Spinat: Krankheiten und Schädlinge
Tipps zu natürlicher Behandlung und Vorbeugung
Inhaltsverzeichnis
Spinat (Spinacia oleracea) ist ein vitamin- und eisenreiches Gemüse, leicht zu kultivieren, aber anfällig für Krankheiten und Schädlinge. Erfahren Sie, wie Sie diese erkennen, natürlich behandeln und vorbeugen.
Welche Pilzkrankheiten treten bei Spinat auf?
Mehrere Pilzkrankheiten können Spinat befallen, mit unterschiedlich schwerem Verlauf.
Falscher Mehltau
Der Falsche Mehltau (Peronospora farinosa) ist die gefährlichste Krankheit des Spinats. Dieser pilzähnliche Erreger entwickelt sich bei kühlem, feuchtem Wetter und verbreitet sich durch Sporen, die vom Wind oder Wasser getragen werden.
Welche Symptome gibt es?
Auf der Blattoberseite erscheinen unregelmäßige gelbe Flecken. Auf der Unterseite ist ein grauvioletter Belag zu sehen. Die Blätter wölben sich schließlich, vergilben und sterben ab.
Wie behandeln?
Sprühen Sie einfach einen Ackerschachtelhalm-Sud zur Kräftigung des Gewebes oder eine Mischung aus Wasser und Natron (10 g/l) mit etwas Schmierseife.
Wie vorbeugen?
- Halten Sie eine dreijährige Fruchtfolge ein
- Vermeiden Sie, das Laub beim Gießen zu benetzen.
Rost

Rostsymptom
Leicht zu erkennen: Rost (Puccinia aristidae) schwächt die Spinatpflanze, indem er ihre Photosynthese beeinträchtigt.
Welche Symptome gibt es?
Kleine orangefarbene oder braune Pusteln erscheinen, vor allem auf der Blattunterseite. Das Laub kann schließlich vorzeitig vertrocknen.
Wie behandeln?
- Entfernen Sie befallene Blätter bei den ersten Anzeichen und bringen Sie sie zum Wertstoffhof
- Sprühen Sie Brennnesseljauche oder Knoblauchmazerat, das stark pilzhemmend wirkt.
Cladosporiose
Cladosporiose (Cladosporium variabile) wird durch einen Pilz verursacht, der gemäßigtes Klima und hohe Luftfeuchtigkeit bevorzugt. Anfangs wird sie oft mit Falschem Mehltau verwechselt.
Welche Symptome gibt es?
Zunächst erscheinen kleine, helle, kreisrunde Flecken, die später braun werden und ein dunkel olivgrünes Zentrum erhalten. Die Flecken sind kleiner und regelmäßiger als die des Falschen Mehltaus.
Wie behandeln?
- Lichten Sie die Aussaat aus, damit die Reihen möglichst gut belüftet werden
- Verwenden Sie bei starkem Befall Netzschwefel. Er ist im Ökolandbau zugelassen, sollte aber sparsam eingesetzt werden.
Anthraknose
Anthraknose (Colletotrichum dematium) befällt das Blattgewebe und verursacht Nekrosen.
Welche Symptome gibt es?
Alles beginnt mit kleinen, wasserdurchtränkten Flecken, die schnell braun und trocken werden. Das Zentrum der Flecken kann herausfallen, sodass kleine Löcher in der Blattspreite entstehen.
Wie behandeln?
- Verwenden Sie zertifiziertes, gesundes Saatgut
- Ackerschachtelhalm-Jauche eignet sich hervorragend zur Vorbeugung und zum Schutz der Pflanze.
Stemphylium
Stemphylium (Stemphylium botryosum) ist ein opportunistischer Pilz, der häufig von einer geschwächten oder nährstoffunterversorgten Pflanze profitiert.
Welche Symptome gibt es?
Es zeigen sich graue oder weiße, trockenen Papier ähnelnde, kreisrunde Flecken, die manchmal von einem rotbraunen Hof umgeben sind.
Wie behandeln?
- Achten Sie auf eine ausgewogene Düngung ohne Stickstoffüberschuss
- Sprühen Sie Beinwelljauche auf, um die allgemeine Widerstandskraft des Spinats zu stärken.
Lesen Sie auch
Spinat: säen, anbauen und im Gemüsegarten erntenWelche Schädlinge befallen Spinat?
Mehrere Insekten und Schnecken fressen besonders gern Spinatblätter.
Blattläuse
Muss man diese kleinen stechend-saugenden Insekten, die sich oft an jungen Trieben sammeln, noch vorstellen?
Welche Symptome treten auf?
Eingerollte, klebrige Blätter (Honigtau) und Ameisen, die Blattläuse züchten.
Wie behandeln?
- Besprühen mit einer Lösung aus Wasser und Schmierseife (5 % verdünnt).
- Aussetzen von Marienkäfer- oder Schwebfliegenlarven.
Schnecken
Diese nachtaktiven Weichtiere bevorzugen zarte Pflanzenteile und sind oft nach Regen aktiv.
Welche Symptome treten auf?
Große, unregelmäßige Löcher in den Blättern und glänzende Schleimspuren. Junge Aussaat kann innerhalb einer Nacht aufgefressen werden.
Wie behandeln?
- Barrieren aus Asche, Kaffeesatz oder zerstoßenen Eierschalen können wirksam sein, müssen aber nach jedem Regen erneuert werden
- Absammeln am Morgen oder Abend, erleichtert durch Holzbretter oder Dachziegel, unter denen sich Schnecken tagsüber verstecken
- Anbringen von Igelhäusern und Erhalt wilder Bereiche für Laufkäfer
- Ausstreuen von Eisenphosphat-Granulat, einem im ökologischen Landbau zugelassenen Insektizid.
Eulenfalterraupen
Es handelt sich um Raupen nachtaktiver Schmetterlinge, die sich tagsüber im Boden oder unter Blättern verstecken und nachts das Laub fressen.
Welche Symptome treten auf?
Die Blätter werden zerfressen und wirken wie durchlöchert; nur die Rippen bleiben stehen. Außerdem sind schwarze Kotspuren auf den Blättern zu sehen.
Wie behandeln?
- Absammeln bei Einbruch der Dunkelheit.
- Sprühen von Bacillus thuringiensis (Bt), einem natürlichen Bakterium, das die Raupen nach der Aufnahme abtötet.

Junge Spinattriebe können zahlreiche Schädlinge anlocken
Minierfliegen
Es handelt sich um kleine Fliegen, deren Larven Gänge im Inneren des Blattes anlegen.
Welche Symptome treten auf?
Das wichtigste Anzeichen eines Befalls sind weißliche, durchsichtige, gewundene „Minen“ oder Gänge im Blattgewebe. Das Blatt nekrotisiert schließlich an der Stelle des Ganges.
Wie behandeln?
-
Ab der Aussaat ein Insektenschutznetz mit feinen Maschen anbringen
-
Larven von Hand durch das Blatt zerdrücken oder befallene Blätter entfernen.
Drahtwürmer
Es handelt sich um die Larven von Schnellkäfern, oft „Drahtwürmer“ genannt, die mehrere Jahre im Boden leben.
Welche Symptome treten auf?
Der Spinat verwelkt plötzlich. Beim Ausgraben stellt man fest, dass die Hauptwurzel durchtrennt oder von Löchern durchsetzt ist.
Wie behandeln?
- Drahtwürmer fangen, indem man halbierte Kartoffelstücke eingräbt, um die Larven anzulocken, und diese alle zwei Tage einsammelt.
- Den Boden regelmäßig bearbeiten, damit die Larven für Vögel zugänglich werden.
Schnaken
Es handelt sich um die Larven der Schnake, eines großen, riesigen Mücken ähnelnden Insekts, die sich von Wurzeln und dem Hals auf Bodenhöhe ernähren.
Welche Symptome treten auf?
Die äußeren Blätter vergilben und das Wachstum verzögert sich, weil das Wurzelsystem angegriffen ist.
Wie behandeln?
- Einsatz von Nützlingsnematoden (Steinernema feltiae), die auf feuchten Boden gegossen werden.
- Zu verdichtete und staunasse Böden vermeiden, in denen Schnaken gern ihre Eier ablegen.
Die Bedeutung der Vorbeugung
Vorbeugen ist besser als heilen. Beim Spinat beruht die Vorbeugung auf vier Säulen:
- Fruchtfolge: Bauen Sie Spinat (oder Pflanzen derselben Familie wie Rote Bete oder Grüner Mangold) frühestens nach 3 oder 4 Jahren wieder am selben Standort an. So unterbrechen Sie den Lebenszyklus von Pilzsporen und unterirdischen Larven.
- Wassermanagement: Spinat liebt Feuchtigkeit, aber kein stehendes Wasser auf den Blättern. Gießen Sie immer direkt am Boden, möglichst morgens, damit überschüssige Feuchtigkeit tagsüber verdunstet.

Spinat liebt frische, aber keine nassen Böden
- Pflanzabstand: Eine zu dichte Pflanzung schafft ein feuchtes Mikroklima, das Pilze begünstigt. Vereinzeln Sie die Reihen, damit die Luft zirkulieren kann.
- Bodengesundheit: Ein humusreicher Boden, etwa mit gut verrottetem Kompost, stärkt die Abwehrkräfte der Pflanze. Vermeiden Sie zu viel Stickstoff, da er das Gewebe weich und anfälliger für Blattläuse und Falschen Mehltau macht.
- Abonnieren Sie
- Inhaltsverzeichnis
Dieses Formular ist durch reCAPTCHA geschützt – es gelten die Datenschutzbestimmungen und die Nutzungsbedingungen.
Kommentare