Tomaten in umgedrehten Flaschen anbauen: Anleitung
Eine einfache, platzsparende und günstige Methode
Inhaltsverzeichnis
Tomatenpflanzen selbst ziehen: ohne Erfahrung und viel Platz. Anbau in umgedrehten Flaschen – einfach, platzsparend und günstig!
Vor- und Nachteile
Vorteile
Die unbestreitbaren Vorteile dieser Anbaumethode sind:
- Sie ist sehr einfach umzusetzen und kostet fast nichts;
- Sie spart viel Platz und eignet sich daher auch für einen sonnigen Balkon;
- Der Wasserbedarf wird auf das Nötigste reduziert: Die Tomate erhält genau die benötigte Wassermenge. Im Plastik bildet sich zudem Kondenswasser, das die Pflanze feucht hält;
- Ein natürlicher Schutz vor bestimmten Parasiten und Krankheiten im Boden;
- Plastikflaschen werden wiederverwendet;
- Eine Beschäftigung, die man mit Kindern teilen kann.
Nachteile
- Der Ertrag ist geringer als im Freiland. Mit dieser Anbaumethode lässt sich keine große Menge Früchte pro Pflanze ernten, dafür wird die Menge zugunsten der Qualität begrenzt.
- Diese Technik funktioniert sehr gut mit Kirschtomaten- und Cocktailtomatensorten, bei großfrüchtigen Tomatensorten sind die Ergebnisse jedoch durchwachsener.
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Sie benötigen:
– 1 leere Flasche pro Tomatenpflanze: ideal ist eine stabile Plastikflasche mit engem Flaschenhals, damit die kopfüber hängende Pflanze nicht herausfällt, z. B. eine Limonadenflasche
– Blumenerde
– 1 Kaffeefilter oder Küchenpapier pro Flasche
– 1 möglichst spitze Schere oder ein Cuttermesser
– Dünnen Draht oder Schnur
– 1 Locher oder eine große Schraube
– Kleine Tomatenjungpflanzen zum Pikieren

Tomaten in der Flasche anbauen: Schritt für Schritt
Säen Sie zunächst Ihre Tomatensamen aus. Lesen Sie dazu unseren passenden Ratgeber: Tomaten aussäen und pikieren.
Wenn Sie eine Flasche verwenden, die zuvor etwas anderes als Wasser enthielt, spülen Sie sie vorher gründlich aus.
- Schneiden Sie den Boden der Flasche vorsichtig mit einem Cuttermesser ab und achten Sie dabei gut auf Ihre Hände.

- Bohren oder stanzen Sie mit einer Schraube oder einem Lochwerkzeug zwei gegenüberliegende Löcher in die Flasche. Führen Sie den Draht durch die Löcher und formen Sie einen Bogen zum Aufhängen. Wenn Sie keinen dünnen Draht haben, können Sie Gartenschnur oder -seil verwenden.

- Nehmen Sie Ihre Tomatenpflanze und lösen Sie sie vorsichtig samt Erde aus dem Topf. Wickeln Sie den Wurzelballen in ein Stück Küchenpapier oder einen Kaffeefilter.
- Die so eingewickelte Pflanze kann nun vorsichtig in die Flasche gesteckt werden. Achten Sie darauf, die jungen, empfindlichen Blätter und Stängel nicht zu beschädigen.

- Das Küchenpapier oder der Kaffeefilter hält den Wurzelballen zurück, ohne die Bewässerung zu behindern.
- Halten Sie die Flasche weiterhin aufrecht und füllen Sie sie bis 2–3 cm unterhalb der Löcher mit Blumenerde.

- Nun können Sie Ihre Tomatenpflanze auf dem Balkon, an einer Aufhängevorrichtung oder an erhöht befestigten Holzpfosten aufhängen.
- Ihre Tomatenpflanze hängt jetzt kopfüber. Gießen Sie vorsichtig und warten Sie, bis das Wasser in die Erde eingedrungen ist. Wenn Sie zu viel gießen, tritt ein dünner Wasserstrahl aus dem Flaschenhals aus – das ist normal.
- Den abgeschnittenen Flaschenboden können Sie als kleinen Wasserspeicher verwenden.
- Bohren Sie dafür Löcher hinein und legen Sie ihn auf die Flaschenoberseite. Aus dem Reservoir wird die Blumenerde langsam tröpfchenweise befeuchtet.

- Ohne Reservoir bleibt die Erde frei zugänglich. So können Sie gezielter gießen und der Pflanze kleine natürliche Zusätze geben:
– Zerkleinerte Eierschalen: eine ausgezeichnete Kalziumquelle für das Wachstum der Pflanze
– Kaffeesatz: zur Kräftigung der Pflanze und als Insektenschutz
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Die Tomatenpflanze wächst an der Flasche nach oben – das ist völlig normal. Sobald sie größer und schwerer wird, kann sie zum Boden hinunterhängen. Die so aufgehängte Pflanze wächst mit sehr wenig Erde nach einer Methode, die der sogenannten Hydrokultur ähnelt. Sie lebt und wächst mit einer äußerst begrenzten Menge Erde – gerade so viel, wie sie für ihr Wachstum benötigt. Die Ernte erfolgt anschließend genauso wie bei traditionell angebauten Tomatenpflanzen.

Mit dieser Methode konnte ich eine bisher ungekannte Geschmacksintensität entdecken: den echten Geschmack der Tomaten aus meiner Kindheit – mild, süß und mit einem unvergleichlichen Aroma. Außerdem ist es eine spielerische Aktivität, die ich gerne mit Kindern teile, um ihr Bewusstsein für Geschmack, Ökologie, Recycling und die Bedeutung eines sparsamen Umgangs mit Wasser zu stärken.
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