Süßer Tragant: Pflanzen, Pflege & Kultur
Inhaltsverzeichnis
Süßer Tragant in Kürze
- Der Süße Tragant blüht im Frühling oder Sommer
- Seine Blütenstände sind weiß, gelb, rosa oder mauve
- Auch sein fein gefiedertes Laub ist beliebt
- Der Süße Tragant wirkt sehr natürlich und ländlich!
- Er liebt volle Sonne sowie trockenen, gut drainierenden Boden.
- Einige Arten sind für ihre Heilwirkung bekannt
Das Wort unserer Expertin
Süßer Tragant ist in Gärten noch wenig verbreitet, verdient aber, häufiger kultiviert zu werden! Er bezaubert mit einer hübschen Blüte in zarten Farbtönen und fein geteiltem Laub. Am bekanntesten ist Astragalus membranaceus, der in der chinesischen Medizin wegen seiner anregenden und stärkenden Eigenschaften verwendet wird. Für den Garten gibt es weitere sehr dekorative Arten, etwa Astragalus glycyphyllos mit üppigem, kräftig grünem Laub und gelben Blütenständen oder Astragalus centralpinus mit sehr feinen, graugrünen und behaarten Blättern.
Viele Süße Tragante sind Gebirgspflanzen, die auf drainierenden, sandigen oder steinigen Böden wachsen. An die Bodenart stellen sie jedoch keine hohen Ansprüche. Sie sind robuste, widerstandsfähige Pflanzen ohne besondere Probleme. Einmal etabliert, benötigen sie kaum Pflege und bleiben jahrelang am selben Platz! Sie fügen sich problemlos in naturnahe und ländliche Gärten sowie in sonnige Steingärten und Staudenbeete ein.
Botanisch
Steckbrief
- Lateinischer Name Astragalus sp.
- Gebräuchlicher Name Tragant
- Blüte im Frühling oder Sommer (April bis August)
- Height 20 cm bis 1 m
- Exposition volle Sonne oder Halbschatten
- Art des Bodens drainierend
- Winterhärte meist bis -20 °C
Tragant umfasst eine riesige Pflanzengruppe mit einer großen Vielfalt an einjährigen und mehrjährigen Pflanzen. Die meisten sind krautig, es gibt aber auch strauchige Arten. Mit 2450 Arten ist Tragant die artenreichste botanische Gattung. Zier-Tragant für den Garten ist meist mehrjährig, krautig und sommergrün. Die Pflanzen sind robust, winterhart, wenig krankheitsanfällig und langlebig.
Obwohl Tragant weltweit verbreitet ist, kommt er vor allem in den gemäßigten Regionen der Nordhalbkugel vor. Astragalus membranaceus, der in der chinesischen Medizin verwendet wird, stammt aus China und der Mongolei, während Astragalus canadensis aus Nordamerika kommt. Einige Arten wachsen auch wild in Frankreich, etwa der Französische Tragant (Astragalus monspessulanus) oder die Bärenschote (Astragalus glycyphyllos).
Tragant gehört zur Familie der Fabaceae, auch Hülsenfrüchtler genannt. Zu dieser Familie zählen Bohne, Ackerbohne, Linse, Sojabohne und Klee. Viele Fabaceae werden als Nahrungs- oder Futterpflanzen genutzt. Daneben gibt es Zierpflanzen wie Blauregen, Gartenwicke und Lupine. Fabaceae können außerdem Stickstoff im Boden binden, indem sie mit Bakterien an ihren Wurzeln zusammenleben. Einige Arten werden daher als Gründüngung zur Bodenanreicherung verwendet.

Astragalus canadensis: botanische Illustration
Tragant hat eine eher lockere, biegsame und luftige Wuchsform. Die Höhe variiert: Die Pflanzen werden 20 cm bis 1 m hoch. Es handelt sich also nicht um besonders große Pflanzen; ihre Stängel sind teils ausgebreitet, etwa bei Astragalus glycyphyllos. Einige Arten sind teppichbildend oder kriechend. Astragalus balearicus bildet beispielsweise sehr dichte Polster.
Je nach Sorte blüht Tragant im Frühling oder Sommer (April bis August). Der Französische Tragant blüht etwa im Frühling, während Astragalus membranaceus und Astragalus canadensis im Hochsommer blühen.
Die Blüten des Tragants stehen in mehr oder weniger dichten, rundlichen oder länglichen Trauben. Sie bilden hübsche Blütenbälle, die an Kleeblüten erinnern und manchmal sehr weich wirken, etwa bei Astragalus alopecurus. Daher stammt auch der Beiname „Garten-Fuchsschwanz“.
Die Blüten sind unregelmäßig und zweiseitig symmetrisch – typisch für die Familie der Fabaceae. Wie bei Erbse und Klee bestehen sie aus fünf Blütenblättern in drei Formen: der Fahne (oberes, größeres Blütenblatt), den Flügeln (zwei seitliche Blütenblätter) und dem Schiffchen (zwei untere Blütenblätter), das die zehn Staubblätter und den Stempel schützt. Die zwittrigen Blüten tragen sowohl männliche als auch weibliche Organe. An der Blütenbasis umgibt ein röhrenförmiger Kelch mit fünf Zähnen die Blütenblätter; die Zähne entsprechen den Kelchblättern.
Die Blüten des Tragants sind bienenfreundlich: Sie locken bestäubende Insekten, insbesondere Bienen, an.
Die Blüten können gelb, weiß, rosa, rot oder violett sein. Meist sind die Farben zart und pastellartig. Astragalus onobrychis trägt prachtvolle violette Blüten.
Nach der Bestäubung entwickeln sich aus den Blüten Hülsen, die die Samen enthalten. Bei Reife öffnen sich die Hülsen und verbreiten die Samen.

Die Blüte des Tragants: von links nach rechts Astragalus centralpinus (Foto Meneerke Bloem), Astragalus canadensis (Foto Matt Lavin) und Astragalus onobrychis (Foto Stefan Lefnaer)
Tragant besitzt attraktives, in ovale Fiederblättchen geteiltes Laub. Die Anzahl der Fiederblättchen variiert stark: Astragalus glycyphyllos trägt nur 4 bis 6 Paare großer, gut entwickelter Fiederblättchen, während Astragalus alopecurus bis zu 40 Paare kleiner, schmaler Fiederblättchen besitzt. Die Blätter sind grün, manchmal graulich oder weißlich. Auf der Unterseite sind sie oft flaumig behaart.
Das Laub des Tragants ist sommergrün. Bei Kälte im Herbst vertrocknet es und erscheint im zeitigen Frühling wieder, sobald die Temperaturen steigen.
Astragalus membranaceus ist für seine Heilwirkung bekannt. In der Traditionellen Chinesischen Medizin wird die Pflanze seit Jahrtausenden verwendet und Huang Qi genannt. Geerntet wird ihre lange Pfahlwurzel, die zu Pulver verarbeitet und als Abkochung verwendet werden kann. Sie hilft gegen Müdigkeit, gibt Energie und stärkt das Immunsystem. Außerdem wirkt sie entzündungshemmend und adaptogen.
Auch Astragalus gummifer ist eine Nutzpflanze. Aus ihrem Pflanzensaft wird Tragantgummi gewonnen. Dieses Gummi besitzt heilende Eigenschaften und wird dank seiner wasserabweisenden, klebenden, gelierenden und verdickenden Wirkung vielseitig industriell eingesetzt. Andere Tragant-Arten werden als Tierfutter angebaut.

Tragant trägt attraktives, geteiltes Laub. Hier Astragalus glycyphyllos (Foto Benjamin Zwittnig), Astragalus alpinus (Foto Antti Bilund) und Astragalus monspessulanus
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- Blütezeit Februar
- Höhe bei Reife 70 cm
Astragalus monspessulanus - Französischer Tragant
- Blütezeit Februar
- Höhe bei Reife 10 cm
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- Blütezeit Februar
- Höhe bei Reife 70 cm
Astragalus canadensis - Kanadisches Milchkraut
- Blütezeit Juli für September
- Höhe bei Reife 1 m
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Wo pflanzen?
Astragalus-Arten benötigen einen sehr gut durchlässigen, eher trockenen Boden. Schwere, staunasse Böden vertragen sie nicht, da ihre Wurzeln darin zu wenig Sauerstoff bekommen. Die Arten Astragalus membranaceus und Alopecurus bevorzugen besonders sandige, lockere und tiefgründige Böden. Astragalus-Arten sind anspruchslos. Die Zierarten sind gut winterhart und können daher problemlos in ganz Deutschland kultiviert werden, auch in Bergregionen. In fruchtbarem und relativ frischem Boden wachsen sie meist größer und kräftiger. Was den pH-Wert betrifft, bevorzugt der Französische Tragant kalkhaltige Substrate. Für die meisten anderen Arten ist ein neutraler oder leicht kalkhaltiger Boden ideal.
Beim Standort gilt: Am besten pflanzen Sie in voller Sonne! Astragalus braucht einen sehr hellen Platz. Einige Arten vertragen jedoch Halbschatten, zum Beispiel Astragalus glycyphyllos, der natürlicherweise am Waldrand wächst.
Im Garten eignen sich Astragalus-Arten hervorragend für eine naturnahe Wiese, zusammen mit anderen Pflanzen mit lockerer, luftiger Blüte, etwa Salvia pratensis, Pennisetum orientale, Lanzen-Eisenkraut oder Knautie. Der Französische Tragant findet leicht einen Platz in einem sonnigen Steingarten, zusammen mit Fetthenne, Hauswurz und Phlox subulata … Astragalus-Arten können auch mit anderen Stauden in Beeteinfassungen gepflanzt werden.
Wann pflanzen?
Sie können Astragalus im Frühjahr, etwa im April oder Mai, oder im Herbst, ungefähr im Oktober, pflanzen. Wichtig ist, Frostperioden und starke Hitze zu vermeiden, da sie die Pflanze beim Pflanzen schwächen würden.
Wie pflanzen?
- Heben Sie ein Pflanzloch aus, das etwa doppelt so groß wie der Wurzelballen ist.
- Geben Sie bei Bedarf grobes Sand oder Kies als Drainage hinzu. Sie können auch etwas gut verrotteten Kompost einarbeiten.
- Nehmen Sie Astragalus aus dem Topf und setzen Sie die Pflanze in das Pflanzloch.
- Füllen Sie rundherum Erde auf und drücken Sie sie leicht an.
- Gießen Sie reichlich.
- Ich empfehle, eine organische oder mineralische Mulchschicht auszubringen.
Astragalus kann auch in einem Topf mit durchlässigem Substrat gepflanzt und beispielsweise auf einer Terrasse aufgestellt werden.

Astragalus onobrychis (Foto: Franz Xaver)
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Astragalus: Regelmäßig gießen, im Winter ungeschützt. Für Heilzwecke Wurzeln erst nach 4 Jahren ernten.
Vermehrung
Der Süße Tragant lässt sich durch Aussaat oder Teilung vermehren. Einige Arten eignen sich auch für die Stecklingsvermehrung. Sind Ihre Pflanzen gut entwickelt und ausgebreitet, empfehle ich die Teilung, da die Aussaat unzuverlässige Ergebnisse liefert und mehr Zeit beansprucht.
Aussaat
Die Samen werden im Frühjahr ausgesät, nachdem sie eine Kälteperiode (Vernalisation) durchlaufen haben. Legen Sie sie dazu mindestens drei Wochen in den Kühlschrank. Dadurch wird die Dormanz der Samen beendet und die Keimrate verbessert.
- Nehmen Sie einen Topf und füllen Sie ihn mit einer Mischung aus Blumenerde und Sand. Drücken Sie das Substrat leicht an und ebnen Sie die Oberfläche.
- Verteilen Sie die Samen auf der Oberfläche.
- Bedecken Sie sie mit einigen Millimetern Substrat.
- Drücken Sie alles vorsichtig an.
- Gießen Sie feinbrausig.
- Stellen Sie den Topf an einen hellen Standort ohne direkte Sonne.
Achten Sie bis zur Keimung auf ein frisches Substrat und gießen Sie gelegentlich.
Horstteilung
Der beste Zeitpunkt für die Teilung des Süßen Tragants ist der Herbst. Wählen Sie einen gut entwickelten Horst, der seit mindestens drei Jahren am selben Standort wächst, und nehmen Sie ihn vorsichtig aus der Erde. Graben Sie großzügig um die Pflanze herum, damit das Wurzelsystem nicht beschädigt wird. Teilen Sie den Horst in mehrere Stücke, die jeweils Wurzeln und neue Triebe besitzen. Bereiten Sie den Boden am neuen Standort vor, pflanzen Sie die Teilstücke ein, gießen Sie reichlich und mulchen Sie.
Kombination
Mit ihrer zarten Blüte und dem fein gegliederten Laub vermitteln Süße Tragante einen Eindruck von Leichtigkeit und Transparenz. Ihre Wuchsform eignet sich perfekt für einen naturnahen Garten im Stil einer ländlichen Wiese. Besonders gut passen Astragalus canadensis und A. centralpinus. Sie lassen sich mit weiteren Pflanzen mit lockerem, luftigem Wuchs kombinieren, etwa Wiesen-Salbei (Salvia pratensis), Grindkraut, Wilde Karde (Dipsacus fullonum) und Echinops ritro … Entdecken Sie auch das Lanzen-Eisenkraut, das im Sommer sehr schmale, blauviolette Ähren trägt, oder den prächtigen Veronicastrum virginicum, eine noch wenig bekannte Staude mit eleganten, sehr langen endständigen Ähren in Weiß, Mauve oder Rosa. Integrieren Sie außerdem Gräser wie Pennisetum oder Briza media. Ein solcher Garten hat den Vorteil, dass er fast keine Pflege benötigt!

Astragalus canadensis (Foto Joshua Mayer), Salvia pratensis (Foto Roman Eisele), Gaura lindheimeri ‘Snowbird’, Pennisetum setaceum und Verbena hastata (Foto Cody Hough)
Da sie durchlässige Böden und volle Sonne lieben, finden Süße Tragante leicht ihren Platz in einem sonnigen Steingarten. Besonders empfehle ich Astragalus monspessulanus. Wählen Sie als Begleitpflanzen Arten mit kriechendem oder polsterförmigem Wuchs, die Sie zwischen die Steine setzen. Geeignet sind zum Beispiel Hauswurz, Fetthenne, Phlox subulata, Arabis caucasica, Mannstreu, Zistrose und Blaukissen … Sie können sogar den Farn Cheilanthes lanosa integrieren!
Weitere Ideen und Inspirationen finden Sie in unserem Ratgeber: „15 Pflanzen für einen sonnigen Steingarten“
Süße Tragante lassen sich auch ganz einfach in ein Staudenbeet integrieren, zum Beispiel zusammen mit Sonnenhut, Storchschnabel, Gaura lindheimeri und Schmuckkörbchen … Für ein harmonisches Farbenspiel wählen Sie Blüten in zarten Pastelltönen mit kleinen Akzenten in kräftigem Gelb, die für Leuchtkraft sorgen, etwa Phlomis fruticosa.
Schließlich können Sie Astragalus membranaceus mit anderen Heilpflanzen kultivieren: Salbei, Ringelblume, Baldrian, Echte Kamille und Hartheu … So haben Sie stets einen Vorrat an Pflanzen zur natürlichen Behandlung und für die Zubereitung von Tees oder Abkochungen zur Hand!
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