten Ähren. Sie wächst im Schatten oder Halbschatten in frischem, saurem Boden.
  • Blütezeit August, September
  • Höhe bei Reife 30 cm
Strobilanthes penstemonoides - Zapfenblume

Strobilanthes penstemonoides - Zapfenblume

Die aus China stammende Strobilanthes rankanensis (penstemonoides) bildet schöne, bis 1 m hohe Büsche mit ovalen, fein gezähnten, leuchtend grünen Blättern. Zum Saisonende bedeckt sie sich mit spektakulären mauveblauen Blüten.
  • Blütezeit Oktober, November
  • Höhe bei Reife 90 cm

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Zapfenblumen pflanzen

Die Gattung Zapfenblume lässt sich in zwei Kulturgruppen unterteilen. Die winterharten Arten können im Freiland kultiviert werden, die nicht winterharten dagegen in der warmen Jahreszeit in Töpfen oder Pflanzgefäßen.

Wo pflanzen?

Winterharte Zapfenblumen wie Strobilanthes atropurpureus, Strobilanthes penstemonoides, Strobilanthes attenuata oder Strobilanthes nutans werden im Halbschatten oder Schatten unter Bäumen ins Freiland gepflanzt. Im Norden vertragen die meisten Arten auch einen sonnigeren Standort. Diese Stauden bevorzugen einen frischen, gut durchlässigen, humusreichen und kalkfreien Boden. Gut eingewachsen kommen Zapfenblumen jedoch auch mit Trockenheit zurecht.

Bei nicht winterharten Zapfenblumen wie Strobilanthes dyerianus muss das Pflanzgefäß gut durchlässig sein. Verwenden Sie dafür einen Topf oder Kübel mit Abzugslöchern! Füllen Sie den Topfboden zunächst mit einer Schicht Blähton oder Kies und geben Sie anschließend eine Mischung aus je einem Drittel Gartenerde, Universalerde und Kompost hinein. Stellen Sie den Topf vor direkter Sonne und kaltem Wind geschützt auf.

Wann pflanzen?

Die Pflanzung der ausreichend winterharten Arten, die ganzjährig im Garten bleiben können, erfolgt im Frühjahr, sobald sich der Boden genügend erwärmt hat, also je nach Klima von März bis Juni. Im Süden und Südwesten früher, im Norden eher im Mai oder Juni.

Wie pflanzen?

  • Lockern Sie den Boden gründlich bis in eine Tiefe von etwa 20 cm;
  • Feuchten Sie den Wurzelballen an und nehmen Sie ihn aus dem Topf;
  • Heben Sie ein Pflanzloch aus, das etwa doppelt so groß wie der Wurzelballen ist;
  • Zapfenblumen benötigen einen fruchtbaren, gut durchlässigen Boden: Mischen Sie ruhig etwas Kies oder Blähton unter die Erde, mit der Sie das Pflanzloch wieder auffüllen. Eine gute Handvoll Kompost ist ebenfalls sinnvoll;
  • Setzen Sie den Wurzelballen in die Mitte des Pflanzlochs;
  • Füllen Sie das Loch mit dem Aushub (bei zu festem Boden gegebenenfalls mit etwas Kies vermischt) und drücken Sie die Erde rund um den Hals vorsichtig mit den Fingern an;
  • Gießen Sie reichlich, um mögliche „Luftlöcher“ zwischen Erde und Wurzeln zu schließen;
  • Mulchen Sie großzügig, um den Gießaufwand zu verringern und den Boden frisch zu halten.
strobilanthes rankanensis

Strobilanthes penstemonoides (syn. rankanensis) – Foto Peganum (Flickr)

Pflege

Die Kultur der Zapfenblume ist einfach, der Pflegeaufwand sehr gering.

Im Freiland

Die Pflanze zeigt durch hängendes Laub, wenn sie Durst hat. In diesem Fall gießen Sie reichlich mit kalkarmem Wasser. Eine gute Mulchschicht hält den Boden ausreichend feucht und verhindert, dass die Pflanze leidet. Im Winter schützt die Mulchschicht den Wurzelstock vor zu starkem Frost.

Im Juni können Sie die Triebspitzen pinzieren (so erhalten Sie Stecklinge!), damit sich die Pflanze verzweigt. Der Horst bleibt niedriger und bildet mehr Blüten, die jedoch später erscheinen.

Am Ende des Winters, vor dem Austrieb im März und April, schneiden Sie die trockenen Stängel zurück.

Im Topf

Stellen Sie Ihre Zapfenblume in einen mit Blähton (oder feinem Kies) gefüllten und feucht gehaltenen Untersetzer. Besprühen Sie die Pflanze regelmäßig, um die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen. Bei Bedarf geben Sie einen phosphorreichen, vollständig zusammengesetzten Flüssigdünger.

Wenn Ihre Zapfenblume von unten kahl wird, können Sie sie im April vor dem Austrieb zurückschneiden. Ein Rückschnitt um etwa ein gutes Drittel der Höhe ist ausreichend.

Krankheiten und Schädlinge

Zapfenblumen im Freiland sind kaum anfällig für Krankheiten und Schädlinge.

Nur im Haus kultivierte Zapfenblumen können von Wollläusen befallen werden. Sie lassen sich mit einem feuchten Schwamm oder alkoholgetränkten Wattestäbchen entfernen. Wiederholen Sie dies, bis die Wollläuse verschwunden sind.

Vermehrung

Saatgut ist im Handel erhältlich, doch die Aussaat liefert wenig ermutigende Ergebnisse. Ganz anders die Stecklingsvermehrung!

Eine Zapfenblume durch Stecklinge zu vermehren, ist tatsächlich kinderleicht.

  • Schneiden Sie im Sommer etwa 10 cm lange Kopfstecklinge direkt unterhalb eines verdickten Knotens;
  • Entfernen Sie die unteren Blätter und lassen Sie nur die beiden obersten stehen;
  • Setzen Sie die Stecklinge in Anzuchttöpfe mit spezieller Blumenerde für Aussaat und Stecklingsvermehrung;
  • Decken Sie sie mit einer Haube oder einer halbierten Plastikflasche ab: Stecklinge unter gespannter Luft;
  • Stellen Sie die Stecklinge warm und hell, aber ohne direkte Sonne, auf;
  • Nach 5 bis 6 Wochen sollten die Stecklinge bewurzelt sein;
  • Lassen Sie die Jungpflanzen in den Anzuchttöpfen und pflanzen Sie sie in einen größeren Topf um, sobald die Wurzeln aus den Abzugslöchern wachsen;
  • Pflanzen Sie winterharte Arten im folgenden Frühjahr ins Freiland.

Noch einfacher geht es, wenn sich Ihre Zapfenblume bei Ihnen wohlfühlt: Sie können die natürliche Vermehrungsfähigkeit der Pflanze nutzen. An den verdickten Knoten befindet sich eine sogenannte „Abszissionszone“, also eine Stelle für einen „natürlichen Bruch“. Kurz gesagt: Wenn Sie die Pflanze schütteln, lösen sich an den Knoten Stücke ab. Diese Stängelstücke fallen zu Boden und bilden am Knoten Wurzeln. Die Pflanze vermehrt sich so ganz von selbst durch Stecklinge.

Kombination

Winterharte Zapfenblumen sind Unterholzpflanzen, die Halbschatten und frische, gut drainierte Böden bevorzugen. Im Garten kombiniert man sie daher mit anderen Pflanzen, die ähnliche Kulturbedingungen schätzen.

Strobilanthes penstemonoides harmoniert beispielsweise mit Funkien wie der lavendelfarben blühenden Hosta ‘Blue Cadet’ und Elfenblumen wie Epimedium grandiflorum ‘Purple Pixie’ mit leuchtend purpurrosa Blüten.

Einige Rodgersia henrici sorgen mit ihren über einen Meter hohen Blütenständen für Höhe. Ergänzt wird das Bild durch Wiesenrauten und, warum nicht, eine Kirengeshoma palmata. Ihre buttergelbe Blüte über dekorativem, handförmigem Laub begleitet die lange Blütezeit der Zapfenblumen perfekt.

association strobilanthes

Eine Pflanzidee: Strobilanthes penstemonoides, Hosta ‘Blue Cadet’, Epimedium grandiflorum ‘Purple Pixie’, Rodgersia henrici und Kirengeshoma palmata

Nützliche Ressourcen

Alle unsere Zapfenblumen finden in unserer Online-Gärtnerei.

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