Feigenkaktus: Anbau und Pflege

Feigenkaktus: Anbau und Pflege

Inhaltsverzeichnis

Geändert der 5. August 2026  durch Alexandra 13 min.

Feigenkaktus kurz erklärt

  • Der Feigenkaktus ist mit seinen flachen, paddelförmigen Trieben ein außergewöhnlicher Kaktus
  • Am bekanntesten ist der Feigenkaktus, Opuntia ficus-indica, der essbare Früchte trägt
  • Diese trockenheitsverträgliche, fast pflegefreie Pflanze eignet sich ideal für Trockengärten, Steingärten und exotische Gärten
  • Feigenkakteen brauchen Sonne und ein drainierendes Substrat
  • Die Stecklingsvermehrung ist sehr einfach!
  • Es gibt viele winterharte Arten, die teils Temperaturen von – 15 bis – 20 °C vertragen
Schwierigkeit

Das Wort unserer Expertin

Opuntien: flache, fleischige Triebe, farbenfrohe Blüten. Standort, Winterhärte und Stecklingsvermehrung – mit Tipps zum Feigenkaktus.

Beschreibung und Botanik

Steckbrief

  • Lateinischer Name Opuntia sp.
  • Familie Cactaceae
  • Gebräuchlicher Name Feigenkaktus, Kaktusfeige
  • Blüte je nach Sorte zwischen Mai und September
  • Height zwischen 10 cm und 3 m
  • Exposition volle Sonne
  • Art des Bodens durchlässig, eventuell sandig
  • Winterhärte sehr unterschiedlich, zwischen +5 °C und -20 °C.

Die Opuntia umfassen fast 200 Kakteenarten, die meist strauchförmig wachsen und aus abgeflachten, dornigen, paddelförmigen Segmenten bestehen… daher ihr deutscher Name Feigenkaktus! Sie sind Sukkulenten: In ihren verdickten Trieben speichern sie Wasser und Mineralstoffe und können so Trockenheit überstehen. Die bekannteste und am häufigsten kultivierte Opuntia ist der Feigenkaktus, Opuntia ficus-indica. Die verschiedenen Opuntia-Arten und -Sorten sind nicht leicht zu bestimmen, da einige einander sehr ähnlich sehen.

Opuntien sind Kakteen: Sie gehören zur Familie der Kakteengewächse, die mehr als 2.200 Arten umfasst. Es handelt sich um trockenheitsangepasste Pflanzen, deren dicke Gewebe Wasser- und Mineralstoffreserven speichern. Kakteen besitzen meist zahlreiche Dornen und bringen schöne, große Blüten hervor. Sie nehmen oft ungewöhnliche Formen an und bevorzugen warme, trockene Klimate. Kakteen werden manchmal mit anderen ähnlich aussehenden Sukkulenten verwechselt, etwa Wolfsmilchgewächsen oder Dickblattgewächsen.

Die Kakteen der Gattung Cylindropuntia sind den Opuntia sehr ähnlich: Früher gehörten sie derselben Gattung an. Sie wurden getrennt, weil Opuntien meist abgeflachte, paddelförmige Triebe besitzen, während ihre Verwandten zylindrische Triebe tragen.

Botanische Illustration von Opuntia vulgaris

Opuntia vulgaris: Botanische Tafel

Wie fast alle Kakteen stammen Opuntien vom amerikanischen Kontinent. Man findet sie von den USA bis nach Argentinien. In Mexiko gibt es eine besonders große Vielfalt an Opuntien; dort liegt auch die Heimat des Feigenkaktus. Da er vielfach kultiviert wird, hat er sich in mehreren Regionen der Welt eingebürgert, vor allem im Mittelmeerraum. Die Früchte werden in Mexiko auf verschiedene Arten verzehrt und sogar zu einem alkoholischen Getränk (Colonche) verarbeitet.

Opuntien wachsen hauptsächlich in trockenen Regionen und sind deshalb meist trockenheitsverträglich. In der Natur wachsen manche Arten im Flachland, andere eher in Höhenlagen und Gebirgen; einige kommen sogar in 4.000 oder 5.000 m Höhe vor! Dies erklärt vermutlich die großen Unterschiede bei der Winterhärte: Manche Arten sind frostempfindlich, andere vertragen bis zu -20 °C.

Die Opuntia verdankt ihren Namen der antiken griechischen Stadt Opus. Der Artname ficus-indica bedeutet „Feigenbaum aus Indien“, weil Christoph Kolumbus sie aus Amerika mitbrachte, während er glaubte, Indien erreicht zu haben. Die Bezeichnung Feigenkaktus erhielt sie, weil sie im Maghreb und in der Berberregion häufig angebaut und verzehrt wurde. In Mexiko wird sie auch Nopal genannt. Auf Englisch heißt sie Prickly pear cactus (Kaktusfeige). Im Französischen findet man die Kaktusfeige auch unter der Bezeichnung Poire-Cactus, vermutlich wegen der birnenförmigen Frucht.

Opuntien zeichnen sich meist durch eine Folge flacher, ovaler und fleischiger Formen aus, der Phyllokladien, die allgemein als „Paddel“ bezeichnet werden. Tatsächlich handelt es sich um umgebildete Triebe, die verdickt und abgeflacht sind.

Einige Opuntien sehen ganz anders aus: Statt Paddel zu bilden, wachsen sie strauchförmig mit zahlreichen langen, dünnen und stark verzweigten Trieben. Dies gilt etwa für Opuntia leptocaulis, O. versicolor, O. spinosior … Sie ähneln kleinen blattlosen Bäumen mit ausschließlich dornigen Zweigen.

Die Opuntia wächst recht schnell und entwickelt meist eine breit ausgebreitete Wuchsform. Opuntia ficus-indica kann einen Durchmesser von 4 m und eine Höhe von 6 bis 7 m erreichen. Im Garten nimmt sie allerdings nur selten solche Ausmaße an! Einige Opuntien bilden echte Bäume, etwa Opuntia echios mit ihrem beeindruckenden Stamm. Umgekehrt gibt es Zwergformen wie Opuntia clavarioides oder Opuntia compressa, die nicht höher als 30 cm werden. Opuntien können aufrecht, strauchförmig oder am Boden ausgebreitet wachsen.

Opuntien blühen im Frühling oder Sommer. Je nach Sorte können sie zwischen Mai und September blühen. In warmem Klima erscheinen die Blüten sogar das ganze Jahr über.

Opuntienblüten sind sehr hübsch und für Kakteenblüten typisch. Sie sind groß, solitär, regelmäßig geformt und besitzen eine radiale Symmetrie. Die Blüten des Feigenkaktus haben einen Durchmesser von 5 bis 10 cm. Bei anderen Arten sind sie meist kleiner. Die zwittrigen Blüten tragen sowohl Staubblätter als auch Stempel.

Die Blüten bestehen aus zahlreichen farbigen Tepalen und kleineren grünen äußeren Tepalen. Außerdem besitzen sie ein Hypanthium, einen Blütenbecher, der den inferioren Eierstock umschließt und die Basis der Tepalen und Staubblätter trägt. Tepalen und Staubblätter sind spiralförmig angeordnet. In der Mitte der Blüte befinden sich zwischen den Blütenblättern sehr zahlreiche Staubblätter.

Die Blüten leuchten in warmen, kräftigen Farben: Sie können gelb, orange, rot oder rosa sein. Die Blüten von Opuntia ficus-indica sind gelb oder orange.

Opuntienblüten

Die Blüte von Opuntia ficus-indica (Foto Alvesgaspar), Opuntia phaeacantha (Foto Anton Croos – art-of-photography-com.blogspot.com) und Opuntia phaecantha ‘Mojavensis’

Opuntien bestehen aus einer Folge von Phyllokladien, die oft als „Paddel“ bezeichnet werden. Sie sind meist oval und abgeflacht, zugleich aber dick und fleischig. Ihre Farbe ist gewöhnlich grün oder blaugrün, manchmal auch etwas grau. Tatsächlich handelt es sich um umgebildete Triebe, die verdickt und abgeflacht sind; ihre Dornen sind umgebildete Blätter.

Die Paddel können wie bei Opuntia robusta sehr groß werden. Bei Opuntia engelmanii var. linguiformis sind sie länglich geformt.

Die Paddel der Opuntien tragen weiße Areolen (Polster). Diese Areolen tragen sowohl Büschel kleiner, haarähnlicher Stacheln, die Glochiden genannt werden, als auch einige große, lange Dornen. Die Glochiden lösen sich leicht von der Pflanze und haften bei Berührung an der Haut.

Die Dornen der Opuntien sind recht groß und können bis zu 2 cm lang werden. Einige Opuntien sind auch dornenlos. Andere sind dagegen vollständig mit Dornen bedeckt, etwa Opuntia erinacea var. ursina. Die Dornen bilden einen weißlichen Flaum, der die Phyllokladien vollständig bedeckt und der Pflanze ein behaartes Aussehen verleiht.

Wie die meisten Kakteen haben Opuntien ihre Blätter durch Dornen ersetzt. Blätter würden über die Spaltöffnungen, Poren in der Epidermis, Wasserverlust verursachen. Durch ihren Verlust wird die Pflanze trockenheitsverträglicher. Die Dornen schützen außerdem vor Pflanzenfressern. In der Natur fangen sie auch den Morgentau auf, der an ihnen haften bleibt und die Pflanze mit etwas Wasser versorgt. Bei Opuntien mit besonders vielen Dornen, etwa Opuntia erinacea var. ursina, schützen diese zudem vor der intensiven Sonne, indem sie der Pflanze etwas Schatten spenden.

Der Feigenkaktus, Opuntia ficus-indica, ist für seine essbaren Früchte bekannt. Sie erscheinen auf der Oberseite der Paddel, meist an deren Rand, und reifen im Spätsommer zwischen Juli und September. Es handelt sich um gelbe, orangefarbene oder violette Beeren mit ovaler Form. Sie werden 4 bis 10 cm lang. Ihre kleinen Dornen müssen vor dem Verzehr entfernt werden. Die Früchte enthalten süßes Fruchtfleisch und kleine schwarze Samen. Sie sind reich an Ballaststoffen, Vitamin C und Magnesium und besitzen antioxidative sowie entzündungshemmende Eigenschaften.

In der Natur werden die Früchte von zahlreichen Tieren trockener Lebensräume gefressen. Durch ihren Verzehr verbreiten sie die Samen.

Kaktusfeigen: essbare Früchte der Opuntien

Die Früchte von Opuntia stricta (Foto Peripitus) und Opuntia ficus-indica

Wichtige Feigenkaktus-Arten und -Sorten

Beliebteste Sorten
Unsere Lieblingssorten
Weitere Sorten
Opuntia engelmannii var. rastrera - Feigenkaktus

Opuntia engelmannii var. rastrera - Feigenkaktus

Dieser Feigenkaktus bildet blaugrüne Sprosse mit langen Dornen. Er wächst eher kompakt, niedriger als andere Arten, und bildet eine stark ausgebreitete, fast kriechende Wuchsform. Zudem ist er sehr winterhart und verträgt bis zu – 20 °C!
  • Blütezeit Juni, Juli
  • Höhe bei Reife 60 cm
Opuntia compressa Millevaches - Feigenkaktus

Opuntia compressa Millevaches - Feigenkaktus

Ein Zwerg-Feigenkaktus mit sehr niedrigem, ausgebreitetem Wuchs. Seine runden Sprosse sind dornenlos. Im Frühjahr erscheinen gelbe Blüten. Zudem ist er recht winterhart.
  • Blütezeit Juni, Juli
  • Höhe bei Reife 30 cm
Opuntia phaeacantha Mojavensis - Feigenkaktus

Opuntia phaeacantha Mojavensis - Feigenkaktus

Ein großer, stattlicher Feigenkaktus mit graublauen Sprossen, die von zahlreichen langen Dornen bedeckt sind. Im Frühjahr erscheinen gelbe Blüten, später essbare Früchte. Er ist wüchsig und winterhart bis – 20 °C.
  • Blütezeit Juni, Juli
  • Höhe bei Reife 2 m
Opuntia microdasys - Feigenkaktus

Opuntia microdasys - Feigenkaktus

Dieser Feigenkaktus trägt zahlreiche weiße Polster auf seinen Sprossen, in denen die Dornen sitzen. Sie verleihen ihm ein seidig-weiches Aussehen. Die Sprosse sind rundlich und leuchtend grün, durch die weißen Polster (Glochiden) sanft aufgehellt.
  • Blütezeit Juli, August
  • Höhe bei Reife 60 cm
Opuntia engelmannii var. alta - Feigenkaktus

Opuntia engelmannii var. alta - Feigenkaktus

Diese Sorte ist robust und winterhart. Sie bildet einen schönen Busch aus ovalen, bedornten, graugrünen Sprossen und trägt im Frühjahr orangegelbe Blüten.
  • Blütezeit Juni für August
  • Höhe bei Reife 1,50 m
Opuntia engelmannii var.indheimeri - Feigenkaktus

Opuntia engelmannii var.indheimeri - Feigenkaktus

Ein großer Feigenkaktus mit schön gerundeten, graublauen Sprossen. Er bildet orange-rote Blüten, aus denen essbare Früchte entstehen.
  • Blütezeit Juli für Oktober
  • Höhe bei Reife 2 m
Opuntia engelmannii var.linguiformis - Feigenkaktus

Opuntia engelmannii var.linguiformis - Feigenkaktus

Ein ungewöhnlicher Feigenkaktus mit sehr langen, schmalen, an den Spitzen gebogenen Sprossen. Sie erinnern an zum Himmel gerichtete Zungen. Diese Art ist recht winterhart.
  • Blütezeit Juni, Juli
  • Höhe bei Reife 1,50 m
Opuntia anacantha - Feigenkaktus

Opuntia anacantha - Feigenkaktus

Dieser Feigenkaktus bildet eher schmale, längliche, hellgrüne Sprosse, die teils purpur gefleckt sind. Im Frühjahr trägt er gelbe Blüten.
  • Blütezeit Juli, August
  • Höhe bei Reife 80 cm

DéEntdecken Sie andere Opuntia - Kakteen

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Pflanzung

Wo pflanzen?

Da es sich um einen Kaktus handelt, der Wärme schätzt, empfehlen wir, den Feigenkaktus in voller Sonne zu pflanzen! Wichtig ist ein sehr heller Standort. Feigenkakteen benötigen einen sonnigen Platz, um zu blühen. Dies hilft ihnen außerdem, gut zu wachsen und Früchte zu bilden. Sie können ihn auch an einer nach Süden ausgerichteten Mauer pflanzen. Wählen Sie am besten einen vor kalten Winden geschützten Standort.

Der Feigenkaktus eignet sich besonders für Küstengärten und den Anbau in mildem Klima, zum Beispiel im Mittelmeerraum. Wenn Sie in einer kalten Region leben, können Sie den Feigenkaktus im Topf kultivieren und im Winter problemlos geschützt unterbringen. Einige Feigenkaktus-Arten sind jedoch besonders winterhart und können auch in kühlem Klima wachsen. Wenn möglich, pflanzen Sie den Feigenkaktus am besten ins Freiland. Dort fühlt er sich wohler als im Topf, zumal manche Arten sehr groß werden.

Pflanzen Sie ihn in einen gut drainierenden Boden. Feigenkakteen vertragen keine schweren Böden, die Wasser stauen. Verbessern Sie bei Bedarf die Drainage durch groben Sand, Kies oder Steine, oder pflanzen Sie ihn auf einen Erdhügel. Hangbeete oder erhöhte Beete lassen das Wasser leichter abfließen.

Sie können ihn in einen Steingarten, einen Trockengarten oder ein Beet im exotischen Stil pflanzen. Der Feigenkaktus passt hervorragend zu Agaven, Kakteen und Sukkulenten. Er kann auch als Schutzhecke verwendet werden.

Nach dem Anwachsen wachsen Feigenkakteen recht schnell, wenn die Bedingungen stimmen. Mit der Zeit können sie beträchtliche Ausmaße erreichen.

Wann pflanzen?

Wir empfehlen, den Feigenkaktus im Frühjahr zu pflanzen, sobald keine Frostgefahr mehr besteht. Eine Pflanzung ist auch im Sommer möglich. Vermeiden Sie jedoch Zeiten großer Hitze.

Wie pflanzen?

  1. Bereiten Sie zunächst den Boden vor. Sie können einen Erdhügel oder einen erhöhten Steingarten anlegen, damit das Wasser abfließen kann.
  2. Heben Sie ein Pflanzloch aus.
  3. Geben Sie bei Bedarf drainierendes Material hinzu (grober Sand, Kies …)
  4. Nehmen Sie den Feigenkaktus aus dem Topf und pflanzen Sie ihn ein.
  5. Füllen Sie das Substrat rundherum wieder auf.
  6. Gießen Sie leicht.

→ Lesen Sie auch: Wie pflanzt man einen Feigenkaktus ins Freiland?

Sie können die Feigenkakteen auch im Topf kultivieren, da Sie sie so im Winter problemlos ins Haus holen können.

  1. Wählen Sie einen ausreichend breiten Topf. Er muss Abzugslöcher haben. Füllen Sie den Boden mit einer Schicht aus Kies, Blähton oder Tonscherben.
  2. Geben Sie eine Mischung aus Blumenerde und grobem Sand hinein, eventuell mit etwas feinem Kies, oder verwenden Sie Kakteenerde.
  3. Pflanzen Sie Ihren Feigenkaktus ein.
  4. Füllen Sie rundherum Substrat auf und drücken Sie es vorsichtig an.
  5. Stellen Sie den Topf an einen warmen, sonnigen Platz.

Holen Sie den Topf ins Haus, sobald die Temperaturen sinken. Der Vorteil einer Topfkultur besteht darin, dass sich die Pflanze problemlos überwintern lässt, indem man sie beispielsweise in einen Wintergarten stellt und so vor Kälte schützt.

Die Blüte von Opuntia quitensis

Opuntia quitensis (Foto: C. T. Johansson)

Pflege

Opuntia ist trockenheitsfest: selten gießen, Substrat trocknen lassen. Im Winter vor Kälte schützen. Im Topf umtopfen und düngen. Achtung: Wollläuse!

Vermehrung: Opuntia durch Stecklinge

Sie können den Feigenkaktus ganz einfach durch Stecklingsvermehrung vermehren. So können Sie ihn an anderen Stellen im Garten pflanzen, an Ihre Lieben verschenken oder Ihre Pflanzen bei Frost erhalten. Im Frühjahr ist auch eine Aussaat möglich, diese Methode ist jedoch schwieriger und weniger verbreitet.

Stecklingsvermehrung

Der Feigenkaktus lässt sich sehr einfach durch Stecklinge vermehren. Der beste Zeitpunkt dafür ist das späte Frühjahr oder der frühe Sommer.

Da der Feigenkaktus Dornen trägt, sollten Sie ihn bei der Handhabung mit Handschuhen schützen. Alternativ können Sie Karton oder Styropor verwenden, um die Triebabschnitte festzuhalten.

  1. Schneiden Sie einen Triebabschnitt (eine „Kakteen-Raquette“) mit einem scharfen Messer sauber ab. Wählen Sie keinen sehr jungen Abschnitt, er sollte mindestens sechs Monate alt sein.
  2. Lassen Sie die Schnittstelle mindestens einige Tage, besser mehrere Wochen, an einem trockenen Ort abtrocknen. (Der Triebabschnitt kann lange im Freien aufbewahrt werden. Wenn Sie mit dem Einpflanzen warten, können sich sogar schon Wurzeln bilden!)
  3. Bereiten Sie einen Topf mit gut drainierendem Substrat vor (Kakteenerde oder eine Mischung aus Erde und Sand, mit einer Drainageschicht am Topfboden).
  4. Pflanzen Sie die Triebabschnitte aufrecht in den Topf und stecken Sie ihre Basis leicht in das Substrat (2 bis 3 cm tief).
  5. Füllen Sie bei Bedarf etwas Substrat nach und drücken Sie es vorsichtig an. Kleine Steine können die Triebabschnitte aufrecht halten.

Anschließend können Sie sehr sparsam gießen und den Topf an einen hellen Standort stellen. Vermeiden Sie direkte Nachmittagssonne.

Wir empfehlen, das Substrat von Zeit zu Zeit leicht anzufeuchten, da dies die Wurzelbildung fördert.

Wichtig ist jedoch, Staunässe zu vermeiden, da der Triebabschnitt sonst faulen kann.

Sie können Opuntien auch vermehren, indem Sie einen Triebabschnitt einfach flach auf das Substrat legen.

Opuntien-Stecklinge bewurzeln sich leicht. Mitunter vermehrt sich die Pflanze sogar von selbst: Wenn Triebabschnitte zu Boden fallen, bilden sie dort häufig Wurzeln. Wenn Sie dies beobachten, können Sie diese natürlichen Stecklinge entnehmen und an einer anderen Stelle pflanzen oder in einen Topf setzen.

→ Mehr erfahren Sie in unseren Anleitungen: Kakteen und Sukkulenten durch Stecklinge vermehren und Opuntie, den Feigenkaktus, durch Stecklinge vermehren.

Im Garten verwenden und kombinieren

Mit Opuntien lässt sich ein Sukkulenten- und Exotenbeet gestalten. Legen Sie ein erhöhtes oder abschüssiges Beet an, damit Wasser gut abfließen kann, verteilen Sie einige große Steine darin und pflanzen Sie dazwischen Opuntie zusammen mit Agave, Fetthenne, Carpobrotus, Neuseelandflachs, Aloe, Aeonium … Auch einige kleine Palmen und Palmlilien passen gut dazu. Ergänzen Sie ruhig zarte Blüten, etwa von Tulbaghia violacea oder Bulbine.

Mit Opuntie, Palme, Pflanzen mit üppigem Blattwerk (Fatsia japonica, Phormium …) und einigen eindrucksvollen Blüten, etwa von Fackellilie und Schopflilie, entsteht ein attraktiver Garten im exotischen Stil.

Eine Gestaltungsidee für Opuntien im exotischen Beet

Opuntien lassen sich leicht in einen exotischen Garten integrieren. Yucca aloifolia (Foto Stan Shebs), Opuntia, Agave americana ‘Variegata’ und Carpobrotus (Foto Digitalsignal)

Opuntien eignen sich besonders für Gärten am Meer und vor allem für den Anbau in mediterranen Regionen. Kombinieren Sie sie mit Eryngium maritimum, Silbrigem Beifuß, Greiskraut, Zistrose, Helianthemum … Für mehr Höhe sorgen Ölbaum, Palme, Kräuselmyrte und Oleander. Lassen Sie Bougainvillee an einer Fassade oder Pergola emporranken. Integrieren Sie Pflanzen mit silbrigem oder aromatischem Laub: Helichrysum, Heiligenkraut, Lavendel, Thymian, Salbei … Auch das imposante Blattwerk der Agaven verleiht dem Beet viel Volumen. Denken Sie schließlich an die majestätische Blüte der Liebesblume.

⇒ Weitere Kombinationen finden Sie in unserem Ratgeber: Opuntien kombinieren. Weitere Ideen bieten Der „Chaparral“-Garten: zwischen kalifornischem Garten und Garrigue sowie der Antipoden-Garten: der neue Trend für Trockengärten.

Nützliche Ressourcen

  • Entdecken Sie unser Sortiment an Feigenkakteen
  • Lesen Sie unseren Artikel und erfahren Sie, welchen Feigenkaktus Sie je nach Region pflanzen sollten
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  • Ein Artikel von Pascal in unserem Blog: Kakteen im Norden?
  • Ein Artikel von Pierre: Mediterrane Pflanzen: Woher kommen sie wirklich?
  • Erfahren Sie mehr mit Marion in 5 Kakteen und Sukkulenten, die Kälte und Trockenheit trotzen!
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Häufig gestellte Fragen

  • Die Triebe meines Feigenkaktus tragen kleine weiße, mehlige oder braune Büschel. Was tun?

    Schmier- und Schildläuse saugen Pflanzensaft aus Kakteengliedern: Schwächung und Verfärbungen möglich. Mit Schmierseife, Pflanzenöl und 90% Alkohol behandeln.

  • Die Triebe werden weich und hängen herab. Warum?

    Ihre Pflanze litt vermutlich unter Kälte oder zu viel Nässe, wodurch Gewebe verfault. Bei feuchtem Substrat nicht gießen. Nehmen Sie Stecklinge.

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