Warum trägt mein Walnussbaum keine Früchte?

Warum trägt mein Walnussbaum keine Früchte?

Tipps für reiche Nuss-Ernten

Inhaltsverzeichnis

Walnuss (Juglans regia) braucht viel Platz und Sonne. Warum trägt sie manchmal keine Nüsse? Ursachen und Tipps für eine bessere Fruchtbildung.

Schwierigkeit

Wissenswertes über die Walnuss

Walnuss braucht tiefen, lockeren, gut durchlüfteten Boden, Wärme und viel Platz. Säure, Nässe, Trockenheit und strenge Winter verträgt sie nicht.

Optimale Bedingungen für den Walnussanbau

Der Walnussbaum ist zwar anspruchslos, braucht für gesundes Wachstum und Fruchtbildung jedoch einige wichtige Kulturbedingungen. Werden sie nicht erfüllt, trägt er womöglich weniger Nüsse als erwartet.

Walnussbäume bevorzugen tiefe, gut durchlässige und eher lockere Böden. Sie vertragen neutrale bis kalkhaltige Erde, aber keine sauren Böden. Auch auf eher lehmig-kalkhaltigem Boden gedeihen sie sehr gut. Der Boden sollte frisch und nicht zu verdichtet sein, damit der Walnussbaum seine Wurzeln tief ausbreiten kann. Zu nasse Böden mit Staunässe verträgt er nicht.

Walnussbaum Fruchtbildung

Die Fruchtbildung eines Walnussbaums setzt bestimmte Bedingungen voraus

Als Standort braucht der Walnussbaum Sonne und volle Lichtzufuhr. Auch kalte, feuchte Herbstwinde scheut er; deshalb sollte er an einem ausreichend geschützten Platz gepflanzt werden. Besonders wohl fühlt er sich in windgeschützten Tälern oder an Hängen unterhalb von 500 m Höhe.

Der Walnussbaum gedeiht auch in Regionen mit gemäßigtem Klima und einer jährlichen Niederschlagsmenge von mindestens 700 mm. Zu trockene Sommer und längere Dürreperioden bekommen ihm nicht gut. Außerdem benötigt er jährlich 700 bis 1000 Stunden Kälte.

Vergessen Sie schließlich nicht, dass der Walnussbaum eher als Solitär steht und die Nähe anderer Bäume nicht besonders schätzt – oder umgekehrt, denn er bildet den giftigen Stoff Juglon! Kurz gesagt: Zwischen einem Walnussbaum und anderen Bäumen oder weiteren Walnussbäumen sollten mindestens 8 bis 10 m Abstand liegen (wie wir später sehen werden, ist dies auch für die Nussproduktion wichtig!).

Beachten Sie außerdem: Ein Walnussbaum wird nicht oder nur sehr wenig geschnitten – lediglich abgestorbene, schwache oder kranke Zweige werden entfernt. Auch sich kreuzende Äste im Kroneninneren können entfernt werden.

Gründe, warum ein Walnussbaum keine Früchte trägt

Sie haben gerade einen Walnussbaum gepflanzt und können es kaum erwarten, die ersten Drupen zu sehen? Ihr Walnussbaum steht schon seit einigen Jahren im Garten, aber Sie verzweifeln, weil Sie noch keine einzige Nuss geerntet haben? Mehrere Gründe können das Ausbleiben der Fruchtbildung erklären.

Der Fruchtansatz

Zunächst ist der Fruchtansatz zu nennen. Der Walnussbaum wächst relativ langsam. Das gilt auch für den Fruchtansatz! Bis zu einer einigermaßen guten Ernte vergehen etwa 10 Jahre, auch wenn Sorten wie ‘Franquette’, ‘Fernor®’ oder ‘Lara®’ bereits nach etwa 5 bis 6 Jahren Früchte tragen. ‘Weinsberg 1’ und ‘Esterhazy II’ fruchten 3 bis 5 Jahre nach der Pflanzung. Diese Walnussbäume sind also etwas für Ungeduldige!

Andere brauchen dagegen noch länger, um sich richtig zu etablieren, und tragen ihre ersten Nüsse erst nach etwa 15 Jahren Kultur. Beim Walnussbaum ist also Geduld gefragt!

Die klimatischen Bedingungen

Auch andere klimatische Gründe können die Fruchtbildung beeinträchtigen. Zunächst sind Kälte und insbesondere Fröste zu nennen. Der Walnussbaum ist zwar sehr winterhart und verträgt Temperaturen deutlich unter -20 °C. Seine Blüten sind jedoch sehr frostempfindlich. Schon der geringste Frost von -1,5 bis -2 °C schädigt die Blüten unwiderruflich. Walnussbäume blühen bereits im April, wenn die ersten Blätter austreiben. In manchen Regionen sind Spätfröste zu dieser Zeit keine Seltenheit. Wenn die männlichen Blüten, die Kätzchen, an den Spitzen der vorjährigen Zweige hängen und die weiblichen Blüten an den diesjährigen Zweigen erfrieren, ist die Ernte endgültig gefährdet.

Der Standort

Ein weiterer Grund für das Ausbleiben von Nüssen kann der Standort sein. Ein Walnussbaum, der zu starken oder zu kalten Winden ausgesetzt ist, wird nur schwer Früchte tragen. Besonders die kalten, feuchten Herbstwinde sind für den Walnussbaum problematisch.

Die Bestäubung

Das Ausbleiben von Früchten kann auch durch eine fehlende Bestäubung erklärt werden, für die bestimmte Bedingungen erfüllt sein müssen. Der Walnussbaum ist eine monözische Art: Er trägt männliche und weibliche Blüten am selben Baum, die meist zeitversetzt blühen. Die männlichen Blüten erscheinen vor den weiblichen. Die zahlreichen kleinen Blüten der Kätzchen setzen Pollen frei, den der Wind weit verbreitet, insbesondere zu den oft später geöffneten weiblichen Blüten. So kann sich der Pollen auf den Narben weiblicher Blüten desselben oder eines anderen Baumes ablagern. Diese Blüten sind jedoch keinesfalls bienenfreundlich, da die Befruchtung nicht durch Insekten erfolgt.

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Männliche und weibliche Blüten des Walnussbaums

Weitere Probleme

Schließlich kann ein Walnussbaum, der keine Nüsse hervorbringt, einfach geschwächt sein – etwa durch eine Krankheit oder einen Schädling. Im folgenden Artikel erfahren Sie, wie Sie Anzeichen von Krankheiten erkennen und geeignete Maßnahmen ergreifen: Welche Krankheiten und Parasiten hat der Walnussbaum? 

Auch ungünstige Kulturbedingungen können das Ausbleiben von Früchten erklären, sowohl beim Boden als auch beim Standort. Wenn Ihr Baum bereits sehr groß ist, wird es natürlich schwieriger, etwas zu ändern. Vielleicht bieten Sie ihm nicht die bestmögliche Pflege? Ihr Walnussbaum reagiert darauf und macht Sie durch das Ausbleiben von Früchten darauf aufmerksam.

Tipps für reiche Nussernten

Für jedes Problem gibt es eine Lösung. Oder fast. Denn manche Faktoren lassen sich durchaus beeinflussen, damit Ihr Walnussbaum Früchte trägt. Andere Probleme sind jedoch schwieriger zu lösen. Wenn Ihr Baum hinsichtlich Boden oder Sonneneinstrahlung nicht die richtigen Anbaubedingungen vorfindet, lässt er sich nur schwer an einen anderen Standort verpflanzen. Es sei denn, er ist noch jung genug, um umgesetzt zu werden … Da das Verpflanzen eines Baumes einige Vorsichtsmaßnahmen erfordert, lesen Sie gerne den Artikel von Jean-Christophe: Bäume, Sträucher, Rosen und Stauden verpflanzen: wann und wie?

Pflege überdenken

Wenn die ausbleibende Fruchtbildung auf eine ungeeignete Pflege zurückzuführen ist, lohnt es sich vielleicht, diese Pflegetipps zu beachten. Denn ein Walnussbaum benötigt in den Jahren nach der Pflanzung regelmäßige Wassergaben (vor allem, wenn Ihr Boden nicht ausreichend frisch ist) sowie Dünger. In den ersten 4 oder 5 Jahren nach der Pflanzung muss der junge Walnussbaum regelmäßig gegossen werden, damit der Boden frisch bleibt, insbesondere während Hitze- und Trockenperioden. Im Sommer empfiehlt sich einmal wöchentliches Gießen, in den übrigen Jahreszeiten etwas seltener. Im Herbst und Winter reichen die Niederschläge aus. Eine gute Mulchschicht ist ebenfalls wichtig, um eine gewisse Bodenfeuchte zu bewahren. Außerdem ist in den ersten drei Jahren eine Düngung mit Kompost oder organischem Dünger im Herbst oder Frühjahr erforderlich.

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Die Ernte steht bevor …

Eine andere Sorte pflanzen

Spätfröste im Frühjahr lassen sich nur schwer vermeiden … Wenn Sie in einer Region mit regelmäßig auftretenden Spätfrösten leben, pflanzen Sie am besten einen spät blühenden Walnussbaum. Die Sorte ‘Franquette’ wird sicherlich am häufigsten empfohlen, da ihr Austrieb sehr spät erfolgt. Diese aus dem Département Isère stammende Sorte ist wahrscheinlich die am weitesten verbreitete Kultursorte. Sie ist wüchsig und reift spät, in der ersten Oktoberhälfte. Die 1978 vom französischen Forschungsinstitut INRA aus der Kreuzung von ‘Franquette’ und ‘Lara’ gezüchtete Sorte Fernor treibt ebenfalls spät aus und bildet spät männliche Blüten. Allerdings kann sie empfindlich auf frühen Herbstfrost reagieren. ‘Corne du Périgord’ blüht dagegen gegen Ende April, wodurch Schäden durch Spätfröste begrenzt werden. Auch die Sorte ‘Parisienne’ ist relativ spät. Die Sorte ‘Mayette’ ist hingegen recht empfindlich gegenüber Spätfrösten und sollte südlich der Loire gepflanzt werden.

Schließlich wird die Fruchtbildung häufig durch eine unzureichende Bestäubung beeinträchtigt, die auf den zeitlichen Abstand zwischen dem Erscheinen männlicher und weiblicher Blüten zurückzuführen ist. Obwohl Walnussbäume theoretisch selbstfruchtbar sind, da sie Blüten beider Geschlechter tragen, empfiehlt es sich dennoch, zwei Sorten mit ähnlicher Blütezeit zu pflanzen. Zwei Sorten zeichnen sich durch ihre guten Bestäubereigenschaften aus: ‘Franquette’ und ‘Parisienne’ sowie die beiden alten Sorten ‘Maylanaise’ und ‘Ronde de Montignac’.

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