Bienenfreundliche Sträucher: wertvoll für Biodiversität

Bienenfreundliche Sträucher: wertvoll für Biodiversität

Für alle Situationen, Jahreszeiten und Klimate

Inhaltsverzeichnis

Bienenfreundliche Sträucher fördern Biodiversität und Bestäubung. Auswahl der besten Arten – auch für Winter und Schatten.

Schwierigkeit

Je nach Jahreszeit

Im Frühling

Der Weißdorn ist ein besonders bienenfreundlicher Strauch, dessen Blüte sich mitten im Frühling zwischen April und Juni entfaltet. Seine weißen oder rosafarbenen Blüten stehen in Dolden und ziehen zahlreiche Bestäuber, insbesondere Bienen, an. Der hohe Pollenanteil seiner Blüten macht den Weißdorn zu einer besonders wertvollen Bienenweide. Er trägt zur Erzeugung hochwertigen Honigs bei und fördert die Biodiversität im Garten. Weißdorn wächst in unserer Landschaft weit verbreitet und lässt sich leicht im Garten kultivieren. An den Boden stellt er nur geringe Ansprüche, sofern dieser gut drainiert ist. Um seine Blütendolden optimal zu genießen, pflanzen Sie ihn an einen sonnigen bis halbschattigen Standort.

Neben seiner Frühlingsblüte bildet er im Herbst kleine rote Beeren, die Vögeln als Nahrung dienen. Seine Dichte und Dornen machen ihn zu einer ausgezeichneten Schutzhecke und einem Rückzugsort für die Tierwelt.

Photinia fraseri (und seine Kultivare) ist ebenfalls ein wahrer Bienenmagnet, sofern man ihn frei wachsen lässt und nicht schneidet. Zwar findet man diesen Strauch häufig in Hecken, doch eignet er sich auch als Solitärstrauch im Beet oder als kleiner Baum. Photinia bietet eine attraktive Blüte aus locker wirkenden, cremeweißen, leicht duftenden Blütentrauben, die von Bienen stark besucht werden. Geben Sie ihm einen lockeren, ausreichend tiefen Boden. Nach dem Anwachsen verträgt er sommerliche Trockenheit gut.

Im Sommer

Die Blüten der Säckelblumen brummen im Sommer (oder je nach Art und Sorte im Frühling) rege vor sich hin. Meist blühen die sommergrünen Säckelblumen mitten im Sommer. Diese Sträucher bringen eine Fülle blauer, weißer oder rosafarbener Blüten hervor, die in Trauben stehen und Bienen sowie andere Bestäuber anlocken. Die leicht zu kultivierenden Säckelblumen passen sich verschiedenen Bodenarten an, bevorzugen jedoch einen gut drainierten, leicht sauren bis neutralen Boden. Besonders gut gedeihen sie an sonnigen Standorten und sind nach dem Anwachsen trockenheitsverträglich. Die sommergrün- und sommerblühenden Sorten sind zwar frosthärter als die immergrünen, vertragen sommerliche Trockenheit jedoch weniger gut.

Der Keuschbaum blüht von Juli bis Oktober mit langen blauen, lilafarbenen oder weißen Rispen an aufrechten Zweigen. Sein auch „Pfefferbaum“ genannter, zerknittertes Laub verströmt einen pfeffrigen Duft. Bei Bestäubern sehr beliebt, besitzt er zudem dekoratives Laub. Pflanzen Sie ihn in der Sonne in einen gut drainierten Boden. Er verträgt Trockenheit und salzhaltige Gischt. Winterhart ist er nur in der Südhälfte Frankreichs und an der Westküste, da er starke Fröste nicht verträgt.

Im Herbst

Im Herbst blühen mehrere Sträucher aus der Familie der Araliengewächse, die hervorragende Bienenweiden sind. Im September und Oktober bringt die Fatsie oder Zimmeraralie mit ihrem exotischen Laub kleine weiße Blütenbällchen hervor, auf die runde schwarze Früchte folgen. Sie bevorzugt einen schattigen Standort und einen frischen, leichten, kalkfreien Boden und ist bis etwa -12 °C winterhart. Aralia elata bildet einen großen Strauch mit stark zerteiltem Laub und großen weißen Blütenbüscheln im Spätsommer und Herbst. Eine duftende, von Bienen umschwärmte Wolke, bevorzugt sie einen halbschattigen Standort oder Morgensonne, geschützt vor starkem Wind. Sie wächst in frischem bis feuchtem, fruchtbarem Boden, wobei ein nährstoffarmer Boden offenbar winterhärtere und langlebigere Exemplare hervorbringt.

Im Winter

Im Winter gehört die Bühne der Stachellosen Mahonie, die je nach Sorte eine spektakuläre Winterblüte mit gelben oder orangefarbenen Blütentrauben bietet, auf die blaue Beeren folgen. Der zarte Duft ihrer Blüten ergänzt ihre leuchtende Blüte, und die bestäubenden Insekten wissen das zu schätzen. Die Stachellose Mahonie wächst in jedem Boden außer in verdichteten, sehr feuchten Böden. Sie ist winterhart und gedeiht im Schatten oder Halbschatten. Auch ihr Laub ist spektakulär und dornig, außer bei einigen Sorten.

Die Art Lonicera frangrantissima ist ein winterblühendes Geißblatt mit weißen, herrlich duftenden Blüten, die nach Jasmin und Zitrone duften. In dieser blütenarmen Jahreszeit ist der nicht kletternde Strauch ein wahrer Glücksfall für Bienen. Anspruchslos wächst er in jedem gut drainierten Boden, im Norden in der Sonne und im Süden im Halbschatten, an einem geschützten, idealerweise im Winter sonnigen Standort.

verschiedene besonders bienenfreundliche Sträucher

Im Uhrzeigersinn: Weißdorn, Photinia, Keuschbaum, Aralia elata, Fatsie, Stachellose Mahonie, Lonicera frangrantissima

Je nach Standort

Die meisten Sträucher mit sehr bienenfreundlicher Blüte bevorzugen Sonne oder sogar volle Sonne. Wie im vorherigen Kapitel erwähnt, fühlen sich Araliengewächse ebenso wie Beale Mahonien an halbschattigen bis schattigen Standorten wohl.

Im Schatten, besonders im Süden, ist der Feuerdorn ein winterharter, immergrüner Strauch mit scharfen Dornen. Seine interessante Blüte erscheint im Mai und Juni in Form zahlreicher kleiner weißer Blüten, die häufig von Bienen besucht werden. Im Herbst bildet der üppige Fruchtbehang eine Fülle von Beeren, deren Farbe je nach Art von Rot bis Orange reicht. Der Feuerdorn passt sich leicht an jeden Boden an und gedeiht gut im Halbschatten, in warmem Klima sogar im Schatten. Sobald er gut eingewurzelt ist, widersteht er sommerlicher Trockenheit problemlos.

Blüte des Feuerdorns

Der Feuerdorn blüht auch im Schatten üppig und ist bienenfreundlich

Je nach Bodenart oder Klima

In kalkhaltigem Boden

Viele bienenfreundliche, aus dem Mittelmeerraum stammende Sträucher bevorzugen kalkhaltige Böden. Unter den zuvor genannten gilt das für den Keuschbaum.

Auch der Weißdorn verträgt Kalk im Boden gut. Ein weiterer Strauch aus derselben Familie ist ein Pollen-Champion. Es handelt sich um Crataegus azarolus oder Gewöhnlichen Azaroldorn, einen sommergrünen, leicht dornigen Obstbaum, der im Frühjahr eine hübsche weiße Blüte hervorbringt, die allerdings nicht besonders angenehm duftet. Die Blüte erscheint im April in Form von Trauben oder Schirmrispen mit winzigen, weißlichen Blüten, die sehr gerne von Bienen besucht werden. Der Gewöhnliche Azaroldorn trägt seine säuerlich schmeckenden Früchte nur unter mediterranem Klima. Er ist sehr winterhart und verträgt sommerliche Trockenheit sowie kalkhaltige Böden sehr gut.

In saurem Boden

Die Spiersträucher sind je nach Art und Sorte im Frühjahr oder Sommer blühende, im Garten sehr beliebte Sträucher. Sie wachsen in saurem bis neutralem, eher frischem und gut durchlässigem Boden an sonnigen bis halbschattigen Standorten. Sie passen sich jedoch auch ärmeren und trockeneren Böden an und vertragen etwas Kalk. Je nach Art reicht die Blütezeit von April bis August. Die Blüte aus kleinen Blüten in Trauben variiert von Reinweiß bis Rosa und lockt zahlreiche Bestäuber an.

Die Blasenspiere ist ebenfalls ein sehr bienenfreundlicher Strauch mit weißen oder leicht rosafarbenen Blüten in Schirmrispen, die zwischen Mai und Juli aufblühen. Die schnell wachsenden Blasenspieren werden in nährstoffreichen, lockeren, tiefgründigen Böden gepflanzt, vorzugsweise neutral bis sauer, an sonnigen bis halbschattigen Standorten. Sie vertragen lediglich zu viel Kalk nicht und kümmern in armen Böden.

In nährstoffarmem Boden

In nährstoffarmem Boden ist der von Bestäubern umschwärmte Spanische Ginster ein echter Champion: Spanischer Ginster. Seine goldgelbe Blüte im Frühjahr ist ausgesprochen schön, intensiv duftend und betörend. Spartium junceum gedeiht in jedem gut durchlässigen Boden, auch in steinigem, sandigem und nährstoffarmem Boden. Der pH-Wert des Bodens ist ihm gleichgültig: Er kann sauer oder sogar stark kalkhaltig sein. Er benötigt jedoch einen vollsonnigen Standort und verträgt keine schweren, lehmigen, schlecht durchlüfteten Böden. Achtung: Unter idealen Bedingungen kann er sich stark ausbreiten.

Der Gewöhnliche Goldregen oder Laburnum anagyroides ist ein großer Strauch, der schnell eine Höhe und Breite von 8 m erreichen kann. Zwischen Mai und Juli bildet er lange, hängende Trauben mit prächtig goldgelben, sehr bienenfreundlichen und duftenden Blüten. Sehr winterhart, wächst er in allen gut durchlässigen, nährstoffarmen und kalkhaltigen Böden. Er bevorzugt Sonne oder Halbschatten, möglichst einen windgeschützten Standort.

Immergrüne Säckelblumen wachsen in gut durchlässigem Boden, auch wenn er nährstoffarm und sehr trocken ist.

Blüten von Laburnum oder Goldregen

Der Goldregen ist ein wahres Wunder in kalkhaltigem Boden und sehr bienenfreundlich

In kühlem Klima

Die Vogelbeere oder Sorbus aucuparia verträgt keine Trockenheit und bevorzugt kühles Klima; man findet sie bis nach Island und in das nördliche Asien. Dieser Baum mag weder zu viel Licht noch große Hitze. Er bevorzugt einen nährstoffreichen, frischen, aber gut durchlässigen Boden mit wenig Kalk. Von Mai bis Juni erscheinen an diesem für seine bei Vögeln beliebten Beeren bekannten Strauch zahlreiche kleine, äußerst bienenfreundliche Blüten in Schirmrispen.

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Biene und Weißdornblüten