Die Kuhblume, die ab März wieder üppig auf unseren Rasenflächen erscheint, ist für manche ein Ärgernis. Sie kann sich jedoch in eine perfekte Blume für eine selbst gemachte Schönheitspflege verwandeln! Aus ihr lässt sich ein Öl oder ein Blütenmazerat herstellen, das zu dieser Jahreszeit besonders interessant ist.
Mit seiner schönen goldenen Farbe erweist sich der als unerwünscht geltende Löwenzahn nämlich nicht nur als essbare Pflanze. Alle seine Teile, von der Wurzel bis zu den Blüten, eignen sich für Aufgüsse und Essig sowie für köstliche Salate oder ein Gelee mit dem charmanten Namen Kuhblumengelee. Seine Blüten bergen außerdem zahlreiche Vorteile für die Haut. Entdecken Sie in dieser Anleitung, wie Sie Ihr eigenes Löwenzahnöl herstellen: ein ganz einfaches Rezept, das nur wenige Minuten dauert!

Löwenzahnöl: Vorteile und Anwendung
Eigentlich spricht man eher von einem Ölmazerat. Der passende Begriff bezeichnet das mehrwöchige Einlegen von Pflanzen in einem neutralen Pflanzenöl, um ihre natürlichen Extrakte und Wirkstoffe zu gewinnen. Bekannt sind vor allem Johanniskrautmazerat zur Linderung von Muskelkater und das Mazerat aus Ringelblume. Das Löwenzahnöl ist jedoch ein weiteres Mazerat, das Sie entdecken sollten. Dafür werden die Blütenspitzen eingelegt. Diese Mazerationsöle sind ausschließlich zur äußerlichen Anwendung als Hautpflege und Massageöl bestimmt.
Wofür wird Löwenzahnöl verwendet?
Die Vorteile der Wurzel und der Blätter des Löwenzahns in der Pflanzenheilkunde sind bekannt. Sie gelten als reich an Inulin und Polyphenolen. Doch auch die Wirkstoffe der Löwenzahnblüten haben einiges zu bieten! Sie enthalten Verbindungen wie Flavonoide, Carotinoide und Phenolsäuren. Diese Verbindungen sollen antioxidative, entzündungshemmende und feuchtigkeitsspendende Eigenschaften besitzen. Deshalb gelten die Blüten als regenerierend für die Haut.
Ähnlich wie Johanniskrautmazerat, mit dem großen Vorteil, dass es nicht photosensibilisierend wirkt, wird Löwenzahnöl vor allem in folgenden Fällen eingesetzt:
- Als Massageöl zur Linderung von Muskelverspannungen und Gelenkbeschwerden.
- Als entspannendes Öl bei Stress.
- Zur natürlichen Behandlung von Sonnenbrand.
- Als lokale Behandlung zur Beruhigung von Ekzemen, Akne und Schuppenflechte.
- Sie können dieses Pflegeöl außerdem als Bestandteil in regenerierende Balsame auf Basis von Kokos- oder Sheabutter einarbeiten. Es eignet sich für trockene oder rissige Haut, da es feuchtigkeitsspendende Eigenschaften besitzt.
- Der Löwenzahn ist sogar für seine aufhellende Wirkung bekannt. Früher wurde er angeblich verwendet, um Sommersprossen verblassen zu lassen!
Wichtig! Personen mit einer Allergie gegen Korbblütler können dieses Öl möglicherweise nicht verwenden.

Wann und wie werden Löwenzahnblüten gesammelt?
Sammeln Sie die Blüten im Frühjahr am Morgen, sobald sie vollständig geöffnet und die Tautropfen verdunstet sind. Der Löwenzahn (Taraxacum officinale) wächst im Frühjahr auf unseren Rasenflächen. Sammeln Sie ihn am besten im eigenen Garten und nicht auf Wiesen oder an Straßenrändern, wo er möglicherweise durch Tierkot oder umliegende Pestizide verunreinigt ist.
Wie wird ein Löwenzahnöl hergestellt?
Bei Löwenzahnöl handelt es sich um einen einfachen Kaltauszug der Blüten in einem neutralen Öl. Wie bei allen selbst gemachten Pflegeprodukten sollten Sie besonders sorgfältig auf die Sauberkeit und Sterilisation der verwendeten Utensilien achten.
Zutaten und Utensilien für zwei 200-ml-Flaschen Löwenzahnöl
- Frisch gepflückte Blütenspitzen des Löwenzahns (alternativ getrocknete Blüten aus dem Biohandel oder einer Kräuterhandlung), in ausreichender Menge, um Ihr Glas zu füllen (etwa 100 bis 150 g)
- Ein gutes neutrales Bio-Pflanzenöl* (Sonnenblumenöl, Olivenöl, Mandelöl, Traubenkernöl, Jojobaöl oder Sesamöl)
- Ein durchsichtiges Glas mit 500 ml Fassungsvermögen und Deckel zum Ansetzen (ein wiederverwendetes Glas oder ein Einmachglas) oder idealerweise ein Glas ohne Deckel sowie ein Mulltuch, ein Stück Leinenstoff oder ein Kaffeefilter und Schnur
- Ein sauberer Holzlöffel
- Schnur oder ein breites Gummiband
- 200-ml-Flaschen aus dunklem Glas mit Verschluss
- Ein feines Sieb oder ein Mulltuch
- Ein schönes Etikett
Das Rezept für Löwenzahnöl
- Sterilisieren Sie das Ansatzglas.
- Sammeln Sie die Löwenzahnblüten und lassen Sie dabei 0,5 cm Stiel stehen.
- Lassen Sie die Blüten 24 Stunden lang flach auf einem sauberen Tuch in einem beheizten Raum trocknen. So können eventuell vorhandene kleine Tiere entweichen und die Blüten verlieren ihre Restfeuchtigkeit.
- Füllen Sie das Glas zu drei Vierteln mit Blüten und gießen Sie anschließend so viel Öl darüber, dass sie vollständig bedeckt sind. Drücken Sie die Blüten leicht mit einem Holzlöffel nach unten, um Luftblasen zu entfernen. Rühren Sie alles vorsichtig um. Füllen Sie das Glas bis zum Rand mit Öl auf.
- Verschließen Sie das Glas mit dem Mulltuch oder dem Stoff und befestigen Sie diesen mit einem Gummiband oder einer Schnur.
- Stellen Sie das Glas bei Zimmertemperatur in einen sonnigen Raum, zum Beispiel an ein Fenster.
- Lassen Sie das Öl zwei Wochen, idealerweise drei Wochen, ziehen**. Rühren Sie es alle zwei Tage mit einem sauberen Löffel um. Kontrollieren Sie, dass sich kein Schimmel und keine Gärung bilden, besonders wenn Sie frische Blüten verwenden. Durch eine längere Mazerationszeit lassen sich die Wirkstoffe besser extrahieren.
- Nach dieser Mazerationszeit filtern Sie die Flüssigkeit durch ein feines Sieb. Filtern Sie sie anschließend ein zweites Mal durch das mit einem Mulltuch ausgelegte Sieb in eine saubere Schüssel. Die Flüssigkeit muss vollkommen klar sein.
- Füllen Sie das gewonnene Mazerat, das eine schöne goldene Farbe angenommen hat, in eine dunkle Flasche. Auch diese Flasche sollte zuvor mit kochendem Wasser sterilisiert worden sein. Verschließen Sie sie sorgfältig.
- Beschriften Sie die Flasche mit dem aktuellen Datum.
* Sie können auch eine Mischung aus verschiedenen Ölen verwenden, um ihre Vorteile miteinander zu verbinden. Wenn Sie Ihr Ölmazerat hauptsächlich als Massageöl bei Muskelschmerzen verwenden möchten, greifen Sie zu Sesamöl, das für seine entzündungshemmende Wirkung geschätzt wird. Wenn Sie es Balsamen oder Hautcremes beimischen möchten, wählen Sie besser Mandel-, Jojoba- oder Sonnenblumenöl. Olivenöl gehört zu den stabilsten Ölen und eignet sich daher besonders gut für eine optimale Haltbarkeit.
** Wenn Sie getrocknete Blüten verwenden, lassen Sie sie vier bis fünf Wochen ziehen.

Wie wird Löwenzahnöl aufbewahrt?
Lagern Sie Ihre Flasche mit Löwenzahnöl an einem dunklen Ort bei Zimmertemperatur. Ein Schrank in einer kühlen Vorratskammer ist ideal. Eine dunkle Flasche sorgt wie immer für eine bessere Haltbarkeit. Für eine optimale Haltbarkeit sind bei der Zubereitung zwei Dinge entscheidend: Verwenden Sie anfangs keine feuchten Blüten, und achten Sie darauf, dass alle Blüten vollständig in Öl eingetaucht sind! Wie bereits erwähnt, beeinflusst auch das Basisöl die Haltbarkeit. Oliven- und Jojobaöl sind dafür besonders gut geeignet.
Dieses selbst gemachte Löwenzahnmazerat ist nur einige Monate haltbar (sechs bis neun Monate), da es relativ schnell ranzig wird. Wenn Sie Gefallen daran finden, sollten Sie es deshalb jeden Frühling neu ansetzen. Riecht der Inhalt der Flasche säuerlich oder verdächtig? Verwenden Sie ihn auf keinen Fall.
Teilen Sie gern Ihre eigenen Rezepte für selbst gemachte Pflanzenöle zur Hautpflege in den Kommentaren mit uns!
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