Die Wein-Raute, Ruta graveolens, ist eine aromatische und Heilpflanze, die an ihrem blaugrünen Laub und dem sehr charakteristischen Duft zu erkennen ist. Sie besitzt zahlreiche positive Eigenschaften. Der Sud aus Wein-Raute wirkt als natürliches Repellent und hat insektenschützende sowie pilzhemmende Eigenschaften, die im Garten sehr nützlich sind. Diese Zubereitung unterscheidet sich von einer Pflanzenjauche. Sie hilft, Schadinsekten fernzuhalten und dank ihrer Wirkstoffe bestimmte Pilzkrankheiten vorzubeugen. Erfahren Sie, wie Sie einen wirksamen Sud aus Wein-Raute zubereiten und wie Sie ihn im Garten einsetzen können.

Ruta graveolens, Wein-Raute

Wofür wird der Sud aus Wein-Raute verwendet?

Der Sud aus Wein-Raute wirkt aufgrund seines Geruchs als natürliches Insektizid und Repellent gegen Parasiten sowie als Abwehrmittel gegen Haustiere. Außerdem dient er als Fungizid gegen Pilzkrankheiten im Garten. Er kann:

  • Die Pflanzen stärken: Die Wirkstoffe der Wein-Raute können die Widerstandskraft der Pflanzen gegenüber Umweltstress verbessern und dadurch ihre Vitalität erhöhen.
  • Vor Schädlingen schützen: Der Sud wirkt als natürliches Repellent gegen Blattläuse, Ameisen, Erdflöhe, Fliegen, Eulenfalter, Thripse, Nacktschnecken und Schnecken. So lassen sich Befälle begrenzen, ohne auf chemische Mittel zurückzugreifen.
  • Pilzliche und bakterielle Krankheiten vorbeugen: Der Sud wirkt als natürliches Fungizid und kann das Auftreten von Pilzkrankheiten wie Falschem Mehltau, Rost und Mehltau begrenzen.
  • Tiere fernhalten: Hunde, Katzen und Wühlmäuse meiden den versprühten unangenehmen Geruch. Wird der Sud am Rand der Terrasse, rund um Blumentöpfe oder an Beeten ausgebracht, kehren sie möglicherweise um.
  • Das Wachstum der Pflanzen anregen: Neben dem Schutz können bestimmte Inhaltsstoffe des Suds ein gesundes und kräftiges Wachstum fördern.

Pflanzenjauche oder Sud? Worin liegen die Unterschiede?

Pflanzenjauche und Sud sind zwei Pflanzenextrakte, die im biologischen Gartenbau verwendet werden. Ihre Zubereitung unterscheidet sich jedoch. Für eine Jauche fermentiert die Pflanze mehrere Tage lang in Wasser. Bei einem Sud wird die Pflanze in Wasser aufgekocht, um die Wirkstoffe rasch herauszulösen. So entsteht innerhalb weniger Stunden eine konzentrierte Lösung mit wertvollen Inhaltsstoffen, ganz ohne Fermentation. Der Sud lässt sich schneller herstellen und ist in kurzer Zeit gebrauchsfertig.

Mehr über die Unterschiede zwischen Pflanzenjauche und Sud erfahren Sie in unserem Ratgeber!

Wann und wie ernten Sie die Wein-Raute?

Am besten ernten Sie die Blätter der Wein-Raute im späten Frühjahr (Mai bis Juni), kurz vor der Blüte. Für beste Ergebnisse empfiehlt es sich, die Blätter früh am Morgen zu pflücken. Zu dieser Tageszeit sind die ätherischen Öle der Pflanze, die für ihre abwehrenden und heilenden Eigenschaften verantwortlich sind, am stärksten konzentriert. Nach einer nächtlichen Ruhephase sind diese flüchtigen Verbindungen reichlicher vorhanden und wirksamer. Dadurch erzielt der fertige Sud eine höhere Wirkung.

Wählen Sie gesunde, kräftige Blätter ohne Anzeichen von Krankheiten oder Schäden. Gesunde Blätter stellen sicher, dass nur die gewünschten Wirkstoffe extrahiert werden. Außerdem verringert sich das Risiko, dass Krankheitserreger oder Parasiten den Sud verunreinigen.

Bei der Handhabung der Wein-Raute müssen Sie unbedingt Handschuhe tragen. Die Pflanze ist bei Hautkontakt giftig. Sie enthält Verbindungen, die bei Sonneneinstrahlung eine phototoxische Reaktion der Haut auslösen können. Außerdem kann sie Hautreizungen wie Rötungen, Verbrennungen oder Blasen verursachen. Diese Vorsichtsmaßnahme schützt Ihre Haut vor möglichen Reizungen oder allergischen Reaktionen.

Schneiden Sie die Zweige mit einer Gartenschere direkt über einem Blattknoten ab. Dadurch bildet die Pflanze am Schnittpunkt neue Triebe. Das fördert einen buschigen und gesunden Wuchs.

Waschen Sie die Blätter nach der Ernte gründlich. So entfernen Sie Staub, kleine Erdpartikel und eventuell anhaftende Insekten.

Wein-Raute, Ruta graveolens

Wie bereiten Sie den Sud aus Wein-Raute zu?

Für den Sud benötigen Sie 100 Gramm frische Blätter auf 1 Liter Wasser. So erhalten Sie eine konzentrierte Lösung für verschiedene Anwendungen.

  • Hacken Sie die Blätter der Wein-Raute klein.
  • Geben Sie die Blätter in einen ausreichend großen Topf und bedecken Sie sie mit Wasser.
  • Bringen Sie die Mischung langsam zum Kochen. Sobald das Wasser kocht, reduzieren Sie die Hitze, sodass die Mischung leicht weiterköchelt.
  • Lassen Sie die Mischung etwa 20 Minuten bei niedriger Hitze köcheln. Decken Sie den Topf teilweise ab. So begrenzen Sie die Verdunstung, während der Dampf entweichen kann.
  • Nehmen Sie den Topf vom Herd und lassen Sie die Mischung mehrere Stunden, am besten über Nacht, bei Raumtemperatur abkühlen.
  • Filtern Sie den Sud.
  • Füllen Sie den gefilterten Sud in saubere Flaschen oder Kanister.
  • Hinweis: Im Kühlschrank ist der Sud in der Regel eine Woche haltbar.

Wie wenden Sie ihn an?

Der Sud aus Wein-Raute wird hauptsächlich verwendet, um Parasiten auf natürliche Weise fernzuhalten und die Pflanzen im Garten zu schützen.

Die Lösung vorbereiten

Wenden Sie den Sud aus Wein-Raute normalerweise nicht unverdünnt auf den Pflanzen an. Verdünnen Sie ihn vorzugsweise mit Regenwasser, bevor Sie die Pflanzen besprühen. Verwenden Sie dazu 1 Liter Sud auf 10 Liter Wasser in einer Gießkanne. Sie können den Sud unverdünnt ausbringen, sofern er nicht direkt mit dem Laub der Pflanzen in Kontakt kommt, etwa wenn Sie ihn auf den Boden rund um die Pflanzen gießen. Wenden Sie den Sud am besten früh morgens oder am Abend an, um das Risiko von Blattverbrennungen zu verringern. Es sollte selbstverständlich nicht regnen.

Auf das Laub sprühen

Eine sorgfältige Anwendung auf dem Laub hilft Insekten fernzuhalten und Blattkrankheiten vorzubeugen, indem sie eine schützende Barriere bildet. Für eine gleichmäßige Anwendung verwenden Sie ein sauberes Sprühgerät. Verteilen Sie den Sud auf dem gesamten Laub, auch auf der Blattunterseite, auf der sich viele Parasiten gerne verstecken. Eine Anwendung alle 15 bis 20 Tage wird in der Regel empfohlen.

Rund um die Pflanzen ausbringen

Wenn Sie den Sud aus Wein-Raute direkt auf den Boden rund um den Pflanzenfuß ausbringen, stärken Sie die allgemeine Gesundheit und Widerstandskraft der Pflanzen. Die Wurzeln können die Wirkstoffe des Suds direkt aufnehmen. Dadurch wird ein leistungsfähigeres Immunsystem der Pflanzen gefördert. Wie bei der Anwendung auf dem Laub sollten Sie den Sud am besten am frühen Morgen ausbringen. So kann die Lösung in den Boden eindringen, ohne schnell zu verdunsten, und länger mit den Wurzeln in Kontakt bleiben. Während der Wachstumsperiode wird in der Regel eine Anwendung alle 4 bis 6 Wochen empfohlen.

Wichtig: Beobachten Sie nach den ersten Anwendungen genau, wie Ihre Pflanzen reagieren. Eine Verbesserung der Vitalität, des Wachstums und der Widerstandskraft gegenüber Stress und Krankheiten zeigt, dass der Sud aus Wein-Raute vorteilhaft wirkt. Passen Sie die Konzentration oder die Häufigkeit der Anwendung bei Bedarf an. Auch wenn Pflanzensude natürlichen Ursprungs sind, handelt es sich um aktive Mittel. Vermeiden Sie eine übermäßige Anwendung, damit das natürliche Gleichgewicht im Garten und im Gemüsegarten nicht gestört wird.

Anwendung des Suds aus Wein-Raute im Garten

Material

  • Eine Gartenschere zum Ernten der Wein-Raute
  • Ein sauberes und scharfes Messer
  • Ein Topf
  • Ein Sieb zum Filtern der Mischung
  • Ein Trichter
  • Ein Kunststoffkanister
  • Regenwasser
  • Ein Sprühgerät