5 Kletterpflanzen, die Wände nicht beschädigen
Fassade und Mauer sorgenfrei dekorieren
Inhaltsverzeichnis
Kletterpflanzen für Hausfassaden: «Brave» Arten begrünen Wände, ohne Putz oder Steine zu beschädigen. Tipps zu Pflege und Rückschnitt.
Hopfen: natürlicher Charme
Lupulus humulus, auch Hopfen genannt, ist in vielerlei Hinsicht eine bemerkenswerte Kletterpflanze: dichtes, doch leicht wirkendes Laub, eine sommerliche Blüte in leuchtendem Gelbgrün mit hübschen kleinen Zapfen und ein beachtlicher Wuchs, mit dem sich große Flächen wie Fassaden oder hohe Mauern begrünen lassen. Sein Kletterapparat besteht aus kleinen, äußerst biegsamen Ranken – daher kann er niemandem etwas anhaben! Der sommergrüne Hopfen wächst äußerst schnell und kann in einer Saison etwa 6 m² bedecken. Er ist somit nicht nur wirkungsvoll, sondern mit seinen frischgrünen, handförmigen Blättern mit gezähnten Lappen auch sehr dekorativ; bei manchen Kultivaren sind sie zudem goldgelb. Der Hopfen vereint viele Vorzüge: Er ist sehr winterhart, bleibt gesund und benötigt kaum Pflege. Sein natürlicher Charme wirkt an einem Landhaus besonders schön. Dort können Sie ihn mit einer Rose oder einer Waldrebe kombinieren; an einer zu schlichten Fassade sorgt er für eine weichere Wirkung.
→ Mein Favorit: Humulus lupulus ‘Aureus’ mit schönem zartgrünem Laub

Humulus lupulus, die Art und rechts der goldene Kultivar ‘Aureus’ (© Leonora Enking)
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Kletterpflanzen für Mauern und Fassaden: Auswahl?Geißblatt: unvergleichlicher Charme und Duft
Die anmutigen Geißblätter mit Retro-Charme werden häufig an einem Rankgitter oder einer Pergola befestigt, die sie wunderschön schmücken. Seltener erobern sie Hauswände oder Mauern – dabei eignen sie sich auch dafür sehr gut und lassen sich mit einem völlig unbedenklichen Befestigungssystem anbringen. Allerdings brauchen sie dabei etwas Unterstützung: Bringen Sie ein feines Rankgitter an der Wand an, damit sie mit ihren windenden Trieben richtig emporwachsen können. Das ist die einzige Voraussetzung, um eine große Wandfläche zu begrünen.
Wählen Sie immergrüne Geißblätter, wenn Sie ganzjährig für Laub sorgen möchten. Das ist einfach, denn unter den rund hundert verbreiteten Geißblatt-Arten gibt es nur wenige immergrüne. Eine besonders dekorative Sorte ist Lonicera Henryi, die mit ihrer geringen Wuchshöhe auch für eine kleine Mauer geeignet ist. Sommergrüne Geißblätter sind natürlich ebenso empfehlenswert; manche bleiben bei mildem Klima sogar teilweise immergrün. Kletternde Geißblätter blühen zwischen Mai und September, einige remontieren sogar im Herbst. Sommergrüne Sorten treiben bereits im März als eine der ersten wieder aus. Alle bieten Vögeln im Winter mit ihren schwarzen Beeren etwas Nahrung. Was für Vorzüge diese zeitlose, schöne Liane doch hat!
Eine nach Süden oder Westen ausgerichtete Wand ist für alle Geißblätter ideal, die Wärme benötigen, um am späten Tag ihren köstlichen Duft zu verströmen. Es gibt jedoch auch weniger anspruchsvolle Arten, die an einem Ost- oder sogar Nordstandort gedeihen. Ein Rückschnitt nach der Blüte hilft, die Vegetationsdicke zu begrenzen; entfernen Sie dabei vor allem abgestorbene Triebe.
→ Mein Favorit: Lonicera peryclimenum ‘Graham Thomas’ mit üppiger gelber Sommerblüte an purpurroten Trieben

Lonicera peryclimenum ‘Graham Thomas’
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Kletterrosen: wie im englischen Garten
Kletterrosen benötigen eine Stütze, damit sie an Fassaden oder Mauern in die Höhe wachsen und sich voll entfalten können. Da ihre Triebe und Verzweigungen stärker lignifiziert sind als die anderer Kletterpflanzen, besitzen sie wie die meisten Lianen keine Ranken oder andere Vorrichtungen, mit denen sie sich selbstständig um eine Stütze winden. Bei Rosen spricht man von dornigen Reben, die je nach Sorte mehr oder weniger biegsam sind. Mit einem sehr geeigneten Seilsystem führt man sie an einer Mauer entlang. Diese winterharten Kletterpflanzen können überall in Deutschland gedeihen.
Kletterrosen eignen sich hervorragend, um Teile von Mauern oder Fassaden zu begrünen. Achten Sie lediglich auf die richtige Größe, damit Sie Ihre Rose auch in der Höhe erreichen können – etwa um verblühte Blütenstände zu schneiden und die schöne Optik einer Hauswand zu erhalten. Daher wählen Sie am besten Rosen, die nicht höher als 4 m werden. Bei den Farben haben Sie die Qual der Wahl: von reinem Weiß über Gelb und Pfirsichtöne bis hin zu allen Rosatönen sowie Orange und Rot. Auch beim Stil gibt es viele Möglichkeiten: Botanische Rosen verleihen dem Garten einen englischen oder ländlichen Charakter, während raffiniertere Sorten beispielsweise zu modernen Gärten passen.
→ Mein Favorit: die Kletterrose ‘Pink Cloud’: äußerst romantisch, mit einer üppigen Wolke kräftig rosafarbener Blüten und remontierend.

Kletterrose ‘Pink Cloud’
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7 immergrüne Kletterpflanzen für den GartenWeinrebe: leuchtend im Herbst
Dies ist eine Zierrebe, an die man nicht unbedingt denkt, wenn es darum geht, eine beliebige Mauer zu begrünen oder eine Fassade auf originelle Weise zu schmücken. Die Weinrebe (Vitis vinifera) ist dank ihrer handförmig gelappten Blätter sehr dekorativ, aber natürlich auch durch ihre Früchte und ihre Herbstfärbung. Mit ihrem sehr natürlichen und wilden Stil eignet sie sich besonders für Landhäuser.
Im Gegensatz zum Wilden Wein haftet sie sich mit ihren Ranken an einer Rankhilfe, ohne Haftwurzeln zu bilden. Dadurch ist sie eine interessante, für Mauern unschädliche Liane. Wählen Sie eine mittelgroße Sorte wie Vitis vinifera ‘Incana’, Vitis vinifera ‘Apiifolia’ oder Vitis vinifera ‘Brandt’, bleibt sie sowohl in der Höhe als auch in der Breite mit der Gartenschere gut unter Kontrolle.
Wie der Wilde Wein färbt sich auch die sommergrüne Weinrebe im Herbst prächtig, wenn sie an einem sonnigen Standort wächst. Dabei zeigt sie herrliche Gelbtöne, die später in Rot und Rostbraun übergehen. Sie verträgt fast jeden Standort, doch für die Reife ihrer Früchte im Spätsommer sind Süd- oder Westlagen unerlässlich. Achten Sie bei der Pflanzung auf Sorgfalt, denn die Zierrebe besitzt ein tiefreichendes Wurzelsystem. Sie ist winterhart und gedeiht in tief gelockertem, kalkhaltigem und gut durchlässigem Boden.
→ Mein Favorit: Vitis vinifera ‘Purpurea’, die den ganzen Sommer über purpurrote Blätter trägt, die sich im Herbst zunehmend intensiver färben.

Vitis vinifera im Sommer, rechts kündigt sich eine hübsche Herbstfärbung an
Waldreben: Blüten von Winter bis Sommer!
Schließlich sind Waldreben unter den für Mauern unschädlichen Lianen wahre Kletterwunder, deren Blütezeit Sie zwischen Frühling, Sommer und sogar Winter wählen können!
Mit windenden Trieben oder bei vielen Waldreben mit Ranken an den Blattstielen oder windenden Blütenstielchen sind sie wunderschöne Pflanzen für eine Stein- oder Putzmauer. Ihr Vorteil gegenüber den zuvor genannten Kletterpflanzen: Sie können Sorten pflanzen, die über drei Jahreszeiten blühen – im Winter Clematis armandii und Clematis cirrhosa, im Frühling vor allem die Clematis montana und die Alpen-Waldrebe sowie im Sommer zahlreiche Waldreben (Italienische Waldrebe, Clematis tangutica, Clematis jackmanii usw.).
Die meisten sind winterhart, leicht zu kultivieren und blühfreudig. Weniger stark wachsende Sorten können Sie mit gleichzeitig blühenden Rosen kombinieren – für einen bezaubernden Anblick an einer Mauer oder sonnigen Fassade! Jetzt müssen Sie nur noch Ihre Lieblingsfarbe wählen: von atemberaubenden Blautönen bis zu tiefem Purpur, von zartem bis kräftigem Rosa, von sanftem bis leuchtendem Gelb und fast orangenen Tönen sowie klaren Weißnuancen … Auch bei den Blüten haben Sie die Wahl zwischen einfachen oder gefüllten, kleinen, bezaubernden Blüten für eine Fassade und größeren Blüten für eine hohe Mauer! Wie beim Geißblatt sollten Sie außerdem auf die Wuchsform achten, denn manche Sorten wachsen sehr stark.
→ Mein Favorit: die Italienische Waldrebe ‘Perle d’Azur’ mit ihrer langen Sommerblüte in elegantem, mauve überhauchtem Blau

Eine wunderschöne frühlingsblühende Clematis montana, die bis zum Dach klettert, rechts die Italienische Waldrebe ‘Perle d’Azur’
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