Zimmerficus: Pflege und Anbau

Zimmerficus: Pflege und Anbau

Inhaltsverzeichnis

Geändert der 7. August 2025  durch Olivier 12 min.

Ficus in Kürze

  • Zimmer-Ficus sind robuste, dekorative Pflanzen und bringen elegante Grüntöne ins Zuhause.
  • Zahlreiche Arten und Sorten bieten für jeden Geschmack das Passende.
  • Sie bevorzugen indirektes Licht, mäßiges Gießen und hohe Luftfeuchtigkeit.
  • Drainierendes Substrat und regelmäßige Pflege fördern ihre Gesundheit.
  • Durch Stecklingsvermehrung oder Absenken leicht zu vermehren, passen sie zu jedem Wohnstil.
Schwierigkeit

Das Wort unseres Experten

Zimmer-Ficusse sind unverzichtbare Pflanzen, die unseren Wohnräumen eine elegante, exotische Note verleihen. Zu ihnen gehören verschiedene Arten wie Ficus elastica mit seinen dicken, glänzenden Blättern, Ficus lyrata mit seinen großen, von Blattadern durchzogenen Blättern sowie der zarte Ficus benjamina mit seiner biegsamen, überhängenden Wuchsform. Diese aus tropischen und subtropischen Regionen stammenden Pflanzen passen sich perfekt an helle Innenräume an. Ihr dichtes, immergrünes Laub macht sie zu idealen Begleitern für eine natürliche und beruhigende Atmosphäre.

Ficusse sind leicht zu kultivieren und bevorzugen einen hellen Standort ohne direkte Sonne, mäßiges Gießen und eine leicht feuchte Umgebung. Arten mit großen Blättern wie der Geigenfeigenbaum oder der Gummibaum profitieren von regelmäßigem Entstauben oder leichtem Besprühen, damit ihr Glanz erhalten bleibt. Ein Topf mit guter Drainage sowie ein leichtes, luftiges Substrat sind wichtig, um Wurzelkrankheiten vorzubeugen. Eine sanfte Düngung im Frühjahr und Sommer fördert zudem ein kräftiges Wachstum, während ein gelegentlicher Rückschnitt die Wuchsform strukturiert.

Ficusse können von Wollläusen und Spinnmilben befallen werden oder durch feuchtigkeitsbedingte Krankheiten wie Wurzelfäule geschädigt werden. Regelmäßige Kontrollen und die richtige Pflege beugen diesen Problemen vor. Zur Vermehrung können sie leicht durch Stecklingsvermehrung oder Abmoosen vermehrt werden – einfache und wirksame Methoden, um neue Pflanzen zu erhalten.

Als wahre Verwandlungskünstler der Raumgestaltung fügen sich Ficusse harmonisch in jeden Einrichtungsstil ein, vom minimalistischen über den böhmischen bis hin zum industriellen Ambiente. In Keramiktöpfen, Weidenkörben oder Übertöpfen aus Beton werden sie zu zentralen Dekorationselementen. Vielseitig und majestätisch sind Ficusse weit mehr als einfache Zimmerpflanzen: Sie verkörpern eine elegante, lebendige Natur, die jeden Raum aufwertet.

panaschierter Ficus

Ficus benjamina

Botanik und Beschreibung

Steckbrief

  • Lateinischer Name Ficus sp.
  • Familie Maulbeergewächse
  • Gebräuchlicher Name Ficus, Birkenfeige, Geigenfeige, Gummibaum...
  • Blüte ganzjährig, aber unscheinbar
  • Height im Topf bis 3 m
  • Exposition hell, ohne direkte Sonne
  • Art des Bodens nährstoffreiche, gut durchlässige Blumenerde
  • Winterhärte 15 °C

Der Ficus gehört zur großen Familie der Maulbeergewächse, einer botanischen Familie mit sehr unterschiedlichen Pflanzenformen, von majestätischen Bäumen bis zu kleinen kriechenden Pflanzen. Der Gattungsname Ficus stammt direkt aus dem Lateinischen und bedeutet „Feigenbaum“. Er bezieht sich auf Ficus carica, den Echten Feigenbaum, der in unseren Gärten wegen seiner Früchte kultiviert wird. Doch diese artenreiche Gattung umfasst mehr als 800 Arten, darunter bekannte Pflanzen mit deutschen Namen wie Birkenfeige (Ficus benjamina), Gummibaum (Ficus elastica), Geigenfeige (Ficus lyrata) und Kletter-Feige (Ficus pumila).

Ficus-Arten und -Sorten

Ficus lyrata, Ficus elastica und Ficus benjamina

In ihrer natürlichen Heimat gedeihen Zimmer-Ficusse vor allem in tropischen und subtropischen Wäldern Asiens, Afrikas und Amerikas. Sie wachsen in warmen, feuchten Umgebungen, oft im Schatten großer Bäume, und klettern oder breiten sich je nach Art aus. Einige, etwa Ficus benghalensis, können durch ihre Luftwurzeln zu Riesen werden. Diese bilden eigenständige Wälder.

große, riesige Ficusse

Der Banyanbaum oder Ficus benghalensis

Diese Anpassungsfähigkeit macht den Ficus zu einer so beliebten Zimmerpflanze. Mit seinem dichten, dekorativen Laub verleiht er Wohnräumen eine exotische, üppige Note. Außerdem kommt der Ficus mit den Bedingungen in Innenräumen relativ gut zurecht: Er verträgt indirektes Licht und trockenere Raumluft. Die Vielfalt der Arten ermöglicht die Wahl zwischen unterschiedlichen Wuchsformen und glänzendem oder strukturiertem Laub – passend zu jedem Einrichtungsstil, vom klassischen bis zum modernen.

? Eine empfindliche Pflanze! Ficus benjamina ist für seine Empfindlichkeit gegenüber Veränderungen bekannt. Wird er umgestellt oder ändern sich seine Bedingungen plötzlich, etwa durch Zugluft oder unregelmäßiges Gießen, kann er über Nacht viele Blätter verlieren. Das wirkt oft, als würde er „schmollen“. Kein Grund zur Sorge: So passt er sich an. Sobald er sich eingewöhnt hat, treibt er wieder aus.

 

Schöne Sorten für Ihr Zuhause

Ficus benjamina ‘Natasja’ ist eine kompaktere und buschigere Variante der klassischen Birkenfeige. Das dichte Laub aus kleinen, glänzend grünen Blättern wirkt elegant und gepflegt. Dank seiner geringeren Größe und seines mäßigen Wachstums eignet er sich ideal für kleine Räume oder als Büropflanze.

Ficus elastica ‘Schrijveriana’ ist eine beeindruckende Sorte des klassischen Gummibaums. Seine großen, dicken Blätter zeigen hellgrüne und cremefarbene Marmorierungen und bilden einen spektakulären Kontrast. Neben seinem dekorativen Wert besitzt er die Robustheit anderer Ficus elastica und kommt mit mittleren Lichtverhältnissen sowie gelegentlich vergessenem Gießen gut zurecht.

Ficus pumila ‘Arina’, oft Zwerg-Ficus oder Kletter-Feige genannt, ist eine hübsche Kletter- oder Hängepflanze. Die kleinen, dunkelgrünen, dicken und glänzenden Blätter bilden einen sehr dekorativen, teppichartigen Effekt. Der Ficus pumila ‘Bellus’ zeichnet sich dagegen durch strukturierteres Laub aus. Seine Blätter sind leicht gewellt und an den Rändern heller gefärbt, was der Pflanze mehr Tiefe verleiht.

? Achtung, Ausbreitungsgefahr! Ficus elastica, der Gummibaum, kann sehr groß werden, wenn man ihn lässt. Nicht selten vernachlässigen Besitzer den Rückschnitt ihres Ficus und haben schließlich einen Baum, der bis an die Zimmerdecke reicht! Seine Wurzeln können sogar versuchen, in benachbarte Töpfe vorzudringen oder Fliesen anzuheben, wenn die Pflanze direkt in ein großes Pflanzgefäß gesetzt wird. Auch im Haus zeigt sich hier echte Naturgewalt!

Botanische Beschreibung der Ficusse

Eine allgemeingültige Beschreibung für alle Ficusse ist schwierig, da diese Gattung sehr vielfältig ist.

Tropische und subtropische Ficusse bilden eine Gruppe sehr unterschiedlicher Pflanzen: von kleinen kletternden Bodendeckern bis zu majestätischen, jahrhundertealten Bäumen. Ihre Wuchsform variiert stark je nach Art. Einige, etwa Ficus benjamina, bilden eine elegante Silhouette mit leicht überhängenden Zweigen, die einen luftigen Eindruck erzeugen. Andere, wie Ficus elastica, wachsen aufrechter und kräftiger, mit dicken Zweigen und einem klar ausgeprägten Stamm. Arten wie Ficus benghalensis entwickeln sich dank ihrer weit ausladenden, von Luftwurzeln gestützten Zweige spektakulär. Diese werden zu echten Nebentrieben.

Das Wurzelsystem der Ficusse ist in der Natur besonders beeindruckend. Viele Arten entwickeln Luftwurzeln, die von den Zweigen herabhängen und im Boden verankern. So kann sich der Baum horizontal ausbreiten und monumentale Strukturen bilden, wie bei Ficus benghalensis. Andere, etwa Ficus elastica, besitzen kräftige, tief reichende Wurzeln, die massive Stämme stabilisieren. Diese Wurzeln geben nicht nur Halt, sondern nehmen auch Feuchtigkeit aus der Luft auf – ein Vorteil in tropischen Lebensräumen.

Das Laub ist ein weiterer wichtiger Grund für die Attraktivität der Ficusse. Es ist meist immergrün und bietet das ganze Jahr über eine dichte Begrünung. Die Blätter unterscheiden sich je nach Art: Ficus elastica trägt große, ovale, dicke und glänzende Blätter, die häufig von roten Blattadern gesäumt sind. Ficus lyrata ist an seinen großen, geigenförmigen, nervigen und ledrigen Blättern erkennbar. Ficus pumila besitzt dagegen kleine, ovale, dünne und leicht strukturierte Blätter. Dieses üppige Laub ist nicht nur dekorativ, sondern auch an den natürlichen Lebensraum angepasst: Seine dicke, wachsartige Oberfläche begrenzt den Wasserverlust.

Ficus als Zimmerpflanze

Ficus elastica, Ficus benjamina, Ficus pumila und Ficus lyrata

Die Blüte der Ficusse ist dagegen unscheinbar, fast bedeutungslos. Sie bilden keine auffälligen Blüten wie andere Pflanzen, denn ihre Blüten sitzen im Inneren kleiner, feigenartiger Strukturen, die Syكونien genannt werden. In diesen Syكونien befinden sich winzige Blüten, die häufig von bestimmten Insekten, etwa speziellen Wespenarten, bestäubt werden. Diese Blüte bleibt für das bloße Auge unsichtbar und dauert meist einige Wochen. Bei als Zimmerpflanzen kultivierten Zierarten ist die Blüte selten, da die Bedingungen für ihre Bildung nicht ideal sind.

? Gut zu wissen: Ficus elastica wurde in der bekannten NASA-Studie als luftreinigende Pflanze eingestuft. Er nimmt bestimmte Schadstoffe wie Formaldehyd auf und verbessert die Luftqualität.

Vorsicht, Latex!

Der aus den Zweigen von Zimmer-Ficussen austretende Latex ist ein zäher, weißer Pflanzensaft. Er tritt aus, wenn die Pflanze verletzt wird, etwa nach einem Rückschnitt oder wenn ein Zweig oder Blatt abbricht. Besonders deutlich zeigt sich dieses Phänomen bei Arten wie Ficus elastica und Ficus benjamina.

Dieser Latex ist keineswegs harmlos oder nur dekorativ: Er dient der Pflanze als natürlicher Schutz. Bei einer Verletzung tritt der Pflanzensaft aus und verschließt die Wunde rasch. So verhindert er das Eindringen von Pathogenen oder Parasiten. Der Saft enthält kautschukartige Verbindungen – daher der Name Ficus elastica –, die eine schützende Barriere bilden.

Allerdings ist dieser Latex auch giftig und kann Hautreizungen verursachen. Er enthält Enzyme sowie chemische Verbindungen wie Furocumarine und allergene Proteine, die Haut und Schleimhäute reizen können. Bei direktem Kontakt kann es zu Rötungen, Juckreiz und sogar leichten Verbrennungen kommen. Bei empfindlichen oder allergischen Personen sind stärkere Reaktionen möglich. Gelangt Latex in die Augen, kann er schmerzhafte Entzündungen auslösen.

Beim Rückschnitt oder bei der Pflege von Ficussen sollten Sie daher Handschuhe tragen, um den Kontakt mit diesem Pflanzensaft zu vermeiden. Gelangt Latex auf die Haut, spülen Sie die Stelle am besten sofort mit klarem Wasser und Seife ab. Halten Sie Haustiere von diesem Saft fern, da er auch beim Verschlucken giftig sein kann.

giftiger Ficus-Pflanzensaft

Die wichtigsten Arten und Sorten

Unsere Lieblingssorten
Weitere Sorten entdecken
Ficus Shivereana - Gummibaum

Ficus Shivereana - Gummibaum

Ein prächtiger Gummibaum mit ovalen, breit weiß und creme panaschierten Blättern. Junge Blätter zeigen einen hübschen Rosaton.
  • Höhe bei Reife 1,50 m
Ficus lyrata - Figuier lyre

Ficus lyrata - Figuier lyre

Ficus lyrata begeistert mit majestätischer Wuchsform und großen, dunkelgrünen, glänzenden, leierförmigen Blättern. Ideal für exotisches Flair.
  • Höhe bei Reife 3 m
Ficus pumila Bellus - Kletter-Feige

Ficus pumila Bellus - Kletter-Feige

Ein Zwerg-Ficus mit kriechender Wuchsform und kleinen, gewellten Blättern: grün und weiß berandet. Ideal als Hängepflanze, im Regal oder im Terrarium.
  • Höhe bei Reife 10 cm
Birkenfeige - Ficus Exotica

Birkenfeige - Ficus Exotica

Diese Benjamin-Feige besticht durch ihre überhängende Wuchsform. Sie bildet einen eleganten Strauch mit herabhängenden Zweigen und ovalen, tiefgrünen, glänzenden Blättern.
  • Höhe bei Reife 2,50 m
Gummibaum - Ficus Tineke

Gummibaum - Ficus Tineke

Ficus elastica trägt große, ovale, grüne Blätter mit unregelmäßig cremeweißer Berandung. Zudem sind sie rosé nuanciert.
  • Höhe bei Reife 1,25 m
Ficus Natasja - Birkenfeige

Ficus Natasja - Birkenfeige

Dieser Ficus überzeugt mit kompakter, buschiger Wuchsform und passt daher auch in kleine Wohnungen. Seine glänzenden, dunkelgrünen Blätter hängen leicht über.
  • Höhe bei Reife 1,20 m

 

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Pflanzung und Standort

Standort

  • Hell, aber ohne direkte Sonne: Ficus mögen Licht, vertragen jedoch keine direkte Sonne, die ihre Blätter verbrennen kann.
  • An einem Ost- oder Westfenster: Sanftes, indirektes Licht ist ideal.
  • Zugluft und abrupte Temperaturwechsel vermeiden, da sie Blattfall verursachen können.

Der richtige Standort für einen Ficus

Topfart

  • Topf mit Abzugslöchern, um Staunässe und Wurzelfäule zu vermeiden.
  • Passende Größe: weder zu groß noch zu klein. Der Topf sollte den Wurzeln ausreichend Platz bieten, ohne unverhältnismäßig groß zu sein.
  • Material: Terrakotta (gute Belüftung) oder Kunststoff (leichter, hält aber mehr Feuchtigkeit).

Substrat

  • Gut drainierendes Substrat: eine Mischung aus 2/3 Universalerde und 1/3 Sand oder Perlite für eine gute Belüftung.
  • Gebrauchsfertige Option: Spezialerde für Grünpflanzen ist sehr gut geeignet.

Umtopfen

  • Alle 2 bis 3 Jahre im Frühjahr, sobald Wurzeln aus den Abzugslöchern wachsen oder das Wachstum nachlässt.
  • Topf wechseln und ein etwas größeres Gefäß wählen oder jedes Jahr einfach die oberste Erdschicht erneuern (Auffrischen).

Ficus kultivieren und pflegen?

Gießen

  • Mäßig: Gießen Sie, sobald die obersten 2–3 cm des Bodens trocken sind.
  • Im Sommer: etwa einmal pro Woche.
  • Im Winter: auf einmal alle 2–3 Wochen reduzieren.
  • : Denken Sie daran, den Untersetzer nach dem Gießen stets zu leeren.

Hinweis: Wie bei vielen Zimmerpflanzen ist das Besprühen eine wichtige Pflege für das Wohlbefinden des Ficus, besonders im Winter bei laufender Heizung. Zu geringe Luftfeuchtigkeit kann trockene Blätter, braune Blattspitzen oder sogar Blattfall verursachen. Besprühen Sie das Blattwerk ein- bis zweimal pro Woche mit kalkarmem Wasser auf Zimmertemperatur. Vermeiden Sie dabei, die jungen Triebe zu stark zu befeuchten.

Ficus gießen Menge wie

Düngen

Rückschnitt

  • Im Frühjahr oder frühen Sommer: nur zur Kontrolle von Größe und Wuchsform.
  • Störende oder beschädigte Zweige abschneiden – mit einer sauberen Schere.
  • Junge Triebe auskneifen, um eine buschigere Wuchsform zu fördern.

Achtung! Der Latex kann reizend wirken. Tragen Sie Handschuhe oder waschen Sie sich anschließend gründlich die Hände.

Umtopfen

  • Alle 2 bis 3 Jahre im Frühjahr, sobald die Wurzeln aus den Abzugslöchern wachsen oder das Wachstum nachlässt.
  • Wechseln Sie den Topf gegen ein etwas größeres Gefäß oder erneuern Sie jedes Jahr einfach die oberste Blumenerdeschicht (Auffrischen).

Blätter abstauben

Bei Ficus mit großen Blättern, wie Ficus elastica oder Ficus lyrata, empfiehlt es sich, die Blätter regelmäßig mit einem weichen, feuchten Tuch abzustauben, um die Photosynthese zu fördern und ihren Glanz zu erhalten. Außerdem beugen Sie damit dem Auftreten von Parasiten vor, die sich gern auf schmutzigen Blättern verstecken.

Zimmerpflanzen bei schönem Sommerregen nach draußen zu stellen, ist ebenfalls eine gute Möglichkeit, das Blattwerk auf natürliche Weise zu reinigen – besonders bei den kleinen Blättern einer Ficus benjamina.

Ficus Pflege Blätter reinigen

Mögliche Krankheiten und Parasiten

Zimmer-Ficusse sind meist robuste Pflanzen, können jedoch von Krankheiten und Schädlingen befallen werden, besonders bei ungünstigen Kulturbedingungen.

Häufige Krankheiten

  • Wurzelfäule: Sie entsteht durch zu viel Wasser oder schlechte Drainage. Erkennbar ist sie an gelb werdenden und abfallenden Blättern sowie einem weichen Stamm. Die Wurzeln werden schwarz und riechen unangenehm.
  • Mehltau: Diese Pilzkrankheit zeigt sich durch einen weißen, pudrigen Belag auf den Blättern. Sie tritt oft in zu feuchter, schlecht belüfteter Umgebung auf.
  • Blattflecken: Auf den Blättern erscheinen braune oder schwarze Flecken, verursacht durch Pilze oder Bakterien. Zu viel Feuchtigkeit begünstigt ihre Entwicklung.

Häufige Schädlinge

  • Schildläuse: Diese kleinen braunen oder weißen Insekten in Form kleiner Dellen oder watteartiger Beläge sitzen an den Trieben und Blattunterseiten und saugen den Pflanzensaft. Sie hinterlassen klebrige Honigtau-Spuren, auf denen sich Rußtau (ein schwarzer Pilz) bilden kann.
  • Spinnmilben: Die winzigen, mit bloßem Auge schwer erkennbaren Tiere spinnen feine Netze an den Blättern und verursachen gelbe Punkte, bevor die Blätter vertrocknen. Sie treten vor allem bei warmer, trockener Luft auf.
  • Blattläuse: Die kleinen grünen, schwarzen oder gelben Insekten besiedeln junge Triebe und scheiden ebenfalls Honigtau aus, der Ameisen und Rußtau anzieht.
  • Thripse: Diese länglichen Insekten hinterlassen silbrige Streifen und verformen die Blätter durch ihre Stiche, mit denen sie Pflanzensaft saugen.
  • Trauermücken: Die weniger gefährlichen kleinen schwarzen Insekten treten bei zu feuchtem Substrat auf. Ihre Larven können gelegentlich junge Wurzeln befallen.

Vorbeugung und Behandlung

  • Vermeiden Sie zu viel Wasser und achten Sie auf einen guten Wasserabzug des Topfes.
  • Lüften Sie den Raum regelmäßig, um stehende Feuchtigkeit zu vermeiden.
  • Reinigen Sie die Blätter mit einem feuchten Tuch, damit sich keine Schädlinge ansiedeln.
  • Bei leichtem Befall verwenden Sie verdünnte Schmierseife oder Brennnesseljauche.

→ Mehr erfahren Sie in unserem Artikel: Krankheiten und Schädlinge am Ficus.

Ficus vermehren?

Die Vermehrung von Ficus ist relativ einfach und kann je nach Art und Vorlieben des Gärtners auf zwei Arten erfolgen: durch Stecklingsvermehrung oder Abmoosen.

Stecklingsvermehrung (einfachste Methode)

Idealer Zeitraum: im Frühjahr oder Frühsommer, wenn die Pflanze kräftig wächst.

Schritte:

  • Schneiden Sie einen gesunden, 10 bis 15 cm langen Trieb mit 2 bis 3 Blättern ab. Wählen Sie einen halbverholzten Trieb (weder zu weich noch zu hart).
  • Schneiden Sie unter einem Knoten mit einer sauberen Gartenschere. Entfernen Sie die unteren Blätter, sodass nur die oberen bleiben.
  • Stoppen Sie den Latexfluss, indem Sie die Basis einige Minuten in lauwarmes Wasser tauchen oder mit einem Tuch abtupfen.
  • Stecken Sie den Steckling in einen Topf mit leichter, drainierender Mischung (Blumenerde und Sand oder Perlite).
  • Feuchten Sie das Substrat leicht an, ohne es zu durchnässen.
  • Decken Sie den Topf mit einem durchsichtigen Plastikbeutel oder einem Mini-Gewächshaus ab, um einen Treibhauseffekt zu erzeugen.
  • Stellen Sie den Steckling hell, aber ohne direkte Sonne auf, und halten Sie das Substrat feucht.
  • Warten Sie 4 bis 8 Wochen: Dann sollten sich Wurzeln bilden. Sobald neue Blätter wachsen, kann der Steckling umgetopft werden.

Abmoosen (ideal für große Ficus wie Ficus elastica oder Ficus lyrata)

Idealer Zeitraum: im Frühjahr oder Sommer.

Schritte:

  • Wählen Sie einen kräftigen Zweig und entfernen Sie rund um einen Knoten auf 10 cm Länge die Blätter.
  • Ritzen Sie die Rinde mit zwei kleinen, parallelen Schnitten leicht ein und entfernen Sie die Rinde dazwischen.
  • Umwickeln Sie die Stelle mit feuchtem Sphagnum und umgeben Sie alles mit Plastikfolie oder einem durchsichtigen Beutel, damit die Feuchtigkeit erhalten bleibt.
  • Verschließen Sie die Enden mit Bändern, um Verdunstung zu vermeiden.
  • Kontrollieren Sie die Feuchtigkeit des Sphagnums. Nach 1 bis 2 Monaten bilden sich Wurzeln.
  • Sobald der Zweig gut bewurzelt ist, schneiden Sie unterhalb des Wurzelballens und pflanzen Sie die neue Pflanze in einen passenden Topf.

Allgemeine Tipps

  • Verwenden Sie stets saubere und desinfizierte Werkzeuge, um Infektionen zu vermeiden.
  • Sorgen Sie für gleichmäßige Feuchtigkeit, aber vermeiden Sie Staunässe, um Fäulnis vorzubeugen.
  • Setzen Sie junge Pflanzen nicht der prallen Sonne aus, sondern hellem, sanftem Licht.
  • Seien Sie geduldig: Ficus brauchen manchmal mehrere Wochen, bevor sie Anzeichen neuen Wachstums zeigen.

Ficus dekorativ in Szene setzen?

Ficus ist eine äußerst vielseitige Pflanze, die sich an zahlreiche Einrichtungsstile anpasst. Sein üppiges Blattwerk und seine vielfältigen Formen lassen sich sowohl in moderne als auch in natürlichere Wohnwelten integrieren. Hier einige Deko-Ideen für verschiedene Ficus-Arten und passende Übertöpfe:

Ficus elastica (Gummibaum)

  • Einrichtungsstil: ideal für moderne, industrielle oder minimalistische Wohnräume. Sein dickes, glänzendes Blattwerk wirkt dekorativ und elegant.
  • Topf: ein matter oder glänzender Keramikübertopf in neutralen Farben (Weiß, Schwarz, Grau) oder aus Beton für eine industrielle Wirkung. Ein goldfarbener Messing- oder kupferfarbener Metalltopf unterstreicht in einem stilvolleren Ambiente seine edle Ausstrahlung.
  • Standort: nahe einem großen Fenster oder in einer Zimmerecke, um den vertikalen Raum zu nutzen.

Ficus lyrata (Geigenfeige)

  • Einrichtungsstil: dank seiner großen, skulpturalen Blätter ideal für skandinavische, bohemische oder moderne Einrichtungen. Er wird schnell zum Blickfang.
  • Topf: ein Korb aus Weide oder Jute für eine natürliche, bohemische Atmosphäre. In einem klareren Ambiente betont ein Terrakotta- oder hellgrauer Betontopf seine dekorative Wirkung.
  • Standort: frei stehend in einer hellen Ecke oder neben einem Sofa strukturiert er den Raum elegant.

Ficus benjamina (Benjamin-Feige)

  • Einrichtungsstil: sehr vielseitig und dank seiner leichten, überhängenden Wuchsform passend zu klassischen, gemütlichen oder auch Vintage-Einrichtungen.
  • Topf: ein glasierter Keramiktopf mit dezenten Mustern oder ein farbiger Übertopf bringt Lebendigkeit in die Einrichtung. Ein Topf auf einem Holzständer betont seine luftige Silhouette.
  • Standort: an einem Fenster mit Gardine oder in einem geräumigen Eingangsbereich sorgt er für Weichheit und Volumen.

Ficus pumila (Kletter-Feige)

  • Einrichtungsstil: ideal für pflanzenbetonte, urbane oder ländliche Einrichtungen. Sein dichtes, zartes Blattwerk eignet sich perfekt, um Regale oder Wände zu schmücken.
  • Topf: eine Makrameeampel für eine bohemische Atmosphäre oder ein Wandtopf aus Terrakotta für eine grüne Wand. Ein Topf aus Rohbeton oder transparentem Glas bringt auch seine feinen Wurzeln zur Geltung.
  • Standort: hängend nahe einem Fenster oder auf einem Regal, damit seine Triebe elegant herabhängen können.

Ficus microcarpa ‘Ginseng’ (Bonsai)

  • Einrichtungsstil: dank seines knorrigen Stammes und der kleinen Blätter ideal für Zen-, minimalistische oder asiatische Wohnräume.
  • Topf: ein schlichter glasierter Keramiktopf, meist oval oder rechteckig, betont seine Luftwurzeln. Dezente Farben wie Schwarz, Anthrazit oder Terrakottatöne sind perfekt.
  • Standort: auf einer Konsole oder einem gut beleuchteten Regal zieht er sofort die Blicke auf sich.

Allgemeine Deko-Tipps

  • Ficus mit anderen Pflanzen kombinieren und so eine beruhigende grüne Ecke schaffen.
  • Mit unterschiedlichen Höhen arbeiten: Töpfe am Boden, auf Podesten oder hängend sorgen für mehr Tiefe.
  • Natürliche Materialien wählen (Weide, Holz, Keramik), um die pflanzliche Atmosphäre zu verstärken, oder Rohmaterialien (Beton, Metall) für eine modernere Wirkung einsetzen.

Ficus für welche Einrichtung

Auch lesenswert

→ Pflegetipps finden Sie in unserem Artikel: Ficus im Jahreslauf.

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→ Zahlreiche Bücher über Zimmerpflanzen sind erhältlich. Wir empfehlen jedoch das Standardwerk zum Thema: Die Enzyklopädie der Zimmerpflanzen von Solène Moutardier, erschienen bei Ulmer.

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Zimmer-Ficus: Pflege und Kultivierung