Was auf einer Ost-Terrasse pflanzen?
Unsere Auswahl an Stauden, Sträuchern und Gräsern
Inhaltsverzeichnis
Eine Ostterrasse bietet Morgensonne, im Sommer je nach Umgebung auch Nachmittagslicht. Wählen Sie winterharte Halbschattenpflanzen: Stauden, Gräser und Sträucher, bevorzugt immergrün. Im Norden und Süden gelten unterschiedliche Bedingungen.
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Stauden
Für Töpfe auf einer nach Osten ausgerichteten Terrasse eignen sich immergrüne Pflanzen oder Arten mit gestaffeltem saisonalem Zierwert:
Der Schachtelhalm
Der äußerst winterharte Schachtelhalm (Equisetum japonicum) gedeiht im Topf auf der Terrasse, wo er mit seinem aufrechten, sehr modernen Wuchs für eine zeitgemäße Note sorgt. Er verträgt sowohl Sonne als auch Halbschatten, weshalb ein Oststandort auf der Terrasse für seine Entwicklung geeignet ist. Pflanzen Sie ihn in einen großen Topf ohne Drainageloch, damit die konstante Feuchtigkeit und das nasse Substrat erhalten bleiben, die er für ein gutes Wachstum benötigt. Zudem lässt sich sein ausläuferbildendes Rhizom im Topf gut bändigen. Ich empfehle ein ausreichend hohes Gefäß, um seine vertikale Wuchsform hervorzuheben: ein dunkler, dekorativer Designkübel oder im Gegenteil ein Vintage-Gefäß wie eine Zinkwaschwanne bringt das außergewöhnliche, immergrüne Laub aus schwarz gestreiften grünen Trieben besonders schön zur Geltung. Holen Sie ihn auf eine moderne oder exotische Terrasse!

Schachtelhalm im Topf auf der Terrasse (© Gwenaëlle David) und Detailansicht der außergewöhnlichen dekorativen Wirkung dieser halb Wasserpflanze
→ Entdecken Sie unser ausführliches Datenblatt zum Schachtelhalm
Die Funkie
Die Funkien, prächtige Schatten- und Halbschattenstauden, lassen sich problemlos im Topf kultivieren und fühlen sich auf einer nach Osten ausgerichteten Terrasse sehr wohl: Da sie nur Morgensonne erhalten, kommen sie in weiten Teilen des Landes gut zurecht. Lediglich in den südlichen Regionen ist dieser Standort weniger empfehlenswert. Der große Vorteil der Topfkultur auf der Terrasse besteht nicht nur darin, ihr sehr dekoratives Laub zu genießen und mehrere Pflanzen zu einer üppigen Gruppe zusammenzustellen. Durch die erhöhte Position sind sie zudem vor Schnecken geschützt, die im Garten oft große Schäden an den knackigen Blättern anrichten.
Unter den unzähligen Sorten empfehle ich, grüne Sorten mit unterschiedlichen Größen auszuwählen und miteinander zu kombinieren: etwa die panaschierte Hosta sieboldiana ‘Frances Williams’, die Hosta ‘Honeybells’ mit leuchtend grünem Laub und den für diese Gattung ungewöhnlichen, bezaubernden weißen Blüten sowie eine bläuliche Funkie wie die klassische und wunderschöne ‘Alcyon’. Da Funkien ab November in Dormanz gehen, können Sie weitere Stauden wie immergrüne Lenzrosen ergänzen, die schnell für Ersatz sorgen. So entstehen in den Wintermonaten keine allzu großen Lücken auf Ihrer Terrasse. Auch einige immergrüne Farne eignen sich.
Funkien passen zu vielen Terrassenstilen: klassisch, exotisch, aber auch modern.

Hosta ‘Frances Williams’ und Hosta sieboldina ‘Alcyon’
→ Entdecken Sie unser ausführliches Datenblatt zu den Funkien und unsere Tipps zur Kultur von Funkien im Topf
Die Storchschnäbel
Die Storchschnäbel ergeben wunderschöne Pflanzgefäße für eine Terrasse, die am Nachmittag weniger Licht und Wärme erhält. Sie kommen mit diesen Bedingungen bestens zurecht und entwickeln eine sehr lange Blüte. Außerdem bereichern sie die Terrasse in vielen Regionen als immergrüne Pflanze, denn zahlreiche Storchschnäbel behalten einen großen Teil des Jahres ihr Laub. Spielen Sie mit den Blütenfarben und pflanzen Sie beispielsweise den berühmten Storchschnabel ‘Rozanne’ in einen blau glasierten Topf – die Wirkung ist garantiert! Die niedrigsten Sorten bilden hübsche Polster, während die höheren über die Ränder Ihrer Kübel oder Balkonkästen hängen.
Zu diesen schönen Pflanzgefäßen im sehr natürlichen Stil passen zarte, luftige Pflanzen wie Frauenmantel, Japan-Herbst-Anemonen und Wiesenrauten. Sie sorgen für eine besonders zarte Blüte und eine subtile vertikale Wirkung am Ende des Sommers. Immergrün und mit einer Frühjahrsblüte bereichern Vinca das Arrangement.

Storchschnabel ‘Rozanne’
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Die Auswahl ist letztlich recht groß: etwa mit Moorbeetpflanzen, die morgendliche Sonne gut vertragen, sowie kompakten Sträuchern, die durch ihr Laub oder ihre Blüte dekorativ wirken.
Die Orangenblume ‘Aztec Gold’
Zu den großen Vorzügen der Choisya, auch Orangenblume genannt, gehört ihre Fähigkeit, an verschiedenen Standorten zu wachsen. Sie gedeiht auf einer nach Osten ausgerichteten Terrasse, sofern Sie ihr einen ausreichend großen Kübel geben, in dem sie sich voll entfalten kann. Die gut winterharte Orangenblume wächst praktisch überall, blüht jedoch in mildem Klima oder warmen Regionen besonders reich, wenn sie genügend Sonne erhält. Einige kompakte Sorten wie ‘Aztec Pearl’, ‘Aztec Gold’ und ‘White Dazzler’ mit ihren schmalen Blättern sind besonders dekorativ und bestens geeignet: Sie erfreuen sich nicht nur an einer hübsch abgerundeten Wuchsform und einem originellen immergrünen Laub (bei ‘Aztec Gold’ besonders leuchtend), sondern auch an einer zarten weißen Blüte im April und Mai mit intensivem Orangenblütenduft. Die Choisya ‘Aztec Gold’ macht sich gern auf einer exotisch wirkenden Terrasse breit. Verstärken Sie diesen Eindruck mit einer ebenfalls immergrünen Fatsia japonica oder einem anderen sehr dekorativen sommergrünen Gehölz wie Sorbaria sorbifolia ‘Sem’.

Choisya ‘Aztec Pearl’ und ‘Aztec Gold’
Der Berglorbeer
Die auch als Berglorbeer bezeichneten Kalmien gehören zu den noch wenig bekannten Moorbeetpflanzen. Dabei haben diese immergrünen Sträucher einiges zu bieten: Sie bleiben meist klein bis mittelgroß und lassen sich daher fast überall aufstellen, bezaubern im Frühjahr mit rosa oder weißen Blüten, sind besonders winterhart und vertragen Halbschatten. Damit sind sie perfekte Kandidaten für unsere Ostterrasse! Je nach Art (Kalmia latifolia oder angustifolia) bilden sie mit mehr oder weniger länglichem Laub reizende, kleine buschige Sträucher. Beachten Sie, dass sie langsam wachsen und sich daher ideal für die Kübelkultur eignen, aber einige Jahre brauchen, bis sie ihre ausgewachsene Größe erreichen, die im Kübel oft 1,50 m beträgt. Als Pflanzen für saure Erde erhalten sie bei der Pflanzung ein mit Torf oder Moorbeeterde angereichertes Substrat. Einen Kalmia im Kübel können Sie mit anderen Heidegewächsen kombinieren, etwa einer Azalee oder einem Zwerg-Rhododendron (Rhododendron yakushimanum ‘Grumpy’ oder ‘Golden Torch’) oder einer kompakten Skimmie.

Kalmien sind reizende immergrüne Sträucher für den Kübel auf der Terrasse
Hydrangea involucrata, arborescens oder paniculata
Hortensien erhalten an einem nach Osten ausgerichteten Standort morgens ausreichend Licht und müssen dort den Winterfrost nicht fürchten, da sie eine hohe Winterhärte besitzen.
Die kompakten Hydrangea involucrata eignen sich daher bestens für die Terrasse: Mit ihren pfingstrosenförmigen Knospen und dem samtigen Laub sind sie ausgesprochen reizvoll. Zu beachten ist, dass sie eher im Spätsommer blühen. Die Sorte ‘Yoraku Tama’, die ausgewachsen 1,20 m erreicht, ist ein Traum für alle, die zart rosafarbene Blütenstände lieben.
Auch im Frühjahr spät austreibende Arten wie arborescens oder paniculata sind besonders geeignet, da sie späte, am Oststandort oft heftige Fröste problemlos vertragen. Sie blühen den ganzen Sommer über. In großen Kübeln setzen sie mit mittlerer Höhe und viel Eleganz schöne Akzente, etwa die beliebte Hydrangea arborescens ‘Annabelle’ oder eine Hydrangea paniculata ‘Pastelgreen’. Ist Ihr Gebäude hoch oder der Standort etwas schattiger, färben sich die Blütenstände im Herbst etwas weniger rosa oder bleiben bei Sorten wie ‘Annabelle’ leicht grün.

Hydrangea involucrata ‘Yoraku Tama’ und Hydrangea paniculata ‘Pastelgreen’
Nandina domestica ‘Lemon Lime’
Sie möchten Ihre Terrasse vielleicht mit einem schönen immergrünen Laubgehölz bereichern, um ganzjährig für Volumen und Struktur zu sorgen – zu Recht! Nandina eignet sich perfekt für eine nach Osten ausgerichtete Terrasse: Die Pflanzen vertragen gern etwas Sonne und sind gut winterhart. Unter den zahlreichen interessanten Sorten zeichnet sich ‘Lemon Lime’ durch ihr äußerst leuchtendes, besonders attraktives limonengrünes Laub aus, das die Terrasse aufhellt, wenn sie nicht mehr in der Sonne liegt. Die Sorte bildet einen kompakten und dichten Busch und wächst wie alle Himmelsbambusse langsam. Ausgewachsen erreicht sie eine Höhe und Breite von jeweils 1 m. Sie können sie mit einem oder zwei weiteren Ziersträuchern kombinieren, etwa mit einer überraschend rosa und cremefarben panaschierten Berberis thunbergii ‘Natasza’ oder klassischer mit einer schönen Buchskugel beziehungsweise einer als Formschnitt erzogenen Lonicera nitida ‘Elegant’.

Nandina domestica ‘Lemon Lime’
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Ziergräser
Carex
Diese Pflanzen – keine echten Gräser, aber oft als solche betrachtet – bleiben klein bis mittelgroß und eignen sich hervorragend für Töpfe an einem hellen, aber schattigen Standort. Da Seggen, wie sie auch genannt werden, meist immergrün sind und eine große Farbvielfalt von Grün über Blau bis Orange, panaschiert oder einfarbig bieten, bringen sie Stil und Dynamik auf die Terrasse. Mit ihren aufrechten, aber biegsamen Horsten, die schöne Polster bilden, wirken sie äußerst dekorativ und fügen sich harmonisch in jede Bepflanzung ein, die sie besonders zur Geltung bringen.
Zu den besonders attraktiven Sorten für Töpfe zählen: ‘Evergold’ und ‘Everest‘ mit breiten cremefarbenen Streifen, oshimensis ‘Evergreen’ mit glänzend grünem Laub, oshimensis ‘Everillo’ mit chartreusegrünem Laub oder die kupferfarbene ‘Buchananii’.
→ Entdecken Sie unser ausführliches Merkblatt zu Carex und finden Sie heraus, wie Sie die passende Carex auswählen

Carex oshimensis ‘Everillo’ und Carex oshimensis ‘Everest’
Ophiopogon
Zum Abschluss dieser Pflanzenauswahl möchte ich Ihnen den Ophiopogon, auch Schlangenbart genannt, wärmstens empfehlen. Diese bemerkenswerte Staude wird häufig als Beeteinfassung oder in einem japanisch inspirierten Unterholz gepflanzt. Wie die Carex stelle ich ihn hier bei den Gräsern vor, da er oft zu ihnen gezählt wird, obwohl er zu den Liliengewächsen gehört. Sein prächtiges, schmales und zugespitztes lineares Laub erinnert jedoch tatsächlich stark an Gräser. Der aus Japan und Korea stammende Ophiopogon ist winterhart und fühlt sich an sonnigen, aber auch halbschattigen Standorten wohl. Seine geringe Wuchshöhe eignet sich für die Kultur im Topf. Besonders seine dunklen Sorten bilden dabei schöne Kontraste zu höheren Pflanzen: Setzen Sie Ophiopogon ‘Hosoba Kokuryu’ oder den Klassiker Ophiopogon planiscapus ‘Nigrescens’ in Kombinationen mit einjährigen oder mehrjährigen Pflanzen sowie Glockenblumen oder einem schönen Geranium phaeum und kombinieren Sie ihn mit einer goldfarbenen Carex – der Effekt ist fantastisch.
Der einzige Nachteil: Er wächst langsam, und Sie müssen etwas Geduld haben, bevor sich schöne Horste entwickeln …

Ophiopogon planiscapus ‘Nigrescens’
→ Entdecken Sie unser ausführliches Merkblatt zu Ophiopogon.
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