7 unverzichtbare Sträucher im Waldgarten

7 unverzichtbare Sträucher im Waldgarten

Vielseitige Arten für mehr Biodiversität

Inhaltsverzeichnis

Waldgarten: 7 unverzichtbare Sträucher für Struktur, Nahrung und Schutz. Sie bieten Nützlingen Lebensraum, bilden Windschutz und reichern den Boden mit Humus an.

Schwierigkeit

Schwarzer Holunder oder Sambucus nigra

Sambucus nigra, auch Schwarzer Holunder genannt, ist ein in unserer Kulturlandschaft und auf Brachland weit verbreiteter großer Strauch oder kleiner Baum. Er ist für seine offene, wilde Wuchsform bekannt, treibt häufig aus dem Wurzelstock aus und trägt große sommergrüne Blätter, die beim Zerreiben einen starken Geruch verströmen. Im späten Frühjahr schmückt er sich mit großen, flachen Schirmrispen aus cremeweißen, dekorativen und duftenden Blüten, die zahlreiche Bestäuber anlocken. Die darauf folgenden Früchte färben sich von Rot zu Schwarz, sind bei Vögeln sehr beliebt und nach dem Kochen essbar. Sie werden zur Herstellung von Wein, Sirup und Konfitüre verwendet.

Der Schwarze Holunder gedeiht in verschiedenen Lebensräumen – von lichten Wäldern und Hecken über Brachland bis hin zu Küstendünen. Diese nitrophile Art ist ein Indikator für Stickstoff im Boden. Die von Mai bis Juni erscheinenden Holunderblüten werden in der Küche zur Zubereitung köstlicher Sirupe mit einzigartigem Geschmack verwendet. Außerdem sind sie für ihre medizinischen Eigenschaften bekannt und werden häufig als Aufguss zur Behandlung von Harnwegs- und Atemwegsinfektionen eingesetzt.

Der Schwarze Holunder erreicht mit seiner rundlichen Wuchsform eine Höhe und Breite von etwa 6 m. Er ist pflegeleicht und kann in gewöhnlichen, tiefgründigen, nicht zu trockenen Boden gepflanzt werden, verträgt nach dem Anwachsen jedoch auch Trockenperioden. Ein sonniger Standort ist ideal, aber auch Halbschatten wird toleriert. Der Holunder ist sehr winterhart und benötigt wenig Pflege.

Sehr reichblühend und anspruchslos, schafft er in Gesellschaft anderer Gehölze der Feldflur eine artenreiche, vielfältige Umgebung, die der lokalen Biodiversität zugutekommt. Er zählt zu den von der Tierwelt am häufigsten besuchten Gehölzen. Seine im Herbst abgefallenen Blätter werden dem Kompost beigemischt und beschleunigen dort die Zersetzung.

Blüten und Früchte des Schwarzen Holunders

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Männliche Kornelkirsche oder Cornus mas

Cornus mas, auch Kornelkirsche genannt, ist ein Strauch mit vielen Vorzügen. Im Spätwinter und zeitigen Frühjahr trägt er leuchtend gelbe Blüten, die den Frühling ankündigen. Im Herbst folgen essbare rote Beeren, Kornelkirschen genannt, sowie eine purpurrote Herbstfärbung. Der sehr winterharte Strauch kann ein bemerkenswertes Alter von 100 Jahren erreichen.

Die aus Europa stammende Kornelkirsche ist an eine große Vielfalt von Klimaten und Böden angepasst. Sie gedeiht sowohl in voller Sonne als auch im Halbschatten, in kalkhaltigem, normalem oder sogar armem Boden, verträgt aber auch leicht saure Böden. Sie erreicht eine Höhe und Breite von 2 bis 5 Metern und entwickelt eine charakteristisch ausgebreitete Wuchsform.

Die leuchtend gelben Blüten von Cornus mas erscheinen bereits im Februar oder März in kleinen Dolden, noch vor dem Blattaustrieb. Die sommergrünen Blätter des Strauchs sind oval und gegenständig an vierkantigen Zweigen angeordnet. Im Spätsommer entwickeln sich rote, längliche, wohlschmeckende und säuerliche Drupen, die sich ideal für Marmeladen oder zum Trocknen eignen.

Das dichte, harte Holz der Kornelkirsche wurde früher zur Herstellung von Pfeilen, Speeren und Werkzeugstielen verwendet.

Neben ihren dekorativen Eigenschaften erfüllt Cornus mas eine wichtige ökologische Funktion. Ihre frühe Blüte bietet den ersten Bienen und anderen Bestäubern eine wichtige Nahrungsquelle, während ihre Früchte zahlreiche Vögel anlocken und ernähren. In einigen Regionen, etwa im französischen Département Nord-Pas-de-Calais, ist diese Art aufgrund ihrer ökologischen Bedeutung geschützt.

Cornus mas fleurs et fruits

Schlehe oder Prunus spinosa

Die Prunus spinosa, besser bekannt als Schlehe, ist ein dorniger Strauch, der sich in unseren Landschaften und Hecken durch seine Widerstandsfähigkeit und seinen buschigen Wuchs auszeichnet. Im Frühjahr erfreut er mit einer üppigen weißen Blüte, im Herbst trägt er schwarze, essbare Schlehen, die bei Vögeln ebenso beliebt sind wie bei Liebhabern von Konfitüren und Likören.

Diese Pionierpflanze ist äußerst winterhart und gedeiht auf lehmig-kalkhaltigen, teils steinigen Böden, wo sie oft dichte, schwer zugängliche Hecken bildet. Sie wächst schnell und entwickelt eine verzweigte, ausladende Krone mit dornigen Zweigen, die bei Reife in alle Richtungen etwa 3,50 m erreicht. Die jungen Triebe sind flaumig behaart. Die sommergrünen Blätter sind oval, zugespitzt und haben einen gezähnten Rand.

Die einfachen, bienenfreundlichen weißen Blüten der Schlehe erscheinen im zeitigen Frühjahr vor den Blättern. Ihnen folgen fleischige, schwarzblaue Schlehen, die nach den ersten Frösten essbar werden. Die Früchte werden für Gelees, Konfitüren, Liköre und Saucengerichte verwendet. Das sehr harte Holz der Schlehe wird häufig für Intarsienarbeiten genutzt. Ihre ausläuferbildenden Wurzeln tragen zudem entscheidend zum Erosionsschutz und zur Bildung natürlicher Barrieren bei.

Die leicht zu kultivierende und äußerst widerstandsfähige Schlehe ist neben ihren Zierqualitäten für die Biodiversität von großer Bedeutung: Sie bietet zahlreichen Vögeln Schutz und Nahrung und dient mehreren Schmetterlingsarten als Lebensraum.

Prunus spinosa Blüten und Früchte

Kanadische Felsenbirne oder Amelanchier canadensis

Amelanchier canadensis, auch Kanadische Felsenbirne genannt, ist ein sommergrüner Strauch, der wegen seiner Pflegeleichtigkeit und seines ganzjährigen Zierwerts mehr Aufmerksamkeit verdient. Ab April schmückt sich dieser Strauch mit kleinen, reinweißen, sternförmigen Blüten, auf die schnell rote, später schwarze Beeren folgen, die bei Vögeln sehr beliebt sind. Diese köstlichen Beeren erinnern an Schwarze Johannisbeeren und Heidelbeeren, sind reich an Vitamin C und können roh oder zu Marmelade, Coulis, Gebäck oder sogar Wein verarbeitet verzehrt werden.

Die Blätter der Amelanchier canadensis sind ledrig, elliptisch und fein gezähnt. Ihr dunkles, bläulich grünes Laub verwandelt sich im Herbst in ein Farbenspiel warmer Töne von Orange-Rot bis Purpur. Beim Austrieb zeigen die Blätter außerdem eine kupferfarbene Tönung.

Dieser aus Kanada und dem Osten Nordamerikas stammende Strauch verträgt extreme klimatische Bedingungen, einschließlich großer Kälte, sehr gut. Bei aufrechtem, manchmal mehrstämmigem Wuchs erreicht er etwa 6 m Höhe und eine Breite von 3 m in der Reife.

Die Kanadische Felsenbirne ist ein robuster Strauch, der sich an eine große Vielfalt von Böden anpasst, sofern diese frisch bleiben. Sie gedeiht in voller Sonne oder Halbschatten. Sie gehört zu den Pflanzen, die Luftstickstoff binden und im Boden anreichern.

Hier steht die Kanadische Felsenbirne im Mittelpunkt, doch alle Arten der Felsenbirne sind interessant. Die meisten tragen sehr schmackhafte Früchte. Informieren Sie sich vor dem Kauf einer Sorte über die Qualität der Früchte oder probieren Sie sie. Für kleine Gärten ist die Amelanchier spicata mit ihren aufrechten Ähren besonders geeignet.

Blüten und Früchte der Kanadischen Felsenbirne

Japanische Weinbeere oder Rubus phoenicolasius

Die Japanische Weinbeere oder Rubus phoenicolasius ist eine aus Japan stammende Brombeerart. Sie wird sowohl wegen ihres Zierwerts als auch ihrer Früchte geschätzt. Die Pflanze bildet dunkelrote Triebe und einen dekorativen Strauch, der einem kräftigen Himbeerstrauch ähnelt und mit Haaren sowie rötlichen Dornen besetzt ist. Die köstlichen, bei der Reife leuchtend roten Früchte überzeugen durch ihren süßen, leicht säuerlichen Geschmack. Die Erntezeit reicht von Mitte Juli bis Ende August.

Die Japanische Weinbeere gedeiht in normalem Boden, bevorzugt jedoch fruchtbare, gut durchlässige und frische Böden. Ein geschützter, sonniger bis halbschattiger Standort fördert die Entwicklung ihrer prächtigen dunkelroten Zweige im Winter.

Diese halbsträuchrige, buschig wachsende Kletterpflanze kann 2 bis 3 Meter hoch werden. Ihre Zweige benötigen eine Stütze wie Zaun, Gitter oder Pergola. Das sommergrüne, leuchtend grüne Laub ähnelt dem des Himbeerstrauchs: Die Blätter sind gezähnt, die Triebe mit rötlichen Dornen besetzt. Die weißen Blüten, die von Mai bis Juni erscheinen, sind zwar unscheinbar, locken aber Bestäuber an.

Die Früchte verfärben sich von Orange- zu Kirschrot und reifen von Juli bis August. Sie werden frisch sowie für Gelees, Konfitüren, Kuchen, Sorbets, Sirup und Saft verwendet und lassen sich gut einfrieren.

Kurz gesagt: eine robuste, pflegeleichte Zierpflanze mit köstlichen Früchten und sommergrünem Laub, die zur Biodiversität im Waldgarten beiträgt.

Japanische Weinbeere

Großfrüchtige Zierquitte oder Chaenomeles cathayensis

Die Chaenomeles cathayensis, ein wenig bekannter Verwandter der Zierquitte, stammt aus China. Er ist größer und wuchsfreudiger, sehr dornig und ausgesprochen winterhart. Bereits ab dem Ende des Winters bedeckt er seine kahlen Zweige mit zartrosa bis kräftig rosafarbenen Blüten und begeistert mit einer ebenso bezaubernden wie üppigen Blüte. Im Oktober bringt die Chinesische Quitte eine reiche Ernte großer, duftender und essbarer gelber Quitten hervor, die den Früchten aus unseren Obstgärten in nichts nachstehen. Die Früchte werden gerne für Gelees, Marmeladen und Tarte verwendet und finden auch in der Küche sowie in der traditionellen chinesischen Medizin Verwendung.

Chaenomeles cathayensis stellt nur geringe Ansprüche an die Bodenqualität. Er wächst schnell und kann einen großen Strauch von mehr als 2 Metern Höhe und Breite bilden. Seine frühe Blütezeit variiert je nach Klima und reicht von Anfang März bis April. Die für Bestäuber äußerst attraktiven Blüten haben weiße, rosa überhauchte Blütenblätter und eine gut sichtbare gelbe Mitte. Die großen, birnenförmigen Früchte färben sich im Herbst gelb und bleiben lange an den Zweigen hängen, wodurch sie auch im Winter einen dekorativen Akzent setzen.

Dieser sommergrüne Strauch ist äußerst anpassungsfähig und besticht durch seine Robustheit, seine frühe Blüte im Spätwinter, die ideal für Bestäuber ist, sowie seine Herbstfrüchte. Dornige Sträucher bieten Vögeln im Winter zudem gute Zufluchtsmöglichkeiten.

Blüten der Chinesischen Quitte

Azaroldorn oder Gewöhnlicher Azaroldorn

Crataegus azarolus, besser bekannt als Azaroldorn, ist ein kleiner Obstbaum und mit dem Weißdorn verwandt. Wenig bekannt, aber äußerst lohnend, gedeiht dieser Baum in mediterranen Regionen und widersteht klimatischen Bedingungen sowie schwierigen Böden gut. Geschätzt wird er für seine Frühlingsblüte und die Früchte, Azarolen oder Zwergäpfel genannt, die kleinen Äpfeln ähneln und bei Reife gelb bis rot gefärbt sind.

Der aus Südeuropa stammende Azaroldorn ist ein langsam wachsender, aber sehr winterharter Strauch oder kleiner Baum. Unter optimalen Bedingungen erreicht er etwa 8 m Höhe und 5 m Breite. Er zeichnet sich durch leicht dornige Zweige und kleine, weißliche Blüten in Schirmrispen aus. Sie blühen im April und sind bei Bienen sehr beliebt, verströmen jedoch oft einen als unangenehm empfundenen Duft. In mediterranen Regionen bildet er Früchte, die im September reifen, kugelig sind, einen Durchmesser von 2 bis 4 cm erreichen und ein angenehm süß-säuerliches Fruchtfleisch enthalten.

Azarolen gehören zur Kultur der südeuropäischen Länder. Sie sind reich an Zucker, Pektin, Vitamin A und C sowie Antioxidantien. Roh oder verarbeitet als Kompott, Marmelade und Gelee sind sie vielseitig verwendbar. Ein ausgewachsener Baum kann bis zu 25 kg Früchte pro Jahr tragen. Das sommergrüne Laub des Azaroldorns ist ebenfalls attraktiv: Die dreieckigen Blätter mit drei oder fünf leicht gezähnten Lappen färben sich im Herbst schön gelb.

Der sehr anpassungsfähige Crataegus azarolus kann in jeden Boden gepflanzt werden, auch in kalkhaltige und im Sommer trockene Böden, und bevorzugt sonnige Standorte. Der Azaroldorn ist eine attraktive Bereicherung für die Biodiversität und bietet zahlreichen Tierarten Nahrung und Schutz.

Früchte des Azaroldorns

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Holunder