Pfeilblatt oder Zehrwurz: Unterschiede erkennen?
Zwei tropische Pflanzen sicher unterscheiden
Inhaltsverzeichnis
Alokasie und Zehrwurz fallen mit ihren großen, elefantenohrähnlichen Blättern schon von Weitem auf – daher ihr Beiname. Beide gehören zur Familie der Aronstabgewächse, unterscheiden sich jedoch in Blattausrichtung, Blattstruktur und Kultur. Mit einigen Merkmalen lassen sich die ähnlich spektakulären Tropenpflanzen leicht unterscheiden – im Garten wie im Topf. Ich zeige Ihnen, woran Sie sie sicher erkennen und nicht mehr verwechseln.

Prächtiges Blattwerk: hier Zehrwurz im Anbau
Pfeilblatt vs. Zehrwurz: Unterschiede erkennen?
| Kriterium | Pfeilblätter | Zehrwurz |
|---|---|---|
| Blattausrichtung | Blätter oft aufrecht nach oben gerichtet | Große Blätter oft hängend oder waagerecht |
| Blattstruktur | Dicke, feste Blätter mit stark ausgeprägten Rippen | Weichere Blätter mit weniger sichtbaren Rippen |
| Blattstielansatz | Blattstiel am Blattrand angesetzt | Blattstiel eher mittig an der Blattspreite angesetzt |
| Pflanzengröße | Meist kompakter | Kann 1 bis 2 m erreichen |
| Kultur | Oft im Topf oder als Zimmerpflanze kultiviert | Garten- oder Feuchtgebietspflanze |
| Sonnentoleranz | Bevorzugt Schatten oder Halbschatten | Verträgt Sonne besser |
| Verwendung | Vor allem dekorative Pflanze | Einige Arten sind essbar (Taro) |
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Blattformen: die häufigsten Formen im ÜberblickIhre Gemeinsamkeiten
Physisch und botanisch haben diese beiden Pflanzen tatsächlich viele Gemeinsamkeiten!
- Ihre botanische Familie: Beide gehören zu den Aronstabgewächsen (dieselbe Familie wie die Flamingoblume oder die Kalla – der Garten-Aronstab)

Alocasia reversa und Colocasia antiquorium: Bei diesen beiden Arten zeigt sich eine gewisse Familienähnlichkeit …
- Ihre Herkunft: Beide Pflanzen stammen aus tropischen Regionen (Südpazifik, Indien, Malaysia …)
- Ihr natürlicher Lebensraum: tropische und subtropische Gebiete der Erde
- Beide sind krautige Stauden mit knolligen Rhizomen und frostempfindlich
- Ihre Blüte in Form einer für Aronstabgewächse typischen Blütenscheide mit einer großen, trichterförmigen Blüte (botanisch handelt es sich um ein großes Kelchblatt)
- Ihr pfeilförmiges Laub mit ausgeprägten Blattadern
- Beide bevorzugen frische bis feuchte Böden sowie Schatten oder Halbschatten

Auf den ersten Blick einige Gemeinsamkeiten (links Colocasia esculenta, rechts Pfeilblatt)
Was sie auszeichnet
Wir gehen nun genauer auf ihre Anatomie ein, denn es sind vor allem botanische Feinheiten, die sie deutlich unterscheiden:
- Die Form des Laubs: Bei beiden Pflanzen spricht man von einer sagittaten, pfeilförmigen Blattform. Die Blätter der Colocasia sind jedoch oft sehr groß, hängen herab oder stehen waagerecht und ähneln nach unten gerichteten Schilden, während sie bei der Alocasia kleiner sind und bei großen Arten nach oben zeigen. Dies ist ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal.
- Die Ansatzstelle des Blattstiels: Auch daran lassen sie sich besser unterscheiden. Bei der Alocasia scheidet der Blattstiel am Blattgrund aus, während das sagittate Blatt der Colocasia ebenfalls schildförmig ist und der Blattstiel eher mittig in der Blattspreite ansetzt.
- Die Beschaffenheit des Laubs: Die Alocasia hat festere, dickere und ledrigere Blätter, die manchmal geriffelt oder gestreift sind und ausgeprägte Blattadern aufweisen. Die Colocasia besitzt weichere Blätter mit deutlich weniger ausgeprägter Nervatur. Glänzende Blätter sind bei der Alocasia häufiger, kommen aber auch bei Colocasia vor.
- Größe und Standort: Die Colocasia wird 1 bis 2 m hoch, in feucht-tropischen Regionen sogar noch größer. Einige Sorten sind Wasser- oder Sumpfpflanzen. Die Alocasia bleibt meist kompakter, abgesehen von tropisch kultivierten Arten wie Alocasia macrorrhiza, einem Riesen. Die meisten Arten wachsen terrestrisch und bilden in ihrer natürlichen Heimat einen Stamm. Bei uns wird die Alocasia für Innenräume oft als Zwergform angeboten.
- Die Blüte tritt bei der Alocasia häufiger auf und ist cremefarben, bei der Colocasia dagegen selten oder fehlt ganz.
- Die Kultur ist bei halbschattigem Standort und feuchtem Boden zwar ähnlich, unterscheidet sich bei der Alocasia aber durch die Möglichkeit, sie im Topf zu kultivieren. Sie wird bei uns daher oft als dekorative Zimmer- und Zierpflanze angeboten, auch wegen ihrer geringeren Winterhärte. Alocasia-Arten sind tatsächlich vor allem Zierpflanzen und keine Nutzpflanzen – anders als die Colocasia in vielen Teilen der Welt. Zu beachten ist, dass die Colocasia deutlich mehr Sonne verträgt als ihre Verwandte, die Alocasia.
- Ein großer Unterschied: Eine ist essbar (die große Knolle von Colocasia esculenta), die andere nicht – abgesehen von einer einzigen Alocasia-Art. Mehr dazu und zu ihrer kulinarischen Verwendung erfahren Sie weiter unten. Diese Knolle ist besonders in der polynesischen Küche beliebt.
- Schließlich sorgt ihr volkstümlicher Name auf Märkten in entlegenen Teilen der Welt für Klarheit! Häufig werden beide Pflanzen als Elefantenohr bezeichnet, doch ihre lokalen Namen verraten, ob es sich um eine Colocasia oder eine Alocasia handelt.
Die Colocasia wird meist Taro genannt, auf den Inseln des Südpazifiks jedoch unterschiedlich: Auf den Marquesas heißt sie Mei, auf Hawaii Kalo. In Südostasien trägt sie weitere volkstümliche Namen, etwa Talas auf Bali und in Indonesien.
Auch die Alocasia wird manchmal Taro genannt. Eigentlich sollte jedoch sie als Elefantenohr bezeichnet werden – was die Sache nicht gerade einfacher macht!

Oben links Colocasia ‘Madeira’, unten die Sorte ‘Kona Coffee’. Oben rechts Alocasia macrorrhiza, unten Alocasia amazonica
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Taro (Colocasia esculenta) ist ein polynesisches Grundnahrungsmittel. Die Knolle wird gekocht, rohe Teile sind giftig. Auch junge Triebe werden gegessen.
Andere Kaladien
Alles wäre einfach, wenn wir hier aufhören würden … Doch die Welt der Botanik steckt voller Überraschungen. Verwechseln Sie daher Alocasia und Colocasia nicht mit anderen Pflanzen, die ebenfalls Elefantenohren genannt werden oder ihnen zum Verwechseln ähnlich sehen!
Das gilt für Kaladien mit ihren oft auffällig gefärbten und panaschierten Blättern (ihre Knollen sind jedoch giftig) und vor allem für Xanthosoma (eine Art wird auch Taro genannt und ist essbar – zum Glück!). Das ist nicht verwunderlich, denn diese bei uns als Zimmerpflanzen kultivierten Pflanzen gehören ebenfalls zur Familie der Aronstabgewächse.

Xanthosoma violaceum links und Xanthosoma sagittifolium (essbar) rechts
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