Kaki-Pflaume: die richtige Sorte wählen?
Unser Kaufratgeber
Inhaltsverzeichnis
Eine Kaki-Pflaume mit kahlen, unter den orangegelben Kakis gebogenen Zweigen ist mitten im Winter immer ein erstaunlicher Anblick – besonders, wenn Schnee alles mit seiner weißen Decke überzieht. Die Kaki-Pflaume (Diospyros kaki) ist ein sommergrüner Obstbaum asiatischer Herkunft und mit dem Ebenholz verwandt. Neben seinem sehr harten Holz wird der Baum vor allem wegen seiner Früchte gepflanzt. Er trägt die berühmten Kakis, Früchte, die reich an Mineralstoffen, Spurenelementen, Ballaststoffen und Vitaminen und meist adstringierend sind. Sobald sie teigig sind, werden sie weich und süß. Kakis werden je nach Sorte im Herbst und Winter, von November bis Februar, geerntet.
Neben ihrem Fruchtertrag sind Kaki-Pflaumen wegen ihres sehr dekorativen Aussehens und ihres kräftigen Wuchses interessant. Diese 6 bis 10 m hohen Bäume nehmen im Herbst wunderschöne, flammende Farben an. Es sind anspruchslose Obstbäume, was Bodenart und Bodenqualität betrifft, die Trockenheit vertragen und wenig krankheitsanfällig sind. Kurz gesagt: ein idealer Kompromiss zwischen einem schönen Zierbaum und einem Obstbaum, der zu einer Jahreszeit Früchte trägt, in der es nur wenige gibt.
Dennoch gibt es zahlreiche Kaki-Sorten, die sich durch die Adstringenz ihrer Früchte, ihre frühe Reife, ihre Größe bei Reife und ihre Bestäubungsart unterscheiden. Ich stelle Ihnen eine Auswahl an Kaki-Pflaumen nach verschiedenen Auswahlkriterien vor.
→ Hören Sie auch unseren Podcast über Kakis: Anbau, Ernte und köstliche Ideen:
Je nach Geschmack der Kaki-Pflaume
Das erste Kriterium bei der Auswahl einer Kakipflaume ist der Kakityp. Denn es gibt zwei Arten von Kakis: adstringierende und nicht adstringierende. Eine adstringierende Frucht enthält sehr viele Gerbstoffe, die beim Kauen in Verbindung mit dem Speichel ein Zusammenziehen der Schleimhäute und Lippen bewirken. Kurz gesagt: Eine adstringierende Frucht schmeckt sehr unangenehm, wenn sie zu früh geerntet wird. Und ich übertreibe nicht! Giftig ist sie jedoch keineswegs. Warten Sie einfach, bis sie teigig ist, bevor Sie sie verzehren – oft ist das nach den ersten Frösten der Fall. Dann schmeckt sie mild und süß.
Kommen wir also zu unserem Thema, den Kakis. Die meisten dieser Winterfrüchte mit Farben zwischen Gelb, Orange und Rot sind adstringierend. Sie werden daher im Winter geerntet, sobald die Kälte ihre Wirkung getan hat. Sie können auch früher geerntet und in Zeitungspapier eingewickelt im Haus nachreifen gelassen werden, wobei der Stiel nach unten zeigt.
Einige Kakipflaumen bilden nicht adstringierende Früchte, die direkt nach der Ernte hart und fest verzehrt werden können. Man beißt in das Fruchtfleisch wie in einen Apfel. Daher stammt ihr volkstümlicher Name Apfelkaki. Sie können jedoch auch am Baum bleiben und teigig verzehrt werden.
Unter den Apfelkakis ist eine Sorte besonders beliebt: Diospyros kaki ‘Fuyu’. Sie ist ein selbstfruchtbarer, ursprünglich aus Japan stammender Kultivar mit besonders hohem Ertrag. Ihre Früchte reifen von Ende Oktober bis Anfang November und sind dann knackig, oder im Dezember weich. Die runden, an den Seiten leicht abgeflachten Kakis wiegen über 200 g. Bei warmem Wetter färbt sich ihr Fruchtfleisch zur Reife dunkelrot und schmeckt süß und aromatisch.
Eine weitere Kakipflaume mit nicht adstringierenden Früchten ist der alte italienische Kultivar ‘Cioccolatino’. Seine orangegelben Kakis mit bronzefarbenem Fruchtfleisch können ab Oktober verzehrt werden, ohne teigig zu sein. Der Baum wächst mäßig stark und erreicht eine Höhe von 4,50 m bei einer Breite von 3 m. Dadurch eignet er sich auch für einen kleineren Garten. Dieser selbstfruchtbare Kultivar ist für die südliche Hälfte Frankreichs geeignet. Außerdem dient er als Befruchter für andere nicht selbstfruchtbare Kakisorten.
Je nach Bestäubung
Einige Kaki-Pflaumen sind diözisch, andere parthenokarp. Was soll das bedeuten? Und vor allem: Warum ist dieses Wissen wichtig, wenn man eine Kaki-Pflaume pflanzen möchte?
Eine Kaki-Pflaume ist ein diözischer Baum, daher gibt es männliche und weibliche Exemplare. Um sie zu unterscheiden, genügt ein Blick auf die Blüten. Weibliche Blüten sind meist größer, solitär und cremefarben, zwischen Weiß und Gelb. Die kleineren männlichen Blüten stehen in Büscheln. Sie sind gelblich-cremefarben mit einem grünlichen Schimmer. Bestäubende Insekten sind nötig, damit die weiblichen Blüten bestäubt werden und Früchte ansetzen. Daher empfiehlt es sich, zwei verschiedene Sorten in der Nähe zu pflanzen, um die Bestäubung zu fördern.
Andere diözische Sorten bilden dagegen durch Parthenokarpie Früchte. Diese parthenokarpen Sorten gelten als selbstfruchtbar. Das bedeutet, dass die weiblichen Blüten auch ohne Befruchtung Kaki-Pflaumen hervorbringen. Die Früchte enthalten allerdings keine Samen. So kann man auch mit nur einer Kaki-Pflaume Früchte ernten.
Zu den selbstfruchtbaren Kaki-Pflaumen zählt die bereits erwähnte Apfelkaki-Sorte ‘Fuyu’, aber auch die Sorte ‘Costata’. Sie bildet orangefarbene, leicht gerippte, kernlose Früchte in Tomatengröße. Diese Sorte kann nördlich der Loire an einem vor kalten Winden geschützten, sonnigen Standort kultiviert werden. Ein Standort im Süden entlang einer Mauer ist ideal.
Erwähnenswert ist auch die Virginische Dattelpflaume ‘SAA Pieper’ mit runden, orangefarbenen Früchten. Diese kräftige Sorte gedeiht am besten in warmem Klima. Das gilt auch für die Chinesische Kaki-Pflaume ‘Muscat’. Sie bildet 8 bis 10 cm große Früchte mit dünner, orangefarbener Schale und weichem, mildem, zartem Fruchtfleisch. Die Kaki-Pflaumen dieser Sorte enthalten keine Samen.
Je nach Entwicklung
Die Kaki-Pflaume wächst zu einem schönen, 6 bis 10 m hohen Baum. Manche Exemplare erreichen 12 m. Ihr sommergrünes, dunkelgrünes, ledriges Laub ist oben glänzend und unten leicht behaart. Im Herbst färbt es sich prächtig rot. Mit ihrer ausgebreiteten Wuchsform eignet sie sich auch als Zierbaum. Die Blüte im Frühsommer, meist zwischen Juni und Juli, ist zudem attraktiv, nektarreich und lockt viele Insekten an. Für diesen Baum braucht man jedoch einen großen Garten.
Andere Arten bleiben kleiner und eignen sich für weniger große Gärten. So wird die Kaki-Pflaume ‘Ragno’ nur 2 bis 3 m hoch und 1,50 bis 2 m breit. Die aus Italien stammende Kaki-Pflaume wächst eher langsam, wird aber mindestens 100 Jahre alt. Dank ihrer kompakten, ausgebreiteten Wuchsform lässt sie sich als Hoch- oder Niederstamm ziehen.
Die Sorte ‘Sharon’ wächst mittelstark und wird kaum höher als 5 m sowie 4 m breit. Außerdem ist sie selbstfruchtbar.
Lesen Sie auch
Hoshigaki selbst machen: Kaki-Pflaumen trocknenJe nach Geschmackseigenschaften
Wer Kakis mit hervorragendem Geschmack sucht, kommt am Kaki-Pflaume ‘Rojo Brillante’ oder ‘Persimon’® nicht vorbei. Sie ist die in Europa am häufigsten vermarktete Sorte. Dieser Kaki-Baum trägt große, attraktive Früchte mit kegelförmiger, leicht gerippter Form, die sich von Gelb zu Dunkelrot färben. Bekannt sind sie vor allem für ihr saftiges, flüssiges, sehr süßes Fruchtfleisch mit einem Hauch Vanille. Die Kakis sind zudem sehr gut lagerfähig, können getrocknet und in Scheiben geschnitten werden. Die Ernte erfolgt spät im Dezember. Diese Sorte wird hauptsächlich in Südfrankreich angebaut.
Nach Winterhärte
Einige Kaki-Pflaumen sind deutlich frosthärter als andere. Zu den weniger frostempfindlichen zählen:
- Die Kaki-Pflaume ‘Nikita’s Gift’, die Temperaturen bis – 25 °C standhält. Sie gehört zu den adstringierenden Sorten und trägt eher kleine, aber bei Reife sehr aromatische Früchte. Diese vereinen Aromen von Aprikose, Birne, Vanille, Rum und Karamell. Die Kakis werden ab Mitte Oktober geerntet. Zudem ist sie mit ihrer leuchtend roten Herbstfärbung sehr dekorativ. Sie trägt schnell und ist sehr ertragreich
- Die Kaki-Pflaume ‘Tipo’ bildet einen sehr kräftigen, ertragreichen und regelmäßig tragenden Baum, der besonders frosthart ist. Ihre Kakis sind bei der Ernte kugelig und gelb, beim Weichwerden färben sie sich dunkel orange. Obwohl ‘Tipo’ zu den adstringierenden Sorten zählt, können die Früchte hart verzehrt werden.
- Die Lotuspflaume ‘Lotus’: Weibliche Pflanzen tragen kleine, orangefarbene, eiförmige Kakis, die sehr wenig süß und stark adstringierend sind. Sie werden daher teigig verzehrt. Diese langsam wachsende Lotuspflaume erreicht 10 bis 12 m. Sie verträgt problemlos – 20 °C
- Die Kaki-Pflaume ‘Korea’ ist ebenfalls bis – 20 °C winterhart. Sie ist selbstfruchtbar, kräftig wachsend und ertragreich. Ihre orangeroten Kakis sind sehr süß
- Abonnieren Sie
- Inhaltsverzeichnis
Dieses Formular ist durch reCAPTCHA geschützt – es gelten die Datenschutzbestimmungen und die Nutzungsbedingungen.





Kommentare