Die Passionsblume ist eine Kletterpflanze, die atemberaubend schöne und exotische Blüten hervorbringt. Sie ist jedoch auch dafür bekannt, stark zu wuchern. Während ihres sehr schnellen Wachstums breitet sie ihre Triebe daher in alle Richtungen aus. Wird die Passionsblume nicht richtig am Rankgerüst befestigt und geschnitten, kann sie ein übermäßiges Ausmaß annehmen und lässt sich dann nur schwer bändigen.
Der Rückschnitt und das Anbinden der Passionsblume sind zwei sehr einfache Maßnahmen. So erhalten Sie eine kräftige, gesunde Pflanze mit zahlreichen prächtigen Blüten.
Die Passionsblume schneiden
Zunächst sollten Sie wissen, dass Sie eine Passionsblume in den ersten vier Jahren nach der Pflanzung nicht schneiden müssen.
Danach schneiden Sie Passionsblumen, die im Freiland wachsen, am besten im März, sobald die Wintersaison vorüber ist. Besonders kräftige Pflanzen der Gattung Passiflora können Sie außerdem ein zweites Mal nach der Blüte schneiden, also im Herbst. Bei einer sehr stark wuchernden Pflanze kommt ein Rückschnitt während der Blütezeit, mitten im Sommer, nur im äußersten Notfall infrage.

Passiflora caerulea ‘Purple Haze’, © Forest and Kim Starr - Flickr
Topfpflanzen schneiden Sie im Herbst, und zwar bevor Sie sie zum Überwintern ins geschützte Winterquartier bringen. Bei besonders winterharten Passionsblumen im Topf, die draußen überwintern und mit einem Winterschutz umhüllt sind, erfolgt der Rückschnitt erst im Frühjahr, wie bei Pflanzen im Freiland. So vermeiden Sie, die Pflanzen zu schwächen, bevor sie der Kälte ausgesetzt sind.
Gut zu wissen: Die Passionsblume blüht dank ihres schnellen Wachstums immer an den diesjährigen Trieben. Ein Rückschnitt im Spätwinter beeinträchtigt daher die Blütenbildung im selben Jahr nicht.
Benötigtes Material
- Eine saubere und desinfizierte Gartenschere
- Ein Paar Handschuhe
Die Passionsblume auslichten
Bevor Sie mit dem eigentlichen Rückschnitt beginnen, entfernen Sie die abgestorbenen Triebe. Sie erkennen diese leicht an ihrer gelben oder sogar schwarzen Färbung. Schneiden Sie auch alle beschädigten oder ungünstig platzierten Triebe bodennah ab.
Der Tipp von Solenne: Bei Passionsblumen, die im Freien wachsen, kann der oberirdische Teil vollständig erfrieren, während die Wurzeln die Kälte überstehen. Schneiden Sie in diesem Fall alle durch den Frost geschädigten oberirdischen Pflanzenteile zurück. Warten Sie anschließend ab, ob die Pflanze im Frühjahr aus dem Wurzelstock wieder austreibt.
Den Wuchs reduzieren
Um die Blütenbildung zu fördern, konzentrieren Sie sich auf die unverzweigten Seitentriebe, die im Vorjahr entstanden sind. Schneiden Sie sie mit der Gartenschere auf 20 cm Länge zurück.
Sie können außerdem die schwächsten Triebe entfernen, damit die Pflanze luftiger wächst. Die kräftigen Gerüsttriebe, also die dicksten Triebe mit ungefähr dem Durchmesser eines Fingers, dürfen Sie jedoch keinesfalls schneiden.
Eine Passionsblume im Topf schneiden
Beim Rückschnitt einer Passionsblume im Topf kürzen Sie die Triebe um die Hälfte. Außerdem entfernen Sie ein Drittel der Triebe vollständig, damit die Wuchsform luftiger bleibt.

Passiflora 'Purple Passion' im Topf, © Claudy-o Cdy-o - Flickr
Eine Passionsblume auf den Stock setzen
Setzen Sie Ihre Passionsblume alle vier Jahre auf den Stock, um ihren Wurzelstock zu verjüngen und neue Gerüsttriebe zu bilden.
Beim Auf-den-Stock-Setzen einer Passionsblume schneiden Sie jeweils einen von drei Gerüsttrieben auf 50 cm über dem Boden zurück.
Eine Passionsblume am Rankgerüst befestigen
Die Passionsblume ist eine kräftig wachsende Kletterpflanze, die ihren Standort leicht überwuchert. Sie müssen sie daher mit einer geeigneten Kletterhilfe lenken und in ihrem Wuchs begrenzen. Befestigen Sie die Passionsblume deshalb direkt bei der Pflanzung am Rankgerüst. Dank ihrer Ranken ist diese Arbeit unkompliziert. Die Ranken können sich von selbst um zahlreiche Kletterhilfen wickeln, sofern diese ausreichend stabil sind.

Ranken der Passionsblume, © Bernd Hutschenreuther – Flickr
Sie können eine Passionsblume an einem Holzspalier, einer Pergola oder einem Maschendrahtzaun befestigen. Vermeiden Sie jedoch einzelne Metalldrähte, an denen sich die Ranken der Passionsblume nur schwer festhalten können. Gitterförmige Kletterhilfen eignen sich besser.
Gut zu wissen: Wählen Sie stets eine ausreichend große Kletterhilfe. Die Passionsblume wächst sehr schnell und kann problemlos eine Fläche von mehr als 8 m2 bedecken.
Benötigtes Material
- Eine Pergola, ein stabiles Spalier oder ein stabiler Maschendrahtzaun
- Pflanzenbinder
Die Passionsblume am Rankgerüst befestigen
Führen Sie die Triebe Ihrer jungen Pflanzen einfach über das zuvor ausgewählte Passionsblumen-Spalier. Binden Sie die Triebe fächerförmig an, damit sich daraus die künftigen Gerüsttriebe entwickeln.

Passiflora Violacea, © Jnzl's Photos|Passionsblume Victoria, © Tony Alter - Flickr
Eine Passionsblume schneiden und am Rankgerüst befestigen: Warum ist das so wichtig?
In der Natur wachsen Passionsblumen als Kletterpflanzen. Sie müssen weder für die Blüte noch für die Fruchtbildung geschnitten werden. Im Garten oder im Topf sind beide Maßnahmen jedoch unverzichtbar.
Die Passionsblume wächst sehr kräftig und ist dafür bekannt, ihren Lebensraum schnell zu erobern und dadurch invasiv zu werden. Einige Arten erreichen in ihrer natürlichen Umgebung sogar eine Höhe von 40 m. Unter unseren klimatischen Bedingungen fällt ihr Wachstum zwar deutlich geringer aus. Dennoch breiten sich Passionsblumen stark aus. Der Rückschnitt und das Anbinden sollen daher ihr stürmisches Wachstum begrenzen. Auch bei einer Kultur im Topf müssen Sie die Blattmasse kontrollieren. Die oberirdischen Pflanzenteile sollten zum Volumen des Topfes und damit auch zum Umfang des Wurzelsystems passen.

Passionsblume, © Maggie McCain - Flickr
Ein weiterer großer Vorteil des Rückschnitts ist, dass die Passionsblume dadurch mehr Blüten und weniger Laub bildet. Denn je mehr Reserven die Pflanze für die Entwicklung ihrer Blätter und das Längenwachstum ihrer Triebe verbraucht, desto weniger Blüten bildet sie. Wenn Sie die alten Triebe schneiden, fördern Sie daher die Bildung neuer blühender Triebe.
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