Bioabfälle: Was darf auf den Kompost?
Abfälle für gesunden, fruchtbaren Kompost
Inhaltsverzeichnis
Kompost düngt Pflanzen, verbessert den Boden und recycelt Bioabfälle. Welche Abfälle dürfen auf den Kompost? Alle Antworten zum richtigen Kompostieren.
Wie funktioniert Kompost?
Einfach gesagt: Kompostieren bedeutet, organische Abfälle pflanzlichen und/oder tierischen Ursprungs in ein Produkt umzuwandeln, das wieder in den Boden gelangt. Ob der Kompost draußen im Gemüsegarten, als Haufen, im Silo oder im Komposter entsteht oder drinnen hergestellt wird – das Prinzip bleibt bis auf einige Unterschiede dasselbe. Das Kompostieren folgt im Grunde den Vorgängen in der Natur, zum Beispiel im Unterholz. Pflanzenreste wie Blätter oder Totholz sowie tierische Rückstände (Haare, Federn, Ausscheidungen …) fallen auf den Boden und zersetzen sich. Verantwortlich für diese Zersetzung sind Mikroorganismen, die natürlicherweise im Boden vorkommen. Sie ernähren sich von diesen Abfällen und wandeln sie in fruchtbare, mineralstoffreiche Humuserde um (Stickstoff, Phosphor, Kalium, Kalzium …), die für Pflanzen wichtig ist, sowie in Kohlenstoff, der für den Boden unverzichtbar ist.

Ein Kompost sollte aus feuchten, grünen sowie trockenen, braunen Abfällen bestehen
Konkret werden die abgelagerten organischen Materialien in Gegenwart von Sauerstoff zu Kohlendioxid und Wasser abgebaut. Zuerst greifen die Bakterien die Zellulose an. Danach zersetzen Pilze das Lignin. Schließlich vollenden Kompostwürmer oder Rote Würmer den Prozess und reichern den Kompost mit ihren Ausscheidungen an. Deshalb braucht ein Komposthaufen im Freien Sauerstoff, ausreichend Feuchtigkeit und vor allem unterschiedliche Abfälle. Es ist daher wichtig, ihn regelmäßig umzusetzen und Wasser hinzuzugeben, wenn er abgedeckt ist. Bei der Zersetzung entsteht im Inneren des Haufens eine Wärme von etwa 50 bis 60 °C.
Für gelungenen Kompost ist es wichtig, organische Abfälle zu mischen. Nicht alle Abfälle sind gleich und sie haben nicht dieselben Eigenschaften. Für einen wirksamen Kompost sollten daher zu gleichen Teilen sogenannte grüne oder feuchte Abfälle mit hohem Stickstoffgehalt, die sich sehr schnell zersetzen, und braune oder trockene, kohlenstoffreiche Abfälle eingebracht werden, die langsamer verrotten. Werden die Schichten abwechselnd aufgetragen und regelmäßig vermischt, entsteht ein ausgewogener Kompost. Fachleute empfehlen ein ideales Kohlenstoff-Stickstoff-Verhältnis von etwa 25 bis 30, also zwei Teile grünes Material auf einen Teil braunes Material oder im Notfall gleiche Mengen grüner und brauner Abfälle.
Weitere Informationen: Kompost in 5 Schritten erfolgreich herstellen.
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Heißkompostierung: einfach und schnellWelche Grünabfälle gehören auf den Kompost?
Grüne Materialien sind sehr stickstoffreich, der für Pflanzen wichtig ist. Es gibt eine Vielzahl von Grünabfällen, die in den Kompost gegeben werden können, allerdings sind einige Vorsichtsmaßnahmen zu beachten:
- Küchenabfälle: Alle pflanzlichen Materialien können kompostiert werden. So kommen Schalen von Obst und Gemüse in den Kompost, sofern sie nicht zu groß sind. Kartoffelschalen, Kohlstrünke sowie die Schalen von Kürbissen, Melonen und Wassermelonen, die oft sehr hart sind und sich nur langsam zersetzen, können in kleine Stücke geschnitten werden. Auch Zitrusfrüchte und Bananenschalen können kompostiert werden, sofern sie aus biologischem Anbau stammen. Eierschalen können ebenfalls hinzugegeben werden, wenn sie sehr fein zermahlen sind.
- Rasenschnitt: Er darf nur ausreichend trocken in den Kompost eingearbeitet werden. Ist er zu feucht oder verdichtet, muss er vor dem Kompostieren getrocknet werden.

Zahlreiche Grünabfälle können kompostiert werden
- Gartenabfälle: Sie können problemlos kompostiert werden. Einjährige Blühpflanzen werden am Ende der Saison ebenfalls mit ihren Wurzeln und gegebenenfalls der Blumenerde kompostiert.
- Unkräuter oder Wildkräuter: Auch sie können kompostiert werden, sofern ihr Wurzelsystem vollständig trocken und noch keine Samen ausgebildet sind. Unkräuter ohne Wurzeln stellen hingegen kein Problem dar.
- Herabgefallene Früchte von Obstbäumen können in kleinen Mengen kompostiert werden, sofern sie frei von Krankheiten sind.
- Triebe der Brennnessel sowie Blätter von Beinwell, Farn und Klette gelten als hervorragende natürliche Kompostbeschleuniger.
Welche braunen Abfälle gehören in den Kompost?
Braunes Schnittgut fällt im Garten ebenfalls reichlich an, vor allem beim Rückschnitt. Es ist reich an Kohlenstoff, der für das Bodenleben notwendig ist. Da dieses Schnittgut härter, holziger und dicker ist, sollte es idealerweise vor dem Einbringen in den Kompost zerkleinert werden:

Schnittgut ist ideal als Kohlenstoffquelle im Kompost
- Laub: Alle Blätter können kompostiert werden. Die dickeren Blätter der Immergrünen Magnolie, des Blauglockenbaums, des Efeus und der Platanen werden zerkleinert. Andere Blätter von Pflanzen (Walnuss, Rhabarber, Eiche, Esskastanie, Espe, Rosen …) werden geschnitten und nur in sehr kleinen Mengen eingebracht.
- Zweige, Äste und dünne Zweiglein von Sträuchern: Auch sie werden zerkleinert. Einige können unverändert bleiben, um die Belüftung des Komposts zu verbessern.
- Blumenstängel wie Sonnenblumenstängel müssen in kleine Stücke geschnitten werden.
- Rückschnitt von Stauden und Gräsern: im März schneiden und in den Kompost geben.
- Stroh: Um die Zersetzung zu erleichtern, sollte es leicht angefeuchtet werden.
- Thuja-Zweige: nur zerkleinert und in sehr kleinen Mengen.
- Unbedrucktes Kraftpapier zum Verpacken von Obst und Gemüse sowie unbedruckte, unbeschichtete Kartons, in kleine Stücke geschnitten, Eierkartons in kleinen Stücken, Käseverpackungen aus unbedruckter Pappe oder Holz sowie Küchenpapier
- Teebeutel und Kaffeesatz samt Filter.
- Einstreu pflanzenfressender Tiere (Stroheinstreu von Hühnern oder Kaninchen), jedoch nur in sehr kleinen Mengen.
- Abgestorbene Zimmerpflanzen: zusammen mit der Blumenerde aus dem Topf kompostieren.
- Stallmist.
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Kompost riecht nicht schlecht, sondern nur nach Unterholz. Üble Gerüche deuten auf ein Ungleichgewicht hin:
- Ammoniakgeruch entsteht durch zu viel stickstoffreichen Grünschnitt. Braunen Kompost hinzufügen.
- Fauliger Geruch weist auf Sauerstoffmangel und zu viel Feuchtigkeit hin. Kompost belüften.
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