Zierkirschbaum wählen: die richtige Sorte?

Zierkirschbaum wählen: die richtige Sorte?

Kaufberatung: beste Zierkirschensorte finden

Inhaltsverzeichnis

Zierkirschen (Prunus) verzaubern den Frühling mit zarter Blüte und schmücken teils noch unbelaubte Zweige. Sie kündigen die Rückkehr der schönen Tage an.

Japanische Zierkirschen gehören zu den bekanntesten Zierkirschen, doch es gibt noch weitere Arten. Sie unterscheiden sich durch ihre Blüten, Blütezeit, Wuchsform oder Verwendung im Garten. Entdecken Sie unseren Kaufratgeber und finden Sie die perfekte Zierkirsche.

Alles über die Kultur dieser Sträucher erfahren Sie in unserem Ratgeber: Japanische Zierkirschen: pflanzen, schneiden und pflegen

Schwierigkeit

Zierkirsche nach Blütenfarbe wählen

Rosa Blüten

Die Blüten zeigen ein Farbspiel von zartem, sehr sanftem Rosa bis zu kräftigeren Rosatönen.

Zu den hellsten Pastelltönen zählt die Prunus serrulata ‘Amanogawa’ mit ihren blassrosa, ins Weiße übergehenden Blüten. Auch Prunus incisa ‘Oshidori’ blüht hellrosa, ebenso wie Prunus hillieri ‘Spire’.

Die Prunus serrulata ‘Kanzan’ bildet hingegen rote Blütenknospen, die sich zu leuchtend himbeerrosa Blüten öffnen. Auch ‘Kiku Shidare Zakura’ blüht kräftig rosa.

Prunus incisa ‘Paean’ vereint zwei Rosatöne: außen blassrosa, zur Mitte hin dunkler.

Weiße Blüten

Zierkirschen mit weißen Blüten bezaubern mit Raffinesse und Eleganz. Bei Prunus pumila ‘Depressa’ erscheint die reinweiße Blüte gleichzeitig mit dem Blattaustrieb.

Bei der Sorte ‘The Bride’ sind die noch unbelaubten Zweige dicht mit unzähligen Blüten bedeckt und erzeugen einen echten Wolkeneffekt. Zunächst sind sie rosa, später werden sie weiß.

Beim kleinen Prunus incisa ‘Mikinori’ sind die Blütenknospen rosa und öffnen sich weiß. Sie sind halbgefüllt und wirken leicht zerzaust, bleiben dabei aber sehr zart.

Prunus incisa x serrulata ‘Umineko’ bildet kleine Blütenbüschel, die stets 2 bis 3 kleine einfache Blüten vereinen, in reinem Weiß, das lediglich durch die goldenen Staubblätter in der Mitte betont wird.

Zierkirschbaum nach Blütenform wählen

Zierkirschen bilden oft einfache Blüten mit 5 Blütenblättern und deutlich sichtbarem Staubblattzentrum. Manche Arten überraschen jedoch mit halbgefüllten oder gefüllten Blüten in mehreren Blütenblattreihen. Die Staubblätter werden dabei durch zusätzliche Blütenblätter ersetzt. So entstehen kleine Blütenpompons, etwa bei der Drüsen-Kirsche ‘Rosea Plena’, die an noch kahlen Zweigen in Pastellrosa blüht. Auch die Fuji-Kirsche ‘Oshidori’ bildet Trauben hellrosafarbener, gefüllter Blüten. Ebenfalls erwähnenswert ist die Grannen-Kirsche ‘Shirofugen’ mit großen, reinweißen Blütenpompons, die oft noch vor dem Laub erscheinen.

Die meisten Blüten erreichen einen Durchmesser von 2 bis 5 cm. Die Tokio-Kirsche fällt mit besonders großen Blüten auf.

Zierkirschen mit gefüllten Blüten

Die Drüsen-Kirsche ‘Rosea Plena’ trägt üppig gefüllte Blüten

Zierkirsche nach Duft auswählen

Neben ihrer schönen Blüte verströmen einige Prunus-Arten auch einen Duft. Dazu gehört die Grannen-Kirsche ‘Amanogawa’. Auch die Tokio-Kirsche blüht duftend, ebenso die Sorte ‘Shidare Yoshino’, deren Duft an Mandeln erinnert.

Zierkirsche

Die Grannen-Kirsche ‘Amanogawa’ duftet

Zierkirschbaum nach Blütezeit auswählen

Die Prunus subhirtella ‘Autumnalis Rosea’ bringt Farbe in die kalte Jahreszeit: Von November bis Februar/März erscheinen bei milder Witterung immer wieder Blüten. Dann zeigt sie kleine, halbgefüllte, zartrosa Blüten.

Die Zierkirsche ‘Brillant’ trotzt dagegen den letzten Winterfrösten. Sie erfreut uns bereits im Februar mit einer duftenden Blüte. Zu den frühesten Sorten, die vor den anderen blühen, zählt auch die Prunus kurilensis ‘Ruby’ mit dunkelrosa Blüten ab Februar/März. Im Süden des Landes kann auch die kleine Prunus incisa ‘Yamadei’ bereits im Februar ihre Blüten öffnen.

Andere Zierkirschen warten dagegen lieber, bis die Temperaturen deutlich gestiegen sind. Zu diesen spät blühenden Sorten gehören die Prunus glandulosa ‘Alba Plena’, die Prunus serrulata ‘Pink Perfection’ und ‘Shirofugen’, die alle im Mai blühen.

Zierkirsche

Die Frühjahrs-Kirsche ‘Autumnalis Rosea’ blüht die ganze kalte Jahreszeit

Zierkirschbaum nach Rinde wählen

Die Blüte ist nicht der einzige dekorative Vorzug von Zierkirschen. Einige beeindrucken auch mit einer besonders dekorativen Rinde, vor allem im Winter. Sie wirkt glatt und kann horizontale Streifen aufweisen. Ursache sind Lentizellen, Poren, die den Austausch zwischen Luft und Pflanze fördern.

Zu den bemerkenswertesten Rinden zählt die der Yoshino-Kirsche (Prunus serrula). Ihr leuchtend mahagonibraunes bis karamellfarbenes Holz besitzt eine Rinde, die sich in langen, sich einrollenden Streifen ablöst. Dies gilt auch für die Sorte ‘Amber Scots’ mit zimtroter Rinde sowie für ‘Branklyn’ mit kupferfarbener, ausgesprochen glänzender Rinde, die von weißen Streifen durchzogen ist.

Bei der Mandschurischen Kirsche (Prunus maackii ‘Amber Beauty’) zeigt die Rinde sehr warme Bernstein- und Kupfertöne. Auch sie blättert in Fetzen ab.

ecorce prunus

Die Rinde von Prunus serrula ‘Amber Scots’

Zierkirsche nach Blattwerk wählen

Um nichts zu verschenken, bieten Zierkirschen besonders im Herbst ein auffälliges Laub. Grüne Blätter färben sich oft rot, orange oder gelb, bevor sie abfallen. So zeigt die Fuji-Kirsche Prunus incisa ‘Kojo no mai’ nach dem Sommer scharlachrote Töne.

Manchmal ist auch der Austrieb farbig, wie bei Prunus serrulata ‘Shirofugen’ mit jungen, bronzeroten Blättern.

Auch ‘Pink Perfection’ ist erwähnenswert: Der Austrieb ist zunächst bronze, wird dann dunkelgrün und färbt sich im Herbst rot und orange. Beim kriechenden Kirschbaum ‘Depressa’ haben grüne Blätter eine weiß-bläuliche Unterseite und färben sich nach dem Sommer rot und orange.

Zu den weiteren Gehölzen mit auffälligem Laub zählt ‘Royal Burgundy’: Das grün-rote Laub erscheint zugleich mit der purpurrosa Blüte.

Zierkirschbaum wählen: Wuchsform und Verwendung

Zierkirschen gibt es in vielen Wuchsformen und Größen, passend für fast jeden Zweck: freiwachsende Hecke, Solitär, Hintergrund im Beet, Kübel usw. Die meisten werden 2 bis 8 Meter hoch.

Zwergsorten

Zwergsorten eignen sich dank ihrer geringen Größe und kompakten Wuchsform perfekt für kleine Gärten oder die Kübelkultur.

Dazu zählt die Zierkirsche ‘Rosea Plena’ mit einer Größe von 1,50 Metern in alle Richtungen oder auch Prunus incisa ‘Yamadei’ mit 2 Metern Höhe und Breite.

Hängende Sorten

Elegant und anmutig: Diese Zierkirschen haben herabhängende Zweige und sind sowohl in Blüte als auch belaubt wunderschön.

Prunus ‘Snow Fountains’ macht seinem Namen alle Ehre und verwandelt sich im Frühjahr in einen echten Wasserfall aus reinweißen Blüten an biegsamen, herabhängenden Zweigen. Er wird 3 Meter hoch und breit. Wer rosa Blüten bevorzugt, wird sich an Prunus serrulata ‘Kiku Shidare Zakura’ erfreuen, die durch eine hängende Wuchsform besonders zur Geltung kommen. Die Sorte wird 3 bis 4 Meter hoch und 3 Meter breit.

Ähnlich verhält es sich bei Prunus subhirtella ‘Pendula Rubra’ mit hängender Wuchsform, die etwa 4 Meter hoch und breit wird.

Schirmförmige Sorten

Diese Sorten spenden im Sommer Schatten und sorgen für angenehme Kühle. Ihr eher flaches Kronendach breitet sich waagerecht aus. Es handelt sich um die häufigsten Wuchsformen.

Ein Beispiel ist Prunus serrulata ‘Shirofugen’, ein kleiner Baum mit 8 Metern Höhe und 6 Metern Breite. Er hat eine ausladende, ausgebreitete Wuchsform, verbunden mit leicht herabhängenden Zweigen.

Weitere bemerkenswerte Sorten

Zu den Zierkirschen mit interessanter Wuchsform gehört auch die Zierkirsche ‘Kojo No Mai’. Ihre Zweige sind gedreht und wachsen erstaunlicherweise im Zickzack. Ihr langsames Wachstum und diese Besonderheit machen sie zu einem für die Bonsai-Kultur geeigneten Strauch.

Schlanke Sorten sorgen für viel Höhe, etwa Prunus hillieri ‘Spire’, ein kleiner Baum, der 6 bis 8 Meter hoch und 3 bis 4 Meter breit wird. Prunus serrulata ‘Amanogawa’ wird 6 Meter hoch, doch seine dicht am Stamm anliegenden Zweige verleihen ihm eine schmale, säulenförmige Wuchsform mit nur 1,50 Metern Breite.

Schließlich ist noch Prunus pumila ‘Depressa’ zu nennen, eine kriechende Bodendecker-Art mit einer breiteren als hohen Wuchsform. Sie wird nur 30 cm hoch und 2,50 Meter breit.

Zierkirsche nach Standort wählen

Winterhärte

Zierkirschen vertragen im Durchschnitt Temperaturen von -15 bis -20 °C. Wenn Sie in einer Region mit sehr strengen Wintern leben, wählen Sie besonders frostharte Sorten wie ‘Pandora’, ‘Umineko’ oder ‘Depressa’, die auch Frost um -30 °C vertragen.

Weitere besondere Ansprüche

Zierkirschen bevorzugen eher neutrale bis leicht kalkhaltige Böden. Für saure Böden eignet sich unter anderem ‘Brillant’.

Auch die meisten Zierkirschen bevorzugen frische Böden. Die Amur-Traubenkirsche ‘Amber Beauty’ verträgt nach dem Anwachsen vorübergehende Trockenheit besser. Sie kommt auch mit einem vollsonnigen Standort zurecht.

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Prunus glandulosa ‚Rosea Plena‘