Ökologischer Nutzen immergrüner Sträucher

Ökologischer Nutzen immergrüner Sträucher

Mehr als nur ein ästhetischer Reiz

Inhaltsverzeichnis

Umweltschutz ist wichtig: Immergrüne Sträucher und Bäume verschönern den Garten ganzjährig und fördern Schutz sowie Regeneration der Natur.

Schwierigkeit

Lebensraum für Gartentiere

Wie sommergrüne Gehölze spielen immergrüne Bäume und Sträucher eine wichtige Rolle für den Schutz der Tierwelt und die Förderung der Biodiversität. Anders als sommergrüne Bäume, die im Herbst ihre Blätter verlieren, bieten immergrüne Sträucher Tieren, Vögeln und Insekten auch in den Wintermonaten ganzjährig Schutz. Das dichte Laub dieser Sträucher bietet vielen Kleintieren und Vögeln einen sicheren Rückzugsort vor Fressfeinden, besonders während der Brutzeit.

Außerdem bilden viele immergrüne Sträucher Beeren, Samen oder Blüten, die verschiedenen Tierarten als Nahrung dienen. Ihre Blätter können zudem bestimmten Insekten als Nahrung dienen. Beispiele sind: die Eibe, die Europäische Stechpalme, der Buchsbaum oder Liguster.

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Die Blüte der Stechpalme im Frühjahr ist nektarreich. Sie gehört zu den Sträuchern, die der Vogelwelt Schutz bieten.

Erosionsminderung und Wasserfilterung

Das Vorkommen immergrüner Sträucher in terrestrischen Ökosystemen trägt wie jedes andere Gehölz zur Bodenstabilisierung und Wasserreinigung bei. Denn immergrüne Gehölze besitzen oft tiefe, weitreichende Wurzeln, die den Boden fest an seinem Platz halten und so seine Erosion durch Wind oder Wasser verhindern. Das immergrüne Laub schützt den Boden zudem vor dem direkten Aufprall von Regentropfen und verringert dadurch Abfluss und Erosion. Der Lorbeerschneeball (Viburnum tinus) eignet sich beispielsweise mit seinen weitreichenden Wurzeln hervorragend zur Stabilisierung von Böden an Hängen und zur Verringerung der Erosion.

Zu beachten ist, dass immergrüne Sträucher in Küstengebieten oder entlang von Flussufern als natürliche Barrieren wirken und die durch Wellen oder Strömungen verursachte Erosion verringern können. Dies gilt beispielsweise für Sanddorn (Hippophae ramnoides) oder Stechginster (Ulex europaeus).

Außerdem nehmen die Wurzeln von Bäumen und Sträuchern Regenwasser auf und helfen dadurch, Schadstoffe wie Schwermetalle, Chemikalien und andere Verunreinigungen zu filtern sowie das Grundwasser neu zu bilden. Durch die Aufnahme von überschüssigem Wasser trägt die Vegetation dazu bei, die Hochwassergefahr in bestimmten Gebieten zu verringern. Der Westliche Erdbeerbaum (Arbutus unedo – nicht mit dem Sanddorn zu verwechseln!) eignet sich hervorragend zur Wasserfilterung und Bodenstabilisierung.

Ökologischer Nutzen immergrüner Sträucher im Garten

Der Westliche Erdbeerbaum

Kohlenstoffbindung und bessere Luftqualität

Im Gegensatz zu sommergrünen Bäumen betreiben immergrüne Bäume und Sträucher auch in den Wintermonaten weiterhin Photosynthese. Dabei nehmen sie Kohlendioxid aus der Atmosphäre auf und wandeln es in Sauerstoff um. Der aufgenommene Kohlenstoff wird in ihrer Biomasse – Stämmen, Zweigen, Wurzeln und Blättern – gespeichert und trägt dazu bei, die CO2-Menge in der Atmosphäre zu verringern.

Diese Sträucher können außerdem bestimmte Schadstoffe filtern, indem sie neben CO2 auch andere Schadstoffe aus der Atmosphäre wie Ozon, Stickoxide und Feinstaub aufnehmen und so die Luft reinigen, die wir atmen.

Ökologischer Nutzen immergrüner Sträucher im Garten

Eine Kirschlorbeerhecke mit überraschend großem Nutzen, insbesondere für die Kohlenstoffbindung

Wärmedämmung und Windschutz

Im Sommer spenden immergrüne Bäume und Sträucher Schatten und verringern dadurch die direkte Sonneneinstrahlung auf Gebäude und Böden, was den Bedarf an Klimatisierung senken kann. Außerdem geben sie Wasserdampf an die Atmosphäre ab. Dieser Prozess verbraucht Wärme und trägt dazu bei, die Umgebungsluft abzukühlen. Hinzu kommt: Im Winter wirkt ihr dichtes Laub als isolierende Barriere, verringert den Wärmeverlust von Gebäuden und schützt vor Kälte.

Als Hecken oder Reihen gepflanzt, können immergrüne Bäume und Sträucher als Windschutz dienen, indem sie Geschwindigkeit und Stärke der Winde sowie die Winderosion verringern. Das schützt nicht nur Kulturen und Gebäude, sondern mindert im Winter auch den Wärmeverlust durch kalte Winde. Immergrüne Sträucher in unseren Hecken eignen sich gut für diesen Zweck: Kirschlorbeer, Thuja, Zypresse, Oleander …

Hinweis: Dank ihres dichten, immergrünen Laubs wirken immergrüne Bäume und Sträucher als natürliche Barrieren, die Schallwellen absorbieren und streuen und so zu einer ruhigeren Umgebung beitragen.

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Oleander, der in Küstenregionen wirksam vor Wind schützt und zudem sehr dekorativ ist

Alternative Gestaltungslösungen

Immergrüne Bäume und Sträucher sind eine natürliche Alternative zu herkömmlichen Mauern, Kunststoffzäunen und Abgrenzungen aus anderen Materialien. Sie wirken natürlicher und ästhetisch ansprechender als künstliche Zäune und bleiben das ganze Jahr über „grün“ (bei panaschiertem Laub sogar bunt).

Ein großer Vorteil immergrüner Sträucher ist ihr ganzjähriger Sichtschutz. Ihr dichtes, immergrünes Laub bildet eine wirksame visuelle Barriere und bringt zugleich mehr Grün in den Außenbereich. Zudem lassen sich immergrüne Sträucher zurückschneiden und formen, sodass sie sich an verschiedene Gestaltungsstile und Bedürfnisse anpassen. Ob Sie eine formale Hecke oder eine natürlichere Einfassung anlegen möchten: Immergrüne Sträucher bieten mehr Gestaltungsmöglichkeiten als herkömmliche Zäune.

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Aukube und Zypresse: Immergrüne Bäume und Sträucher für ganzjährig begrünte Raumteiler

Einige hervorragende immergrüne Sträucher zur Förderung der Biodiversität

  1. Die Gewöhnliche Stechpalme (Ilex aquifolium): Bekannt für ihre attraktiven Beeren an weiblichen Pflanzen, bietet die Stechpalme Vögeln Schutz und Nahrung und fördert die Biodiversität.

  2. Der Lorbeerschneeball (Viburnum tinus): Seine Blüten und Beeren locken zahlreiche Bestäuber und Vögel an und tragen zum ökologischen Gleichgewicht bei.

  3. Der Westliche Erdbeerbaum (Arbutus unedo): Mit seinen Blüten und Früchten lockt er Bienen und Vögel an und bereichert die Biodiversität.
  4. Der Oleander (Nerium oleander): Trotz seiner Giftigkeit für manche Tiere dient dieser Strauch einigen Insekten als Nahrungsquelle.
  5. Der Feuerdorn : Ursprünglich aus Osteuropa, hat sich dieser Strauch in Südfrankreich eingebürgert. Seine farbenfrohen Winterbeeren locken Vögel an und fördern die Biodiversität.
  6. Die Mahonia aquifolium : Ursprünglich aus den USA, ist sie inzwischen in Westeuropa eingebürgert. Ihre Winterblüten und Beeren locken Bestäuber und Vögel an und unterstützen das ökologische Gleichgewicht.
  7. Die Europäische Eibe (Taxus baccata): Ihre sogenannten „Beeren“ (eigentlich Arillen) sind bei Vögeln beliebt. Das immergrüne, dichte Laub bietet manchen Vogelarten einen geschützten Nistplatz.
  8. Der Gewöhnliche Liguster (Ligustrum vulgare): Diese indigene Art wird leider seltener als ihr amerikanischer Verwandter als Hecke gepflanzt. Dank ihrer Blüte und Beeren ist sie ideal für die Biodiversität.

Wählen Sie möglichst heimische Gehölze oder zumindest Arten, die an Ihr Klima und Ihren Boden angepasst sind!

Hinweis: Auch der Buchsbaum (Buxus sempervirens) könnte hier genannt werden. Leider wird dieser Strauch seit einigen Jahren von den Raupen des invasiven, aus Asien stammenden Buchsbaumzünslers befallen. Dennoch bietet der Buchsbaum Insekten einen Lebensraum und unterstützt die heimische Tierwelt.

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Ligustrum vulgare, Feuerdorn, Mahonia aquifolium und Viburnum tinus

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