Gartenmelde anbauen: altes Gemüse mit Spinatgeschmack

Gartenmelde anbauen: altes Gemüse mit Spinatgeschmack

Tipps zu Gartenmelde, Aussaat, Pflege und Ernte

Inhaltsverzeichnis

Wer Spinat mag, wird auch die Garten-Melde (Atriplex hortensis), den „Falschen Spinat“, schätzen. Sie ist eine interessante Sommeralternative, wenn Spinat bei Hitze schießt: Die Garten-Melde schießt zwar ebenso schnell, doch ihre Haupt- und Seitentriebe bleiben zart und essbar. Wie Spinat enthält sie Oxalsäure, allerdings in geringerer Menge. Früher im Mittelalter sehr beliebt, geriet sie später in Vergessenheit. Dabei ist sie leicht zu kultivieren und mit roten, blonden oder grünen Blättern dekorativ. Ihre Wuchshöhe von fast 2 m spendet zudem anderen Gemüsepflanzen Schatten.

Überzeugt von den Vorzügen der Garten-Melde? Erfahren Sie alles über Aussaat, Pflege, Ernte und den Verzehr ihrer sukkulenten Blätter, die etwas milder als Spinat schmecken.

Mehr erfahren: Garten-Melde: Aussaat, Anbau, Ernte

Frühling, Sommer Schwierigkeit

Gartenmelde: Was ist das genau?

Um die Gartenmelde (Atriplex hortensis) vorzustellen, beginnen wir mit ihren volkstümlichen Namen: „Garten-Melde“, „Gute Frau“, „Liebeskohl“, „Spinat“ oder „Falscher Spinat“. Diese Namen spiegeln die Vorzüge dieser Gemüsepflanze aus der Familie der Gänsefußgewächse wider, die heute zu den Fuchsschwanzgewächsen zählt. Die Gartenmelde ist eng mit anderen Gemüsepflanzen wie der Bete (Beta vulgaris), dem Gänsefuß (Chenopodium album), dem Spinat (Spinacia olaracea) oder der Quinoa (Chenopodium quinoa) verwandt. Es handelt sich um eine einjährige krautige Pflanze mit aufrechter Wuchsform, die eine Höhe von 1,80 bis 2 m erreicht. Die Gartenmelde besitzt aufrechte, kantige und verzweigte Stängel.

arroche culture

Die Gartenmelde (Atriplex hortensis) wächst schnell

Die ursprünglich aus Zentralasien stammende Gartenmelde war im europäischen Mittelalter sehr beliebt und wurde häufig verzehrt. Sie wird sogar im Capitulare de Villis erwähnt. Im 17. Jahrhundert verdrängte der Spinat sie jedoch wegen seines kräftigeren Geschmacks auf den zweiten Rang. Gärtner bauten sie dennoch bis ins 19. Jahrhundert an, bevor sie aus den Gemüsegärten verschwand. Als altes, vergessenes Gemüse erlebt die Gartenmelde heute ein Comeback. Schließlich kann sie auch Kinder begeistern, die Spinat nicht immer mögen.

Aus botanischer Sicht besitzt die Gartenmelde wechselständige, länglich-ovale bis dreieckig-ovale Blätter. Die grünlichen Blüten stehen in endständigen und achselständigen Trauben und bilden eine große Rispe. Sie erscheinen von Juli bis September beziehungsweise Oktober. Daraus entwickeln sich rötlich-braune Samen. Die Gartenmelde sät sich zudem sehr leicht selbst aus. Eigene Samen lassen sich ebenfalls problemlos ernten: Dazu schneidet man die Stängel bei Reife ab und lässt sie an einem geschützten Ort trocknen.

Es gibt drei Sorten der Gartenmelde:

Gartenmelde säen?

Die Gartenmelde gedeiht auch in magerem Boden, wächst aber deutlich besser in frischem, humusreichem, kalkfreiem Boden. Mit gut verrottetem organischem Dünger oder im Herbst eingearbeitetem Kompost wird der Boden ideal für dieses Gemüse. Sie bevorzugt zudem gut bearbeiteten, lockeren Boden, der von Unkraut und Steinen befreit ist. Der Standort sollte halbschattig sein. Gartenmelde reagiert recht empfindlich auf Hitze und Trockenheit, wodurch sie schnell in Samen schießt. Dennoch bleibt sie weitgehend essbar. Deshalb wird sie in südlichen Regionen häufiger angebaut als Spinat.

arroche variétés

Gartenmelde gibt es in drei Sorten: grüne, blonde und rote Gartenmelde

Die Aussaat erfolgt von April bis August direkt ins Freiland, in Regionen mit mildem Frühjahr bereits ab März. Es empfiehlt sich, die Aussaaten über diesen Zeitraum von fünf Monaten zu staffeln, damit laufend Blätter geerntet werden können. Gartenmelde keimt bei 15 bis 20 °C und wächst sehr schnell. Die Aussaat erfolgt bei abnehmendem Mond.

Wie wird gesät? 

  • 40 bis 50 cm voneinander entfernte, 1 bis 2 cm tiefe Rillen ziehen
  • In Reihen säen und mit einer dünnen Erdschicht bedecken
  • Den Boden mit der Rückseite des Rechens andrücken
  • Fein beregnen.

Die Samen keimen nach knapp zehn Tagen. Sobald die Jungpflanzen 4 bis 5 Blätter haben, muss auf 30 cm Abstand vereinzelt werden, damit nur die kräftigsten Keimlinge stehen bleiben.

Gartenmelde ist eine gute Begleitpflanze im Gemüsegarten, da sie Schatten spendet und dadurch wärmeempfindliches Gemüse wie Salat, Rettich, Rübe oder Rote Bete schützt.

Gartenmelde pflegen

Gartenmelde: wenig Pflege, reiche Ernte. Regelmäßig gießen, hacken, jäten, mulchen. Bei Blüten Triebspitzen pinzieren: Fördert Verzweigung, hemmt Samenbildung.

Gartenmeldeblätter ernten

Die Ernte beginnt ab dem zweiten Monat nach der Aussaat, von Mai/Juni bis Oktober. Die zartesten Blätter werden nach Bedarf nach und nach während ihres Wachstums gepflückt. Auch ältere Blätter sind noch gut essbar. Allerdings welken die Blätter sehr schnell und sind nicht lange haltbar. Deshalb sollten sie direkt nach der Ernte verzehrt werden. Die Blätter können jedoch eingefroren werden.

Arroche-Ernte

Junge Gartenmeldeblätter werden geerntet, weil sie zart sind

Der Vorteil der Gartenmelde: Sie kann den ganzen Sommer über geerntet werden, während Spinat im Sommer eine Pause einlegt.

Für die Samenernte lassen Sie einige kräftige Pflanzen stehen und ernten deren Blätter nach dem Erscheinen der Blüten nicht mehr.

Wie bereitet man dieses alte Gemüse mit Spinatgeschmack zu?

Gartenmelde wird wie Spinat zubereitet. Die Blätter können roh im Salat oder Schnittsalat mit Rucola, jungen Spinatblättern, Portulak oder Sauerampfer gegessen werden, der die Säure ausgleicht. Gegart lassen sich die Blätter wie Spinat zubereiten: kurz in der Pfanne gedünstet oder in Curry und Quiche verarbeitet sowie als Beilage zu Nudelgerichten.

Gartenmelde ist dank ihres Gehalts an Ballaststoffen, Vitamin C, Mineralstoffen und Antioxidantien ein sehr wertvolles Gemüse, besonders die rote Sorte. Sie enthält jedoch auch Oxalsäure. Menschen, die zu Calciumoxalat-Nierensteinen neigen, sollten sie daher nur in Maßen verzehren. Gartenmelde wirkt außerdem abführend und erfrischend. Früher wurden ihre Blätter wegen ihrer weich machenden Wirkung als Umschlag verwendet. Sie lindern auch Insektenstiche.

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Grüner Gartenmelde