Die sehr dekorative Spindelstrauch (Euonymus) hat alles, was das Herz von Gärtnerinnen und Gärtnern höherschlagen lässt. Er ist winterhart, unempfindlich gegenüber Luftverschmutzung und stellt nur geringe Ansprüche an Boden und Standort. Je nach Sorte wächst er buschig, kletternd oder ausgebreitet. Seine sommergrünen oder immergrünen Blätter sind fest und glänzend. Damit passt er sich nahezu jeder Situation an. Sie können ihn als Solitär, in einem Beet oder einer geschnittenen Beeteinfassung pflanzen. Ebenso eignet er sich für eine frei wachsende oder geradlinige Hecke. In den vergangenen Jahren ist er außerdem zu einer Alternative zum Buchsbaum geworden, der durch den Buchsbaumzünsler stark dezimiert wurde. Auch die Kultur im Topf oder Kübel auf einem Balkon oder einer Terrasse bekommt ihm ausgezeichnet. Mit mehr als 175 Arten aus allen Teilen der Welt zeichnet sich der Spindelstrauch zudem durch eine große Vielfalt unterschiedlich gefärbter Blätter aus. Kurz gesagt: Dieser besonders anpassungsfähige Strauch lässt sich hervorragend als Hochstämmchen erziehen.
Wir erklären Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie einen Spindelstrauch zum Hochstämmchen erziehen und pflegen, damit er diese außergewöhnliche Form behält.
Was ist ein Spindelstrauch als Hochstämmchen?
Konkret besitzt ein Hochstämmchen einen geraden, gleichmäßig gewachsenen Stamm, der einem langen, unbelaubten Stiel ähnelt. An seiner Spitze sitzt eine schöne, dichte und kompakte Laubkugel. Je nach Art und Sorte kann die Krone blühen oder manchmal auch überhängend beziehungsweise elegant ausgebreitet wachsen.
Im Allgemeinen erreicht ein Hochstämmchen eine Höhe von 1 bis 1,5 m und wird im Topf kultiviert. Es handelt sich um einen besonders dekorativen Strauch voller Anmut, Eleganz und Feinheit.
Dank seiner zahlreichen Arten mit unterschiedlichen Wuchsformen und farbigem Laub eignet sich der Spindelstrauch gut für die Erziehung zum Hochstämmchen und passt sich sehr gut an diese Form der Pflanzengestaltung an. Ein Spindelstrauch als Hochstämmchen ist für einen kleinen Stadtgarten besonders interessant. Dort wird er zum Blickfang und vermittelt den Eindruck eines Baumes. Auch auf einer Terrasse oder einem Balkon findet er problemlos seinen Platz, wenn Sie ihn im Topf kultivieren.

Welche Sorten eignen sich für ein Spindelstrauch-Hochstämmchen?
Für ein Spindelstrauch-Hochstämmchen sollten Sie vor allem Sorten mit aufrechtem, straffem Wuchs bevorzugen. Kriechende Sorten eignen sich weniger. Wählen Sie eine Sorte mit einem kräftigen, senkrecht wachsenden Mitteltrieb, der im Laufe der Jahre den Stamm des Hochstämmchens bildet.
Am besten entscheiden Sie sich außerdem für einen immergrünen Spindelstrauch, der das ganze Jahr über attraktiv bleibt. Doch auch sommergrünes Laub mit einer leuchtenden Herbstfärbung kann seinen Reiz haben.
Wir empfehlen Ihnen:
- Euonymus japonicus ‘Aureus’: Diese Sorte besitzt eine sehr kompakte Wuchsform und dichtes, immergrünes, cremegelbes, grün berandetes Laub. Sie ist besonders dekorativ. Als Formschnittgehölz eignet sie sich hervorragend und verträgt regelmäßige Schnitte sehr gut. Zudem wächst sie von Natur aus buschig und aufrecht. Im Alter erreicht sie eine Höhe von 1,50 bis 2 m und eine Breite von 1 m. Durch den Rückschnitt bleiben ihre Maße jedoch geringer.
- Euonymus japonicus ‘Aureomarginatus’: Diese Sorte des Japanischen Spindelstrauchs ähnelt der vorherigen. Sie besitzt ebenfalls leuchtendes, dunkelgrünes, goldgelb berandetes Laub. Dadurch ist sie auch im Winter sehr dekorativ, denn ihr Laub bleibt immergrün. Sie wächst buschig und von Natur aus aufrecht. Außerdem ist sie stark verzweigt.
- Euonymus alatus (oder Geflügelter Spindelstrauch): Obwohl dieser Spindelstrauch sommergrünes Laub besitzt, das bis Dezember an den Zweigen haften bleibt, eignet er sich in jeder Hinsicht für die Erziehung als Hochstämmchen. Sein Laub ist außergewöhnlich: Im Frühjahr zeigt es sich zartgrün, im Herbst färbt es sich purpurrot. Die sehr dekorativen, kräftig tyrischrosa Lampionfrüchte lassen es noch leuchtender erscheinen. Ausgewachsen bleibt dieser Spindelstrauch mit einer Höhe und Breite von jeweils 2 m kompakt.
- Euonymus alatus ‘Compactus’: Wie die Art zeichnet sich dieser Spindelstrauch durch grünes Laub aus, das sich im Herbst außergewöhnlich färbt. Die Blätter leuchten zunächst in kräftigem Rot, wechseln dann zu Purpur und nehmen vor dem Abfallen im Dezember einen rosafarbenen Ton an. Zusätzlich schmücken rosa-orange Beeren das Laub. Mit einer Höhe und Breite von nur 1 m eignet sich diese Sorte ideal für die Kultur als Hochstämmchen im Topf.
- Euonymus japonicus ‘Bravo’: Dieser Japanische Spindelstrauch besitzt immergrünes, grün-weiß-cremefarben panaschiertes Laub. Er eignet sich gut für die Kultur im Kübel und wächst buschig, von Natur aus rundlich und kompakt. Im Durchschnitt erreicht er eine Höhe von 2 m und eine Breite von 1,50 m.
Grundsätzlich eignen sich alle Japanischen Spindelsträucher für die Erziehung zum Hochstämmchen. Euonymus fortunei ist dagegen weniger geeignet, da diese Arten meist kriechend wachsen.

Wann sollten Sie den Spindelstrauch zum Hochstämmchen erziehen?
Der ideale Zeitpunkt für die Erziehung Ihres Spindelstrauchs zum Hochstämmchen liegt vor dem Austrieb, also im Februar und März. Sie können die Erziehung bis zum Ende des Sommers fortsetzen.
Schritt für Schritt zum Spindelstrauch-Hochstämmchen
Die Erziehung eines Spindelstrauchs zum Hochstämmchen dauert zwei bis drei Jahre. Sie können einen Strauch im Freiland oder im Topf dafür verwenden. Im Freiland benötigt er neutrale, nährstoffreiche und frische Erde, vor allem aber einen gut drainierten Boden. Für die Kultur im Topf verwenden Sie ein Substrat aus gleichen Teilen Gartenerde, Blumenerde und grobem Sand. Eine Drainageschicht aus Blähton am Topfboden darf nicht fehlen.
Das Anbinden
Das Anbinden ist der erste Schritt bei der Erziehung eines Spindelstrauchs zum Hochstämmchen. Der Stützstab sorgt dafür, dass der ausgewählte Trieb gerade und senkrecht wächst und den Stamm bildet.
- Wählen Sie einen etwa 2 m hohen Stützstab, da er höher sein muss als die endgültige Stammhöhe.
- Stecken Sie ihn vorsichtig in das Substrat, etwa 10 bis 15 cm vom Fuß des Strauchs entfernt.
- Wählen Sie den kräftigsten Trieb aus, der gerade am Stützstab befestigt werden soll.
- Binden Sie diesen Trieb etwa alle 5 cm mit weichen Bindern am Stützstab fest. Ziehen Sie die Binder nicht zu straff an, damit der Pflanzensaft zirkulieren kann. Sie dürfen den Trieb nicht verletzen, müssen ihn aber aufrecht halten.
- Entfernen Sie die anderen Zweige, die aus der Basis wachsen, damit nur ein einziger Trieb übrig bleibt.
Der regelmäßige Rückschnitt
Der Spindelstrauch bildet normalerweise junge Triebe und Wurzelschösslinge an der Basis. Ziel ist es, diese Triebe regelmäßig zu entfernen, damit der Pflanzensaft ausschließlich in den Stamm fließt.
- Schneiden Sie alle Seitentriebe ab, die am neuen kleinen Stamm erscheinen. Entfernen Sie sie, sobald sie eine Länge von 10 cm erreicht haben.
- Entfernen Sie auch die Wurzelschösslinge, indem Sie sie direkt an der Basis des Stamms abschneiden.
- Verändern Sie den Mitteltrieb nicht, denn er wird die Blätter hervorbringen.
Entfernen Sie jedes Jahr die neuen Zweige, die im Sommer entstanden sind, und behalten Sie nur den ausgewählten Mitteltrieb. Der kleine Stamm bildet sich allmählich. Dasselbe gilt für den oberen Bereich, den Sie nicht schneiden dürfen.
Belassen Sie an diesem Mitteltrieb nur die vier bis fünf kräftigsten Zweige. Zusammen mit dem Leittrieb bilden sie die Krone des Spindelstrauchs. Kürzen Sie diese Zweige regelmäßig jedes Jahr um die Hälfte ein. Wenn Ihr Spindelstrauch seine endgültige Größe erreicht hat, können Sie auch den Hauptzweig schneiden.
Nach zwei bis drei Jahren besitzt Ihr Spindelstrauch eine kompakte, dichte Krone auf einem geraden Stamm. Dann können Sie den Stützstab und die Binder entfernen.
Die Pflege
Während der Erziehung zum Hochstämmchen benötigt der Spindelstrauch besondere Aufmerksamkeit:
- Gießen Sie ihn regelmäßig, damit der Boden frisch bleibt. Während der Wachstumsperiode genügt es, ein- bis zweimal pro Woche zu gießen. Verwenden Sie dafür möglichst Regenwasser.
- Düngen Sie ihn während der Wachstumsperiode regelmäßig mit einem Flüssigdünger.
- Entfernen Sie weiterhin junge Seitentriebe und Wurzelschösslinge.
- In Regionen mit etwas strengeren Wintern sollten Sie Ihr Spindelstrauch-Hochstämmchen überwintern, wenn es im Topf kultiviert wird. Japanische Spindelsträucher sind etwas frostempfindlicher als andere Arten. Außerdem reagiert ein als Hochstämmchen erzogener Strauch etwas empfindlicher auf Kälte.
Nach drei bis vier Jahren ist Ihr Spindelstrauch-Hochstämmchen kräftig genug zum Umtopfen in einen größeren Topf. Erneuern Sie dabei selbstverständlich das Substrat. Wählen Sie außerdem einen schweren und stabilen Topf, der dem Spindelstrauch sicheren Halt gibt, da seine Form ihn anfälliger für Wind macht.
Das notwendige Material für die Erziehung zum Hochstämmchen
- Eine Gartenschere, die scharf sowie gründlich gereinigt und desinfiziert ist, damit sich keine Krankheiten ausbreiten.
- Ein ausreichend stabiler und witterungsbeständiger Stützstab aus Bambus, Edelstahl oder PVC.
- Binder oder Baumbänder zum Befestigen am Stützstab.
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