Garten für Rotkehlchen attraktiv gestalten
Vogelparadies schaffen
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Rotkehlchen (Erithacus rubecula): häufiger Gartenvogel mit orangefarbener Kehle. Tipps für einen rotkehlchenfreundlichen Garten.
Rotkehlchen
Das Rotkehlchen oder Europäische Rotkehlchen (beide Schreibweisen sind inzwischen zulässig), lateinisch Erithacus rubecula, ist ein Singvogel aus der Familie der Muscicapidae, zu der auch Steinschmätzer und Wiesenschmätzer gehören. Der kleine Vogel (etwa 13 cm groß) ist bestens bekannt und an seinem großen orangefarbenen Fleck an der Kehle leicht zu erkennen. Sein Bauch ist schmutzig weiß, das übrige Gefieder eher braun.
Das Europäische Rotkehlchen kommt in ganz Frankreich und Belgien vor. Tatsächlich ist der Vogel so häufig, dass er in weiten Teilen Eurasiens sowie in Nordafrika und sogar in Nordamerika anzutreffen ist.
Das Rotkehlchen ist den ganzen Sommer und Winter über in unseren Gärten zu sehen. Allerdings handelt es sich nicht immer um dasselbe Individuum. Das Europäische Rotkehlchen ist nämlich ein Teilzieher: Ein Teil der Population zieht fort, während andere Vögel vor Ort bleiben. Das hängt vor allem vom Nahrungsangebot ab. Im Winter kommen Rotkehlchen aus dem Norden zu uns, einige der im Sommer hier lebenden Rotkehlchen ziehen nach Spanien oder Nordafrika weiter, andere bleiben. Daher gibt es im Durchschnitt im Winter mehr Rotkehlchen im Garten als in der warmen Jahreszeit.
Das Europäische Rotkehlchen brütet bei uns zwischen April und August. Es baut sein Nest aus Moos und trockenen Gräsern in Hecken, dichtem Bewuchs einer Kletterpflanze (zum Beispiel Gewöhnlicher Efeu), aber auch in Baumhöhlen und Mauern sowie an ungewöhnlichen Orten wie einer Konservendose, einem alten Briefkasten oder einem alten Holzschuh.
Das Rotkehlchen ernährt sich von verschiedenen Insekten, Regenwürmern, Schnecken, Raupen, Larven und Spinnen. Bei winterlicher Nahrungsknappheit frisst es auch einige Beeren und kleine Früchte sowie Samen. Der Vogel ist kaum scheu und scheint dem Gärtner manchmal zu folgen. Vor allem sein Bauch verrät den Grund: Bei der Gartenarbeit werden Insekten und Regenwürmer aufgescheucht, die das Rotkehlchen gern frisst.
Die Lebenserwartung eines Rotkehlchens beträgt höchstens etwa 5 Jahre, sofern ihm nichts zustößt.
Der Gesang des Rotkehlchens ist angenehm, flötend und melodisch, zugleich aber abwechslungsreich und recht komplex (schwer zu beschreiben). Sein Ruf ist ein sehr kurzes, trockenes „tsic“, fast metallisch. Im Sommer singt der Vogel nicht, wohl aber im Herbst und Winter, da Männchen und Weibchen in dieser Zeit getrennt leben und jeweils ihr eigenes Revier verteidigen. Das Männchen ist bei dieser Verteidigung besonders energisch und scheut keinen Kampf mit einem anderen Rotkehlchen oder mit allem, was einen orangefarbenen Fleck tragen könnte. Zu diesem Zweck wurden sogar Versuche mit einem Plüschtier in dieser Farbe durchgeführt: Es hatte kein langes Leben!
Hinweis: Versuchen Sie nicht, ein Europäisches Rotkehlchen zu zähmen oder es gar in einen Käfig zu sperren! Es ist ein Wildvogel und soll es bleiben.

Das Rotkehlchen ist leicht zu erkennen und in unseren Gärten bestens bekannt
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Mit seiner hauptsächlich aus Insekten, Larven und Schnecken bestehenden Nahrung ist das Rotkehlchen ein perfekter und sympathischer Helfer des Gärtners.
- Um es in Ihren Garten zu locken, sollten Sie eine große Auswahl an belaubten Bäumen und Sträuchern pflanzen. Eine schöne, dichte und schützende Wildhecke (zum Beispiel mit Weißdorn, Schlehe, Rotem Hartriegel und Gewöhnlichem Schneeball …) ist dabei ein großer Vorteil. Auch der Efeu bietet zahlreichen Tieren im Garten einen hervorragenden Lebensraum;
- Gestalten Sie einen möglichst naturnahen und biodiversitätsfreundlichen Garten: mit einem kleinen Teich, Blühflächen, Totholzhaufen …;
- Verzichten Sie auf Insektizide, auch auf vermeintlich natürliche. So steht den Vögeln eine große Auswahl an Insekten als Nahrung zur Verfügung;
- Respektieren Sie die Ruhe in Ihrem Garten, indem Sie laute Geräte möglichst wenig einsetzen;
- Und schließlich: Schneiden Sie Ihre Hecken nicht zwischen dem 15. März und Ende Juli, möglichst sogar bis Mitte August, damit brütende Vögel in Ihrem Garten nicht gestört werden.

Ein biodiversitätsfreundlicher Garten ist ein großer Vorteil, um Vögel … und Rotkehlchen anzulocken
Was noch tun?
Eine Futterstelle
Eine mit Samen gefüllte Futterstelle aufzustellen, ist eine ausgezeichnete Möglichkeit, im Winter Rotkehlchen zu beobachten. Es ist übrigens nicht der einzige Besucher: Auch andere Körner- und Allesfresser kommen täglich an die Futterstellen – Meise, Spatz, Grünling, Stieglitz, Fink …
Obwohl das Rotkehlchen überwiegend insektenfressend ist, nimmt es gern kleine Samen auf, die ihm helfen, den Winter zu überstehen. Verzichten Sie auf Meisenknödel, da sie den Vögeln keine gute Energiequelle bieten. Außerdem ist manches im Handel erhältliche Fett von schlechter Qualität. Sonnenblumen- und/oder Negersaat bleiben die beste Lösung. Denken Sie daran, die Futterstelle alle zwei bis drei Tage zu reinigen, damit die Samen nicht verderben und sich keine Krankheiten ausbreiten.

Bieten Sie Rotkehlchen lieber Samen als Meisenknödel an
Wasserstellen
Stellen Sie während der gesamten Saison, auch im Winter, an verschiedenen Stellen im Garten erhöht und vor Fressfeinden geschützt mit Wasser gefüllte Untersetzer auf. Bei Frost steht den Tieren nämlich nicht immer Wasser zur Verfügung. Leeren und wechseln Sie das Wasser täglich, damit sich keine Bakterien vermehren!
Einen passenden Nistkasten aufstellen
Auch wenn Vögel seit jeher allein ihre Nester bauen, kann man dennoch spezielle Nistkästen für bestimmte Arten aufstellen. Bei häufig vorkommenden Vögeln hat ein solcher Nistkasten zudem einen pädagogischen Nutzen: So lässt sich das Leben des Paares und seiner Jungen während der Brutzeit aus angemessener Entfernung beobachten. Ein einfacher, halboffener Nistkasten ist für das Rotkehlchen ideal. Hier finden Sie einen Bauplan für einen solchen Nistkasten zum Selberbauen: spezieller Nistkasten für Rotkehlchen. Der Nistkasten sollte erhöht (mindestens 2–3 m), wind- und regengeschützt sowie etwa 5 m von jedem anderen Nistkasten entfernt angebracht werden.
Nota bene: Spezielle Nistkästen sind vor allem für Arten wirklich sinnvoll, deren Lebensraum bedroht oder nahezu verschwunden ist. Ein Beispiel ist der Steinkauz, der Baumhöhlen in alten Bäumen (Weiden, alten Kultur-Äpfeln …) bevorzugt. Nistkästen für häufige Arten sind weniger notwendig, aber das bedeutet nicht, dass man keine aufstellen sollte. Achten Sie jedoch darauf, nicht eine Art gegenüber einer anderen zu bevorzugen. Das könnte das natürliche Gleichgewicht stören und manche Arten benachteiligen. Darin liegt die ganze Schwierigkeit beim Artenschutz: Man muss handeln, ohne neue Probleme zu schaffen. Und das ist nicht einfach!

Ein halboffener Nistkasten ist ideal für unser Rotkehlchen
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