Feuerbohne: säen, kultivieren und ernten
Inhaltsverzeichnis
Feuerbohne kurz erklärt
- Die Feuerbohne (Phaseolus coccineus) ist mit unserer Bohne (Phaseolus vulgaris) verwandt und stammt aus den Hochlagen Mittelamerikas.
- Die mehrjährige, frostempfindliche Staude wird bei uns einjährig kultiviert.
- Als Kletterpflanze bildet die Feuerbohne windende Triebe bis 4 m Länge.
- Sie ist Zier- und Nutzpflanze: Ihre scharlachroten Blütentrauben und essbaren Schoten erfreuen Auge und Gaumen.
- Aussaat und Pflege gelingen in guter Gartenerde problemlos.
Das Wort unserer Expertin
Die Literatur berichtet, dass Feuerbohnen Kolibris anlocken! Zugegeben: In Ihrem Garten werden Sie ihnen kaum begegnen. Trotzdem lohnt sich die Feuerbohne (Phaseolus coccineus) wegen ihrer prächtigen scharlachroten Blütentrauben. Ihre Blüten sind zudem bestäuberfreundlich und erfreuen bei uns Bienen und Hummeln.
Als besonders üppige Kletterpflanze windet sich die Feuerbohne nach Belieben an Spalier oder Pergola empor. Außerdem genießen Sie ihre langen essbaren Schoten, die wie unsere Stangenbohnen (Phaseolus vulgaris) zubereitet werden. Die hübsch panaschierten Samen zeigen je nach Sorte eine reizvolle Farbpalette und schmecken köstlich.
Die aus den Hochlagen Mittelamerikas stammende Feuerbohne ist eine Staude mit fleischigen, knollenähnlichen Wurzeln. Unter unseren Bedingungen machen Minustemperaturen sie jedoch zur einjährigen Pflanze – erstaunlich in vielerlei Hinsicht und dennoch eine Bereicherung für unsere Gärten.
Beschreibung und Botanik
Steckbrief
- Lateinischer Name Phaseolus coccineus
- Familie Schmetterlingsblütler
- Gebräuchlicher Name Feuerbohne, Prunkbohne, Blumenbohne, Käferbohne
- Blüte im Sommer
- Height bis 4 m
- Exposition sonnig
- Art des Bodens gewöhnlich
- Winterhärte nicht winterhart
In Frankreich wenig bekannt, ist die Feuerbohne dennoch die weltweit am dritthäufigsten angebaute Bohnenart. In vielen südamerikanischen und mediterranen Ländern genießen die Menschen die Feuerbohne entweder als lange grüne Schoten oder getrocknet in Form ihrer Samen.

Botanische Tafel
Als Mitglied der Familie der Schmetterlingsblütler weist Phaseolus coccineus eine Vielzahl von Sorten auf, die allesamt von einer Wildform abstammen, die noch heute in den feuchten Sumpfgebieten im Norden Mexikos vorkommt. Ihren Ursprung hat die Feuerbohne in Mittelamerika, genauer gesagt in Honduras, Guatemala und Mexiko. Archäologische Ausgrabungen haben Samen der Wildform in Durango und Puebla sowie in den Höhlen von Tamaulipas in Mexiko zutage gefördert. Dort wurde sie von den Völkern der Anahuac allmählich kultiviert.
Wahrscheinlich im 16. Jahrhundert gelangte die Feuerbohne durch die Spanier nach Europa, ebenso wie unsere Gartenbohne (Phaseolus vulgaris). Im 18. Jahrhundert gehörte sie fest zur englischen Gartenkultur und schmückte die Gärten mit ihren leuchtend farbigen Blüten. Dieses auffällige Rot lockt auch die Kolibris an, die in den tiefen Tälern der mexikanischen Berge leben. Eine amerikanische ornithologische Website zählt die Feuerbohne sogar zu den von Kolibris am häufigsten besuchten Pflanzen. SBei uns müssen wir uns mit Hummeln, Honig- und Holzbienen sowie anderen bestäubenden Insekten begnügen, die ebenfalls die Blüten der Feuerbohne schätzen. Diese Insekten übernehmen die Bestäubung und sorgen damit für die Fruchtbildung.
Die Feuerbohne ist eine Staude, wird bei uns wegen ihrer mangelnden Winterhärte jedoch einjährig kultiviert. Sie besitzt eine verdickte Pfahlwurzel, ähnlich den Knollen der Dahlien. Diese fleischigen Wurzeln sind reich an Stärke, enthalten aber auch giftige Stoffe und stehen bei einigen Völkern Mittelamerikas auf dem Speiseplan.
Diese Zier- und Nutzpflanze besitzt eine kletternde Wuchsform. Ihre windenden Triebe ranken und schlingen sich um die angebotenen Kletterhilfen, etwa Spalier, Gitter, Pergola oder einen beliebigen Zaun. Sie können eine Länge von 4 m erreichen, meist bleiben sie jedoch 2,5 bis 3 m lang.
Das sommergrüne Laub ist mittelgrün. Die wechselständigen, dreiblättrigen und ovalen Blätter laufen in einer Spitze aus und erinnern an eine Herzform. Sie weisen helle Blattadern auf. Einige Sorten haben auf der Unterseite leicht purpurfarbenes Laub.
Wir haben es bereits betont, doch die Blüte ist bemerkenswert und allein schon ein guter Grund, die Feuerbohne in den Garten einzuladen. Von Juni bis September bedeckt sich die Pflanze mit etwa 20 cm langen Trauben aus leuchtend scharlachroten Schmetterlingsblüten. Andere Sorten blühen rot-weiß, orange oder weiß.

Die Blüten der Feuerbohne können scharlachrot, orange oder zweifarbig sein
Aus diesen Blüten entwickeln sich lange, essbare grüne Schoten, die zunächst flach sind und später durch die darin enthaltenen Samen anschwellen. Je nach Sorte haben die Samen unterschiedliche Farben und sitzen in zweiklappigen, aufspringenden Hülsen. Weiß mit roten Sprenkeln, rosa mit roten Flecken, bronze-, braun- oder schwarzviolett – die Samen präsentieren sich in ungewöhnlichen Farben.
Doch ihre Besonderheit endet hier nicht: Die Samen der Feuerbohne keimen hypogäisch. Im Gegensatz zur Gartenbohne bleiben die Keimblätter während der Keimung im Boden, während der Stängel austreibt und bereits von den ersten Blättern gekrönt wird. Bei der Gartenbohne treten die Keimblätter dagegen an einem Stängel hängend aus der Erde.

Bei der Keimung bleiben die Keimblätter im Gegensatz zur Gartenbohne (rechts) im Boden.
Diese Besonderheit verdankt die Feuerbohne sicherlich ihrer montanen Herkunft aus Höhenlagen zwischen 2.000 und 3.000 m. Auch keimen die Samen bei vergleichsweise niedrigen Temperaturen von etwa 15 bis 17 °C. Bis die Samen ihre Reife erreichen, vergehen ungefähr 4 bis 5 Monate.
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Stangenbohnen: 5 gute Gründe für ihren AnbauVerschiedene Feuerbohnen-Sorten
Es gibt Hunderte Feuerbohnen-Sorten, die aus regionalen Formen hervorgegangen sind, die weltweit angebaut werden. Alle unterscheiden sich in ihren Eigenschaften: Manche werden vor allem wegen ihres Zierwerts kultiviert, andere wegen ihrer Schoten oder Samen.
Feuerbohne Scarlet Emperor Bio
- Blütezeit Juni für September
- Höhe bei Reife 3 m
Feuerbohne Prijswinner
- Blütezeit Juni für August
- Höhe bei Reife 4 m
Feuerbohne Enorma
- Blütezeit Juni für September
- Höhe bei Reife 3 m
Feuerbohne St. George
- Blütezeit Juni für September
- Höhe bei Reife 4 m
Feuerbohne Hestia
- Blütezeit Juni für September
- Höhe bei Reife 45 cm
Feuerbohne Moonlight
- Blütezeit Juni für September
- Höhe bei Reife 4 m
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Aussaat von Feuerbohnen
Wo säen?
Feuerbohnen sind hinsichtlich der Anbaubedingungen wenig anspruchsvoll. Ein guter, nährstoffreicher und gut durchlässiger Gartenboden reicht völlig aus. Sie vertragen aber auch feuchtere Böden. Der Boden sollte gelockert und von Unkraut und Steinen befreit werden.
Feuerbohnen bevorzugen einen sonnigen Standort, außer in Regionen mit heißen Sommern, wo sie im Halbschatten stehen sollten. Schützen Sie sie dagegen vor Wind.
Wann säen?
Im Freiland werden Feuerbohnen gesät, sobald keine Frostgefahr mehr besteht: nördlich der Loire Mitte Mai, weiter südlich im April. Die aus den Bergen Mittelamerikas stammenden Feuerbohnen keimen bei Temperaturen zwischen 15 und 20 °C.
In Regionen mit längeren Wintern können Sie auch warm vorziehen. Da Feuerbohnen eine recht lange Kulturzeit haben (etwa 90 bis 100 Tage von der Aussaat bis zur Ernte unreifer Schoten), können sie ab März unter einem beheizten Frühbeet gesät werden. Anschließend genügt es, sie nach Ende der Fröste auszupflanzen.
Wie säen?
Wie andere Bohnen werden auch Feuerbohnen in Horsten mit 3 bis 4 Samen gesät, mit 50 cm Abstand zueinander. Bei Reihensaat sollten zwischen den einzelnen Furchen mindestens 80 cm Abstand liegen. Die Samen werden etwa 5 cm tief gesät.
Halten Sie den Boden bis zum Auflaufen der Samen feucht. Dies erfolgt etwa zehn Tage nach der Aussaat.
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Bohnen: säen, anbauen und im Gemüsegarten erntenFeuerbohnen pflegen
Für Feuerbohnen sind Rankhilfen im Gemüsegarten unverzichtbar. Sie können die Pflanzen auch an einem Spalier oder einer Pergola emporranken lassen, um eine Terrasse zu beschatten. Im Gemüsegarten sind Rankhilfen in jedem Fall unerlässlich. Ihrer Fantasie sind dabei kaum Grenzen gesetzt: als Tipi oder Indianerzelt zur Freude der Kinder, mit zwischen Pfosten gespannten Schnüren, Baustahlstäben oder Bambusstäben, mithilfe eines Ranknetzes oder auch eines Maschendrahtzauns. Die Triebe winden sich problemlos um ihre Rankhilfen.

Es gibt unzählige Möglichkeiten, Feuerbohnen Rankhilfen zu geben
Bei warmem Wetter sollten Sie regelmäßig gießen, besonders wenn sich die Blüten in Schoten verwandeln. Regelmäßiges Gießen verhindert außerdem, dass die Blüten abfallen. Um den Wasserbedarf zu verringern, sollten Sie mulchen. Auch das Hacken sollte regelmäßig erfolgen.
Anhäufeln ist ebenfalls empfehlenswert, sobald die Jungpflanzen eine Höhe von 15 bis 20 cm erreicht haben.
Feuerbohnen sind wenig anfällig für die üblichen Bohnenkrankheiten, können jedoch von Blattlauskolonien befallen werden, die die Pflanze schwächen. Natürliche Fressfeinde wie der Marienkäfer helfen, den Befall einzudämmen. Virginie verrät außerdem ihre Tipps zum Erkennen und Bekämpfen von Blattläusen.
Junge Pflanzen sind bei Schnecken besonders begehrt. Lesen Sie auch unsere 7 wirksamen und natürlichen Methoden gegen diese gefräßigen Schädlinge.
Gute Partner zur Feuerbohne
Als Hülsenfrüchtler schätzt die Feuerbohne im Gemüsegarten die Gesellschaft von Kartoffel, Rote Bete, Möhre, Aubergine, Mais und Kürbis. Dagegen verträgt sie die Pflanzung von Lauchgewächsen (Knoblauch, Schalotte, Zwiebel und Lauch-Porree) in ihrer Nähe ebenso wenig wie die von Erbsen.
Wenn Sie die Feuerbohne nur aus Ziergründen anbauen, kombinieren Sie sie mit Prunkwinde, Gartenwicke, Korkenzieherblume (Phaseolus caracalla) oder Großer Kapuzinerkresse.

Mit Prunkwinde, Gartenwicke und Großer Kapuzinerkresse bilden Feuerbohnen ein hübsches, farbenfrohes Bild oder schmücken eine unansehnliche Mauer.
Ernte und Lagerung von Feuerbohnen
Feuerbohnen können zu zwei Zeitpunkten geerntet werden. Die erste Ernte erfolgt, sobald sich die Schoten wie bei anderen Bohnen gebildet haben. Je nach Sorte werden die Schoten bei einer Länge von 15 bis 20 cm gepflückt. Ernten Sie, bevor sich die Samen bilden, da die Schoten schnell faserig werden. Solange sie flach sind, schmecken die Schoten ausgezeichnet. Wenn sie dicker werden, können sie in Stücke geschnitten und gekocht werden.
Wenn Sie Ihre Feuerbohnen regelmäßig ernten, bildet die Pflanze neue Schoten. Diese unreifen Bohnen halten sich 5 Tage im Kühlschrank; sie können blanchiert und eingefroren werden.

Feuerbohnen werden unreif geerntet, solange sie noch flach sind, oder im trockenen Zustand.
Etwa 4 bis 5 Monate nach der Aussaat, also ungefähr im Oktober, können Feuerbohnen auch geerntet werden, wenn die Schote trocken ist. So erhält man getrocknete Bohnen mit schöner Färbung, die oft etwa so groß wie eine 2-Euro-Münze sind.
Feuerbohnen: Vom Garten auf den Teller
Feuerbohnen wie andere Bohnen zubereiten: jung dämpfen oder kochen, groß stückeln. Getrocknet für Suppe oder Püree über Nacht einweichen.
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