Die Kletterpflanzen wie Waldreben, Blauregen oder Efeu verleihen unseren Gärten eine vertikale, ästhetische Note. Sie können Mauern, Rankgitter oder Pergolen begrünen und sind daher wertvolle Helfer, um den Garten zu gestalten und zu strukturieren. Erfahren Sie, wie Sie Ihre Kletterpflanzen richtig pflanzen, damit sie ihre Wirkung optimal entfalten.

Eine Kletterpflanze richtig pflanzen
Kletterpflanzen sind mit ihrer Zartheit und ihrem vertikalen Wuchs aus dem Garten nicht wegzudenken

Warum sollten Sie Kletterpflanzen pflanzen?

Kletterpflanzen bieten zahlreiche Vorteile:

  • Eine dichte Begrünung, die eine Mauer oder einen Zaun verdeckt.
  • Eine üppige Blüte, die Farbe und Duft in den Garten bringt.
  • Sie spenden natürlichen Schatten an einer Pergola oder einem Rankgitter.
  • Sie sind für Bestäuber attraktiv und fördern dadurch die Biodiversität.

Kletterpflanzen passen zu jedem Gartenstil: Eine Waldrebe oder Kletterrose verleiht dem Garten eine romantische Note. Eine Passionsblume oder eine Drillingsblume unterstreicht eine exotische Atmosphäre. Geißblatt oder Amerikanische Klettertrompete passen dagegen besonders gut in einen naturnahen Garten.

Schließlich hängt die Wahl der Kletterpflanze vom gewünschten Zweck ab. Für eine schnelle Begrünung einer Mauer oder Pergola eignen sich Geißblatt und Amerikanische Klettertrompete dank ihres kräftigen Wachstums besonders gut. Wenn Sie einen dichten Sichtschutz wünschen, bieten Sternjasmin oder immergrüner Efeu das ganze Jahr über eine geschlossene Belaubung. Für eine spektakuläre, dekorative Blüte sorgen Blauregen und Waldrebe mit Blütenkaskaden in je nach Jahreszeit unterschiedlichen Farben.

Welche Kletterpflanzen Sie wählen sollten
Kletterpflanzen sind der besondere Blickfang im Garten: Ob Kletterrose oder besonders dicht wachsendes Geißblatt, sie erfüllen ihre Aufgabe zuverlässig!

Wann sollten Sie Kletterpflanzen im Garten pflanzen?

Der beste Pflanzzeitpunkt hängt von der Verkaufsform der Pflanze ab:

  • Pflanzen im Container: Sie können sie vom Frühjahr bis zum Herbst pflanzen. Meiden Sie jedoch Frostperioden und große Hitze.
  • Wurzelnackte Pflanzen: Bei den Kletterpflanzen betrifft das vor allem Rambler-Rosen und Kletterrosen. Pflanzen Sie diese vorzugsweise im Herbst nach dem Laubfall oder im zeitigen Frühjahr vor dem Austrieb.

Diese Zeiträume erleichtern die Bewurzelung, bevor extreme Witterungsbedingungen einsetzen.

Wo sollten Sie Kletterpflanzen pflanzen?

  • Standort: Die meisten Kletterpflanzen bevorzugen volle Sonne oder Halbschatten. Arten wie Sternhortensie, Efeu oder Akebie gedeihen jedoch im Schatten besser. Passen Sie den Standort an die Ansprüche der jeweiligen Pflanze an, damit sie kräftig wächst und üppig blüht.
  • Bodenart: Ein gut durchlässiger Boden ist wichtig, damit sich keine Staunässe bildet.
  • Bodenfeuchtigkeit: Ideal ist ein frischer Boden ohne überschüssiges Wasser.
  • Pflanztiefe: Pflanzen Sie Containerpflanzen so tief ein, wie sie zuvor im Topf standen. Bei wurzelnackten Rosen bedecken Sie die Wurzeln vollständig, ohne den Hals zu vergraben.

Berücksichtigen Sie auch den Duft vieler Kletterpflanzen wie Rosen, Jasmin und Geißblatt. Pflanzen Sie sie in der Nähe eines Weges oder des Hauseingangs!

Kletterpflanzen lassen sich auch im Topf kultivieren. Wählen Sie dafür ein ausreichend großes, gut durchlässiges Gefäß, damit sich die Wurzeln gut entwickeln können. Die Pflanzen benötigen ein nährstoffreiches Substrat, regelmäßiges Gießen sowie einen stabilen Stab oder ein Rankgitter, an dem Sie sie leiten können.

Kletterpflanze je nach Standort
Hydrangea petiolaris und Sternjasmin benötigen unterschiedliche Standorte

Benötigtes Material

Halten Sie vor dem Pflanzen folgende Werkzeuge bereit:

  • Einen Spaten oder eine Grabegabel, um das Pflanzloch auszuheben.
  • Eine Pflanzkelle, um die Pflanze leichter einzusetzen.
  • Gartenhandschuhe
  • Eine Gießkanne
  • Kompost, um den Boden bei Bedarf zu verbessern.
  • Einen Stab, ein Rankgitter oder eine andere Rankhilfe, an der Sie die Pflanze während des Wachstums befestigen können.

Wichtig! Damit die Triebe der Kletterpflanzen nicht verletzt werden, sollten Sie weiche Bindematerialien wie Bast, Gummibänder oder Klettbänder verwenden. Binden Sie sie nur locker, damit die Triebe weiter wachsen können. Für windende Kletterpflanzen oder Arten mit Ranken eignen sich Rankgitter oder gespannte Drähte. Leiten Sie die Triebe regelmäßig, ohne ihre natürliche Haftung zu erzwingen.

Die einzelnen Schritte zum Pflanzen von Kletterpflanzen

Befolgen Sie diese Schritte, damit Ihre Pflanze gut anwächst:

  1. Boden vorbereiten: Lockern Sie den Boden 30 cm tief und arbeiten Sie Kompost ein, wenn der Boden nährstoffarm ist.
  2. Pflanzloch ausheben: Heben Sie ein etwa 40 cm tiefes und breites Pflanzloch aus. Halten Sie dabei einen Abstand von 30 cm zur Rankhilfe ein.
  3. Pflanze vorbereiten: Lockern Sie bei einer Containerpflanze die Wurzeln vorsichtig. Kürzen Sie bei einer wurzelnackten Kletterrose die Wurzelspitzen leicht, um das Anwachsen anzuregen.
  4. Pflanze einsetzen: Setzen Sie die Pflanze in das Pflanzloch. Richten Sie die Wurzeln nach unten und achten Sie darauf, dass der Hals auf Höhe des Bodens liegt. Einige Kletterpflanzen wie Waldreben sollten Sie schräg, fast waagerecht pflanzen. So bilden sie bereits an der Basis neue Triebe und verkahlen dort nicht zu schnell.
Pflanzloch für eine Kletterpflanze
Bei Waldreben sollten Sie den Wurzelballen im Pflanzloch schräg stellen
  1. Pflanzloch schließen: Füllen Sie das Pflanzloch mit dem Aushub und drücken Sie die Erde leicht an, damit keine Hohlräume bleiben.
  2. Gießen: Gießen Sie reichlich, damit die Wurzeln guten Kontakt zum Boden bekommen.
  3. Rankhilfe anbringen: Befestigen Sie den Haupttrieb locker am Stab oder Rankgitter, damit die Pflanze in die gewünschte Richtung wächst.
Rankhilfe für eine Kletterpflanze
Viele Kletterpflanzen benötigen eine Rankhilfe und Bindematerial, damit Sie sie leiten können

Oli meint dazu: Wenn Sie Kletterpflanzen mit anderen Pflanzen kombinieren, entstehen attraktive und harmonische Pflanzungen. Ein schönes Beispiel ist die Kombination aus Kletterrosen und Waldreben. Beide blühen zu unterschiedlichen Zeiten und unterstützen sich gegenseitig. Auch die Kombination von Blauregen mit einem immergrünen Strauch schafft einen reizvollen Kontrast zwischen spektakulärer Blüte und dauerhaftem Laub. So erhält der Garten das ganze Jahr über Struktur und Lebendigkeit.

Nach dem Pflanzen: Pflege und Schnitt von Kletterpflanzen

  • Gießen: Halten Sie den Boden in den ersten Wochen feucht, besonders bei trockenem Wetter.
  • Mulchen: Bringen Sie rund um die Basis eine organische Mulchschicht aus. Sie hält die Feuchtigkeit im Boden und hemmt das Unkrautwachstum.
  • Düngen: Geben Sie im Frühjahr einen phosphorreichen Dünger, um die Blütenbildung anzuregen.
  • Rückschnitt: Schneiden Sie die Seitentriebe zurück, um das aufrechte Wachstum und eine bessere Verzweigung anzuregen. Ein regelmäßiger Rückschnitt fördert die Blüte der Kletterpflanzen, indem er Totholz entfernt und die Bildung neuer, kräftiger Triebe anregt. Schnell wachsende Arten wie Blauregen und Amerikanische Klettertrompete benötigen einen konsequenten Rückschnitt. So verhindern Sie, dass sie überhandnehmen, und können ihr Wachstum an der Rankhilfe besser lenken.
  • Kontrolle: Untersuchen Sie die Pflanze regelmäßig auf Schädlinge oder Krankheiten und greifen Sie bei Bedarf ein.
Rückschnitt einer stark wachsenden Kletterpflanze
Einige Kletterpflanzen benötigen wegen ihres starken, windenden Wachstums einen regelmäßigen Rückschnitt