Eberwurz pflanzen und pflegen
Inhaltsverzeichnis
Eberwurz kurz erklärt
- Die Eberwurz ist eine außergewöhnliche Distelart für Steingärten oder steinige, karge Böden
- Sie blüht vom Frühjahr bis zum Sommer ohne Pflege mit großen Blütenkörbchen über einer Rosette aus stark bedornten Blättern
- Sie wächst in voller Sonne auf sehr durchlässigem, magerem Boden
- Eine besonders dekorative und außergewöhnliche Staude – im Garten wie in Trockensträußen
Wort unserer Expertin
Eberwurzen auch unter den Namen „Wilde Artischocke“ oder „Wetterdistel“ bekannt, sind seltene und außergewöhnliche Stauden, die mit den Disteln verwandt sind. Von dieser engen Verwandtschaft haben sie strahlenförmige Blüten mit zahlreichen Hochblättern bewahrt, die aus einer großen Rosette stark bedornter Blätter hervorragen.
Zur Gattung gehören die Carlina acaulis, stängellose Eberwurz, auch „Silberdistel“ genannt, deren Wurzeln wegen ihrer Heilwirkung in der Pflanzenheilkunde verwendet werden, sowie die Carlina acanthifolia oder „Acanthusblättrige Eberwurz“, die sich durch ihre großen Blütenkörbchen und ihren stattlicheren Wuchs von ihren Verwandten unterscheidet (bis zu 1 m Durchmesser).
Eberwurzen zeigen leuchtende, natürliche Farbtöne und zählen zu den besten Blumen für hübsche Trockensträuße.
Diese sehr winterharten Bergdisteln gedeihen problemlos in perfekt durchlässigem, magerem Boden: ideal für trockene, karge, steinige Böden und Steingärten, in denen sie sich selbst aussäen.
Im Steingarten, im sonnigen Beet, am Weg oder als Strauß für Ihr Zuhause: Entdecken Sie Eberwurzen – Stauden mit dem gewissen Etwas!
Beschreibung und Botanik
Steckbrief
- Lateinischer Name Carlina
- Familie Korbblütler
- Gebräuchlicher Name Stängellose Silberdistel, Silberdistel, Acanthusblättrige Eberwurz, Mariendistel, Wilde Artischocke,
- Blüte Juni bis Oktober
- Height 0,20 bis 1 m
- Exposition Sonne
- Art des Bodens trocken
- Winterhärte -15 °C
Die Eberwurz, auch „Wilde Artischocke“, „Bauernbarometer“, „Silberdistel“ oder „Kardy“ genannt, ist eine Distelart aus der Familie der Korbblütler. Diese mehrjährige Bergpflanze stammt hauptsächlich aus Süd- und Osteuropa, Nordafrika und dem gemäßigten Asien, wo sie an trockenen Berghängen, auf sonnigen Wiesen und auf Brachland wächst. In den Bergen Süd- und Ostfrankreichs ist sie nur noch sehr selten anzutreffen und gehört inzwischen zu den geschützten Arten.
Die Gattung Carlina umfasst 25 Arten, darunter Carlina acaulis, Carlina acaulis ssp. simplex und Carlina acanthifolia (Acanthusblättrige Eberwurz), die als stängellose Eberwurz bezeichnet werden. Tatsächlich sitzen sie auf einem sehr kurzen Stängel. Es gibt auch Eberwurz mit aufrechtem Stängel, etwa Carlina vulgaris, die Gewöhnliche Golddistel, Carlina lanata, die Wollige Eberwurz, sowie Carlina macrocephala, die Großköpfige Eberwurz.
Aus einer tief verankerten Pfahlwurzel bildet die Pflanze eine breite Blattrosette von 20 bis 70 cm Höhe und 50 cm Breite; bei Carlina acanthifolia kann sie bis zu 1 m Durchmesser erreichen.
Sie ist eine kurzlebige, krautige Staude, die sich im Garten jedoch lange hält, da sie sich in leichter Erde durch Selbstaussaat vermehren kann, wenn ihre verblühten Blütenkörbchen nicht entfernt werden.
Das Laub ist bei mildem Winter halbimmergrün und besteht aus langen, dornigen, wechselständigen und schmalen Blättern mit stark eingeschnittenen, scharf bedornten Rändern. Die manchmal bis zu 30 cm langen, stechenden Blätter sind silbriggrün und auf der Unterseite leicht samtig weiß.
Vom Frühjahr bis zum Ende des Sommers schmückt sich jede stark bedornte Blattrosette in ihrer Mitte mit überraschenden, runden Blüten. Sie erscheinen als einzelne Blütenkörbchen mit 2 bis 15 cm Durchmesser an der Spitze jedes Stängels. Die Acanthusblättrige Eberwurz zeichnet sich durch besonders große Blütenkörbchen aus. Sie bestehen aus einer flaumigen, cremefarbenen bis bronzeroten Mittelscheibe, die von lederartigen, fein gezähnten Hochblättern umgeben ist, die Blütenblätter imitieren. Diese Hochblätter sind dünn und steif wie Papier (papyraceös).
Die Blütenkörbchen schließen sich bei feuchtem oder regnerischem Wetter zum Schutz, weshalb die Pflanze den Beinamen „Bauernbarometer“ trägt. Die Blütenknospen sind essbar und werden wie Artischocken zubereitet.
Die glänzenden und stacheligen Blütenkronen zeigen natürliche Farbtöne von Weiß über Silbrigrosa bis hin zu Weißgelb oder Orange und eignen sich für Trockensträuße mit sehr langer Haltbarkeit. Die überaus üppige, bienenfreundliche Blüte erneuert sich den ganzen Sommer über ununterbrochen und zieht zahlreiche bestäubende Insekten an.
Beim Trocknen entwickeln die Blüten kleine, behaarte Früchte mit gefiederten Borsten, die sich durch den Wind verbreiten und spontan aussäen.
Die Wurzel der Stängellosen Silberdistel wird in der Phytotherapie als Heilpflanze wegen ihrer harntreibenden Eigenschaften und zur Behandlung von Hautentzündungen eingesetzt.
Eberwurz-Arten und -Sorten
Carlina acaulis subsp. simplex - Einfache Silberdistel
- Blütezeit Juli für September
- Höhe bei Reife 20 cm
Carlina acaulis subsp. simplex Bronze - Einfache Silberdistel
- Blütezeit Juli für September
- Höhe bei Reife 20 cm
DéEntdecken Sie andere Karline
Alles ansehen →Eberwurz pflanzen
Wo pflanzen?
Die sehr winterharte Eberwurz verträgt Kälte bis -20 °C. Sie bevorzugt trockene, karge und steinige Böden, wie sie auch in ihrem natürlichen Lebensraum vorkommen. Sie ist eine echte Sonnen- und Trockengartenpflanze! Sie benötigt einen perfekt durchlässigen, mageren, eher kalkhaltigen Boden und verträgt lediglich zu feuchte Erde nicht, in der ihre Wurzel verfault. In jedem normalen Boden gedeiht sie, solange er keine Staunässe bildet. In fruchtbaren Böden vergeilt sie.
Geben Sie ihr einen trockenen, warmen und sonnigen Standort. Diese Blütenpflanze ist ideal für trockene, steinige Böden, Steingärten, trockene Böschungen und Trockenrasen sowie als Bodendecker an den kargsten Stellen im Garten. Außerdem eignet sie sich, um Lücken in einem Beet mit ebenso genügsamen Stauden zu füllen.
Wann Eberwurz pflanzen?
Pflanzen Sie die Eberwurz im Frühjahr von Februar bis April, je nach Region, wenn die Temperaturen wieder steigen und vor allem sobald keine Frostgefahr mehr besteht. In warmem Klima ist auch eine Pflanzung im Herbst von September bis November möglich.
Wie pflanzen?
Die Eberwurz benötigt einen perfekt durchlässigen Boden. Bei zu schwerer, verdichteter oder lehmiger Erde müssen Sie Kies oder groben Sand auf den Grund des Pflanzlochs geben. Hält der Boden zu viel Wasser, pflanzen Sie sie auf eine Böschung oder in einen erhöhten Steingarten. Setzen Sie die Pflanzen mit etwa 25 cm Abstand in alle Richtungen und rechnen Sie mit 5 bis 6 Pflanzen pro m². Die Blüte beginnt im zweiten Jahr nach der Pflanzung.
Im Freiland
- Graben Sie ein tieferes als breites Pflanzloch
- Lockern Sie die Erde gründlich
- Verbessern Sie sie mit grobem Sand und geben Sie eine Kiesschicht auf den Grund des Pflanzlochs
- Setzen Sie die Pflanze mittig ein, ohne den Hals zu bedecken
- Füllen Sie das Loch und drücken Sie die Erde leicht an
- Gießen Sie nach der Pflanzung reichlich, danach nur mäßig, damit die Wurzeln nicht ertrinken
Im Topf: Eine Kultur im Topf ist möglich, doch Entwicklung und Lebensdauer bleiben begrenzt. Die senkrechte Pfahlwurzel der Eberwurz benötigt ausreichend Tiefe, um sich zu verankern.
Aussaat
Sie können Ihre Eberwurz nach dem Sammeln der Samen im Garten aussäen. Säen Sie im Frühjahr direkt an Ort und Stelle in erwärmte Erde, also frühestens im April oder Mai, und halten Sie sie während der Keimung nur leicht feucht. Alternativ können Sie direkt in einen Topf mit einer Mischung aus Blumenerde, Sand und Gartenerde säen. Diese Aussaaten blühen im folgenden Jahr.

Lesen Sie auch
15 Pflanzen für eine sonnige SteingartenbepflanzungPflege und Versorgung
Eberwurz: Keine Staunässe. 2 Sommer wöchentlich, später bei Dürre sparsam gießen. Im Topf öfter, Substrat trocknen lassen. Kein Dünger; Verblühtes und Laub schneiden.
Vermehrung
Eberwurz durch Selbstaussaat vermehren: Samen 1 cm tief und 25 cm weit in lockeren, drainierenden Boden säen. Bedecken, feucht halten. Keimung: 2–4 Wochen.
Kombinieren
Eberwurz verleiht jedem Garten einen Hauch Exotik – eine zugleich fremdartige und elegante Note. Sie sind unverzichtbar in trockenen Gärten und wilden, sonnenverwöhnten Anlagen.
Den ganzen Sommer über blühend, sind sie gute Begleiter für andere Steingartenstauden, die ebenso genügsam und trockenheitsverträglich sind, etwa Schaf-Schwingel, kriechende Fetthenne, Mittagsblume, Zwerg-Silbriger Beifuß oder kleine Lavendel. Auch mit Agaven entstehen moderne Kombinationen.

Eine Kombinationsidee: Eberwurz, Italienische Strohblume, Karwinskis Berufkraut und Purpur-Fetthenne (‘Chocolate Cherry’, ‘Dark Magic’ zum Beispiel)
Im Beet passen sie gut zu üppig blühenden Stauden für trockene Böden wie Kugeldisteln, Karwinskis Berufkraut, Igelköpfen oder einjährigen Pflanzen wie Garten-Strohblumen für harmonische Farbspiele.
Da sie ihre Blütenkörbchen manchmal bis zu den ersten Herbsttagen öffnen, lassen sie sich mit spät blühenden Stauden wie Sonnenbraut, Kokardenblume und Herbst-Fetthenne kombinieren.
Nützliche Ressourcen
- Unsere Blumensamen für Trockensträuße
- Alle Pflanzen für den Trockengarten
- Abonnieren Sie
- Inhaltsverzeichnis
Dieses Formular ist durch reCAPTCHA geschützt – es gelten die Datenschutzbestimmungen und die Nutzungsbedingungen.

Kommentare