Sukkulenten auf den Winter vorbereiten: Tipps & Tricks
Sukkulenten und Kakteen überwintern: drinnen & draußen
Inhaltsverzeichnis
Sukkulenten überwintern: So schützen Sie Pflanzen im Haus, Topf und Beet vor Kälte und bringen sie sicher durch den Winter.
Sukkulenten im Winter: Was beachten?
Kakteen und Sukkulenten können unter trockenen Bedingungen leben. Das ist einer der Gründe, warum sie bei erfahrenen Gärtnern ebenso beliebt sind wie bei Anfängern. Auch ihre dekorative Optik und die einfache Pflege werden geschätzt. Doch entgegen der landläufigen Meinung sind nicht alle Sukkulenten dafür geeignet, den Winter ohne Hilfe zu überstehen.
Eine wohlverdiente Winterpause
Sobald die Tage kürzer werden und die Temperaturen sinken, gehen die meisten Sukkulenten in die Winterruhe. Ihr Wachstum verlangsamt sich oder kommt vollständig zum Stillstand. Deshalb benötigen sie deutlich weniger Wasser. Wenn das Gießen teilweise eingestellt wird, gilt dies auch für die Düngung.
Kakteen benötigen diese kühle Winterruhe oft sogar, um im Frühjahr zu blühen.
Kälte und Feuchtigkeit: die beiden Feinde der Sukkulenten
Die größte Gefahr im Winter ist nicht nur die Kälte. Es ist die Verbindung von Feuchtigkeit und Kälte. Zu viel stehendes Wasser im Topf oder Boden kann die Wurzeln zum Faulen bringen, besonders bei niedrigen Temperaturen. Ebenso kann eine Sukkulente, selbst wenn sie winterhart ist, durch winterliche Witterung stark geschädigt werden. Schon ein leichter Frost kann große Schäden verursachen.

Manche Kakteen und Sukkulenten vertragen Kälte besser als andere
Unterschiedliche Winterhärte je nach Pflanze
Nicht alle Sukkulenten sind gleich frostverträglich:
Einige besonders winterharte Arten vertragen sehr niedrige Temperaturen, teilweise bis -20 °C. Oft stammen sie aus Bergregionen oder halbtrockenen Gebieten. Sie können den Winter draußen verbringen, wenn Sie einige Vorsichtsmaßnahmen beachten:
- Sempervivum tectorum oder Dach-Hauswurz: ein Star im Steingarten, der selbst unter Schnee problemlos überwintert
- Sedum spectabile oder Fetthenne: winterhart, farbenfroh und ideal fürs Beet
- Delosperma cooperi: bildet im Sommer einen hübschen Blütenteppich und verträgt Kälte bei gut drainiertem Boden
- Orostachys boehmeri: dekorativ und robust, verträgt relativ niedrige Temperaturen
- Lewisia cotyledon: etwas feuchtigkeitsempfindlicher, aber sehr winterhart
- Opuntia compressa: Feigenkaktus, winterhart bis -20 °C
- Opuntia gregoriana: Feigenkaktus, winterhart bis -12 °C
- Cylindropuntia imbricata: gerippter Zylinderkaktus, winterhart bis -15 °C
Andere, oft exotischere Arten vertragen dagegen keine Temperaturen unter 5 bis 10 °C. Im Freien können sie Schaden nehmen oder sogar eingehen. Beispiele sind:
- Echeveria elegans: Ihre hübschen bläulichen Rosetten sind sehr frostempfindlich
- Crassula ovata oder Geldbaum: fürchtet sowohl Kälte als auch zu viel Wasser
- Aloe vera: sehr beliebt, sollte aber ins Haus, sobald die Nächte kühler werden.
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Wenn Ihre Sukkulenten das ganze Jahr im Haus stehen oder zum Überwintern hereingeholt werden, brauchen sie etwas Unterstützung für ihre Winterruhe. Da sich die Wetterbedingungen stark verändern, müssen Sie ihre Pflege anpassen.
Sukkulenten reinigen und kontrollieren
Bevor Sie Ihre Sukkulenten optimal auf die Überwinterung vorbereiten, sind einige Pflegemaßnahmen wichtig. Entfernen Sie zunächst abgestorbene oder beschädigte Blätter, da sie Krankheiten begünstigen können. Anschließend sollten Sie das Laub kontrollieren, besonders die Blattunterseiten und den Bereich um den Hals. Dort verstecken sich häufig Schildläuse, Blattläuse oder Spinnmilben. Sobald Sie verdächtige Spuren entdecken, isolieren Sie die Sukkulente und wenden Sie natürliche Behandlungsmethoden an.
Gießen anpassen
Der häufigste Fehler bei Sukkulenten im Winter ist, sie weiterhin wie im Sommer zu gießen. Im Winter verbrauchen sie deutlich weniger Wasser, manche Kakteen sogar gar keines. Daher ist es entscheidend:
- Die Gießhäufigkeit auf einmal im Monat reduzieren, bei leicht feuchter Luft gegebenenfalls noch weiter
- Vor dem Gießen immer prüfen, ob das Substrat tiefgründig trocken ist
- Sicherstellen, dass der Topf ein Abflussloch besitzt
- Nie Restwasser im Untersetzer oder Übertopf stehen lassen. Das gilt auch im Sommer, im Winter aber umso mehr, da überschüssige Feuchtigkeit der größte Feind von Sukkulenten ist. So kann ein im Topf kultivierter Geldbaum (Crassula ovata) buchstäblich an den Wurzeln faulen, wenn Wasser im Untersetzer stehen bleibt.

Im Winter sollten Sukkulenten nahe einer Lichtquelle stehen
Licht und Temperatur optimieren
Im Winter ist es in Wohnräumen oft wärmer und dunkler. Damit Sukkulenten nicht vergeilen, sollten Sie:
- Sie an einem nach Süden oder Westen ausgerichteten Fenster aufstellen oder in einem lichtdurchfluteten Wintergarten
- In besonders dunklen Räumen bei Bedarf eine Pflanzenlampe einsetzen, um für mehr Licht zu sorgen
- Sie unbedingt von Wärmequellen fernhalten, etwa Heizkörpern, Holzöfen oder Kaminen …
- Für eine ideale Temperatur zwischen 5 und 10 °C sorgen, zum Beispiel in einem unbeheizten Wintergarten.
Sukkulenten im Topf draußen schützen
Bei sukkulenten Pflanzen, die im Garten, auf dem Balkon oder der Terrasse im Topf kultiviert werden, kann der Winter heikel sein. Selbst die widerstandsfähigsten und winterhärtesten Arten können durch die Kombination aus Frost und Staunässe leiden. Daher sind einige Vorsichtsmaßnahmen unerlässlich.
Weniger winterharte Sukkulenten ins Haus holen
Weniger winterharte Sukkulenten und Kakteen wie das Kalanchoe tomentosa, das Senecio ficoides oder Aeonium vertragen Frost gar nicht oder nur schlecht. Sie sollten daher ins Haus geholt oder in Regionen mit milden Wintern sorgfältig geschützt werden.
Andere wie Sempervivum, Sedum oder Delosperma sind in der Regel ausreichend winterhart, um im Freien zu bleiben.

Sempervivum, Sedum und Delosperma im Topf vertragen Kälte sehr gut
Einen geschützten Standort finden
Im Winter ist es besonders wichtig, Sukkulenten vor Kälte, vor allem aber vor Feuchtigkeit zu schützen. Deshalb sollten Sie sie unbedingt an einen vor Witterungseinflüssen wie Regen, Schnee und kalten Winden geschützten Standort stellen. Stellen Sie die Töpfe beispielsweise vor direktem Regen geschützt an eine nach Süden oder Westen ausgerichtete Mauer. Wenn das nicht möglich ist, können Sie sie unter einem selbst gebauten Holzunterstand aufstellen.
Außerdem sollten Sie die Töpfe erhöhen, um sie von der aus dem Boden kommenden Kälte zu isolieren. Stellen Sie die Töpfe dazu auf Ziegelsteine, Holzbretter oder Styroporplatten.
Entfernen Sie schließlich möglichst alle Untersetzer und Über- oder Übertöpfe, in denen sich Regenwasser sammeln könnte. Selbst kleinste Mengen Staunässe können Wurzelfäule verursachen.
Den passenden Schutz anbringen
Bei Sukkulenten an der Grenze ihrer Winterhärte oder in Regionen mit milden Wintern, in denen plötzliche Fröste tödlich sein können, ist manchmal ein Schutz erforderlich:
- Eine mineralische Mulchschicht aus Kies oder Lavagranulat rund um die Pflanzenbasis begrenzt Spritzwasser und hält die Pflanzenhälse trocken.
- Ein Wintervlies ist ideal für sehr kalte Nächte. Bringen Sie es abends an und entfernen Sie es, sobald die Temperaturen wieder steigen.
- Ein Mini-Gewächshaus oder eine Pflanzenglocke eignet sich perfekt für kleine, empfindliche Töpfe.
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Standort vorbereiten
Vor dem Winter brauchen Sukkulenten und Kakteen einen gut durchlässigen Boden, denn Staunässe vertragen sie weder im Topf noch im Freiland:
- Mischen Sie Gartenerde mit Grobem Sand, Kies oder Lavagranulat, um die Drainage zu verbessern
- Pflanzen Sie sie auf einen leicht erhöhten Hügel, Hang oder Steingarten
- Vermeiden Sie unbedingt lehmige, schwere Böden.

Im Winter sind Sukkulenten im Freiland nie vor Frost sicher
Bei Bedarf schützen
Auch winterharte Pflanzen können unter einem kalten, feuchten Winter leiden.
- Stellen Sie eine transparente Pflanzglocke oder ein Mini-Gewächshaus über Kakteen, die empfindlich auf anhaltenden Regen reagieren
- Verwenden Sie Wintervlies, um extreme Frostperioden abzumildern
- Im Winter nicht gießen: Lassen Sie sie ihre Winterruhe genießen.
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