Invasiven Akanthus loswerden?
Akanthus erkennen, Ausbreitung im Garten begrenzen oder natürlich entfernen
Inhaltsverzeichnis
Akanthus beeindrucken mit Blättern und Blütenähren, bringen Struktur, können aber wuchern. Tipps, um Akanthus im Garten einzudämmen oder zu entfernen.
Akanthus richtig erkennen
Die Pflanze erkennen

Acanthus mollis
Es gibt verschiedene Arten und Sorten des Akanthus, die zwischen 25 cm und über 1,50 m hoch werden. Diese Pflanzen haben mehrere gemeinsame äußerliche Merkmale:
- einen üppigen, horstbildenden Wuchs;
- große, oft stark eingeschnittene, manchmal dornige Blätter, die fast 1 m lang werden können;
- eine üppige Sommerblüte mit langen, aufrechten Ähren, die bis zu 1,50 m, bei besonders eindrucksvollen Sorten sogar 2 m hoch werden;
- röhrenförmige, zweilippige Blüten in Weiß, Creme, Rosa, Grün, Gelb oder Purpur;
- meist dornige Hochblätter, die über den Blüten stehen und ihnen ein zweifarbiges Aussehen verleihen können.
Die Blüte duftet nicht, zieht aber unweigerlich bestäubende Insekten an.
Am häufigsten in Gärten findet man den Weichen Akanthus (Acanthus mollis), einen der eindrucksvollsten Akanthus mit spektakulärer Wuchsform, oder den Dornigen Akanthus (Acanthus spinosus). Seine Blätter erinnern an Artischocken, sind jedoch stachelig. Letzterer gilt als ausbreitungsfreudiger.

Acanthus spinosus
Wie breitet er sich aus?
Akanthus kann sich dank seiner guten Vermehrungs- und Ausbreitungsfähigkeit stark ausbreiten:
- durch schnelles Wachstum;
- durch ein fleischiges, kräftiges und tiefreichendes Wurzelsystem, mit dem die Pflanzen Nährstoffe und Wasser aus dem Boden aufnehmen und bei Trockenheit speichern;
- durch die Bildung von Wurzelschösslingen (unterirdischen Trieben, aus denen neue Triebe entstehen), die sich aus dem Wurzelstock entwickeln;
- durch ihre Samen (etwa 4 pro Frucht), die am Ende der Blüte freigesetzt werden und eine Selbstaussaat ermöglichen.
Auch die Wurzeln lassen sich sehr leicht durch Stecklinge vermehren, wobei aus jedem Teilstück schnell eine neue Jungpflanze entstehen kann. So bürgert sich der Akanthus leicht ein und breitet sich aus, wenn er sich wohlfühlt.
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Akanthus pflanzen, kultivieren und pflegenAusbreitung von Akanthus im Garten begrenzen
Im Laufe der Zeit können Akanthus dazu neigen, durch ihre Ausbreitung benachbarte Pflanzen zu überwuchern. Daher ist es wichtig, ihren Pflanzplatz von Anfang an sorgfältig zu wählen. Zum einen, um die Konkurrenz im Garten zu begrenzen, zum anderen, weil Akanthus nach dem Anwachsen nicht gerne umgesetzt wird. Berücksichtigen Sie bei der Wahl des Standorts unbedingt diese Ausbreitungsneigung. Vermeiden Sie zu kleine Beete oder Rabatten, in denen die Pflanze schnell dominant wird. Bevorzugen Sie eine isolierte Pflanzung oder Bereiche, die sich mit anderen Pflanzen nur schwer begrünen lassen: Böschungen, trockene Steingärten, unter Bäumen oder Sträuchern usw.
Um eine zu starke Ausbreitung von Akanthus zu verhindern, können einige einfache Maßnahmen ergriffen werden.
- Schneiden Sie die Blütenstängel direkt nach der Blüte und vor der Fruchtbildung bodennah ab, bevor sich glänzende Kapseln bilden, um eine Selbstaussaat zu verhindern. Nutzen Sie die Blütenähren als frischen oder getrockneten Strauß und setzen Sie damit einen schönen farbigen, dekorativen Akzent in Ihrem Zuhause.
- Setzen Sie Akanthus nicht um. Wie bereits erwähnt, mag die Pflanze keine Störungen. Vor allem kann jedes im Boden verbliebene Wurzelstück neu austreiben und neue Triebe bilden.
- Entfernen Sie neue, aus Wurzelschösslingen entstandene Jungpflanzen nach und nach, indem Sie sie abschneiden.
- Bei Bedarf können Sie zum Zeitpunkt der Pflanzung eine Wurzelsperre in den Boden einbauen. Damit lässt sich die Ausbreitung bestimmter kräftiger, invasiver Pflanzen wie Bambus kontrollieren.
- Bieten Sie ihnen keine allzu günstigen Wachstumsbedingungen, die ihre Ausbreitung fördern: Akanthus wächst stärker in nährstoffreichem, tiefgründigem, gut durchlässigem Boden, der im Frühjahr und Herbst dennoch frisch bleibt. In Regionen mit heißem Klima bevorzugt die Pflanze außerdem einen halbschattigen Standort.

Schneiden Sie die Blütenstängel ab, bevor sich die in den Kapseln enthaltenen Samen verbreiten. Bei Bedarf eine Wurzelsperre aus Vlies einbauen
Akanthus natürlich entfernen
Wie bei vielen Pflanzen, die als unerwünscht gelten (etwa Unkräuter), ist es gar nicht so einfach, Akanthus loszuwerden! Auf natürliche Weise und ohne chemische Mittel lässt sich jedoch wirksam vorgehen – mit Geduld, Beobachtung und körperlichem Einsatz.

Akanthus kann sich weit ausbreiten
Regelmäßiger Rückschnitt der oberirdischen Pflanzenteile
Wenn Sie das Laub der Pflanze mehrmals im Jahr entfernen, schwächen Sie sie nach und nach, da die Photosynthese verhindert wird. Schneiden Sie das Laub im Frühjahr vor der Blüte bodennah ab und bei Bedarf im Herbst erneut, bevor die Pflanze ihre Reserven anlegt.
Dafür benötigen Sie eine gut geschärfte Gartenschere sowie stichfeste, dicke Handschuhe bei dornigem Akanthus. Wächst die Pflanze auf dem Rasen, können Sie gegebenenfalls einen Rasenmäher verwenden.
Geben Sie das Pflanzenmaterial nicht auf den Kompost, sondern entsorgen Sie es im Wertstoffhof.
Tiefgründiges Ausgraben
Um Akanthus loszuwerden, können Sie die gesamte Pflanze ausgraben. Wichtig: Jedes im Boden verbleibende Wurzelstück kann erneut austreiben. Gehen Sie daher gründlich, sorgfältig und tiefgründig vor.
Verwenden Sie dazu einen Spaten, ein Unkrautmesser oder einen Wurzelstecher sowie dicke Handschuhe. Entfernen Sie alle Wurzelstücke von Hand. Das ist eine langwierige und körperlich anstrengende Arbeit, die manchmal wiederholt werden muss. Doch so lässt sich Akanthus auf natürliche Weise entfernen.
Führen Sie diese Arbeit am besten nach einem Regentag durch, wenn der Boden abgetrocknet ist und sich die Wurzeln leichter herausziehen lassen.
Abdecken der betroffenen Fläche
Wenn Sie die von Akanthus besiedelte Fläche mindestens 1 bis 2 Jahre lang nicht bepflanzen müssen, können Sie sie abdecken. Ein lichtundurchlässiges Material verhindert das Wachstum der Pflanzen, da es ihnen Licht und Sauerstoff entzieht. Sie können auch Kartons verwenden, die jedoch regelmäßig erneuert und beschwert werden müssen, damit sie bei Wind nicht verrutschen.
Bei kleinen Pflanzen eignen sich auch lichtundurchlässige Kisten oder Eimer.
Was Sie vermeiden sollten
Verwenden Sie keine Motorhacke, um Akanthus loszuwerden: Durch das Zerteilen der Wurzeln fördert sie zahlreiche mögliche Neuaustriebe.
Wir raten außerdem von chemischen Herbiziden ab. Sie wirken gegen als invasiv geltende Pflanzen nicht immer zuverlässig, belasten zudem den Boden und schaden der Biodiversität.
Auch manche sogenannten Hausmittel mit Essig, Salz oder Bleichmittel sind nicht unbedenklich: Sie wirken nicht selektiv, dringen in den Boden ein und können dort das Gleichgewicht stören.
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