Fingerhüte: Aussaat, Pflanzung und Pflege
Inhaltsverzeichnis
Fingerhüte in Kürze
- Fingerhüte beeindrucken uns im Sommer mit ihren langen, aufrecht stehenden Blütenständen!
- Ihre Blüten zeigen sich in zarten Farbtönen: Rosa, Purpur, Gelb, Weiß, Schokoladenbraun, Apricot …
- Sie verleihen Beeten Struktur und Höhe
- Sie sind perfekte Pflanzen für naturnah gestaltete Beete oder Bauerngärten
- Sie benötigen wenig Pflege und säen sich häufig von selbst aus
Das Wort unserer Expertin
Fingerhüte sind zweijährige oder mehrjährige Pflanzen, die im Sommer blühen. Dann tragen sie lange, sehr gerade Blütenstände, die dem Garten Struktur und Höhe verleihen. Man schätzt sie sowohl wegen ihrer grafischen Wirkung und ihrer leuchtenden Blüte als auch wegen ihrer sehr natürlichen Ausstrahlung! Am bekanntesten ist der Fingerhut, Digitalis purpurea, aber es gibt zahlreiche weitere Arten und Sorten. Zwischen der eleganten Blüte des weißen Fingerhuts (Digitalis purpurea ‘Alba’), der ockerbraunen Färbung des Wolligen Fingerhuts oder der leuchtenden Blüte des Gelben Fingerhuts ist die Auswahl groß, und diese Pflanzen beeindrucken uns immer wieder mit ihren vielfältigen Farbtönen und ihrer makellosen grafischen Wirkung! Einige von ihnen können sich stark unterscheiden, wie etwa die leuchtenden Glöckchen des Digitalis obscura.
Fingerhüte gedeihen im Halbschatten oder in der Sonne in einem leichten, drainierenden, humusreichen Substrat. Sie mögen weder durchnässte Böden noch zu trockene Standorte. Sie benötigen wenig Pflege: lediglich einige Wassergaben bei Trockenheit, eine Stütze, wenn sie dem Wind ausgesetzt sind, und gegebenenfalls das Entfernen verblühter Blüten. Sie sind vollkommen winterhart. Auch wenn sie nicht sehr lange im Garten leben, machen Fingerhüte dies durch reichliche Selbstaussaat wett.
Botanisch
Steckbrief
- Lateinischer Name Digitalis sp.
- Familie Wegerichgewächse
- Gebräuchlicher Name Fingerhut, Gant de Notre-Dame, Gant de Bergère...
- Blüte Von Juni bis August–September
- Height Bis zu 2 Meter hoch
- Exposition Halbschatten oder Sonne
- Art des Bodens drainierend, humusreich, leicht
- Winterhärte je nach Sorte zwischen – 15 und – 30 °C.
Die Fingerhüte umfassen zwischen 20 und 25 Arten zweijähriger oder kurzlebiger Stauden. Sie sind vollkommen winterhart. Sie stammen aus Europa, Asien und Nordafrika. Die bekannteste Art ist der Rote Fingerhut, Digitalis purpurea, der in weiten Teilen Frankreichs wild wächst, mit Ausnahme der Mittelmeerregion. Man findet ihn an Waldrändern, an Wegrändern, auf Lichtungen oder auf Brachland. In Frankreich kommen in der Natur außerdem Digitalis grandiflora und Digitalis lutea vor.
Die Fingerhüte gehören zur Familie der Wegerichgewächse, wurden früher jedoch den Braunwurzgewächsen zugeordnet. Die Wegerichgewächse umfassen zahlreiche, häufig krautige Pflanzen wie Wegerich, Bartfaden, Ehrenpreis oder Löwenmäulchen. Die Fingerhüte ähneln übrigens stark den Blüten der Bartfaden!
Der Name Fingerhut stammt vom lateinischen digitus, was „Finger“ bedeutet, da man einen Finger in die Blüte stecken kann, als handele es sich um einen Handschuh. Aus diesem Grund wird er manchmal auch „Gant de Bergère“, „Gantière“ oder „Gant de Notre-Dame“ genannt.
Der Fingerhut ist eine hohe, sehr aufrechte Pflanze, die dem Garten eine vertikale Struktur verleiht. Er ist eine recht beeindruckende Pflanze: Er wirkt natürlich und fügt sich leicht ein, fällt aber dank seiner Höhe, seiner imposanten Wuchsform und seiner Leuchtkraft sofort ins Auge. Die Blütenschäfte des Roten Fingerhuts erreichen eine Höhe von bis zu zwei Metern! Bei einigen niedrigeren Arten werden sie jedoch nicht höher als 60 cm (Digitalis lutea, Digitalis dubia, Digitalis parviflora…). Der Fingerhut bildet einen großen, sehr aufrechten Blütenschaft, der unverzweigt ist. Er ist stabil, robust, hohl und flaumig behaart. Fingerhüte sind übrigens häufig flaumig behaarte Pflanzen: Ihre Stängel, Blüten, Kapseln und die Unterseiten der Blätter sind meist mit einem feinen Flaum aus weißen Haaren bedeckt.

Digitalis purpurea: botanische Illustration
Der Fingerhut bildet im ersten Jahr eine Blattrosette und blüht erst im folgenden Jahr. Entweder stirbt er nach der Blüte ab, indem er sich durch Selbstaussaat vermehrt, oder er lebt noch einige Jahre weiter. Wenn Sie einen mehrjährigen Fingerhut suchen, wählen Sie zum Beispiel Digitalis mertonensis oder Digitalis ‘Glory of Roundway’.
Der Fingerhut blüht im Juni und Juli, manchmal sogar bis September. Man muss bis zum zweiten Jahr warten, um seine Blüte zu sehen, denn im ersten Jahr bildet er lediglich eine Blattrosette.
Die Fingerhüte tragen lange, aufrechte Blütenschäfte, die aus zahlreichen Blüten bestehen. Diese sind dicht angeordnet, alle auf derselben Seite des Stängels, und öffnen sich von unten nach oben. Die Blüten im oberen Bereich des Blütenschafts sind daher noch geschlossen, wenn die unteren bereits aufblühen. Digitalis lutea wirkt sehr zart: Ihre Blütentrauben sind schmal und lang und bestehen aus kleinen, feinen Blüten.
Die Blüten sind röhrenförmig oder nehmen die Form länglicher, zum Boden gerichteter Glöckchen an. Sie bestehen aus fünf miteinander verwachsenen Blütenblättern, die eine sich weitende Röhre bilden, umgeben von fünf Kelchblättern. An der Spitze öffnet sich die Blütenkrone in zwei Lippen, die nicht immer deutlich voneinander unterschieden sind. Die Oberlippe bildet zwei Lappen, die Unterlippe drei, die manchmal stark ausgeprägt sind. Im Inneren der Blütenkronröhre befinden sich vier Staubblätter. Häufig sind die Blüten flaumig behaart.
Der Rote Fingerhut trägt große Blüten, die zwischen vier und fünf Zentimeter lang sind. Bei anderen Sorten sind sie deutlich kleiner. Bei Digitalis parviflora beispielsweise werden sie nicht länger als zwei Zentimeter.
Obwohl der Rote Fingerhut die bekannteste Art ist, können Fingerhüte auch andere Farben annehmen. Es gibt schöne Farbvariationen in Rot, Mauve und Hellrosa, aber auch Fingerhüte mit gelben oder manchmal reinweißen Blüten, was die Pflanze sehr elegant wirken lässt! (wie bei ‘Snow Thimble’). Manchmal sind sie schokoladenbraun gefärbt, wie bei Digitalis parviflora. Die Farben sind recht warm, aber oft sanft. Digitalis obscura hebt sich mit ihren leuchtend orange-roten Blütenfarben von den anderen Sorten ab. Abgesehen von diesem besonderen Fingerhut sollte man sich für strahlende Blüten zu Digiplexis wenden, Pflanzen, die aus der Kreuzung von Fingerhüten und Isoplexis hervorgegangen sind!
Das Innere der Fingerhutblüten ist meist mit dunkleren Mustern gezeichnet: Es kann mit kleinen Punkten oder unregelmäßigen Formen gefleckt oder von Adern durchzogen sein. Bei Fingerhut purpurea ‘Pam’s Choice’ ist der Kontrast außergewöhnlich stark, wodurch der gesamte Blütenschaft beinahe hypnotisch wirkt! Digitalis purpurea trägt hell purpurrosa Blüten, die im Inneren der Blütenkrone von dunkelpurpurfarbenen Flecken kontrastiert werden.
Der Fingerhut ist eine bienenfreundliche Pflanze: Seine Bestäubung erfolgt durch Insekten, insbesondere Hummeln und Bienen. Die Unterlippe der Blütenkrone dient den Insekten, die den am Grund der Blüte enthaltenen Nektar sammeln, als Landeplatz.

Die verschiedenen Blüten der Fingerhüte! Digitalis purpurea (Foto H. Zell), Digitalis lanata (Foto Katya), Digitalis_grandiflora (Foto Orchi) und Digitalis obscura (Foto Peganum)
Die Blätter des Fingerhuts sind ganzrandig und länglich, oval und ungeteilt. Je nach Sorte sind sie zwischen 5 und 25 Zentimeter lang. Am Rand der Blattspreite sind sie manchmal gezähnt. Sie sind dunkelgrün und auf der Unterseite oft flaumig behaart. Die Blattadern treten stark hervor, wodurch die Blätter eine gewellte Struktur erhalten. Ein Teil der Blätter ist am Fuß des Blütenschafts rosettenförmig angeordnet, andere sitzen am Stängel und sind alternierend angeordnet, eines nach dem anderen. Die Grundblätter sind groß und lang gestielt. Je weiter man am Blütenschaft nach oben kommt, desto kleiner werden die Blätter, beinahe sitzend (mit sehr kurzem Blattstiel), und desto seltener und weniger dicht stehen sie. Die Blätter von Digitalis obscura sind sehr schmal, beinahe linear.

Digitalis purpurea: Rosette aus Grundblättern (Jean-Marc Pascolo) und ein einzelnes Blatt
Die Früchte sind filzige Kapseln, die sich bei Reife öffnen und eine Vielzahl winziger Samen freisetzen. Sie werden durch den Wind oder Tiere verbreitet. Fingerhüte neigen dazu, sich spontan auszusäen.
Fingerhüte wurden mit den Isoplexis (Isoplexis canariensis) gekreuzt – einer sehr nah verwandten Pflanze, die manchmal zu den Fingerhüten gezählt wird –, woraus Digiplexis entstanden. Diese Hybriden tragen wie die Fingerhüte aufrechte Blütenschäfte, ihre Blüten zeigen jedoch leuchtende Farben: Rot, Orange, Gelb, Rosa … noch intensivere Farben als die Fingerhüte. Sie sollten allerdings in mildem Klima kultiviert werden, da sie nur bedingt winterhart sind.
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Diese weit verbreiteten Sorten benötigen «klassische» Kulturbedingungen für Fingerhüte: Pflanzen Sie sie vorzugsweise im Halbschatten in einen leichten, sauren, humusreichen, zugleich frischen und drainierenden Boden.
Roter Fingerhut - Digitalis purpurea
- Blütezeit Juli für September
- Höhe bei Reife 1,50 m
Fingerhut Suttons Apricot - Digitalis purpurea
- Blütezeit Juli, August
- Höhe bei Reife 1 m
Fingerhut Pam s Choice - Digitalis purpurea
- Blütezeit Juni für August
- Höhe bei Reife 1,20 m
Digitalis Glory of Roundway - Fingerhut
- Blütezeit Juni für September
- Höhe bei Reife 80 cm
Fingerhut Alba - Digitalis purpurea
- Blütezeit Juni für August
- Höhe bei Reife 1 m
Digitalis Goldcrest - Fingerhut
- Blütezeit August für November
- Höhe bei Reife 50 cm
Einige Fingerhüte unterscheiden sich durch ihre Kulturbedingungen von den häufigsten Sorten. Während der Fingerhut saure Böden bevorzugt, können andere in kalkhaltigem Boden wachsen. Sie vertragen sonnige Standorte, allerdings sollten Sie pralle Sonne besser vermeiden, insbesondere wenn Sie im Süden Frankreichs leben.
Digitalis lutea - Kleinblütiger Fingerhut
- Blütezeit Juli für September
- Höhe bei Reife 80 cm
Digitalis parviflora - Kleinblütiger Fingerhut
- Blütezeit August, September
- Höhe bei Reife 70 cm
Digitalis grandiflora - Großblütiger Fingerhut
- Blütezeit Juli für September
- Höhe bei Reife 80 cm
Digitalis ferruginea Gigantea - Rostfarbiger Fingerhut
- Blütezeit August, September
- Höhe bei Reife 1,20 m
Digitalis obscura - Dunkler Fingerhut
- Blütezeit Juli für Oktober
- Höhe bei Reife 60 cm
Digiplexis sind wenig winterharte, aber sehr farbenfrohe Sorten, die aus einer Kreuzung zwischen Fingerhüten und ihrem Verwandten Isoplexis canariensis hervorgegangen sind.
Fingerhut Digiplexis Illumination Flame - Digitalis
- Blütezeit Juli für November
- Höhe bei Reife 1 m
Digitalis Berry Canary - Fingerhut
- Blütezeit Juli für November
- Höhe bei Reife 70 cm
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Pflanzung von Fingerhüten
Wo sollte man Fingerhut pflanzen?
Fingerhut ist als Halbschattenpflanze bekannt und fühlt sich beispielsweise am Rand des Unterholzes wohl. Zwar verträgt er keine pralle Sonne, doch kann Fingerhut (insbesondere Kulturformen) auch an einem sonnigen Standort wachsen. Das hängt von Ihrer geografischen Lage ab: In mediterranen Regionen pflanzen Sie ihn besser an einen Platz, an dem er während der heißesten Stunden Schatten bekommt, während er nördlich der Loire in der Sonne gepflanzt werden kann.
Fingerhut bevorzugt leichte Böden. Vermeiden Sie schwere, lehmige Böden, die im Winter feucht bleiben und dadurch das Auftreten von Krankheiten begünstigen. Sie können dies ausgleichen, indem Sie bei der Pflanzung Bims, Kies oder groben Sand einarbeiten. So kann das Wasser schneller in den Boden versickern. Fingerhut bevorzugt außerdem nährstoffreiche Böden mit viel organischer Substanz, weshalb es empfehlenswert ist, bei der Pflanzung Kompost einzuarbeiten. Ideal wäre ein Substrat aus dem Unterholz (locker, leicht, durchlässig und humusreich).
Fingerhut ist eine ziemlich hohe Pflanze: Pflanzen Sie ihn eher in den Hintergrund des Beets, hinter niedrigere Pflanzen. Sie können Fingerhut auch direkt vor einer Hecke pflanzen. Wählen Sie außerdem einen windgeschützten Standort, da der Wind die Stängel umknicken kann. Andernfalls müssen Sie sie stützen. Wählen Sie den Standort sorgfältig aus: Einmal eingewurzelt, lässt sich Fingerhut nicht gerne umpflanzen!
Der Purpur-Fingerhut bevorzugt saure Böden. Bei der Pflanzung können Sie etwas Moorbeeterde einarbeiten. Kalkhaltige Böden eignen sich jedoch ausgezeichnet für andere Arten wie Digitalis lutea, Digitalis parviflora oder Digitalis laevigata …
Während Fingerhut humusreiche Böden bevorzugt, die im Sommer frisch bleiben, passen sich einige Arten auch gut an trockenere Standorte an und fühlen sich in einem Steingarten oder einem mediterranen Garten wohl. Dazu gehört beispielsweise Digitalis obscura, ein prächtiger Fingerhut mit orangeroten Blüten.
Wann sollte man pflanzen?
Pflanzen Sie Fingerhut vorzugsweise im Herbst, idealerweise im Oktober. Auch eine Pflanzung im Frühjahr ist möglich.
Wie wird gepflanzt?
Wir empfehlen einen Pflanzabstand von 30 bis 40 Zentimetern. Pflanzen Sie ihn in Gruppen von mindestens drei oder fünf Exemplaren, aber vermeiden Sie Einzelpflanzungen.
- Stellen Sie den Wurzelballen in eine mit Wasser gefüllte Schüssel, damit er sich gut vollsaugen kann
- Heben Sie ein Pflanzloch aus. Lockern Sie den Boden des Lochs und arbeiten Sie etwas Kompost ein, um den Boden anzureichern. Ist Ihr Boden schwer, geben Sie Kies oder Bims hinzu, damit das Wasser besser versickern kann.
- Setzen Sie den Wurzelballen in das Pflanzloch.
- Füllen Sie das Loch rundherum mit der Erde auf, die Sie mit einigen Handvoll Blumenerde vermischt haben, und treten Sie sie leicht fest.
- Gießen Sie reichlich.
Gießen Sie weiterhin regelmäßig, bis die Pflanze gut eingewurzelt ist.

Digitalis mertonensis (Foto SB Johnny)
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Fingerhüte sind pflegeleichte Pflanzen, die wenig Pflege benötigen. Sie bevorzugen frische Böden; vermeiden Sie, dass der Boden im Sommer vollständig austrocknet, und geben Sie bei großer Hitze etwas Wasser. Gießen Sie direkt am Fuß der Pflanze, damit die Blätter nicht nass werden, denn dies würde das Auftreten von Krankheiten wie Mehltau oder Falschem Mehltau begünstigen.
Sobald sie sich etabliert haben, sollten Sie Fingerhüte unbedingt nicht mehr versetzen, um ihre empfindliche Pfahlwurzel nicht zu beschädigen. Sie benötigen möglicherweise eine Stütze, da ihre langen Blütenstände windempfindlich sind. Sie können außerdem eine Mulchschicht (Häcksel, Laub …) am Fuß des Fingerhuts ausbringen, um das Wachstum von Unkraut zu verhindern und den Boden im Sommer frisch zu halten.
Wir empfehlen Ihnen, die Blütenstände zurückzuschneiden, sobald sie verblüht sind, da dies die Bildung neuer Blüten anregt und verhindert, dass die Pflanze unnötig geschwächt wird. Sie können dem Fingerhut aber auch erlauben, sich spontan auszusäen, indem Sie einige verblühte Blüten an der Pflanze belassen.
Der Fingerhut liebt nährstoffreiche und fruchtbare Böden: Im Frühjahr freut er sich über eine Gabe gut verrotteten Komposts. Bringen Sie ihn am Fuß der Pflanze aus und arbeiten Sie ihn durch leichtes Aufharken in den Boden ein.
Fingerhüte sind im Allgemeinen wenig krankheitsanfällig. Dennoch können sie von Mehltau oder Falschem Mehltau befallen werden. Mehltau erkennen Sie an einem weißen Belag auf den Blättern. Behandeln Sie die Pflanze, indem Sie Natron aufsprühen. Auch Anthraknose kann auftreten, die braune Flecken auf den Blättern verursacht. Schnecken und Nacktschnecken fressen gerne junge Triebe. Schützen Sie Ihre Fingerhutpflanzen, indem Sie rundherum Holzspäne oder Asche ausbringen, um sie am Weiterkommen zu hindern, oder bauen Sie eine Schneckenfalle.
Vermehrung: Fingerhut aussäen
Die Vermehrung von Fingerhüten durch Aussaat ihrer Samen ist einfach. Die Aussaat von Zuchtsorten bringt Pflanzen hervor, die dazu neigen, zu ihrer ursprünglichen Form zurückzukehren. Sie sind nicht unbedingt sortenecht, insbesondere was die Blütenfarben betrifft. Um Jungpflanzen zu erhalten, die mit der Mutterpflanze identisch sind, säen Sie besser botanische Arten (Digitalis purpurea, D. grandiflora, D. lanata usw.) aus.
Aussaat
Wenn die Bedingungen passen und Sie die verblühten Blüten nicht entfernt haben, säen sich Fingerhüte reichlich von selbst aus. Sie können daher einige verblühte Blüten an den Stängeln belassen oder die Kapseln sammeln und an der Stelle zerbröseln, an der Sie neue Jungpflanzen haben möchten. Sie können die Samen auch ernten und selbst aussäen. Sie können außerdem Fingerhutsamen kaufen, um sicherzugehen, dass Sie eine sortenechte Pflanze erhalten.
Die Aussaat von Fingerhut gelingt einfach. Sie können die Samen wahlweise unter geschützten Bedingungen oder direkt im Freiland aussäen. Da Fingerhüte in der Regel erst im zweiten Jahr Blüten bilden und manchmal nach der Blüte absterben, empfehlen wir, regelmäßig auszusäen (oder, noch einfacher, sie sich im Garten selbst aussäen zu lassen), damit Sie jedes Jahr ihre Blüte genießen können.
Unter geschützten Bedingungen:
Säen Sie die Samen im Frühjahr, etwa im Mai und Juni, aus.
- Füllen Sie einen Topf oder eine Anzuchtschale mit Substrat (Blumenerde, der Sie zur Drainage groben Sand und eventuell etwas Moorbeeterde für einen sauren pH-Wert beigemischt haben). Ebnen Sie die Oberfläche und drücken Sie sie leicht an.
- Verteilen Sie die Samen auf dem Substrat. Drücken Sie sie ganz leicht an, bedecken Sie sie aber nicht, da sie zum Keimen viel Licht benötigen.
- Gießen Sie vorsichtig mit feinem Wasserstrahl.
Stellen Sie Ihre Aussaat an einen hellen Ort bei einer Temperatur von etwa 18 bis 20 °C. Halten Sie das Substrat bis zur Keimung leicht feucht. Pikieren Sie die jungen Triebe in einzelne Töpfe, sobald sie 6 bis 8 Zentimeter hoch sind. Seien Sie dabei vorsichtig, da ihre Wurzeln empfindlich sind und das Pikieren dadurch erschwert wird. Im Herbst, etwa im Oktober, können Sie sie in den Garten pflanzen.

Eine Jungpflanze des Roten Fingerhuts
Im Freiland:
Sie können ab Mai und während des gesamten Sommers direkt an Ort und Stelle aussäen.
- Lockern Sie den Boden und bereiten Sie ein feinkrümeliges Saatbett vor (entfernen Sie Unkraut, Erdklumpen und die größten Steine). Wenn Ihr Boden kalkhaltig ist, fügen Sie Moorbeeterde hinzu. Sie können außerdem etwas Blumenerde einarbeiten.
- Säen Sie die Samen auf der Oberfläche aus.
- Bedecken Sie sie mit einer sehr dünnen Schicht Substrat.
- Gießen Sie vorsichtig mit feinem Wasserstrahl.
Gießen Sie in den Wochen nach der Aussaat weiter. Viele Samen werden keimen; dann müssen Sie die Pflanzen vereinzeln und nur einige der kräftigsten Keimlinge behalten.
Fingerhüte im Garten kombinieren
Mit ihren großen, robusten und aufrechten Stängeln ist der Fingerhut eine sehr strukturgebende Pflanze. Er verleiht einem etwas flachen Beet sofort mehr Volumen und Höhe. Nutzen Sie ihn, um seine hohen Blütenstände zwischen niedrigeren Pflanzen wie Storchschnäbeln, Purpurglöckchen, Bergenien oder Frauenmänteln zu platzieren … Im Allgemeinen pflanzt man Fingerhut am besten in den hinteren Bereich eines Beetes und setzt niedrigere Pflanzen davor. Mit ihren feinen, schlanken Ähren können sie schöne Formkontraste schaffen und die Eintönigkeit eines flacheren Beetes aufbrechen.
Der Fingerhut hat eine sehr wilde Ausstrahlung und fügt sich problemlos in einen Garten mit natürlichem Stil ein. Sie können ihn zwischen Ziergräser und Blumen wie denen von Knoblauch, Sterndolden, Akeleien, Knautien oder Nelkenwurz pflanzen … Wählen Sie vorzugsweise eher einfache, schlichte und leichte Blüten. Und vor allem: Lassen Sie den Fingerhut sich spontan aussäen und jedes Mal wiederkommen, manchmal sogar an einem anderen Standort. Für eine besonders natürliche Wirkung können Sie den Fingerhut ruhig im Unterholz pflanzen! Gestalten Sie einen sehr frischen, wilden Garten, indem Sie ihn mit Farnen, Höckerblumen, Funkien oder Großblättrigem Kaukasusvergissmeinnicht kombiniert … Eventuell können Sie ihn auch mit schattenliebenden Hortensien wie Hydrangea serrata pflanzen. Der säuerliche Farbton des Roten Fingerhuts harmoniert perfekt mit dem zarten Grün der Farne – ganz abgesehen davon, dass es sich bei beiden um dekorative Pflanzen handelt, die Frische ausstrahlen. Da der Fingerhut natürlicherweise am Waldrand wächst, können Sie ihn auch an eine Wildhecke pflanzen und so eine Art Saumeffekt schaffen.
Der Fingerhut ist eine elegante Pflanze mit einer Palette sehr zarter Farben. Seine Blüten wirken raffiniert, mit den Mustern, die das Innere der Blütenkrone zieren. Verwenden Sie ihn, um eine romantische Atmosphäre zu schaffen. Wählen Sie Sorten in Pastelltönen: Rosa, Zartgelb, Weiß, Apricot (zum Beispiel ‘Sutton’s Apricot’) usw. Kombinieren Sie sie mit Rosen, Sterndolden, Großblütigem Schleierkraut, Storchschnabel und Orientalischem Mohn! … In einer ähnlichen romantischen und poetischen Stimmung können Sie den Fingerhut in einen Cottage-Garten integrieren. Setzen Sie auf blaue und weiße Farbtöne, üppiges Laub und lassen Sie einige aufrechte Blütenstände hervorstechen: natürlich die des Fingerhuts, aber auch die von Knoblauch oder Arzneiehrenpreis … Nutzen Sie auch die anmutigen weißen Dolden der Doldenblütler, wie Orlaya grandiflora. Der Fingerhut harmoniert ebenfalls gut mit den zarten Blüten der Glockenblumen (zum Beispiel Campanula trachelium).
Einige Fingerhut-Arten, insbesondere die mediterranen Arten, können in einen Trockengarten oder Kiesgarten integriert werden. Dies gilt für Digitalis obscura, der sehr schöne orangerote Blüten trägt und Hitze sowie Trockenheit sehr gut verträgt. Pflanzen Sie ihn an einen vollsonnigen Standort in einen steinigen, drainierenden Boden, zusammen mit Steingartenpflanzen wie Garben, Stipa tenuifolia, Heiligenkräutern und Hauswurzen …

Eine Kombination mit Digitalis ‘Suttons Apricot’, Iris ‘Jane Phillips’ und Papaver orientale ‘Patty’s Plum’ (Foto Clive Nichols – MAP) / Digitalis mertonensis, Veronicastrum und Aruncus aethusifolius ‘Horatio’
→ Entdecken Sie weitere Ideen für Kombinationen mit Fingerhut im Ratgeber von Christine
Nützliche Ressourcen
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- Ein Artikel von Virginie in unserem Blog – Meine liebsten Fingerhut-Stauden
- Unser Ratgeber: Einen Fingerhut auswählen
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Häufig gestellte Fragen
-
Das Laub meines Fingerhuts ist mit einem weißen Belag bedeckt. Was ist zu tun?
Ihre Pflanze ist von Mehltau befallen, einer Pilzkrankheit (verursacht durch einen Pilz). Sie können die betroffenen Pflanzenteile abschneiden. Vermeiden Sie es beim Gießen, das Laub zu benetzen, und richten Sie den Wasserstrahl stattdessen auf den Boden. Behandeln Sie die Pflanze, indem Sie eine Lösung auf Schwefel- oder Natronbasis versprühen.
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Ich habe gehört, dass der Fingerhut giftig ist. Stimmt das?
Ja, die Pflanze enthält in ihren Geweben mehrere herzwirksame Substanzen (Herzstimulanzien), insbesondere Digitalin. Ihre starke Wirkung auf das Herz führt dazu, dass sie manchmal in Arzneimitteln verwendet wird, doch als solche ist der Fingerhut giftig. Dennoch käme wohl niemand auf die Idee, ihn zu essen ... Wir begnügen uns damit, ihn zu bewundern! Ebenso ist es immer ratsam, sich nach dem Umgang mit der Pflanze die Hände zu waschen.
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