Hühnereier: Warum sind sie verschieden gefärbt?
Hühnereier: weiß, braun, blau, grün oder dunkelbraun
Inhaltsverzeichnis
Nicht jede Henne legt gleich viele oder gleich große Eier, auch die Farben variieren. Von Beige bis Weiß: Rasse und Genetik bestimmen die Eierschale.
Wie entsteht ein Ei?
Im Erwachsenenalter produziert eine Henne in nur einem Eierstock Tausende Follikel, die tatsächlich der Anzahl der Eier entsprechen, die sie im Laufe ihres Lebens legen wird. In Form einer Kette angeordnet, reifen diese Eizellen innerhalb von etwa zehn Tagen zum Eigelb heran. Dieses Eigelb besteht aus einer Zelle, dem zukünftigen Embryo, sowie aus Dotter, der nährstoffreichen Substanz, die ihn ernährt. Anschließend, etwa zwanzig Stunden vor dem Legen, gleitet die Eizelle in den Eileiter und dreht sich dabei um die eigene Achse. Dort bleibt sie ungefähr eine Stunde, während der sich das Eiweiß (Albumen) bildet und das Eigelb umhüllt.

Die Bildung eines Eis dauert etwa zwanzig Stunden
Kurz bevor Eigelb und Eiweiß in die Gebärmutter gelangen, werden sie von zwei Schalenhäuten umhüllt, die sie vor Bakterien schützen. Danach beginnt der entscheidende Schritt: die Bildung der Eierschale.
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Im Uterus bildet sich die Schale. Dieser etwa 20 Stunden dauernde Verkalkungsprozess durch Epithelzellen findet am Abend und in der Nacht statt. Die Schale besteht aus besonders widerstandsfähigem Kalziumkarbonat und schützt den möglichen Embryo.
Nach Abschluss der Verkalkung, ein bis zwei Stunden vor der Eiablage, bringen die Epithelzellen erneut Pigmente auf der Schalenoberfläche auf. In diesem Moment erhält das Ei seine endgültige Farbe.
Hier zeigt die Wissenschaft ihre Grenzen: Das Vorhandensein oder Fehlen farblicher Nuancen ist nicht wirklich geklärt. Man weiß nur, dass Protoporphyrin für die braune Farbe und Biliverdin für den blaugrünen Farbton verantwortlich ist. Warum bestimmte Hühnerrassen Eier in unterschiedlichen Farben legen, bleibt jedoch ein Rätsel!

Die Eier meiner Hühner (4 Rotleger und ein Sussex) zeigen ganz unterschiedliche Beige- bis Brauntöne
Zum Abschluss bedeckt eine dünne, leicht fettige Schicht, die Kutikula, das Ei, bevor es durch die Kloake ausgestoßen wird.
Weitere Faktoren für die Eifarbe
Eifarbe einer Henne ändert sich: Junge Hennen legen dunklere Eier. Auch Futter, Krankheiten, Medikamente und Stress beeinflussen die Schalenfarbe.
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Dennoch entscheidet vor allem die Rasse des Huhns und gegebenenfalls die Kreuzung verschiedener Rassen über die Farbe eines Eis. Denn jede Rasse trägt ein Gen, das diese Farbe bestimmt. Hier können sich Hühnerliebhaber austoben: Durch die Haltung verschiedener Rassen im eigenen Hühnerhof entstehen farbenfrohe Eierkörbe, die fast an die Palette eines Malers erinnern.
Weiße Eier
Die meisten Hühnerrassen legen weiße Eier, wobei manche Schalen makelloser sind als andere. So haben die Eier des Caussade-Huhns mit seinem schönen schwarzen Gefieder und des Crèvecœur-Huhns, einer sehr winterharten normannischen Rasse mit einer prächtigen Haube, besonders weiße Schalen.

Die Hühner der Rassen Harco (©WAV12), Vorwerk (©Thomon), Barbézieux (© Eponimm) und Crèvecœur (©Blaise de Saint-Jouin) legen weiße Eier.
Auch das Ardenner Huhn, Gournay, Barbézieux, Schwarze Huhn aus dem Berry, Elsässer Huhn, Leghorn, Paduaner, Hergnies und Gâtinaise legen schöne weiße Eier. Die Eier von Bourbonnaise, Gauloise, Coucou des Flandres, Harco und Charollaise liegen dagegen zwischen Weiß und Creme. Die Eier des Vorwerk-Huhns sind gelblich-weiß.
Beige Eier
Beige Eier sind im französischen Handel am weitesten verbreitet. Der Grund: Eierproduzenten halten überwiegend braune Legehennen. Diese Hühner findet man auch in Familienhühnerställen am häufigsten.
Doch auch andere Hühnerrassen legen mehr oder weniger intensiv beige Eier, etwa Sussex, Coucou de Rennes, Brahma, Orpington, Cou nu du Forez und Wyandotte. Einige Eier dieser Hühner können sich fast rotbraun färben. Die Eier von Ayam Cemani, Géline de Touraine und Bourbourg können dagegen fast rosa sein. Das aus Java stammende Ayam-Cemani-Huhn ist eher ein Zierhuhn, da es nur 80 Eier pro Jahr legt. Die Géline de Touraine ist dagegen eine ausgezeichnete Legehenne mit prächtigem schwarzem Gefieder, ebenso wie Bourbourg, ein kräftiges und sehr winterhartes Bauernhuhn.
Braune Eier
Dunkelrotbraune bis braune Eier erinnern an Schokolade und zeigen manchmal kupferfarbene, mahagonibraune oder sogar glänzende Nuancen. Mehrere Hühner legen solche Eier, allen voran Marans: Diese große, gesellige Henne ist eine gute Legehenne und brütet zuverlässig. Deshalb gilt sie als unkompliziert und wird auch „Henne mit den goldenen Eiern“ genannt.

Marans- und Welsummer-Hühner mit ihren jeweils braunen Eiern
Auch weniger verbreitete Rassen legen braune Eier. So legen Penedesenca und Empordanesa, zwei spanische Hühnerrassen, Eier mit dunkelroter bis brauner Schale. Ebenso Welsummer, eine niederländische Henne mit freundlichem Wesen, deren braune Eier von dunkleren Sprenkeln durchzogen sind.
Blaue bis grüne Eier
Manche Eier zeigen sich in Pastelltönen und schimmern in zarten Farben zwischen Blau und Grün. Zu den bekanntesten Rassen gehört die Araucana. Dieses ungewöhnliche, aus Chile stammende Huhn legt blaugrüne Eier, die durch ein besonderes Pigment gefärbt werden. Die cholesterinarmen Eier haben zudem eine sehr harte Schale. Auch ihr Aussehen ist außergewöhnlich: Sie hat keine Kehllappen, kein Bürzel und bauschige Federn.

Cream-Legbar- und Araucana-Hühner legen Eier, deren Farbe zwischen Blau und Grün liegt
Die Ameraucana ist eine direkte Nachfahrin der Araucana und wurde in den 1970er-Jahren in den USA gezüchtet. Diese gutmütige und sanfte Henne legt hellblaue Eier. Anders als ihre Vorfahrin hat sie einen Schwanz und Kehllappen.
Bleiben wir beim Blau und lernen die Cream Legbar kennen, eine von Engländern gezüchtete Henne. Sie ist leicht zu halten, legt sehr gut, ist winterhart und trägt eine kleine Haube auf dem Kopf.
Ganz anders ist das Azur-Huhn, das ebenfalls blaue Eier mit türkisfarbenen Nuancen legt. Sein silberweißes Gefieder ist besonders elegant und einzigartig. Die Eier sind groß und haben eine besonders stabile Schale.
Schließlich legt das Emerald-Huhn, eine nahe Verwandte der Araucana, eher grüne als blaue Eier mittlerer Größe. Sein Gefieder ist weiß, und auch dieses Huhn hat keinen Schwanz.
Mehrfarbige Eier
Zum krönenden Abschluss unseres Feuerwerks an Eierfarben sehen wir uns die Eier von Easter Egger und Olive Egger an. Diese aus der Kreuzung verschiedener Rassen hervorgegangenen Hühner können olivfarbene, salbeifarbene bis beige oder dunkelbraune Eier legen.
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