Pflanzen, die keinen Winterrückschnitt brauchen
Merkhilfe: Pflanzen, die keinen Winterrückschnitt brauchen
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Welche Pflanzen Sie im Winter nicht schneiden sollten: Blühsträucher, Immergrüne und Nadelgehölze. Winterschnitt meist erst Anfang März.
Immergrüne
Mit ihrem ganzjährig immergrünen Laub geben immergrüne Sträucher dem Garten Struktur und Farbe. Da sie langsamer wachsen, müssen sie seltener oder gar nicht geschnitten werden.
Wenn ein Rückschnitt aus Platzgründen oder zum Ausgleich der Wuchsform nötig ist, empfiehlt sich bei sommerblühenden Sträuchern ein Schnitt im Frühjahr oder Herbst. Immergrünes Laub bedeutet, dass der Pflanzensaft weiterhin durch das Gewebe zirkuliert – anders als bei sommergrünen Bäumen und Sträuchern. Die winterliche Dormanz ist bei diesen Pflanzen weniger ausgeprägt.
Dazu zählen zahlreiche Ziersträucher wie Abelien, Lorbeerschneeball, Aukube, Liguster, Heideröschen, Orangenblume und Ölweide sowie alle Sträucher, die sich für Formschnitt eignen (Duftblüte, Buchsbaum, Ilex, Lonicera nitida …)

Zu Formschnitten erzogene Sträucher und Buchsbaum
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Die ersten blühenden Sträucher des Jahres öffnen ihre Blüten ab März, manche sogar schon im Februar. Beobachten Sie sie: Bereits im frühen Winter sind ihre Knospen zu sehen, die allmählich anschwellen. Wer ihre frühe Blüte nicht verpassen möchte, sollte Sträucher erkennen, die bereits mit der Knospenbildung begonnen haben – etwa wenn Sie im Winter in einen Garten kommen und die Pflanzen noch nicht bestimmen können: Cercis, Forsythie, Flieder, Schöner Sternchenstrauch, Pfeifenstrauch, Spierstrauch, Schneeball, Weigelie, Kolkwitzie usw. Alle diese früh blühenden Sträucher werden nach der Blüte zurückgeschnitten.
N.B.: Natürlich sollten auch winterblühende Sträucher wie das Heideröschen, die Stachellose Mahonie, die Zaubernuss oder der Bodnant-Schneeball – um die bekanntesten zu nennen – vor jedem Rückschnitt geschützt werden. Sie blühen bereits ab Januar, das Heideröschen und die Stachellose Mahonie sogar schon im November oder Dezember.

Kolkwitzia amabilis, Philadelphus, Syringa vulgaris und Viburnum plicatum ‘Watanabe’
Nadelgehölze
Hier geht es genauer um Nadelgehölze in Hecken oder als Formschnitt, etwa Thuja, Lawsons Scheinzypresse oder Zypresse, denn sie werden geschnitten, um ihre Form zu erhalten. Wie bei allen Nadelgehölzen sollten Sie im Winter auf einen Rückschnitt verzichten, auch wenn ihr makelloses Aussehen das Gegenteil vermuten lässt. Dasselbe gilt für Kiefern, bei denen einige niedrige Zweige entfernt werden sollen, um die Krone anzuheben.
Nadelgehölze vertragen einen jährlichen Rückschnitt im späten Frühjahr (idealerweise im Juni) und/oder Spätsommer (Ende August bis September), wenn die Wundheilung für Bäume und Sträucher problemlos verläuft (der Pflanzensaft steigt bereits im Herbst auf).
Nur der Formschnitt zum Niwaki erfolgt im Winter: In der Regel wird er vom Spätherbst bis zum Winterende durchgeführt.
→ Siehe auch Wolkenschnitt oder Niwaki und Formschnittgehölze: Wann und wie schneiden?

Nadelgehölzhecken und Formschnittsträucher warten bis zum späten Frühjahr
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Weichholz wie Holunder, Weide, Walnuss und Espe sowie Hortensie sind beim Winterrückschnitt empfindlich. Bis zum Winterende warten.
Sträucher mit dekorativer Rinde und Zweigen
Viele Sträucher zeigen sich mitten im Winter von ihrer schönsten Seite: Es handelt sich um Sträucher mit dekorativem Holz, die im Winter ihre Farbe wechseln. Ihre dann kahlen Zweige wirken zauberhaft und zeigen gelbe, orange, rote oder sogar bläuliche Farbtöne.
Am bekanntesten sind Hartriegel mit farbigem Holz (Cornus sanguinea, Cornus alba und ihre prachtvollen Sorten). Zu dieser Gruppe gehören aber auch schöne Sträucher wie Weiden (Salix viminalis, Purpur-Weide) oder Schau-Himbeeren (Rubus cockburnianus und Rubus thibetanus)…
Der Rückschnitt im Spätwinter (Ende Februar bis März) regt diese Sträucher dazu an, im Winter neue, intensiv gefärbte Triebe zu bilden.
Bei manchen anderen Sträuchern wie Ahorn nimmt die Rinde prachtvolle, flammenrote Farbtöne an, etwa beim Acer palmatum ‘Sango-kaku’, oder ein leuchtendes Säuregelb wie beim Acer negundo ‘Winter Lightning’. Schließlich verdient die knorrige Verzweigung mancher Sträucher einen besonderen Platz im Garten. Diese sollten Sie daher nicht schneiden, etwa Weide, Korkenzieherhasel oder Zier-Zwergkirschbäume.
→ Lesen Sie auch Michaëls Auswahl: 5 Bäume und Sträucher mit farbigem Holz für den Wintergarten sowie den Wintergarten

Cornus sanguinea, Rubus cockburnianus (© Leonora Enking) und Salix erythroflexuosa
Im Winter fruchtende Sträucher
Achtung: Sträucher mit bunten Winterfrüchten wie Zierapfel, Stechpalme, Zwergmispel, Hagebutte, weibliche Aukube, Himmelsbambus, Knallerbsenstrauch, Rebhuhnbeere, Efeu und Japanische Skimmie nicht schneiden – sonst fehlen die Früchte auch den Vögeln. Der Kaki-Pflaumenbaum trägt seine orangefarbenen Früchte teils bis Weihnachten, die Orangenkirsche ihre leuchtend roten Beeren noch lange.

Zwergmispel, Schneebeere, Zierapfel und Efeu
Zierpflanzen unter Raureif
Auch sie verleihen dem Garten einen unvergleichlichen Charme, wenn sie sich mit einer feinen Frostschicht oder makellos weißem Schnee bedecken.
Dazu gehören zum Beispiel Fetthennen (Sedum), Hortensien, Brandkraut und Ziergräser – neben vielen anderen. Beeinträchtigen Sie nicht die winterliche Schönheit dieser Stauden und Sträucher! Außerdem besitzen sie oft hohle Stängel, die beim Rückschnitt schnell Schaden nehmen würden, da sie sich mit Wasser vollsaugen. Schließlich schützen sich all diese Pflanzen gegenseitig und bieten Kleintieren Unterschlupf. Auch der Wurzelstock profitiert von diesem Schutz. Bei Bauernhortensien schützt der Blütenstand zudem wirksam die darunterliegenden Knospen.
Ziergräser und Stauden können Sie zwischen Ende Februar und Anfang März zurückschneiden.
→ Lesen Sie auch: Verblühte Blumen als Winterschmuck und Beete vor dem Winter reinigen

Piet Oudolfs Garten im Winter … die unvergleichliche Anmut von Ziergräsern und Stauden unter Frost
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