Hopfen anbauen?
Eine pflegeleichte Kletterpflanze
Inhaltsverzeichnis
Hopfen, lateinisch Humulus lupulus, ist eine mehrjährige Kletterpflanze, die wegen ihrer weiblichen Zapfen, aber auch als Zierpflanze angebaut wird. Die indigene Liane ist sehr einfach zu kultivieren. Wie und wo pflanzt man Hopfen? Braucht diese Kletterpflanze Pflege? Unser Ratgeber verrät alles.

Hopfenzapfen
Hopfen pflanzen
Wo und wann pflanzen?
Hopfen wird am besten im Frühjahr gepflanzt: zwischen April und Mai oder im Herbst, im Oktober.
Hopfen gedeiht in allen Bodenarten, auch in Lehmboden. Allerdings braucht Hopfen einen nährstoffreichen, tiefgründigen Boden, um sich optimal zu entwickeln.
Am besten gedeiht er im Halbschatten, in kälteren Regionen kann er jedoch auch in der Sonne kultiviert werden.

Ein ausreichend sonniger Standort ist ideal für Hopfen
Wie pflanzen?
Im Freiland:
- Stellen Sie den Hopfen zunächst einige Minuten in lauwarmes Wasser, um den Wurzelballen zu befeuchten;
- Heben Sie ein Pflanzloch aus, das in Breite und Tiefe doppelt so groß wie der Wurzelballen ist;
- Lockern Sie den Boden am Grund des Pflanzlochs gut auf und geben Sie etwas verrotteten Mist oder reifen Kompost hinzu;
- Setzen Sie den Wurzelballen in das Pflanzloch und füllen Sie es mit dem Aushub auf. Achten Sie darauf, den Pflanzenhals nicht zu bedecken;
- Drücken Sie den Boden leicht mit den Händen an und gießen Sie reichlich, damit keine Lufteinschlüsse zwischen Wurzeln und Boden bleiben.
Im Topf:
- Stellen Sie Ihre Hopfen-Jungpflanze einige Minuten in eine Schale mit Wasser;
- Füllen Sie den Topfboden 5 bis 10 cm hoch mit Blähton zur Drainage (ersatzweise mit einer dicken Kiesschicht): Verwenden Sie einen Topf mit mindestens 10 l Fassungsvermögen und einem Abzugsloch;
- Füllen Sie den Topf zu drei Vierteln mit einer Mischung aus 50 % Gartenerde, 50 % Blumenerde und einer Handvoll Mist oder reifem Kompost;
- Setzen Sie den Wurzelballen oder das Rhizom in die Topfmitte und füllen Sie den Topf bis 2 cm unter den Rand mit Substrat auf;
- Drücken Sie den Boden rund um die Pflanze mit den Händen an und gießen Sie reichlich;
- Bedecken Sie den Boden rund um den Hopfen mit Mulch, damit er nicht zu schnell austrocknet. Stellen Sie den Topf in den Halbschatten. Vermeiden Sie diesmal unbedingt einen sonnigen Standort, da die Sonne das Substrat zu schnell austrocknen würde.

Junge Triebe von im Topf gezogenem Hopfen
Schon gewusst?
Für die Produktion weiblicher Hopfenzapfen, einem unverzichtbaren Bestandteil der Bierherstellung, wird Hopfen in Monokulturen angebaut. In verschiedenen Ländern wie den USA, Neuseeland, Australien, Deutschland, Polen, Tschechien, China und dem Vereinigten Königreich werden über hundert Sorten kultiviert. Frankreich und Belgien produzieren weiterhin Hopfen, weltweit jedoch in eher geringem Umfang. Hopfen wächst auf Feldern senkrecht an Spanndrähten.

Hopfenfeld
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Kaum Pflege nötig
Sie können Anfang Mai die jungen Triebe Ihres Hopfens pinzieren, damit er sich besser verzweigt.
Hopfen hat sommergrünes Laub, das im Herbst abfällt. Die Pflanze geht dann in Dormanz und zieht sich im Winter unter die Erde zurück. Sie können die trockenen Ranken gegen Ende des Winters, zwischen Februar und März, entfernen. Tun Sie dies nicht früher, denn die trockenen Ranken schützen den rhizomatösen Wurzelstock im Winter.
Hopfen klettert selbstständig an seiner Rankhilfe empor. Sie können ihm aber etwas helfen, indem Sie ihn zu der Rankhilfe führen, die er begrünen soll: eine Schnur, eine Pergola, eine Bambusstütze oder sogar waagerecht am Balkongeländer.

Für den Hopfenanbau ist eine passende Rankhilfe nötig
Richtig gießen
Vergessen Sie im ersten Jahr bei längeren Trockenperioden das Gießen nicht und mulchen Sie den Fuß der Pflanze, um ihr dauerhaft Feuchtigkeit zu bewahren.
Achtung! Hopfen im Topf leidet stärker unter Wassermangel als im Freiland gepflanzter Hopfen. Gießen Sie ihn während der Wachstumszeit daher zweimal pro Woche, ohne das Substrat zu vernässen. Bei großer Hitze sollten Sie Ihren Hopfen alle 2 Tage gießen. Im Winter entfällt das Gießen während der Vegetationsruhe.
Hopfen düngen
Hopfen hat einen hohen Nährstoffbedarf: Im Frühjahr tut ihm etwas Kompost am Fuß oder getrocknetes Blut gut. Bei Topfkultur können Sie einmal jährlich etwas Kompost als Deckschicht aufbringen oder einmal monatlich einen gut dosierten, stickstoffbetonten Flüssigdünger für Zimmerpflanzen geben, jedoch nicht zu viel (N maximal 6).
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Mögliche Schädlinge und Krankheiten
Im Garten bleibt der Hopfen von Krankheiten verschont, wenn er am passenden Standort wächst. Probleme treten vor allem im industriellen Hopfenanbau in Monokulturen auf, wo der Hopfen stärker unter Pilzkrankheiten und Schädlingen leidet.
Allerdings kann die Hopfenblattlaus auf überdüngten Böden auftreten. Das geschieht vor allem durch den Einsatz von Kunstdünger. Verwenden Sie daher stets organischen Dünger: Mist, Hornspäne, Kompost, … oder gar keinen. Der Boden reichert sich auf natürliche Weise an, wenn pflanzliche „Abfälle“ auf dem Boden liegen bleiben.
Der Hopfen ist Wirt einiger Nachtfalterraupen, die für die Pflanze jedoch kaum Folgen haben: Hopfen-Blütenspanner, Hopfenzünsler, Hopfen-Tageule und Hopfen-Rindeneule.
Achten Sie auf Schnecken … besonders in den ersten Tagen nach der Pflanzung und im zeitigen Frühjahr, wenn die Turions (jungen Triebe) aus dem Boden sprießen. Ein Schutz durch eine transparente Glasglocke oder eine wiederverwendete Abdeckung ist ideal. Entfernen Sie diese, sobald die Stängel aus der Öffnung wachsen.

Humulus lupulus
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