Leberblümchen pflanzen und pflegen
Inhaltsverzeichnis
Leberblümchen in Kürze
- Kleine Stauden aus dem Unterholz, die einen halbschattigen Standort benötigen
- Ab dem Spätwinter bezaubern sie mit zarten, sternförmigen Blüten in Blau, Weiß oder Rosa
- Ihr auffälliges, dreilappiges Laub bleibt im Winter mehr oder weniger erhalten
- Robust und winterhart, stellen sie an durchlässigen, frischen Boden nur geringe Ansprüche
- Sie gedeihen in halbschattigen Beeteinfassungen und Steingärten sowie unter Bäumen und Sträuchern
Das Wort unserer Expertin
Leberblümchen, auch Leberblümchen-Anemonen genannt, (nicht zu verwechseln mit den zu Algen oder Moosen ähnlichen Lebermoosen Marchantiophyta) sind kleine Stauden des Unterholzes. Wie das ‘Hepatica nobilis, die verbreitetste Art, beleben diese krautigen Stauden aus der Familie der Hahnenfußgewächse, die eng mit den Anemonen verwandt sind, ab dem Ende des Winters halbschattige Gartenbereiche. Die Blütezeit liegt im Februar und März, gleichzeitig mit der Blüte der Schneeglöckchen. Leberblümchen bilden Polster aus dreilappigen grünen Blättern, die auch im Winter dekorativ sind und rundum 15 cm groß werden. Sie schmücken sich mit zarten sternförmigen Blüten in Farben von außergewöhnlichem Blau über Violett bis hin zu Reinweiß und Rosa.
In gut durchlässigem, frischem Boden sind sie wenig anspruchsvoll, denn diese kleinen montanen Pflanzen sind von Natur aus robust und winterhart!
Charmant und unaufdringlich eignen sie sich hervorragend, um schattige, frische Ecken und bewaldete Gartenbereiche aufzuhellen.
Früher als Heilpflanze verwendet, deren Eigenschaften Leberbeschwerden lindern sollten, gelten Leberblümchen heute als giftig.
Entdecken Sie diese Pflanzen, die sich im Unterholz, unter Bäumen, wohlfühlen!

Hepatica nobilis
Beschreibung und Botanik
Steckbrief
- Gebräuchlicher Name Leberblümchen, Himalaya-Windröschen
- Blüte März bis April
- Height 0,15 cm
- Exposition Halbschatten, Schatten
- Art des Bodens Frisch, gut durchlässig
- Winterhärte -15 °C und darunter
Das Leberblümchen, auf Latein Hepatica, ist eine kleine, mit dem Busch-Windröschen (Anemone nemorosa) verwandte Staude aus dem Unterholz. Sie gehört wie der Hahnenfuß zur Familie der Hahnenfußgewächse. Sie kommt in fast ganz Europa, aber auch in Sibirien und im borealen Amerika vor. Die Gattung umfasst etwa zehn mehrjährige Arten. Am weitesten verbreitet ist Hepatica nobilis, auch als Leberblümchen oder Himalaya-Windröschen bezeichnet. Diese sehr winterharte Art wächst in unseren Regionen wild. Man findet sie im eher bergigen Unterholz von Laubwäldern (bis 2.200 m Höhe), im Osten und Süden Frankreichs, in den Alpen, den Pyrenäen und auch auf Korsika. Hepatica nobilis hat zahlreiche Kultivare hervorgebracht. Hepatica nobilis var. japonica ist eine aus Japan stammende Selektion, aus der die Sorten der Serie ‘Forest’ hervorgegangen sind.

Anemone hepatica, botanische Tafel (1862)
Aus einem kurzen, faserigen Wurzelstock bildet diese krautige Staude langsam einen 15 cm hohen und 15 bis 20 cm breiten Blätterteppich. Sie wächst in Rosetten aus meist wintergrünen Blättern, die sich nach der Blüte im Frühjahr erneuern. Die 3 bis 6 cm langen Grundblätter sind dick, lederartig und sitzen an langen Blattstielen. Ihre Blattspreite ist in drei abgerundete oder zugespitzte, von sehr feinen Haaren gesäumte Lappen geteilt. Oberseits sind die Blätter matt dunkelgrün, manchmal weiß marmoriert, auf der Unterseite weinrot gefärbt. Diese Färbung und die dreilappige Form, die an eine Leber erinnert, gaben der Pflanze ihren Namen.
Die Blütezeit liegt je nach Klima im März und April, mehr oder weniger früh, noch vor dem Austrieb der neuen Blätter und kündigt die Rückkehr der warmen Tage an. Jede einzelne Blume sitzt auf einem flaumigen Stängel knapp über dem Laub. Die 2 bis 4 cm großen Blüten bestehen aus 6 bis 9 ovalen Kelchblättern, die um eine auffällige Krone aus weißen oder rosafarbenen Staubblättern angeordnet sind. Die einfachen, sehr selten halbgefüllten Blütenkränze reichen von reinem Weiß über violettblau bei Hepatica nobilis ‘Purple Forest’ und Königsblau bei der Wildart bis zu magentarot bei Hepatica nobilis ‘Red Forest’. Ihre Farbe kann je nach Bodenbeschaffenheit variieren.
Sie sitzen in einer aus drei Hochblättern gebildeten Hülle.

Blüten und Laub der Leberblümchen. Rechts: Hepatica nobilis var. japonica
Nach der Bestäubung bilden die Blüten kleine Samen, die von Ameisen gesammelt und im Garten verbreitet werden (Myrmekochorie), wodurch spontane Aussaat entsteht.
Im Mittelalter galt Hepatica nobilis als Heilpflanze zur Behandlung der Leber. Heute wird sie in größeren Mengen als giftig eingestuft. In der Blumensprache steht das Leberblümchen für Vertrauen.
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Was kann man unter einem Baum pflanzen?Wichtige Arten und Sorten
Hepatica nobilis - Leberblümchen
- Blütezeit März, April
- Höhe bei Reife 15 cm
Hepatica nobilis Purple Forest - Leberblümchen
- Blütezeit April, Mai
- Höhe bei Reife 15 cm
Hepatica nobilis Red Forest - Leberblümchen
- Blütezeit April, Mai
- Höhe bei Reife 15 cm
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Pflanzung
Wo pflanzen?
Das Leberblümchen ist äußerst robust und bis -30 °C winterhart, wie Hepatica nobilis. Die Sorten der ‘Forest’-Serie sind weniger winterhart als unser europäisches Leberblümchen, weisen mit einer Frosthärte bis -15 °C jedoch ebenfalls eine beachtliche Widerstandsfähigkeit auf.
Es wächst fast überall, außer wohl im Mittelmeerklima, wo die Sommer zu trocken und heiß sind.
Das kleine Leberblümchen ist eine Staude für Halbschatten und Unterholz. Am wohlsten fühlt es sich unter dem Schutz sommergrüner Bäume und Sträucher, die ihm im Sommer den nötigen Schatten spenden. In seiner ursprünglichen Heimat bedeckt diese kleine montane Pflanze Kalkfelsen. Obwohl es kalkhaltige Böden bevorzugt, gedeiht es auch in mit Lauberde angereichertem Boden.
In frischem, im Sommer auch recht trockenem Boden mit viel Humus und sehr guter Drainage bildet es lockere, hübsche Polster, denn Staunässe verträgt es nicht.
Das Leberblümchen wächst langsam. Ist es gut eingewurzelt, sollte es daher nicht mehr umgepflanzt werden: Wählen Sie den Standort sorgfältig aus.
Wenn die Bedingungen stimmen, sät es sich nach Belieben aus, manchmal weit entfernt vom ursprünglichen Standort.
Es bringt Licht ins Unterholz und in alle etwas schattigen Gartenbereiche sowie in eher frische Steingärten, an Wegränder oder ins Beet. Eine erhöhte Pflanzung lässt die hübsche frühe Blüte besonders gut zur Geltung kommen.

Das Leberblümchen gedeiht im Unterholz im Schatten der Bäume
Wann das Leberblümchen pflanzen?
Pflanzen Sie das Leberblümchen vorzugsweise im Herbst von September bis November außerhalb frostiger Perioden, damit es vor dem Winter gut einwurzelt und von den Herbstregen profitiert. Eine Frühjahrspflanzung ist ebenfalls möglich, sofern Sie auf ausreichendes Gießen achten. Für die Wurzelbildung benötigt es regelmäßige Wassergaben, besonders wenn die Monate nach der Pflanzung trocken sind.
Wie pflanzen?
Im Freiland
Wählen Sie einen halbschattigen Standort. Planen Sie mindestens 6 Anzuchttöpfe ein, um eine schöne Gruppenwirkung zu erzielen. Pflanzen Sie mit einem Abstand von 25 cm in alle Richtungen. Der Boden muss gut drainiert sein, da das Leberblümchen keine Staunässe an den Wurzeln verträgt.
- Heben Sie ein zwei- bis dreimal breiteres Pflanzloch als der Wurzelballen aus.
- Setzen Sie die Pflanze in die Mitte des Lochs, mit dem Hals auf Bodenhöhe.
- Füllen Sie das Loch mit einer Mischung aus Erde und Lauberde auf, besonders bei schwerem Boden, um ihn aufzulockern.
- Drücken Sie die Erde leicht an.
- Gießen Sie reichlich und anschließend regelmäßig, damit die Pflanze gut anwächst.
- Mulchen Sie mit Lauberde oder reifem Kompost, damit der Boden frisch bleibt.
Im Topf
Die Kultur von Leberblümchen im Topf ist möglich. Wählen Sie vorzugsweise ein durchlässiges Gefäß aus Terrakotta.
- Füllen Sie den Topfboden mit Kies oder Blähton zur Drainage.
- Geben Sie zu gleichen Teilen Gartenerde (oder Pflanzerde), Blähton und Lauberde hinzu.
- Setzen Sie den Wurzelballen ein und füllen Sie mit dem restlichen Substrat auf.
- Drücken Sie die Erde vorsichtig an, gießen Sie und stellen Sie den Topf vor praller Sonne geschützt auf.

Hepatica nobilis
Kultur, Pflege und Versorgung
Sobald das Leberblümchen an einem geeigneten Standort gut eingewachsen ist, benötigt es kaum Pflege.
Gießen Sie es im ersten Kulturjahr regelmäßig, bei großer Hitze anschließend 1- bis 2-mal pro Woche. Es bevorzugt im Sommer gleichmäßig feuchten Boden: Bringen Sie eine Schicht Mulch (zum Beispiel gute Lauberde) rund um die Pflanze aus, damit der Boden nicht austrocknet.
Geben Sie jedes Jahr im Frühjahr etwas Kompost an den Fuß der Pflanze.
Teilen Sie die Horste alle drei bis fünf Jahre im Herbst, um sie zu verjüngen.
Halten Sie das Substrat im Topf besonders im Sommer oder bei ausbleibendem Regen frisch; es darf zwischen den Wassergaben nicht austrocknen. Während der Wachstumsphase ab März können Sie mit einem Flüssigdünger für Blühpflanzen düngen. Topfen Sie die Pflanze alle drei Jahre in einen größeren Topf um.
Befolgen Sie im Frühjahr unsere Tipps, um die neuen Blätter vor Schnecken zu schützen.
Vermehrung
Leberblümchen lassen sich im September/Oktober einfach durch Teilung vermehren. Aussaat im Frühbeet kann abweichende Pflanzen ergeben. Keimlinge im Frühherbst in Anzuchttöpfe pikieren, im Frühjahr auspflanzen.
- Mit einer Grabegabel einen Teil des Wurzelstocks anheben
- In mehrere Teilstücke teilen
- Sofort auspflanzen oder eintopfen und reichlich gießen
Kombinieren
Mit ihrer frühen, farbenfrohen Blüte und ihrem immergrünen Laub bringen Leberblümchen Licht in schattige, waldartige Gartenbereiche. Sie bedecken den Fuß von Bäumen und Sträuchern, erhellen den Beetvordergrund, Steingärten sowie Pflanzgefäße und Balkonkästen.
Da sie halbschattige Standorte und frischen Boden lieben, können Sie sie am Waldrand zusammen mit Schattenstauden wie Farnen und Storchschnabel oder Zwiebelpflanzen wie Atlantischen Hasenglöckchen und Busch-Windröschen pflanzen. Denken Sie auch an Bodendecker für den Schatten wie Purpurglöckchen und Großblättriges Kaukasusvergissmeinnicht, die ideale Begleiter sind. Da sie langsam wachsen, sollten Sie jedoch darauf achten, dass sie nicht der Konkurrenz stark wuchernder Nachbarpflanzen ausgesetzt sind.

Leberblümchen, Elfenblumen, Atlantische Hasenglöckchen, Farne und Busch-Windröschen
Im frischen Steingarten begleiten sie Elfenblumen und Steinbrech.
Im Beet säumen sie den Fuß sommergrüner Sträucher wie Schöner Sternchensträucher und Pfeifensträucher, die ihnen im Sommer wohltuende Kühle spenden.

Leberblümchen, Christrosen, Schneeglöckchen und Lungenkraut
Mit frühen Frühlingszwiebeln wie Krokus und Schneeglöckchen sowie winterblühenden Stauden wie Christrosen, Winter-Eisenhut und Lungenkraut ergänzen sie perfekt frische, zarte Szenen als Vorboten der schönen Jahreszeit.
Nützliche Ressourcen
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