Das Ausdünnen von Obstbäumen bedeutet, die Anzahl der Früchte an Ihren Obstbäumen zu verringern. Dadurch verbessern Sie deren Größe, Geschmack und Beschaffenheit. Profitieren alle Obstbäume vom Ausdünnen? Wann und wie dünnen Sie Apfelbäume, Birnbäume, Pfirsichbäume oder Aprikosenbäume aus? Entdecken Sie alle unsere Tipps, um das Ausdünnen von Obstbäumen zu meistern und Ihre Ernte zu optimieren!

Welche Obstbäume sollten Sie ausdünnen?
Definition: Beim Ausdünnen eines Obstbaums entfernen Sie einige überzählige Früchte, damit sich die verbleibenden Früchte besser entwickeln können. Dadurch verbessern Sie ihre Größe und Qualität und erhalten die Gesundheit des Baumes.
Einige Obstbäume profitieren besonders vom Ausdünnen, weil sie von Natur aus eine große Menge an Früchten hervorbringen. Dazu gehören vor allem:
- Kultur-Apfel
- Birnbaum, Nashi-Birne und Nashi-Birne
- Pfirsichbaum und Nektarine
- Aprikosenbaum
- Zitrusfrüchte
Gut zu wissen: Normalerweise dünnen Sie Pflaumenbäume und Kirschbäume nicht aus. Allenfalls können Sie während der Fruchtbildung einen Sommerschnitt durchführen. Kürzen Sie dabei einige zu lange Zweige, um einen Teil der Früchte zu entfernen.
Warum sollten Sie Ihre Obstbäume ausdünnen?
Üblicherweise fallen überzählige Früchte von selbst ab. Das reicht jedoch nicht immer aus. Deshalb sollten Sie den Obstbaum ausdünnen.
- Verbesserung der Fruchtqualität: Beim Ausdünnen konzentriert der Baum seine Ressourcen – Wasser, Nährstoffe und Energie – auf eine geringere Anzahl von Früchten. Dadurch verbessern sich Größe, Geschmack und Beschaffenheit.
- Verringerung des Risikos von Krankheiten und Parasiten: Wenn zu viele Früchte zu dicht beieinander wachsen, zirkuliert die Luft schlechter. Dadurch können sich Schimmel und andere Pilzkrankheiten leichter entwickeln. Außerdem ziehen dicht gedrängte Früchte eher Parasiten an, die sich von beschädigten oder faulenden Früchten ernähren.
- Vorbeugung gegen Astbruch: Wenn Sie die Anzahl der Früchte pro Zweig verringern, sinkt das Gewicht, das der Zweig tragen muss. Dadurch nimmt die Bruchgefahr ab. Das ist besonders wichtig bei Bäumen mit brüchigen Zweigen, etwa bei Pflaumenbäumen und Pfirsichbäumen.
- Gleichmäßige Reifung: Ohne Ausdünnen bleiben manche Früchte klein und unreif, während andere ihre volle Reife erreichen. Wenn Sie überzählige Früchte entfernen, reifen die verbleibenden Früchte gleichmäßiger.
- Verringerung der Alternanz: Ein Obstbaum trägt in einem Jahr sehr viele Früchte, im darauffolgenden Jahr weniger und anschließend wieder viele. Das ist normal und wird als Alternanz bezeichnet. Durch das Ausdünnen fällt dieses Wechseln weniger stark aus.
- Außerdem kann ein Obstbaum durch eine überreiche Fruchtbildung geschwächt werden. Das Ausdünnen entlastet ihn ein wenig.
Oli meint: Das Ausdünnen ist auch in den ersten Jahren nach der Pflanzung sehr wichtig. Ihr junger Obstbaum muss seine Nährstoffe zunächst auf die Bildung von Wurzeln konzentrieren und nicht auf die Fruchtbildung. Außerdem sind die Zweige eines jungen Obstbaums zarter und brechen daher leichter. Es fällt schwer, ich weiß. Dennoch sorgt das Entfernen aller Früchte in den ersten beiden Jahren dafür, dass der Baum in den kommenden Jahren gesund bleibt.

Wann sollten Sie ausdünnen?
Das ist ganz einfach: Beobachten Sie Ihre Obstbäume! Dünnen Sie direkt nach dem natürlichen Fruchtfall aus. Dabei fällt ein Teil der Früchte von selbst vom Baum. Das manuelle Ausdünnen ergänzt lediglich die Arbeit, die die Natur bereits begonnen hat.
In der Regel dünnen Sie etwa 40 Tage nach der Blüte aus, also in der zweiten Junihälfte. Achtung: Wenn Sie viele Früchte entfernen müssen, führen Sie den Vorgang in zwei Durchgängen durch, mit einem Abstand von etwa zehn Tagen. Der Eingriff kann nämlich einen verstärkten Pflanzensaftfluss auslösen, der weitere Früchte zum Abfallen bringen kann. So verhindern Sie, dass das Ausdünnen den gesamten Fruchtansatz des Jahres beseitigt.
Benötigtes Werkzeug
Eine einfache, scharfe Gartenschere oder eine Obstbaumschere ist hilfreich, um bei Kernobst wie Äpfeln, Birnen und Quitten die Fruchtstiele abzuschneiden. Steinobst wie Pfirsiche, Nektarinen und Aprikosen hat keinen Fruchtstiel und kann von Hand entfernt werden.
Wie gehen Sie beim Ausdünnen vor?
Wenn Sie einige Früchte entfernen möchten, beobachten Sie den Baum zunächst aufmerksam. Suchen Sie überladene Zweige und Fruchttrauben. Wählen Sie die kleinsten und verformten Früchte sowie Früchte mit Anzeichen von Krankheiten oder Parasiten aus. Achten Sie darauf, mit einer sauberen und scharfen Gartenschere präzise und glatte Schnitte auszuführen.

Apfelbaum, Birnbaum und Zitrusfrüchte: Kernobst
Dünnen Sie Apfelbäume und Birnbäume im Juni etwa 40 Tage nach der Blüte aus. Lassen Sie eine Frucht pro Fruchtbüschel stehen, mit einem Abstand von 10 bis 15 cm. Entfernen Sie beim Apfelbaum die Früchte in der Mitte der Trauben sowie die kleineren Früchte, indem Sie den Fruchtstiel abschneiden. Bei Birnen entwickeln sich dagegen die äußeren Früchte am besten. Lassen Sie diese stehen und entfernen Sie die kleinen Birnen in der Mitte des Fruchtbüschels.
Bei Zitrusfrüchten wie Orangen und Zitronen entfernen Sie überzählige Früchte, damit die Zweige nicht überlastet werden. Führen Sie diesen Eingriff durch, wenn die jungen Früchte die Größe einer Olive erreicht haben. Lassen Sie zwischen den einzelnen Früchten ausreichend Platz, damit sie optimal reifen können.
Pfirsichbaum, Nektarine und Aprikosenbaum: Steinobst
Dünnen Sie Pfirsichbäume aus, sobald die Früchte die Größe einer Münze erreicht haben. Entfernen Sie Früchte, sodass nur eine Frucht alle 15 bis 20 cm stehen bleibt. Verteilen Sie die verbleibenden Früchte gleichmäßig am Zweig.
Dünnen Sie Aprikosenbäume Anfang Juni aus, sobald die Früchte einen Durchmesser von 2 cm erreicht haben. Verringern Sie die Fruchttrauben und lassen Sie alle 5 bis 10 cm eine Frucht stehen. Entfernen Sie die schwächsten Früchte sowie die Früchte an den Zweigspitzen.
Bei diesen Früchten ohne Fruchtstiel entfernen Sie die Früchte von Hand, indem Sie sie seitlich abdrehen.
Nota bene: Im Garten geht es ausschließlich um das manuelle Ausdünnen. Im Erwerbsanbau dünnen Sie dagegen mechanisch mit einer Maschine und manchmal auch chemisch aus, insbesondere in Apfelbaum- oder Ölbaumkulturen.
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