Mein Bambus blüht: Warum? Was tun?

Mein Bambus blüht: Warum? Was tun?

Bambusblüte im Garten: Wissenswertes

Inhaltsverzeichnis

Die Bambusblüte ist selten und rätselhaft. Erfahren Sie, warum sie auftritt und wie Sie reagieren.

Schwierigkeit

Bambusblüte verstehen

Blütenähren, die sich am Ende der Zweige in unscheinbaren, aber zahlreichen Rispen entwickeln: So zeigt sich die Blüte bei Bambus, der bekanntlich zu den Süßgräsern aus der Familie der Poaceae gehört. Dennoch durchläuft er einen völlig anderen Vegetationszyklus als andere krautige oder holzige Pflanzen derselben Familie. Das gilt auch für die Blüte, die je nach Art nur einmal im Leben auftritt – nach mehreren Jahrzehnten oder sogar mehr als einem Jahrhundert. Wenn also einer Ihrer Bambusse im Garten Blütenrispen bildet, sollten Sie diese Blüte als Glücksfall betrachten: Sie erleben ein seltenes Naturschauspiel! Auch wenn sie oft tödlich endet …

Die monokarpische und synchrone Blüte des Bambus

Bambus ist monokarpisch, das heißt, er blüht nur einmal im Leben. Und diese Blüte ist gewissermaßen in den Genen der jeweiligen Art festgeschrieben und programmiert. Deshalb wird sie als „sporadisch“, „gregär“ oder auch „synchron“ bezeichnet. Das bedeutet, dass sie weltweit zur gleichen Zeit bei allen Bambuspflanzen derselben vegetativen Linie oder bei Sorten und Kultivaren auftritt, die von derselben Pflanze abstammen. Es handelt sich um eine massive physiologische Blüte, die als eine Art innere biologische Uhr gilt und sich über mehrere Jahre erstrecken kann.

Je nach Art verläuft die Blüte in unterschiedlichen Zyklen, die mehrere Jahrzehnte auseinanderliegen – im Durchschnitt alle 40 bis 120 Jahre. So können Phyllostachys beispielsweise Blühzyklen von 13 bis 120 Jahren haben, bei Arundaria liegen sie zwischen 10 und 60 Jahren.

Diese synchrone Blüte bündelt die gesamte Energie des Bambus, der anschließend meist abstirbt. Zumindest seine oberirdischen Teile …

bambou fleurs

Blütenähren, die sich am Ende der Zweige in unscheinbaren, aber zahlreichen Rispen entwickeln – so blüht Bambus

Manchmal eine eher sporadische Blüte

Tatsächlich beobachten Botaniker, Baumschuler und Gärtner manchmal eine sporadischere, örtlich begrenzte, spontanere und isolierte Blüte an nur wenigen Stoppeln einer einzigen Pflanze. Oft wird diese Blüte durch Umweltfaktoren oder schwierige Kulturbedingungen ausgelöst. So kann Wasserstress durch Trockenheit eine sporadische Blüte begünstigen. Auch ein plötzlicher Kälteeinbruch oder mechanischer Stress durch starke Eingriffe wie großflächiges Roden kann die Ursache sein. In diesem Fall blüht der Bambus, um zu seiner Erhaltung Samen zu bilden. Diese isolierte Blüte ist nicht tödlich.

Allerdings kann eine sporadische Blüte auch den Beginn und das Einsetzen einer synchronen Blüte ankündigen.

Geht die Blüte mit einer Samenbildung einher?

Bei einigen Arten bildet der Bambus während der Blüte keimfähige Samen. Die Keimung ist jedoch oft unzuverlässig und erfordert besondere Bedingungen. Bei anderen Arten sind die Samen steril oder werden überhaupt nicht gebildet. Diese synchrone Blüte kann daher ganze Bambusbestände in ihrem natürlichen Lebensraum gefährden – und damit auch Tiere wie den Panda, die sich von ihnen ernähren.

Welche Bambusarten blühen?

Alle Bambusarten können von dieser Blüte betroffen sein. Doch nicht alle zeigen dasselbe Verhalten und denselben Zyklus. Auch wenn das Phänomen im einzelnen Garten selten bleibt, sind manche Arten darauf programmiert, in regelmäßigen Abständen zu blühen. So blühte Fargesia murielae, wegen seiner kompakten, nicht ausläuferbildenden Wuchsform sehr beliebt, in den 1990er-Jahren massenhaft und synchron, auch in Europa. Der nächste Blühzyklus wird zwischen 2070 und 2100 erwartet! Ein weiterer weitverbreiteter Gartenbambus, Fargesia nitida, blühte weltweit zwischen 1995 und 2005. Sein Blühzyklus wird auf 80 bis 100 Jahre geschätzt.

Bei ausläuferbildenden Bambusarten haben Phyllostachys unregelmäßigere Blühzyklen. Phyllostachys edulis mit seinem sehr schnellen Wachstum zeigt stark schwankende Blühzyklen von 67 bis über 200 Jahren, möglicherweise aufgrund der Umweltbedingungen. Phyllostachys bambusoides, seit Jahrhunderten in Japan kultiviert, hat einen mutmaßlichen Zyklus von etwa 120 Jahren. Auch andere Gattungen wie Sasa, Semiarundinaria oder Thamnocalamus können blühen, teils ohne erkennbaren Zyklus. Das Phänomen ist hier unregelmäßiger; die Blüte tritt oft nur stellenweise auf, ohne dass gleich der gesamte Bestand abstirbt. So blühte Pseudosasa japonica vor etwa 30 Jahren sieben Jahre lang.

blühende Bambusse

Im Uhrzeigersinn: Fargesia murielae, Phyllostachys edulis, Pseudosasa japonica und Bambusa multiplex

Bei den tropischen Arten der Gattung Bambusa, die in mildem Klima oder im Wintergarten kultiviert werden, ist die Blüte oft nur unzureichend dokumentiert. Einige Arten blühen teilweise oder überleben die Blüte, darunter Bambusa multiplex, die erneut blühen kann, ohne vollständig abzusterben. Dennoch bleibt ihr Verhalten schwer vorhersehbar.

Welche Folgen hat die Bambusblüte?

Wenn die Blüte einsetzt, mobilisiert der Bambus seine gesamte Energie zur Samenbildung. Die Folgen werden früher oder später sichtbar: Die Rhizome bilden keine neuen Turionen mehr, die Halme werden schwach, das Laub vergilbt … Diese Fortpflanzungsaktivität zehrt den Bambus aus und verschlechtert seinen Allgemeinzustand. Sein Tod ist unausweichlich.

Das gleichzeitige Absterben mehrerer Pflanzen hat zwangsläufig große Auswirkungen auf das Landschaftsbild. Bambusse werden häufig als Sicht- oder Windschutzhecken verwendet und sterben dann schnell ab. Das rasche Verschwinden einer solchen Bepflanzung hinterlässt kahle Bereiche, gibt unerwünschte Ausblicke frei oder legt unansehnliche Zäune offen. An Böschungen oder Hängen kann der Verlust des aktiven Wurzelsystems zudem ein Erosionsrisiko mit sich bringen, besonders in leichtem Boden.

bambou floraison

Beim Bambus ist die Blüte monokarpisch und daher oft tödlich

Bestimmte Bambus-Arten können aus ihren Rhizomen erneut austreiben. Dieses seltenere und daher wenig bekannte Phänomen wird als asexuelle Verjüngung bezeichnet. Die Rhizome bilden neue Triebe und damit neue Rhizome, die sich weiterentwickeln und neue Halme hervorbringen. Pleioblatus amarus erneuert auf diese Weise seinen Lebenszyklus.

Schließlich kann auf die Blüte die Bildung keimfähiger Samen folgen, die eine spontane, jedoch sehr unregelmäßige und unsichere Vermehrung ermöglichen. Gärtner müssen dann mit spontanen Aussaaten rechnen. Zierbambusse sind von diesen unvorhersehbaren Trieben jedoch nur selten betroffen. Zudem behalten sie nicht Wuchsform, Größe oder Winterhärte der Mutterpflanze …

Bambusblüte: Was tun?

Ihre Bambusse blühen? Ihnen ist bewusst, dass dies außergewöhnlich, manchmal jedoch auch fatal ist. Was können Sie tun, um sie zu retten?

Samen entnehmen

Sie können tatsächlich versuchen, diese Samen zum Keimen zu bringen. Der Erfolg ist nicht immer garantiert, aber einen Versuch ist es wert. Sobald die Samen entnommen wurden, können die vertrockneten Stoppeln abgeschnitten werden.

  • Die Samen 24 bis 48 Stunden in lauwarmem Wasser einweichen und das Wasser alle 8 Stunden wechseln
  • Fünf Lagen gut angefeuchtetes Küchenpapier in eine Plastikbox, etwa eine Erdbeerschale, legen
  • Die Bambussamen mit ausreichend Abstand zueinander darauflegen
  • Die Box schließen und zur Belüftung mit Löchern versehen
  • Die Box in einem hellen Raum bei einer Temperatur zwischen 25 und 30 °C aufstellen.

Das Papier muss stets feucht bleiben. Die Samen keimen sehr schnell. Sobald der Keimling 1 cm erreicht hat, werden die Samen in mit spezieller Aussaaterde gefüllte Anzuchttöpfe gepflanzt. Anschließend werden die Bambuskeimlinge in größere Töpfe umgesetzt.

bambou fleurs au jardin

Bambussamen können während der Blüte entnommen und zum Keimen gebracht werden

Bambus-Wurzelstöcke erhalten

Die Wurzelstöcke können einige Monate an ihrem Platz bleiben, da sie sich manchmal durch ungeschlechtliche Verjüngung noch zur Bildung neuer Turionen regenerieren können. Eine sorgfältige Beobachtung über ein bis zwei Vegetationsperioden zeigt, ob der Wurzelstock noch lebt. Ist dies der Fall, sollte er bei Trockenheit mäßig gegossen und mit einem ausgewogenen organischen Dünger versorgt werden, ohne ihn zu überdüngen. So wird ein möglicher Neuaustrieb unterstützt.

Abgestorbene Wurzelstöcke entfernen

Ist der Wurzelstock abgestorben, kann er ausgegraben werden. Bei ausläuferbildenden Arten kann diese Arbeit allerdings mühsam sein! Anschließend können Sie eine Neupflanzung mit Bambus aus einer Aussaat nach der letzten Massenblüte in Betracht ziehen.

Auch wenn diese Blüten selten bleiben, kann es sinnvoll sein, die Pflanzung zu diversifizieren, damit keine einartigen Hecken entstehen. Sie können daher Arten wie Chinaschilf, Pfahlrohr oder immergrüne Sträucher als Begleitung zu Bambus pflanzen (Elaeagnus ebbingei, Rote Glanzmispel, Viburnum tinus, Tatarischer Hartriegel…).

Kommentare

Dieses Formular ist durch reCAPTCHA geschützt – es gelten die Datenschutzbestimmungen und die Nutzungsbedingungen.

bambou en fleurs