Botanische Sommerflieder: Sträucher zum Entdecken!

Botanische Sommerflieder: Sträucher zum Entdecken!

Alles über wilde Schmetterlingssträucher

Inhaltsverzeichnis

Sommerflieder gehören wegen ihrer schönen sommerlichen Blüte in Ähren zu den beliebten Gartenpflanzen. Vor allem Buddleja davidii und seine Nachkommen sind verbreitet. Weniger bekannt sind botanische Arten, wilde Sommerflieder mit vielen Vorzügen.

Welche Besonderheiten haben sie und welche Arten eignen sich für den Garten?

Alles zur Kultur und Pflege finden Sie in unserem Ratgeber: Sommerflieder: der komplette Anbau- und Pflegeleitfaden

Buddleja lindleyana

Buddleja lindleyana

Schwierigkeit

Was ist ein botanischer Sommerflieder?

Beginnen wir mit einer kurzen semantischen Erläuterung. Hybridisierung ist das Ergebnis der Kreuzung zweier Eltern unterschiedlicher Arten oder Gattungen. Sie kann natürlich (spontane Kreuzung in der Natur) oder durch den Menschen entstehen. In diesem Fall spricht man von einem „Kultivar“.

Im Laufe der Zeit hat der Mensch künstlich neue Pflanzensorten gezüchtet. Diese gärtnerischen Pflanzen sind für den Anbau bestimmt. Dafür wurden verschiedene Methoden eingesetzt: Hybridisierung, aber auch Selektion oder Mutation. Hybride Pflanzen werden vegetativ vermehrt (durch Stecklingsvermehrung oder Pfropfung) und nicht durch Aussaat, damit sie ihre genetischen Eigenschaften behalten.

Diese Kultivare, die sowohl im Ziergarten als auch im Obst- oder Gemüsegarten verwendet werden, verfolgen meist bestimmte Ziele: Sie werden nämlich gezüchtet, um bestimmten Bedürfnissen zu entsprechen und als „Schwächen“ geltende Eigenschaften auszugleichen. So erhält man beispielsweise:

  • eine kleinere Pflanze als die ursprüngliche Art, die sich für die Kultur im Topf eignet (zum Beispiel Buddleja davidii ‘Blue Chip’);
  • eine Pflanze mit üppigerer Blüte;
  • eine sterile Pflanze, die sich nicht durch Samen vermehrt und daher weniger invasiv ist (dies gilt für alle Kultivare von Buddleja davidii);
  • eine leichter zu kultivierende Pflanze, weil sie widerstandsfähiger gegen Krankheiten ist;
  • usw.

Botanische Pflanzen sind dagegen Arten, die natürlicherweise auf unserem Planeten vorkommen. Es handelt sich um „ursprüngliche“ Pflanzen, die sich ohne menschliches Zutun völlig selbstständig entwickeln. Ihre Vermehrung erfolgt durch Aussaat. In Gärten sind sie oft seltener als Arten, die gezielt für den Anbau gezüchtet wurden. In diesen Punkten unterscheiden sich hybride Sommerflieder von botanischen Sommerfliedern.

Buddleja alternifolia

Buddleja alternifolia

Vorteile botanischer Arten

Botanische Arten sind Teil eines natürlichen Ökosystems. In ihrem ursprünglichen Lebensraum erfüllen sie daher ihre eigene Funktion und tragen ebenso wie andere Lebewesen zum Gleichgewicht bei. Die Blüte des Sommerflieders lockt zahlreiche bestäubende Insekten an, die für die Vermehrung vieler anderer Pflanzen unverzichtbar sind. Es handelt sich um Wildpflanzen, die an ihre Umwelt (Boden, Klima …), aber auch an die anderen dort lebenden Arten angepasst sind. Natürlich sind diese botanischen Arten weitergewandert und werden inzwischen in neuen Gebieten kultiviert, weit entfernt von ihrem ursprünglichen Verbreitungsgebiet.

In einem ökologischen Garten, der die Biodiversität fördert, ist Vielfalt entscheidend. Botanische Arten sind dort ebenso wichtig für die Kultivierung wie Hybridarten. Nach demselben Prinzip bietet ein artenreicher, vielfältiger Garten auch heimischen Pflanzen viel Raum, kann aber durchaus exotischere Gewächse einbeziehen.

Buddleja delavayi

Buddleja delavayi

Botanische Sommerflieder: einige Beispiele

Buddleia alternifolia

Dieser Schmalblättrige Sommerflieder zählt zu den widerstandsfähigsten und pflegeleichtesten Arten. Die aus China stammende Art unterscheidet sich von anderen Buddleja durch ihre überhängende Silhouette mit biegsamen, bogig wachsenden Zweigen. Diese botanische Art ist besonders elegant und verleiht dem Garten Leichtigkeit, wenn sie sich anmutig im Wind bewegt. Nach nur 4 bis 5 Jahren erreicht sie etwa 3 m Höhe und 4 m Breite.

Von Juni bis Juli bildet dieser Sommerflieder große Rispen von 25 cm Länge. Sie bestehen aus kleinen Blüten in einem sehr zarten Fliederrosa, die den Strauch noch stärker in einen echten Blütenwasserfall verwandeln. Die leicht duftende, nektarreiche Blüte lockt zahlreiche Insekten an.

Das sommergrüne Laub besteht aus kleinen, lanzettlichen Blättern, die wechselständig an den Zweigen angeordnet sind (daher der Name dieser Art). Sie sind grün und silbrig-grau nuanciert.

In der Kultur zeigt sich dieser botanische Sommerflieder mäßig winterhart (bis etwa -9 °C), aber pflegeleicht. Er bevorzugt leichte, auch magere, jedoch unbedingt gut drainierte Böden (ohne Staunässe). Pflanzen Sie ihn an einen sonnigen bis halbschattigen Standort in eher frischen Boden (der nie vollständig austrocknet), auch wenn er vorübergehende Trockenheit verträgt. Planen Sie nach der Sommerblüte einen Pflegeschnitt sowie alle 2 bis 3 Jahre einen stärkeren Rückschnitt ein, damit er seine kompakte Wuchsform behält.

Die Blütenfarbe und Wuchsform von Buddleia alternifolia machen ihn zu einem idealen Kandidaten für romantische Gärten. Setzen Sie ihn in ein Beet neben alten Rosen mit malven- oder weißfarbenen Blüten. Für einen dekorativen Akzent ergänzen Sie Allium in ähnlichen Farbtönen.

Buddleja lindleyana

Der Lindleys Sommerflieder ist ein Sommerflieder mit ausladender Wuchsform und bogig wachsenden Zweigen. Er erreicht im Alter 2 bis 3 m Höhe und 1 bis 2 m Breite. Mit der Zeit entwickelt er eine immer stärker gebogene, besonders dekorative Silhouette. Dank seiner bescheidenen Maße lässt er sich sowohl im Freiland als auch in einem großen Topf kultivieren und verschönert sonnige Terrassen, Balkone oder kleine Innenhöfe.

Von Juli bis September bildet er 20 cm lange Rispen. Außen sind die Blüten silbrig-grau, im Inneren der Blütenkronen zeigen sie einen hübschen purpurblauen Farbton. Die Blüte verströmt einen leicht würzigen Duft und erfreut bestäubende Insekten, insbesondere Schmetterlinge.

Das Laub ist kräftig grün und auf der Unterseite heller. Bei strengen Wintern ist es sommergrün, kann in Regionen mit nur leichtem, gelegentlichem Frost jedoch erhalten bleiben.

Der besonders winterharte Buddleja lindleyana verträgt Fröste bis -20 °C. Das liegt an seiner Herkunft: Er wächst in Höhenlagen von über 2.000 m. Die anspruchslose Art gedeiht auch in mageren, kalkhaltigen Böden, sofern diese tiefgründig und drainiert sind. In seiner natürlichen Heimat China wächst er in der Nähe von Flüssen oder am Rand des Unterholzes. Daher bevorzugt er frische Böden, verträgt aber vorübergehende Trockenheit. Pflanzen Sie ihn an einen sonnigen bis halbschattigen Standort und schützen Sie ihn vor vorherrschenden Winden.

Zur Pflege genügt ein kräftiger Rückschnitt am Ende des Winters, um einen geordneten Wuchs zu erhalten und die Blüte zu fördern.

Mit diesem botanischen Sommerflieder lassen sich leicht natürliche, wilde Pflanzungen gestalten. Kombinieren Sie ihn im Sommerbeet mit anderen Blütensträuchern wie Abelie oder Kräuselmyrte.

Buddleja delavayi

Buddleja delavayi ist eine botanische Art, die man nur selten in Gärten sieht. Besonders interessant ist sie wegen des Dufts ihrer Blüten. Ihre Blüte verströmt köstliche Noten von Honig und Rose. Natürlich erfreut sie zahlreiche Insekten und ermöglicht Ihnen ein echtes Schmetterlingsballett. Die etwa 15 cm langen Rispen bestehen aus fliederrosafarbenen Blüten mit orangefarbener Schlundöffnung. Bei günstigen Bedingungen (mildem Winter) können sie zweimal im Jahr erscheinen: zunächst unauffälliger im mittleren Frühjahr, im April und Mai, dann im Hochsommer, im Juli.

Das grüne, silbrig-blau nuancierte Laub bringt diese Blüte hervorragend zur Geltung.

Weniger winterhart als einige verwandte Arten, verträgt dieser Sommerflieder dennoch Fröste bis etwa -10 °C. Seine bescheidene Wuchsform (2,50 m Höhe und 2 m Breite) ermöglicht problemlos die Kultur im Topf, der in Regionen mit strengen Wintern geschützt überwintert werden kann.

Buddleja delavayi bevorzugt einen sonnigen Standort und normalen, gut drainierten Boden. Er ist etwas anspruchsvoller als andere botanische Sommerflieder und mag weder zu trockene noch zu magere Böden. Ein Rückschnitt ist nicht zwingend erforderlich. Bei Bedarf schneiden Sie ihn am Ende der Blüte zurück.

Setzen Sie diesen Sommerflieder neben einen Echten Roseneibisch und Stauden mit ländlichem Charme, etwa Prachtkerzen.

 

Buddleja macrostachya

Buddleja macrostachya ist ein außergewöhnlicher, in Gärten selten anzutreffender sommergrüner Strauch. Seine langen, auf der Oberseite glänzenden und auf der Unterseite weich behaarten Blätter ziehen alle Blicke auf sich. Die Blüte erscheint je nach Klima zwischen Frühjahr und Sommer und bildet überhängende, betörend duftende Rispen. Die zarten, hellgelben Blüten mit orangefarbener Schlundöffnung verleihen der Landschaft eine sanfte Note.

Dieser Strauch eignet sich für sonnige Standorte und gut drainierte Böden und bevorzugt milde Klimate. Seine langen, honigähnlich duftenden Rispen locken Bestäuber an und bieten ein lang anhaltendes Farb- und Dufterlebnis, manchmal bis zum ersten Frost. Im Winter sorgt seine besondere Rinde mit grauen und braunen Faserstreifen für zusätzlichen Zierwert.

Buddleja macrostachya ist pflegeleicht und eine wunderbare Ergänzung für jeden Garten, der sich eine einzigartige, attraktive botanische Note wünscht – als Solitär, in einer Hecke oder im Hintergrund eines Staudenbeets. Er eignet sich auch für die Topfkultur und verschönert Terrassen. Seine Blüte reicht vom Frühjahr bis zum Herbst und harmoniert mit anderen Blütensträuchern. Er lässt sich leicht mit verschiedenen Sommerflieder-Sorten kombinieren, mit widerstandsfähigen Arten wie Buddleja officinalis, Hybriden von B. x weyeriana und Zwergsorten. Im Gewächshaus kann er bereits ab Februar blühen.

Buddleja colvilei

Was an Buddleja colvilei beeindruckt, ist die Größe seiner Blüten, die größten innerhalb der Gattung. Sie ähneln den Blüten der Weigelie und haben eine Glockenform. Ihre tiefrosa Farbe wird durch eine weiße Mitte aufgehellt. Die Blüten stehen in langen, überhängenden Ähren und zeigen sich zwischen Juni und September fast 3 Wochen lang.

Die Blüte kommt vor dem üppigen Laub besonders gut zur Geltung, das von einem einzelnen Stamm getragen wird. Die purpurfarben nuancierten Zweige tragen große, elliptische Blätter, die bis zu 25 cm lang werden können.

Diese imposante, aus dem Himalaya stammende Art erreicht rasch eine Höhe und Breite von 4 m, kann in ihrem natürlichen Lebensraum jedoch über 10 m hoch werden.

Ihre Winterhärte reicht bis -9 °C. Sie bevorzugt im Sommer frische, eher nährstoffreiche und stets gut drainierte Böden.

Pflanzen Sie sie an einen sonnigen Standort in eine frei wachsende Hecke, neben einen Perückenstrauch mit dunklem Laub und eine Zwergmispel.

buddleia colvilei

Buddleja colvilei

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Buddleja delavayi