Die Jerusalem-Brandkräuter, auch Phlomis genannt, sind ebenso robuste wie attraktive Stauden. Die Phlomis werden für ihre wunderschönen Blüten und ihr meist immergrünes Laub geschätzt. Sie verleihen jedem Garten eine elegante Note. Vielleicht möchten Sie noch mehr davon in Ihrem Garten pflanzen oder ihre Schönheit mit Freunden und Nachbarn teilen? Gute Nachricht: Die Vermehrung von Phlomis ist recht einfach und kann auf drei verschiedene Arten erfolgen: durch Stecklingsvermehrung, Teilung und Aussaat.
In diesem Ratgeber führen wir Sie Schritt für Schritt durch jede dieser Methoden.

Ein paar Worte zu Phlomis …
Phlomis, auch Jerusalem-Brandkraut genannt, bilden eine Gattung krautiger oder, seltener, strauchiger Pflanzen aus der Familie der Lippenblütler. Die Stauden stammen hauptsächlich aus dem Mittelmeerraum. Dazu gehört auch das bekannte Phlomis russeliana. Sie werden für ihren Zierwert und ihre Anpassungsfähigkeit an unterschiedliche Wachstumsbedingungen geschätzt.
Phlomis zeichnen sich durch meist behaarte Blätter und Blüten in Trauben oder Ähren aus. Je nach Art kann die Blütenfarbe variieren und von leuchtendem Gelb (bei Phlomis fructicosa) bis zu zartem Rosa oder Violett reichen (wie bei Phlomis tuberosa). Einige Arten sind außerdem für ihr immergrünes Laub bekannt, zum Beispiel Phlomis samia. Damit sorgen sie das ganze Jahr über für einen grünen Akzent im Garten.
Diese Pflanzen werden für ihre Trockenheitsverträglichkeit und ihre Fähigkeit geschätzt, sich an nährstoffarme Böden anzupassen. Sie gedeihen meist an sonnigen Standorten, vertragen aber auch leichten Schatten.

Die verschiedenen Methoden zur Vermehrung von Phlomis
Phlomis lässt sich auf verschiedene Arten vermehren, insbesondere durch Aussaat, Teilung des Wurzelstocks oder Stecklingsvermehrung. Jede Methode hat ihre eigenen Vorteile und besonderen Anforderungen.
Die Aussaat
Phlomis lässt sich so einfach aussäen, dass die Pflanze dies häufig selbst übernimmt. Nicht selten entdecken Sie am Fuß der Mutterpflanze kleine Phlomis-Sämlinge. Wenn Sie die Samen selbst aussäen möchten, ist das jedoch problemlos möglich. Ernten Sie die großen Samen im Herbst oder beim Rückschnitt der alten Blütenstände im Frühjahr. Säen Sie sie anschließend im April in einer Saatschale in ein leichtes Substrat und halten Sie es mäßig feucht. Die Keimung dauert durchschnittlich vier Wochen. Sobald sich eine Blattrosette gebildet hat, können Sie die Sämlinge in einen Anzuchttopf pikieren oder direkt ins Freiland pflanzen.

Die Stecklingsvermehrung
Die Stecklingsvermehrung ist möglich und führt zu guten Ergebnissen.
- Steckling vorbereiten: Wählen Sie im Juni einen gesunden Trieb Ihres Jerusalem-Brandkrauts aus und schneiden Sie einen 15 bis 20 cm langen Steckling. Achten Sie darauf, dass der Steckling mehrere Knoten am Trieb besitzt. An diesen Stellen bilden sich die Wurzeln. Entfernen Sie alle unteren Blätter sowie eventuell vorhandene Blüten und Knospen. Lassen Sie nur zwei Blätter stehen. So kann der Steckling weiterhin Photosynthese betreiben, während der Wasserverlust durch Verdunstung möglichst gering bleibt.
- Substrat vorbereiten: Füllen Sie einen Topf mit einer Mischung aus Blumenerde und Sand oder Perlite, damit das Wasser gut abfließen kann. Gießen Sie das leichte Substrat, bevor Sie die Stecklinge hineinstecken.
- Steckling pflanzen: Stechen Sie mit einem Bleistift oder einem Stäbchen ein Loch in die Blumenerde und setzen Sie den Steckling hinein. Achten Sie darauf, dass die Knoten am Trieb, an denen Sie die Blätter entfernt haben, deutlich unter der Substratoberfläche liegen. Drücken Sie die Erde rund um den Steckling leicht mit den Händen an. So bleibt er an seinem Platz, und das Substrat liegt gut am Trieb an.
- Pflege: Stellen Sie den Topf an einen hellen Standort, jedoch nicht in die direkte Sonne. Halten Sie die Erde feucht, indem Sie regelmäßig gießen. Vermeiden Sie jedoch Staunässe.
- Umpflanzen: Sobald der Steckling ein kräftiges Wurzelsystem entwickelt hat, können Sie ihn umpflanzen. Prüfen Sie dies, indem Sie vorsichtig am Steckling ziehen. Spüren Sie Widerstand, ist er bewurzelt. Pflanzen Sie ihn dann in einen größeren Topf oder direkt in den Garten. Wählen Sie dort einen sonnigen Standort mit gut durchlässigem Boden.

Die Teilung des Wurzelstocks
Die Teilung eines Phlomis-Büschels ist eine wirksame Vermehrungsmethode. Damit gewinnen Sie neue Pflanzen aus einer mehrere Jahre alten, gut eingewachsenen Pflanze. Dabei teilen Sie eine ausgewachsene Pflanze in zwei oder mehrere Teilstücke. Jedes Teilstück muss über genügend Wurzeln verfügen, damit es neue Triebe bilden kann. Diese Methode ist schnell und relativ einfach. Sie können damit außerdem eine Staude verjüngen, die nur noch wenig blüht.
- Den richtigen Zeitpunkt wählen: Der beste Zeitpunkt für die Teilung von Phlomis liegt meist im zeitigen Frühjahr oder im Herbst. Zu diesen Zeiten befindet sich die Pflanze noch in der Dormanz oder ist bereits verblüht.
- Den Boden vorbereiten: Bereiten Sie den Boden am vorgesehenen Pflanzort vor. Lockern Sie ihn um und arbeiten Sie Kompost ein.
- Die Pflanze teilen: Heben Sie das Phlomis-Büschel mit einem Spaten oder einer Grabegabel aus. Achten Sie darauf, die Wurzeln nicht zu verletzen. Sobald Sie die Pflanze ausgegraben haben, lösen Sie die Wurzeln vorsichtig mit den Händen. Verwenden Sie bei Bedarf ein scharfes Messer. Jedes Teilstück muss über Wurzeln und kräftige Triebe verfügen.
- Wieder einpflanzen: Pflanzen Sie die Teilstücke in den vorbereiteten Boden. Halten Sie dabei einen ausreichenden Abstand ein, damit sie sich weiterentwickeln können. Gießen Sie nach dem Pflanzen gründlich. So vermeiden Sie mögliche „Luftlöcher“ zwischen den Wurzeln und der Erde.
- Pflege: Halten Sie den Boden rund um die neuen Teilstücke feucht, aber nicht nass. In den folgenden Wochen sollten neue Triebe erscheinen.

Benötigtes Material
Für die Stecklingsvermehrung:
- Eine saubere und scharfe Gartenschere zum Schneiden des Stecklings.
- Einen Topf oder eine Anzuchtschale.
- Stecklingserde oder eine Mischung aus Blumenerde und Sand oder Perlite für eine gute Drainage.
Für die Teilung:
- Einen Spaten oder eine Grabegabel zum Ausgraben der Pflanze.
- Ein sauberes und scharfes Gartenmesser, falls Sie die Wurzeln trennen müssen.
- Eine Gießkanne, um die neu gepflanzten Teilstücke gründlich zu gießen.
Für die Aussaat:
- Eine Saatschale oder Töpfe.
- Eine Aussaaterde und Stecklingserde.
- Eine Gießkanne oder eine Sprühflasche.
Kommentare