Ach, der schöne Monat Mai! Der Frühling ist schon weit fortgeschritten. Bäume und Sträucher haben sich mit frischem Grün geschmückt, die Blüten verströmen betörende Düfte und die Vögel zwitschern um die Wette ... Im Garten und in der Natur ist der Mai die Blütezeit des Schwarzen Holunders. Die Blüte dauert bis in den Juni an. Jetzt können Sie die weißen oder je nach Art und Sorte rosafarbenen Blütenstände ernten und für Desserts verwenden: zum Beispiel für Holunderblütenküchlein, eine Creme, Pfannkuchen, Eis oder eine Tarte. Doch Holunderblüten bilden auch die Grundlage für den „Feen-Champagner“ – eine leicht sprudelnde, aromatische und sehr erfrischende Limonade.
Hier verrate ich Ihnen mein Rezept für diese Holunderblütenlimonade, mit der Sie Ihre Lieben zum Aperitif begeistern können.

Mehr erfahren: Holunder: pflanzen, kultivieren und schneiden
Was genau ist Holunderblütenlimonade?
Holunderblütenlimonade ist ein zu 100 % natürliches Getränk aus den Blüten des Schwarzen Holunders (Sambucus nigra), der in unserer Landschaft wild wächst oder sich leicht im Garten kultivieren lässt. Der sommergrüne Strauch blüht meist im Mai sowie im Juni und Juli. Dann trägt er schöne weiße oder je nach Art rosafarbene Blütenstände. Wie der Name vermuten lässt, ist Holunderblütenlimonade ein sprudelndes, erfrischendes und köstlich aromatisches Getränk.
Dieses typisch frühlingshafte Getränk erhält seine Kohlensäure durch Fermentation. Seinem Prickeln und seiner hellen Farbe verdankt es den poetischen Beinamen „Feen-Champagner“. Der Begriff Champagner steht dabei in Anführungszeichen: Zum einen handelt es sich um eine geschützte Marke, zum anderen ist die Limonade kein Champagner. Durch die Fermentation entsteht jedoch ein natürlicher Alkoholgehalt von etwa 1 bis 2 %. Deshalb ist das Getränk für Kinder nicht geeignet und sollte Erwachsenen vorbehalten bleiben!
Die Ernte der Holunderblüten
Für diese besonders aromatische Limonade ernten Sie zunächst die Holunderblüten. Wenn Sie einen Schwarzen Holunder oder eine Hybridsorte mit rosafarbenen Blüten in Ihrem Garten haben, zum Beispiel Sambucus nigra ‘Black Tower’, ‘Black Beauty’ oder ‘Black Lace’, fällt die Ernte leicht. Ernten Sie die Blütenstände am besten früh am Morgen, wenn sie noch vom Morgentau umgeben sind.
Andernfalls können Sie relativ einfach durch die Landschaft streifen und einen Schwarzen Holunder finden. Dieser Strauch wächst in den meisten Regionen wild, in Hecken oder an Flussufern. Je nach Wetter und Standort blüht er ebenfalls zwischen Mai und Juni oder bis in den Juli hinein.
Nun ist es an der Zeit, mit dem noch weit verbreiteten Ruf aufzuräumen, der Schwarze Holunder sei giftig. Der Schwarze Holunder (Sambucus nigra) ist keineswegs giftig. Seine Blüten und Beeren sind vollkommen essbar. Eine andere Holunder-Art, der Zwergholunder (Sambucus ebulus), ist dagegen aufgrund seiner brechreizfördernden und abführenden Eigenschaften giftig. Deshalb müssen Sie beide Arten gut unterscheiden können:
- Der Schwarze Holunder ist ein Strauch oder Baum, der Zwergholunder eine krautige Pflanze mit grünen Stängeln.
- Der Schwarze Holunder blüht ab Mai bis Ende Juni, der Zwergholunder dagegen eher im Hochsommer, ab Ende Juni und im Juli. Außerdem sind die Staubbeutel der Blüten beim Zwergholunder rosa, beim Schwarzen Holunder cremeweiß.
Bei der Ernte der Holunderblüten zwischen Mai und Juni werden Sie einem blühenden Zwergholunder daher kaum begegnen!
Die Zutaten für den „Feen-Champagner“
- 1 Liter stilles Mineralwasser, Quellwasser oder Leitungswasser
- 4 bis 5 große Holunderblütenstände
- 120 g Bio-Rohzucker oder brauner Zucker
- ½ Bio-Zitrone
- 1 Esslöffel Apfelessig

Außerdem benötigen Sie eine Glaskaraffe oder ein großes Einmachglas, ein Passiertuch oder etwas Gaze, ein Gummiband, ein Sieb und einen Holzlöffel.
Je nach Geschmack können Sie die Menge an Zucker oder Zitronensaft jederzeit erhöhen oder verringern.
Die Zubereitung der Holunderblütenlimonade
- Schütteln Sie die Holunderblüten vorsichtig, um eventuell darin versteckte Insekten zu entfernen. Zupfen Sie anschließend die einzelnen Blüten ab und legen Sie die bitteren Stiele beiseite.
- Geben Sie Wasser und Zucker in das ausgewählte Gefäß und verrühren Sie alles. Sobald sich der Zucker vollständig aufgelöst hat, fügen Sie den Essig, die geviertelte Zitrone mit Schale und die Holunderblüten hinzu. Rühren Sie die Zutaten mit dem Holzlöffel gut durch.
- Decken Sie das Gefäß anschließend mit dem Tuch oder der Gaze ab und befestigen Sie die Abdeckung mit einem Gummiband.
Stellen Sie das Gefäß an einen hellen Ort mit einer Temperatur zwischen 20 und 25 °C, damit die Fermentation einsetzen kann. Vermeiden Sie direkte Sonne, da sie Fäulnis begünstigen kann.

Die Fermentation dauert 3 bis 5 Tage. Während dieser Zeit müssen Sie die Mischung zweimal täglich umrühren. Die Limonade ist fertig, sobald die ersten Bläschen aufsteigen. Das Wasser ist dann natürlich trüb geworden. Jetzt können Sie die Limonade filtern und in Flaschen füllen.
Und danach?
- Entfernen Sie die Zitrone und die Holunderblüten und filtern Sie das Getränk durch ein Sieb.
- Füllen Sie die Holunderblütenlimonade in eine Flasche mit stabilem mechanischem Verschluss, wie sie für bestimmte Bier- oder handwerklich hergestellte Limonaden verwendet wird, oder in eine Flasche mit Schraubverschluss. Die Limonade entwickelt viel Kohlensäure, und die Fermentation setzt sich in der Flasche fort. Vermeiden Sie Korken, da sie dem Druck nicht ausreichend standhalten.
- Stellen Sie die Flasche in den Kühlschrank und warten Sie ein bis zwei Wochen, bevor Sie die Limonade genießen. So kann sich die Kohlensäure weiterentwickeln. Öffnen Sie die Flasche während dieser Zeit vorsichtshalber regelmäßig.
Im Kühlschrank ist diese Limonade ein bis zwei Monate haltbar.

Geschmackliche Varianten
Wenn Sie der Holunderblütenlimonade etwas Farbe verleihen möchten, können Sie während der Fermentation weitere essbare Blüten hinzufügen, zum Beispiel Blütenblätter von Klatsch-Mohn oder Roseneibisch. Manche geben auch Rosinen oder Datteln dazu. Einige Blätter aromatischer Pflanzen wie Minze oder Basilikum sowie ein paar Zweige Rosmarin sorgen ebenfalls für zusätzliche Würze.
Gewürze wie Zimt oder Kardamom passen sehr gut zu den Aromen dieser Limonade. Verwenden Sie sie jedoch sparsam.
Servieren Sie Ihren „Feen-Champagner“ zum Schluss in schönen Gläsern und garnieren Sie ihn mit einigen Erdbeeren, Himbeeren oder Schwarzen Johannisbeeren.
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